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Kurz vorgestellt: Just Die Already
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Für viele gilt der 2014 veröffentlichte Goat Simulator noch immer als das skurrilste Spiel der jüngeren Vergangenheit. Nun schickt sich aber jemand an, diesen Titel zu übernehmen. Just Die Already von DoubleMoose Games bezeichnet sich nämlich selbst als „Old People Mayhem Sandbox“-Game und so skurril, wie sich das anhört, ist es auch. Doch reicht das aus, um Goat Simulator wirklich vom Thron zu stoßen? Wir werden sehen...

Wir haben wirklich schon einiges in Spielen gesehen, aber Rentner, die randalierend durch die Stadt laufen, nur weil die verdammten Millennials lieber zocken, anstatt Kinder in die Welt zu setzen und es deswegen niemanden gibt, der ihnen die Rente bezahlt? Auf diese Idee ist bisher tatsächlich noch niemand gekommen. Zumindest bis jetzt – denn genau das ist der Plot, um den sich in Just Die Already alles dreht. Wir spielen einen Rentner, der gerade aus dem Altersheim geflogen ist und sich nun wie viele seiner Altersgenossen irgendwie durchschlagen muss – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn schlecht gelaunt wie unser gewählter Rentner*In ist (insgesamt stehen vier unterschiedliche Rentner*Innen zur Auswahl – zwei Männer und zwei Frauen), ist vor ihm nichts und niemand in Sicherheit. Sei es ein Tennisschläger, eine überdimensionale Keule, eine Axt, ein Motorroller oder eine Planierraupe – so gut wie alles können wir nutzen, um damit die Umgebung unsicher zu machen und unsere Mitbürger zu drangsalieren. Aber auch wir sind nicht vor Schäden sicher. Nicht nur, dass auf den Straßen Autos nur darauf warten, uns umzufahren, auch sonst gibt es allerlei Gefahren wie etwa Strom, Feuer und vieles weitere, an dem wir uns verletzten, sämtliche Extremitäten (man kann tatsächlich nur noch als Rumpf durch die Gegend rollen) abschneiden oder uns gar ganz töten können. Der Tod bedeutet hier allerdings nur eine kleine Verschnaufpause, denn sterben können wir hier nicht auf Dauer. Stattdessen können wir uns mit einem einzigen Tastendruck wieder respawnen – weshalb dies stets in einem Müllcontainer geschieht, wissen aber wohl nur die Entwickler.

Wie es in einem Sandbox-Spiel üblich ist, können wir uns in der Spielwelt ganz nach Lust und Laune austoben und quasi machen, was wir wollen. Wer möchte, kann aber auch die Lebensliste abarbeiten. Hierbei handelt es sich um verschiedenste Aufgaben, nach deren Erfüllung wir nicht nur neue Waffen in den zahlreichen Verkaufsautomaten in der Stadt finden, sondern auch Tickets erhalten, die uns den Weg in ein Nobel-Altersheim in Florida eröffnen – was natürlich unser Traum ist.

Die Aufgaben sind dabei unterschiedlichster Natur. So muss man sich u.a. mehrmals respawnen, den höchsten Punkt auf der Karte erreichen, einen Ball in einen Basketballkorb befördern oder sich auf unterschiedlichste Art und Weise töten lassen. Zudem gilt es, goldene Schlüssel zu finden, mit denen wir verschlossene, goldene Türen öffnen und so neue Bereiche der Stadt erreichen können. All das muss man nicht einmal alleine machen. Neben dem Einzelspielermodus gibt es nämlich auch die Möglichkeit, gemeinsam mit einem anderen Rentner online die Stadt unsicher zu machen, was den Chaos-Faktor nochmals immens steigert. Leider haben es die Entwickler hierbei aber verpasst, spezielle Coop-Missionen ins Spiel zu integrieren, weshalb man sich hier zwar in der Open World austoben und sich gegenseitig töten, ansonsten aber eben nichts Sinnvollen machen kann, weshalb es am Ende auch nicht wundert, dass es einem bei Just Die Already insgesamt an der Langzeitmotivation mangelt, denn im Prinzip hat man nach einer knappen Stunde bereits alles gesehen, was das Spiel zu bieten hat. Ob einen die besagten Aufgaben länger ans Spiel binden, ist dabei eher zu bezweifeln.

Zumal das Spiel nicht nur mit der Langzeitmotivation zu kämpfen hat, sondern auch mit einer eher durchwachsenen Technik (die Grafik einmal ausgenommen, die ist nämlich wirklich sehr schön). Was einem dabei als allererstes auffällt, ist die, vorsichtig ausgedrückt, gewöhnungsbedürftige Steuerung. Das Umherlaufen funktioniert dabei zwar noch ganz gut, doch schon das genaue Schlagen mit Gegenständen gestaltet sich als sehr kompliziert und benötigt einiges an Übung. Noch schlimmer wird es, wenn man sich auf ein Gefährt schwingt. Deren Fahrphysik ist unfassbar ungenau, wodurch schon alleine das Geradeausfahren zu einer echten Herausforderung wird. Leider ist das auch nicht das einzige Problem, mit dem man bzw. das Spiel zu kämpfen hat. Auch die Physik ist manchmal alles andere als optimal. So ist es mir zum Beispiel passiert, dass eine riesige Gummiente, nachdem ich sie im Pool berührt habe, minutenlang wie wild auf dem Wasser herumgesprungen ist.


Fazit:
Ohne Zweifel ist Just Die Already eines der skurrilsten Spiele der letzten Zeit und es macht auch wirklich Spaß mit seinem Rentner*In Chaos zu stiften. Doch leider ist dieser Spaß zeitlich begrenzt. Nach circa einer Stunde hat man alles gesehen und gemacht und dann liegt es an einem selbst, ob man die Motivation findet, noch länger die immer gleichen Dinge zu machen und sich obendrein mit der Steuerung auseinanderzusetzen. Für die eine oder andere kurze Runde zwischendurch – auch gerne mit einem Freund – ist Just Die Already aber trotzdem immer gut.

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Special vom: 07.06.2021
Autor dieses Specials: Stefan.Heppert
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