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Kurz vorgestellt: That Dragon, Cancer
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thatdragoncancerDie Grenze zwischen Spiel und Kunst, wenn es denn überhaupt eine gibt, verwischt gerade im Indie-Bereich immer öfter. Spiele wie The Stanley Parable, die dem Spieler eher philosophische Aspekte in Erzählstruktur näherbringen oder Journey, das mit buddhistischer Symbolik den Kreislauf des Lebens darstellt, finden selten die Finanzierung großer Publisher und mausern sich anschließend dennoch zu Überraschungshits. Thematiken wie Leben und Tod sind auch in diesem Bereich oftmals anzutreffen, aber ein Spiel über die Erfahrung mit dem Schicksalsschlag "Krebs" klingt erst einmal extrem.

In That Dragon, Cancer haben Ryan und Amy Green die Geschichte ihres Sohnes erzählt, der an Krebs erkrankte und wie sie mit diesem Umstand umgegangen sind. Die Grafik ist dabei sehr abstrakt gehalten, Umgebungen und Figuren sind grob erkennbar, Gesichter gibt es höchstens schematisch. Man steuert sich durch die Erzählung anhand von Interaktionspunkten, die immer wieder kleine Fetzen in Form von Dialogen, Gedanken oder Niederschriften darbieten. Dadurch, dass man oftmals die Geschehnisse durch die Augen der Greens selbst erlebt, fühlt man sich stark in deren Geschichte eingebunden. Dennoch ist der Zielgruppenkreis relativ eng gehalten, denn ab der Hälfte des etwa zwei Stunden andauernden Erlebnisses werden vermutlich nur noch gläubige Christen einen Zugang finden. Ab diesem Zeitpunkt stürzt sich nämlich vor allem Amy in ihren Glauben. Kopfschüttelnd saß ich vor dem Monitor, während sie die Krankheit ihres Sohnes als Gottes Plan sieht und in den Herrn vertraut. Zwar wird auch dieser Aspekt interessant dargestellt, aber nicht weiter aufgearbeitet. Da es sich bei That Dragon, Cancer um die persönliche Geschichte der Greens handelt und diese nun einmal diesen Weg gewählt haben, kann ich die Darstellung zwar nachvollziehen, eine weitere Bindung lässt sich damit aber wohl bei einem großen Teil der Spieler nicht aufbauen. Auch die ein paar Mal eingestreuten "Spielelemente" sind eher irritierend und stören. Mal gibt es ein unsteuerbares Rennen auf den Gängen eines Krankenhauses, mal ein seltsames Kerzenrätsel, bei dem ich bis heute nicht weiß, ob ich es gelöst habe oder einfach ein Timer abgelaufen ist. Die eigentliche Metapher, die dem Spiel seinen Namen gibt, ist allerdings recht nett, wenngleich auch dieser Abschnitt mit einer unnötigen Actioneinlage verbunden ist.



Fazit:

That Dragon, Cancer ist eine Aufarbeitung der Erfahrungen der Familie Green mit dem Thema Krebs. Christen werden vermutlich emotional deutlich stärker berührt werden als Andersgläubige Menschen und ein "Spiel" verbirgt sich hier mit Sicherheit nicht. Es ist eine Erfahrung, die man machen kann, die aber keine wirklichen neuen Einblicke gewährt und fast schon ein wenig zu privat ist.
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Special vom: 04.02.2016
Autor dieses Specials: Kai Wommelsdorf
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