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Stromausfall: Lucky Luke Hommage „Lucky Luke sattelt um“
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Stromausfall_neu

lucky_lukeLucky Luke und sein treues Ross Jolly Jumper. Die beiden gehören zusammen wie Köln und Karneval oder McDonalds und Burger. Nicht so bei Mawil. Der Berliner Künstler, der als erster Deutscher die Ehre hat, einen Lucky Luke-Comic zu veröffentlichen, hat den Cowboy in seiner Lucky Luke-Hommage, der insgesamt dritten, die Egmont Ehapa herausgebracht hat, nämlich kurzerhand auf ein neues Fortbewegungsmittel gesetzt – auf ein Fahrrad. Ganz freiwillig vollführt der Cowboy diesen Wechsel allerdings nicht.

Alles fängt damit an, dass der einsame Cowboy des Nachts einen Überfall auf einen gewissen Albert Overman verhindert, bei dem die gesuchten Banditen Smith und Wesson versucht haben, eine ominöse Kiste zu klauen. Da Overman und Lucky Luke das gleiche Ziel haben, entscheidet sich Luke Overman noch ein Stückchen zu begleiten, wobei der Geschäftsmann Luke verrät, dass in der Kiste ein ganz neuartiges Fahrrad steckt und dass die beiden Banditen von seinem Kontrahenten, dem führenden Hochräder-Fabrikant Albert Augustus Pope, geschickt wurden, um ihm das Fahrrad zu klauen. Genau dies versuchen Smith und Wesson auch wenig später wieder - diesmal sogar mit etwas mehr Erfolg. Zwar konnten sie die Kiste immer noch nicht entwenden, aber immerhin haben sie durch einen spektakulären Überfall auf den Zug, in dem Luke und Overman unterwegs waren, nicht nur die beiden Wegbegleiter voneinander getrennt, sondern auch Luke von seinem treuen Pferd Jolly Jumper. So bleibt dem Cowboy nichts anderes übrig, als das in Einzelteile zerlegte Fahrrad zusammenzubauen und mit diesem durch die Prärie zu radeln. Während seines ungewollten Ausflugs, auf dem für ihn sichtlich ungewohnten Fortbewegungsmittel, gerät er natürlich wieder in einige brenzlige Situationen, wobei nicht nur die beiden Pope-Handlanger weiter hinter ihm her sind, auch die Indianer haben es natürlich, ganz ungeachtet seines seltsamen Gefährts, auf ihn abgesehen. Auf die Daltons wartet man allerdings vergeblich. Die sind diesmal nämlich genauso wenig Teil der Geschichte wie Rantanplan.

Nicht nur in Sachen Fortbewegungsmittel geht Mawil seinen eigenen Weg. Auch der Zeichenstil unterscheidet sich von den herkömmlichen Ausgaben. Wer die Werke von Mawil, der mit bürgerlichem Namen Markus Witzel heißt, kennt, wird wissen, dass er einen ganz eigenen Zeichenstil hat, bei dem die Figuren über ganz charakteristische Nasen und Extremitäten verfügen, die wie bei den SkyDancer-Werbefiguren wild herumschlackern. Genau diese Merkmale haben auch sämtliche Figuren in seinem Lucky Luke-Comic, was anfangs zunächst etwas fremd wirkt. Im Zusammenspiel mit dem ebenfalls schrägeren Humor passt der besondere Look aber hervorragend und unterstreicht, dass Mawil zwar eine Hommage an den 1946 vom belgischen Zeichner Morris erfundenen Lonesome Cowboy erschaffen hat, aber dies eben mit seiner ganz eigenen Note.

Obwohl der gesamte Comic nur so vor Gags strotzt, kann man dabei auch etwas lernen. Die beiden Konkurrenten Overman und Pope sind nämlich keine Erfindung von Mawil. Die beiden gab es tatsächlich und wie im Comic war Pope tatsächlich der größte Hersteller von Hochrädern und Overman tatsächlich derjenige, der das moderne Fahrrad nach Amerika brachte – was Overman natürlich gar nicht gefiel (später stellten beide übrigens Automobile her). Diesen geschichtlichen Bezug finde ich wirklich gelungen und es ist nur eines von vielen Indizien davon, dass Mawil selbst ein begeisterter Radfahrer ist.

LL_Mawil_mCopyright

Fazit:
Mit Mawil hätte es wohl keinen besseren Künstler geben können, der als erster Deutscher einen Lucky Luke-Comic herausbringen darf, denn mit Lucky Luke sattelt um hat der Berliner eine rundum gelungene Hommage für den wohl berühmtesten Cowboy der Welt erschaffen. Mit seinem ganz eigenen Zeichenstil, Humor und Ideen ist sie erfrischend anders und zeigt, dass man Lucky Luke auch anders interpretieren kann – ohne dass man den großen Namen und das noch gewaltigere Erbe auf irgendeine Weise lächerlich macht.
Nicht nur für Lucky Luke-Fans eine absolute Kaufempfehlung!


Die Lucky Luke Hommage „Lucky Luke sattelt um“ des Berliner Comiczeichners Mawil ist am 2. Mai als Hardcover in der Egmont Comic Collection (15,00€, ISBN 978-3-7704-4060-3) und als Softcover bei Egmont Ehapa Media (7,99€) erschienen. Kaufen kann man beide Ausgaben auf amazon.de oder direkt bei egmont.de, wo man auch ständig aktualisierte Informationen zu Mawils Lese-Tour einzusehen kann.


© Lucky Comics, 2019. All Rights Reserved – by Mawil.
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Special vom: 21.05.2019
Autor dieses Specials: Stefan.Heppert
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