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Kurz vorgestellt: Alan Wake Remastered
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Es ist gar nicht so lange her, da kam Alan Wake in den Gamepass. Ich hatte den Titel zwar schon seit Jahren in meiner Steam Library, aber irgendwie kam ich nie dazu, ihn auf dem PC zu spielen. Also warf ich meine One S an und spielte durch Alans düsteres Abenteuer, hauptsächlich weil mich das Control-Universum, mit dem Alan Wake deutlich verbunden ist, so fasziniert hatte. Als dann ein Remaster angekündigt wurde, stand ich der Sache ein wenig skeptisch gegenüber. Hatte ich wirklich Lust, noch einmal nach Bright Falls zu reisen und die Ereignisse rund um den Cauldron Lake zu erleben?

Für das eigentliche Spiel haben wir bereits 2010 eine Review verfasst, die grundsätzlich immer noch Bestand hat, auch wenn ich ein paar abweichende Gedanken habe. Das Action-Gameplay an sich lockt leider niemanden hinter dem Ofen hervor. Alan Wake trumpft auf, wenn es um die Story geht, die wirklich hervorragend geschrieben und in Szene gesetzt wurde. Wenn Alan tagsüber durch die Stadt streift und seinen Ermittlungen nachgeht, entsteht viel Atmosphäre. Nachts treiben wir uns in der Regel in dunklen Wäldern herum und hechten von einer Kampfarena in die nächste und müssen hin und wieder mal ein einfaches Puzzle lösen.

Box Set
Die Kämpfe in Alan Wake sind zweifelsohne der Schwachpunkt des Titels. Alan muss jeden Feind mit seiner Taschenlampe beleuchten (oder andere Lichtquellen nutzen), um die Schicht aus Dunkelheit zu vertreiben, bevor er irgendeine Art von Schaden anrichten kann. Danach benutzt er Pistolen und Shotguns, während er permanent den Attacken seiner Feinde ausweichen muss. Richtige Abwechslung gibt es da leider viel zu selten und man arbeitet sich nur durch die Action, um zu den nächsten Story Beats zu kommen, die aber so spannend sind, dass man immer weitermachen will. Im Remaster enthalten sind die beiden Bonus-Episoden The Signal und The Writer, durch die die Story abgerundet wird und die die Probleme des Hauptspiels angehen. The Signal ist action-lastiger und legt eine ordentliche Schippe auf die Kämpfe drauf, während The Writer ein paar interessantere Puzzles mit sich bringt. Beide zeigen, was möglich gewesen wäre. Allerdings fehlt American Nightmare, was definitiv in so ein Remaster gehört hätte.

Sammlung
Sammelwütige können sich an 100 Thermoskannen, Dosenpyramiden und Manuskriptseiten versuchen. Die Night Springs-Folgen auf den verschiedenen Fernsehern und die Radiosendungen geben einen tieferen Einblick in diese Welt, bei dem auch wieder der Bogen zu Control geschlagen wird. Einen noch tieferen Einblick bieten nur die Entwicklerkommentare, wobei es hier sogar einen brandneuen Kommentar für das Remaster gibt. Hier gibt es spannende Informationen, auch wenn sich mir nicht erschließt, wieso man das Spiel nicht anhalten kann, wenn ein Kommentar anfängt. Jedes Mal laufen gleichzeitig Entwicklerkommentar und Gespräche aus dem Spiel, was dazu führt, dass man überhaupt nichts mehr mitbekommt. Untertitel für den Kommentar gibt es nicht und möchte man die Dialoge leiser stellen, wird ebenso der Kommentar leiser gestellt. Zusammen mit Sam Lakes (Creative Director) recht starkem Akzent wird es daher leider recht schwer, etwas zu verstehen.

Licht und Schatten
Grafisch bekommen wir sowohl die Vorzüge als auch die Tücken eines Remasters von einem Spiel aus dem Jahr 2010 präsentiert. Die Umgebungen in den Wäldern bei Nacht, wenn fahles Mondlicht durch die Bäume schimmert und ein leichter Nebel den Boden bedeckt, sehen hochauflösend wahrlich gruselig und bezaubernd zugleich aus. Auch die Taken haben eine unangenehme Aura an sich, wenn sie durch das Dickicht stapfen. Die Charaktermodelle von tatsächlichen Personen, vor allem die Gesichtsmimik, können ihre Herkunft aus einer längst vergangenen Zeit aber nicht leugnen. Auch sie sehen gruselig aus, allerdings eher unfreiwillig. Die gelungene Atmosphäre erfährt dadurch keinen Abbruch, aber zeitgemäße Grafik sieht ein wenig anders aus. Vermutlich bin ich aber auch einfach nur von kompletten Remakes wie Demon's Souls oder die Spyro Trilogy verwöhnt worden.


Fazit:
In der oben verlinkten Review wird gesagt, dass bereits an einem Sequel gearbeitet wird. Dieses haben wir leider bis heute nicht bekommen, aber durch das Remaster und den Control-DLC AWE (gerne als "Alan Wake Experience" bezeichnet) werden neue Hoffnung geschürt. Alan Wake Remastered bietet nun erst einmal einen Einstieg in diese Welt und bringt die gleichen Vor- und Nachteile mit wie schon 2010, auch wenn die recht langweiligen Kämpfe des Hauptspiels heutzutage noch ein weniger negativer auffallen. Dennoch läuft das Spiel schon fast über vor Atmosphäre und die spannende Geschichte wird essentiell für einen Nachfolger oder ein eventuelles Control-Crossover sein. Wer auf atmosphärischen Horror steht, sollte sich Alan Wake nicht entgehen lassen, aber erwartet bitte kein Action-Highlight. Achja, American Nightmare darf bitte auch noch nachgereicht werden.

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Special vom: 11.10.2021
Autor dieses Specials: Kai Wommelsdorf
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