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Stromausfall: Ein verheißenes Land
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Stromausfall_neu

obama_coverDer eine oder andere mag sich beim Betrachten dieser Rezension sicherlich verwundert die Augen reiben. Schließlich findet man an dieser Stelle ansonsten vor allem Besprechungen zu lustigen Büchern wie Asterix, dem neuesten Lustigen Taschenbuch oder allerhöchstens mal zu einem wissenschaftlichen Buch, das aber auch mit viel Humor geschrieben wurde. Nun kommen wir also plötzlich mit etwas Politischem daher? Ja, ganz genau – und das auch aus gutem Grund. Politik ist etwas, was uns alle betrifft. Nicht nur, dass wir glücklicherweise alle das Recht haben, frei zu wählen, selbst in Videospielen treffen wir immer wieder auf dieses Thema. Sei es in Form eines Politik-Simulators oder während wir den neuesten Shooter spielen, in denen ebenfalls sehr oft ein politisches Thema als Grundlage für die Story dient – Games strotzen nur so vor Politik. Warum dann nicht also auch mal die reale Politik als Thema nehmen? Wer würde sich dazu besser eignen, als der US-Präsident, der sowohl in den USA als auch über deren Grenzen hinaus (und ganz speziell hier in Deutschland) als einer der beliebtesten Präsidenten der jüngeren Vergangenheit in die Geschichtsbücher eingegangen ist?

Bevor ich zu meiner eigentlichen Rezension komme, noch eines kurz vorweg. Auch wenn ich durchaus politikinteressiert bin, bin ich keinesfalls ein Politikexperte und würde mir auch nie anmaßen, mich als solcher zu bezeichnen. Aus diesem Grund habe ich mir bei meiner Rezension auch nicht herausgenommen, exakt auf die Inhalte des Buches einzugehen oder diese gar in ihrer politischen Form zu bewerten. Vielmehr habe ich versucht, dieses Buch wie jedes andere zu rezensieren, sprich, zu beschreiben, was man beim Lesen verspürt, ob man es auch als jüngerer, nicht politikaffiner Mensch versteht und ob es einem, trotz des eher schweren Inhaltes, Spaß macht, es zu lesen (schließlich liest niemand ein über 900 Seiten dickes Buch, wenn es einem keinen Spaß macht – ganz abgesehen vom nicht zu vernachlässigenden Preis des Buches). Wer also auf eine genaue Analyse gehofft hat, muss leider enttäuscht werden. Ich hoffe aber dennoch, dass möglichst viele die folgenden Zeilen lesen und dass ich eventuell sogar den einen oder anderen Politikmuffel davon überzeugen kann, sich das Buch zu kaufen.

Wer sich Baracks Obama Memoiren Ein verheißenes Land kauft, muss wissen, dass er damit kein Buch kauft, das mal ebenso gelesen werden kann. Denn obwohl sich Obama, wie er selbst im Vorwort verrät, zunächst ausrechnete, dass er all seine Erinnerungen in circa einem Jahr auf 500 Seiten niederschreiben würde, wurden daraus im Endeffekt über dreieinhalb Jahre und 979 Seiten – und das ist nur der erste Teil. Schlussendlich hat er nämlich doch so viel niedergeschrieben, dass sich zwei Bücher davon füllen ließen, weshalb das Ganze kurzerhand aufgeteilt wurde und der zweite Teil im nächsten Jahr folgen wird. Dass es am Ende so umfangreich geworden ist, ist aber kein Wunder. Schließlich hat Obama als 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika nicht nur viel erlebt, er wollte diese Erinnerungen obendrein auch nicht einfach so in ein, zwei Sätzen abfertigen. Stattdessen hat er sich für jedes Thema sehr viel Zeit gelassen, es genauestens erklärt, erläutert seine Sicht der Dinge – die teilweise auch von denen der damaligen Zeit abweichen – und lässt auch gerne die eine oder andere Anekdote mit einfließen. Zusammengenommen entsteht so eben ein sehr dickes Werk.

