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Let's Watch: Railroad Tigers
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Railroad_Tigers_cover63 Jahre alt und kein bisschen müde. Auf keinen trifft dies mehr zu als auf Jackie Chan, der in der chinesischen Produktion Railroad Tigers ein weiteres Mal zeigt, wie fit er noch ist. Einen Eindruck davon kann man sich seit einigen Tagen auf Blu-ray oder DVD im eigenen Heimkino machen.

Als die japanische Besatzungsmacht 1941 ihr Einflussgebiet über eine militärische Transportlinie in Ostchina ausweitet, schlägt die Stunde einiger rebellischer Bahnarbeiter. In bester Robin Hood-Manier versorgen sie die Bevölkerung mit dem Diesbesgut aus Zügen. Angeführt von Ja Yuan schwingen sich die sogenannten Railroad Tigers zur letzten Bastion des chinesischen Widerstandes auf, bis sie einen folgenschweren Auftrag erhalten.

Filmkritik
Dass Jackie Chan gerne mit alten Gefährten zusammenarbeitet, dürfte hinreichend bekannt sein. In Railroad Tigers trifft dies ebenfalls wieder zu. Hier arbeitet er nämlich mit Regisseur Ding Sheng zusammen, mit dem er bereits gemeinsam Little Big Soldier und Police Story 2013 drehte.
Nun kreuzten sich ihre Wege also ein weiteres Mal, wobei sich Railroad Tigers grundlegend von den beiden vorhergegangenen Filmen unterscheidet. Schon allein die Zeit, in der der Film spielt, ist eine komplett andere und für Jackie Chan auch recht ungewöhnlich. Railroad Tigers spielt nämlich im Jahr 1941, inmitten des Zweiten Weltkriegs. Folgerichtig geht es hier auch nicht so lustig zu, wie man es eigentlich von Filmen des Martial-Arts-Meisters gewohnt ist. Genau das ist aber auch eines der großen Probleme, mit denen der Film zu kämpfen hat. Es macht nämlich den Eindruck, als ob selbst die Macher nicht genau wussten, was der Film eigentlich werden sollte. Auf der einen Seite ist da der Humor, der schon beinahe klamaukartig wirkt. Auf der anderen Seite ist da aber eben auch die relativ ernste Story, sowie die Brutalität – und damit meine ich nicht etwa die fantastisch inszenierten Martial-Arts-Einlagen. Von denen gibt es hier nämlich leider nur wenige. Stattdessen wird hier tatsächlich oft auf Waffengewalt gesetzt, teilweise sogar sehr explizit. Zum Beispiel wird hier gezeigt, wie den Japanern in den Kopf geschossen wird oder wie sie sonst zu Tode kommen. Ohnehin muss man sagen, dass die Japaner hier nicht wirklich gut wegkommen. Bei einem chinesischen Film und der Geschichte, die die beiden Länder damals hatten, ist das nicht wirklich überraschend, dennoch finde ich es etwas übertrieben, dass ihre Tötung schon fast zelebriert wird und sie ansonsten auch nicht als die aller Hellsten dargestellt werden.
Die Brutalität und die Darstellung der Japaner sind aber nicht die einzigen negativ auffallenden Punkte. Auch die Erzählweise ist – vorsichtig ausgedrückt – gewöhnungsbedürftig. Der ganze Film wird als Rückblende erzählt, was an für sich ja eine ganz nette Idee ist. Allerdings übertreibt es der „Erzähler“ dabei, Einzelheiten zu erklären. So werden etwa bis zur 30. Minute noch Figuren vorgestellt, egal ob diese nun wichtig sind oder nicht. Auch einzelne Storyelemente werden anhand eingespielter Cell-Shading-Sequenzen genauestens erklärt, wobei man diese eigentlich gar nicht benötigt. Schwer zu verstehen ist die Story nämlich wirklich nicht.
Statt dieser überflüssigen Erläuterungen hätte man die Zeit lieber nutzen sollen, um wirklich wichtige Storyelemente zu erklären. Warum genau die Railroad Tigers ihren folgenschweren Auftrag erhalten, wird zum Beispiel nie richtig gesagt.
Die Darsteller können den Film leider auch nicht mehr retten. Zwar arbeiten alle recht gut, doch leider sind ihre Figuren allesamt viel zu blass, um wirklich überzeugen zu können. Dies schließt diesmal leider auch Jackie Chan mit ein. Denn so gern ich ihn sonst sehe, hier fehlt mir sein ansonsten typischer Humor und natürlich auch seine spektakulären Kämpfe.

