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Stromausfall: Mean Moms: Nichts ist so perfekt wie ihre Lügen
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/moms Elternabende, Schulveranstaltungen und WhatsApp-Gruppen gehören normalerweise nicht unbedingt zu den Dingen, aus denen man einen packenden Roman erwartet. Emma Rosenblum beweist mit Mean Moms: Nichts ist so perfekt wie ihre Lügen allerdings eindrucksvoll, dass genau dort enormes Konfliktpotenzial schlummert.

Der Anfang Mai im C. Bertelsmann Verlag erschienene Roman wirft einen bissigen Blick auf die Welt wohlhabender New Yorker Eltern, in der sozialer Status oftmals wichtiger scheint als das Wohl der eigenen Kinder. Hinter freundlichen Begrüßungen, perfekt geplanten Charity-Events und scheinbar harmlosen Gesprächen brodeln Konkurrenzdenken, Unsicherheiten und jede Menge unterschwellige Feindseligkeit.

Die Autorin kennt sich in New Yorks Luxuswelt aus
Dass Emma Rosenblum diese Welt gleichzeitig authentisch und herrlich überspitzt darstellen kann, kommt nicht von ungefähr. Die in New York lebende Autorin arbeitete viele Jahre als Journalistin und schrieb unter anderem für Magazine wie Glamour oder das New York Magazine, bevor sie schließlich Chefredakteurin der ELLE wurde.

Bereits mit ihrem Bestseller Bad Summer People bewies Rosenblum ein feines Gespür für privilegierte Figuren mit großen Egos und noch größeren Problemen. Auch Mean Moms bewegt sich erneut in genau diesen gesellschaftlichen Kreisen – allerdings diesmal mitten im Mikrokosmos elitärer Elternnetzwerke, in denen jede Einladung, jede Freundschaft und selbst der Sitzplatz beim Schul-Event zur Machtfrage werden kann.

Toxisches Luxusleben zwischen Pilates und Machtspielen
Im Mittelpunkt von Mean Moms: Nichts ist so perfekt wie ihre Lügen stehen Morgan, Belle und Frost – drei Frauen, die an der exklusiven Atherton Academy praktisch den Ton angeben. Sie entscheiden, wer gesellschaftlich relevant ist, wer eingeladen wird und wer lieber auf Abstand bleiben sollte. Zwischen Charity-Veranstaltungen, Pilatesstunden und perfekt kuratierten Familienbildern wirken sie nach außen wie das Sinnbild absoluter Kontrolle.

Doch dieses fragile Gleichgewicht gerät ins Wanken, als Sofia neu nach Manhattan zieht und überraschend schnell Anschluss an die Clique findet. Alte Unsicherheiten brechen auf, unterschwellige Spannungen nehmen zu und hinter den Designerfassaden kommen immer mehr Geheimnisse ans Licht. Aus kleinen Sticheleien entwickeln sich zunehmend handfeste Machtspiele, bei denen Vertrauen schnell zur gefährlichen Illusion wird.

Wie schon in ihren früheren Romanen gelingt es Rosenblum hervorragend, ihre Figuren gleichzeitig überzogen und glaubwürdig wirken zu lassen. Viele Charaktere handeln egoistisch, manipulativ oder geradezu herrlich toxisch – doch genau darin liegt ein großer Teil des Unterhaltungswerts. Man verfolgt diese eskalierenden Dynamiken mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit und großem Vergnügen.

Bissiger Humor trifft auf gesellschaftlichen Druck
Eine der größten Stärken des Romans ist zweifellos sein Schreibstil. Mean Moms liest sich angenehm flüssig und trifft immer wieder genau die richtige Balance zwischen satirischer Überspitzung und echter Spannung. Besonders die Dialoge machen enorm viel Spaß, weil beinahe jede Unterhaltung von unterschwelligen Konkurrenzkämpfen oder kleinen Spitzen durchzogen ist.

Gleichzeitig kratzt der Roman immer wieder an ernsteren Themen. Es geht um sozialen Druck, Statusdenken und die ständige Angst, nicht dazuzugehören oder gesellschaftlich an Bedeutung zu verlieren. Gerade die Welt elitärer Elternnetzwerke wird dabei herrlich bissig dargestellt. Hinter jedem Lächeln scheint hier die nächste kleine Katastrophe zu lauern.

Das hohe Erzähltempo und die vielen kleinen Eskalationen sorgen zudem dafür, dass die Geschichte kaum Leerlauf kennt. Zwar dürften manche Wendungen für erfahrene Genre-Leserinnen und -Leser nicht völlig überraschend kommen, wirklich stören dürfte das jedoch kaum jemanden. Der eigentliche Reiz liegt hier ohnehin weniger in großen Enthüllungen als vielmehr darin, genüsslich dabei zuzusehen, wie die Situation Stück für Stück außer Kontrolle gerät.

Zwischen Satire und Drama
Besonders gelungen ist dabei, wie Rosenblum ihre Geschichte zwischen bissiger Gesellschaftssatire und unterhaltsamem Drama balanciert. Mean Moms nimmt seine Figuren nie vollständig ernst, lässt sie aber auch nie ins Lächerliche abdriften. Gerade dadurch entsteht dieses fast schon süchtig machende Lesegefühl, bei dem man ständig wissen möchte, welche Intrige oder Katastrophe als Nächstes folgt.

Dabei lebt der Roman vor allem von seiner Dynamik. Freundschaften kippen innerhalb weniger Seiten, Loyalitäten verändern sich permanent und hinter jeder scheinbar perfekten Fassade tun sich neue Risse auf. Dieses ständige emotionale Brodeln hält die Spannung konstant hoch und macht das Buch zu einem echten Pageturner.

Fazit:
Mit Mean Moms: Nichts ist so perfekt wie ihre Lügen liefert Emma Rosenblum genau das, was man sich von einem bissigen Society-Thriller erhofft: Glamour, Lügen, toxische Freundschaften und jede Menge scharfzüngiger Dialoge. Der Roman fühlt sich an wie eine Mischung aus Desperate Housewives, Big Little Lies und einem besonders eskalierten Elternabend an einer Elite-Privatschule in Manhattan – und genau daraus zieht das Buch seinen besonderen Reiz.

Wer Freude an bissigen Charakteren, luxuriösen Schauplätzen und eskalierenden Intrigen hat, dürfte hier bestens aufgehoben sein. Mean Moms ist dabei ein äußerst unterhaltsamer Blick hinter die glänzende Oberfläche privilegierter Gesellschaftskreise – und genau darin liegt der große Spaß dieses Romans.

Zu erwerben gibt es Mean Moms: Nichts ist so perfekt wie ihre Lügen für 18,00 Euro (bzw. 4,99 Euro als E-Book) bei Amazon, beim herausgebenden C. Bertelsmann Verlag und im Buchhandel.

© 2026 C. Bertelsmann Verlag

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Special vom: 16.05.2026
Autor dieses Specials: Stefan.Heppert
Kategorie: Special
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