Der nun veröffentlichte erste Teil enthält sieben Kapitel und umfasst die Zeit von Obamas Studentenzeit, über seine Kandidatur zum Präsidenten bis zu den ersten drei Jahren im Weißen Haus. Dabei geht er, wie gesagt, auf sehr viele Themen sehr genau ein, wobei gerade die Zeit als Präsident sehr interessant ist. Hier gewährt er einem nämlich Einblicke, die man sonst nie erhält. So beschreibt er etwa, wie das Leben im Weißen Haus ist und was für Pläne er während seiner Präsidentschaft hatte und wie er miterleben musste, dass viele davon nie zustande kamen. Ebenfalls sehr interessant ist, wie er über andere mächtige Politiker der Welt schreibt. Er beschreibt, wie das Verhältnis zu ihnen war und wie man sich, wie im Fall von Angela Merkel, zunächst sehr fremd war, mit der Zeit aber doch mehr und mehr vertraute und schätzen lernte. So lernt man auch über andere Politiker teilweise eine ganz andere Seite kennen.

Natürlich kommt aber auch Obamas eigene Familie nicht zu kurz. Schließlich war er nicht nur der mächtigste Mann der Welt, sondern auch Ehemann und Vater zweiter Töchter. Wie er dies unter einen Hut gebracht hat, welche Ängste und Zweifel er hatte, welche Entbehrungen, aber auch welche einzigartigen Momente sie zusammen erlebt haben, all dies hat er hier niedergeschrieben. Gerade diese sehr persönlichen und emotionalen Einblicke sind äußerst lesenswert und lassen den oft sehr locker wirkenden Ex-Präsidenten noch menschlicher erscheinen.

Genauso eindrucksvoll beschreibt er aber auch eine sehr unschöne Zeit seiner Präsidentschaft – nämlich die Zeit, in der die USA Osama Bin Laden jagten. Zwar haben sie ihn schlussendlich aufgespürt, doch welch nervenzerreißende Zeit dies war und welche schweren Entscheidungen Obama während dieser Zeit fällen musste, all das hat er hier mit seinen eigenen, sehr eindrucksvollen Worten niedergeschrieben.

An dem ganzen Werk sehr gut gefallen hat mir, dass Obama zwar sehr tief in Themen eingeht, diese im Nachhinein teilweise politisch sogar noch einmal analysiert, all dies aber dennoch so schreibt, dass auch all diejenigen es verstehen, die keine Politikexperten sind. Zudem schafft er es auch in geschriebener Form seinen unvergleichlichen Humor einzubringen. Trotz des eher nüchternen Themas gibt es also auch immer wieder Stellen, an denen man zumindest schmunzeln muss.

Fazit:
Barack Obamas Memoiren Ein verheißenes Land sind ein ganz besonderes Werk, das einem nicht nur den Menschen Obama näherbringt, sondern auch Einblicke in das Leben eines US-Präsidenten gewährt, die man sonst niemals zu sehen bekäme. Wie lebt es sich im Weißen Haus? Wie war die Zeit, als das ganze Land den Top-Terroristen Osama Bin Laden suchte und welche Widrigkeiten sah er sich während seiner Präsidentschaft gegenüberstehen? All dies beschreibt er hier so eindrucksvoll, dass es einem schwerfällt, das Buch wieder beiseite zu legen.
Das einzige, was ein wenig stört, ist der Preis. Mit 42 Euro ist dieser nämlich ganz schön happig, zumal es sich hier ja auch nur um den ersten von insgesamt zwei Teilen handelt. Für die gesamten Memoiren darf man dann also wohl mit einem Preis von 84 Euro rechnen. Dieser Preis wird leider viele abschrecken, was ich wirklich sehr schade finde. Denn gerade diese Präsidenten-Memoiren haben eigentlich das Zeug, auch diejenigen anzusprechen, die sich sonst nicht so für Politik interessieren. Ich hoffe trotzdem, dass sich möglichst viele für den Kauf entscheiden werden, denn meines Erachtens gibt es aktuell kein besseres Buch, das einem auf verständliche Art und Weise die Weltpolitik näherbringt als Barack Obamas Ein verheißenes Land.

Eine ausführliche Leseprobe aus Ein verheißenes Land gibt es hier auf der offiziellen Seite des Penguin Verlags.

Zu erwerben gibt es Ein verheißenes Land für 42,00 € ( bzw. 32,99 € als e-Book) bei Amazon, beim herausgebenden Penguin Verlag oder im Buchhandel.
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Special vom: 07.12.2020
Autor dieses Specials: Stefan.Heppert
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