Bild & Ton

Rein von der Performance, gibt es am Bild der Blu-ray nichts auszusetzen. Die Farben sind kräftig und der Schwarzwert in Ordnung. Auch der Detailgrad und die Schärfe wissen zu überzeugen. Der Kontrast ist zwar manchmal etwas unausgewogen, insgesamt wird einem hier aber ein technisch grundsolides Bild präsentiert. Dass das Bild dennoch unruhig wirkt, liegt also nicht an der Performance. Vielmehr sind es die vielen Szenenwechsel inklusive Überblendungen, die ungewöhnlichen Kameraeinstellungen, die eingestreuten Cell-Shading-Sequenzen sowie die nicht auf absolut höchsten Niveau angesiedelten CGI-Effekte, die einem das Bild ein wenig gewöhnungsbedürftig vorkommen lassen.
Beim Ton gilt im Prinzip dasselbe. Die technische Performance ist vollkommen in Ordnung. Mit der DTS HD-Master Audio 5.1-Abmischung wird die deutsche Tonspur schön über alle Boxen verteilt. Dank der zahlreichen Actioneinlagen kommt zudem auch die gute Bass-Arbeit schön zur Geltung und lässt es etwa bei Explosionen wunderbar krachen. Leider gibt es aber eben auch hier handwerkliche Mängel. Denn leider hört sich die deutsche Übersetzung manchmal doch etwas seltsam an. Und auch wenn die deutsche Synchronisation sonst durchaus in Ordnung geht, würde aufgrund dieses Makels doch jedem, der es kann, die englische Synchronisation empfehlen.

Bonusmaterial
Das Angebot an Bonusmaterial ist recht überschaubar. Mehr als ein 21 Minuten langes Making-of, 12 Minuten Behind-the-Scenes Material, Teasern und dem obligatorischen Kinotrailer hat Railroad Tigers leider nichts zu bieten. Immerhin ist das Making of nicht nur ordentlich lang, sondern bietet durchaus nette Einblicke in die Entstehung des Films. Dennoch hätte ich mir natürlich ein paar Extras mehr gewünscht.



Fazit:
Railroad Tigers
ist weder Fisch noch Fleisch, bzw. weder Komödie noch ernsthafter Kriegsfilm. Was Ding Sheng hier produziert hat, ist vielmehr ein Mischmasch aus beidem, der aber nicht so wirklich schmecken will. Der klamaukartige Humor gepaart mit einer für Jackie Chan-Filmen ungewohnten Brutalität, die vielen Charakter-Vorstellungen und Storyerläuterungen, die einen immer wieder aus dem Geschehen reißen, und die viel zu wenigen Martial-Arts-Einlagen, sind wirklich nur für hartgesottene Jackie Chan-Fans sehenswert. Doch selbst für die wird Railroad Tigers wohl als der schwächste Chan-Film der letzten Jahre in Erinnerung bleiben. Die Blu-ray kann dieses Schicksal leider auch nicht ändern. Zwar sind die Technik und die gebotenen Extras allesamt solide, ein wirklicher Grund sich die Blu-ray anzusehen, sind sie deswegen aber leider noch lange nicht.


Originaltitel: Tie dao fei hu
Darsteller: Alan Ng, Asano Nagahide, Darren Wang, Fan Xu, Hiroyuki Ikeuchi, Jackie Chan, Jaycee Chan, Kai Wang, Kôji Yano, Lanxin Zhang, Liu Hailong, Natas Asoka, Ping Sang, Shawnee Robertson, Wei Na, Yunwei He, Zhang Yishang, Zitao Huang
Regisseur(e): Ding Sheng
Veröffentlichung: 23. November 2017
Studio/Verleih: Koch Media Home Entertainment
Spieldauer: 124 Minuten
Altersfreigabe: Freigegeben ab 12 Jahren

Wer jetzt Interesse daran hat, sich Railroad Tigers zu kaufen, kann dies u.a. über qid=1512404077&sr=8-1&keywords=railroad+tigers+blu-ray">Amazon machen. Den Film gibt es dabei ab 12,99 Euro auf DVD und Blu-ray.


Special vom: 04.12.2017
Autor dieses Specials: Stefan Heppert
Kategorie: Anthologien
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