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Kurz vorgestellt: Strawberry Vinegar
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Früher waren Visual Novels vor allem ein japanisches Phänomen. In den letzten Jahren gewann dieses spezielle Genre aber auch in anderen Ländern immer mehr Anhänger. So wurden die Spiele nicht nur immer öfters außerhalb Japans veröffentlicht, es entstanden auch immer mehr Visual Novels in anderen Ländern. So auch das ganz aktuell erschienene Strawberry Vinegar, das zwar im typischen Japano-Look daherkommt, aber vom spanischen Indiestudio Ratalaika Games entwickelt wurde.

Bevor ich zum eigentlichen Spiel komme, möchte ich vorher noch kurz auf die Definition einer Visual Novel kommen. Schließlich ist dieses Genre hierzulande doch noch relativ jung, weshalb eventuell gar nicht jeder weiß, worum es sich dabei überhaupt handelt. Im Grunde kann man es sich wie einen Mix aus Buch und Spiel vorstellen, in dem man eine Geschichte erzählt bekommt. Diese steht auch ganz klar im Vordergrund, während gameplaytechnische Elemente zumeist nur sporadisch vorkommen, zum Beispiel in Form von verschiedenen Dialogoptionen. Erzählt werden dabei verschiedenste Storys. Meist geht es aber um japanische Teenager, die das erste Mal verliebt sind oder ähnliches, wobei der Zeichenstil von Mangas übernommen wurde.

In Strawberry Vinegar ist dies ebenfalls der Fall, denn auch wenn das Spiel aus Spanien stammt, ist nicht nur der Grafikstil typisch japanisch, sondern auch die Charaktere. So auch die Hauptprotagonistin Sakuraba Rie. Ein neun Jahre altes, zynisches und griesgrämiges Mädchen, mit pinken Haaren, das sich wenig um ihre Mitschüler kümmert und keinen einzigen Freund hat. Viel lieber verbringt sie ihre Zeit allein oder mit ihrem Vater, der ihrer Mutter, einer bekannten Schauspielerin, gerne leckeres Essen kocht.
Eines Tages steht allerdings urplötzlich eine angebliche Dämonin in Ries Küche, die ihre Seele rauben möchte – es sei denn, man gibt ihr regelmäßig etwas Leckeres zu essen.

Die Story mag hier etwas seltsam anmuten, entwickelt sich aber zu einer wirklich herzzerreißenden Geschichte, zumindest wenn man die richtigen Dialogoptionen wählt. Denn genau diese Möglichkeit bietet einem das Spiel hin und wieder, woraufhin sich der Story-Verlauf komplett verändert. Logisch, dass es so auch mehrere Enden (um genau zu sein fünf Stück) gibt, die mal gut und mal schlecht ausgehen und die es zu „erspielen“ gilt.
Ich für meinen Teil würde empfehlen zu versuchen alle Enden zu erleben, denn jedes ist einzigartig und lässt einen mit einem anderen Gefühl aus dem Spiel gehen. Es sei aber auch gesagt, dass eines der zu erspielenden Enden, zumindest für den europäischen Geschmack, etwas befremdlich anmutet. Es ist nicht so, dass es irgendetwas Perverses oder sexuell Übertriebenes ist, dennoch wirkt es im Zusammenhang mit dem neunjährigen Mädchen etwas komisch. Worum genau es sich dabei handelt, möchte ich an dieser Stell natürlich nicht verraten, dennoch wollte ich dies nicht unerwähnt lassen.
Wer keine Lust hat, sich auf dem Weg zu den unterschiedlichen Enden die teils immer wieder wiederholenden Dialoge anzuhören, kann diese übrigens auch automatisch weiterlaufen lassen oder gar komplett überspringen, was den Spielverlauf zwar wesentlich verkürzt, gleichzeitig aber natürlich auch das Erlebnis beschneidet.

Wie für eine Visual Novel üblich, wird auch Strawberry Vinegar lediglich als Bildergeschichte präsentiert, wobei hier die gerade sprechenden Charaktere vor einem Hintergrund gezeigt werden. Charaktere und Hintergründe sind dabei sehr liebevoll gestaltet worden. Als besonderer Clou – und passend zum Thema – wird auch immer wieder großformatig Essen gezeigt. Das sieht teilweise so lecker aus, dass man selbst Hunger bekommt. Videosequenzen oder ähnliches sind hingegen nur sekundenweise enthalten. Auch eine Vertonung ist nicht vorhanden. Es gibt lediglich hin und wieder ein paar Effekte oder Laute. Ansonsten ist nur die beruhigende Hintergrundmusik zu hören.


Fazit:
Ob einem das Konzept einer Visual Novel gefällt oder nicht, ist wie so oft eine Frage des persönlichen Geschmacks. Mit den regulären Videospielen haben sie nur wenig zu tun. Wer aber ein Freund dieses ganz speziellen Genres ist, wird mit Strawberry Vinegar sicherlich seine Freude haben. Die Geschichte ist herzzerreißend und wundervoll geschrieben und dank der Dialogoptionen kann man bis zu fünf Enden erleben, die sich alle komplett voneinander unterscheiden (wenngleich eines davon für den westlichen Geschmack auch etwas seltsam anmutet), sodass man quasi fünf verschiedene Geschichten erleben kann.
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Special vom: 16.06.2020
Autor dieses Specials: Stefan.Heppert
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