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Der Herr der Ringe: Gollum

Entwickler: Daedalic Entertainment
Publisher: Daedalic Entertainment

Genre: Adventure
USK Freigabe: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 52,99 €

Systeme: PC, PlayStation 4, PlayStation 5, Switch, Xbox One, Xbox Series X/S

Inhalt:

Der Herr der Ringe ist eines der größten Franchises der Welt. Und doch hat es nun geschlagene sechs Jahre gedauert, bis mit Der Herr der Ringe: Gollum nun endlich ein neues Spiel aus J.R.R. Tolkiens-Mittelerde erschienen ist (das bis dato letzte war Mittelerde: Schatten des Krieges aus dem Jahr 2017). Nach all dieser Zeit ist die Sehnsucht natürlich groß und jeder HDR-Fan hofft, dass es den ebenso großen Erwartungen gerecht wird. Ob dies der Fall ist oder ob sich Gollum lieber wieder in seine Höhle verziehen sollte, haben wir für euch getestet.



Meinung:

Die Sterne für Der Herr der Ringe: Gollum standen in letzter Zeit nicht gerade gut. Nach der großen Freude, das sich das deutsche Entwicklerstudio und Publisher Daedalic an ein neues Der Herr der Ringe-Spiel macht, folgte schnell die erste Ernüchterung. Denn anstatt daraus ein Point and Klick-Adventure zu machen und somit an die früheren großen Erfolge wie Edna Bricht aus, Harveys neue Augen oder die Deponia-Trilogie anzuknüpfen, entschied man sich dazu, aus Der Herr der Ringe: Gollum ein Stealth-Action-Game zu machen. Nachdem sich diese erste Aufregung irgendwann gelegt hat, blieb es nicht lange ruhig. Sobald die ersten Spielszenen veröffentlicht wurden, wurde laut über die Grafik und das Gameplay diskutiert. Das eine sei nicht mehr zeitgemäß und das andere wirke zu linear und unausgereift.

Gerechtfertigte Kritik
Das vor dem eigentlichen Release vier herum gemosert wird, ist mittlerweile ja leider gang und gäbe. Und zumeist entpuppt sich das Ganze nach dem Erscheinnen des Spiels dann doch als gar nicht so schlimm. In diesem Fall ist es allerdings etwas anders. Denn leider muss man sagen, dass zurecht Kritik geübt wurde. Nachdem ich das Spiel für diesen Test durchgespielt habe, muss nämlich auch ich sagen, dass das Gameplay alles andere als ideal ausgefallen ist. Die Idee, das sich Gollum eher schleichend durch die Welt bewegt, ist im Grunde genommen ja keine schlechte. Jedoch bietet einem das Spiel zu wenig Möglichkeiten an, dieses schleichen kreativ umzusetzen. Im Grunde folgt man nämlich stringent einem vorgegebenen Weg, auf dem immer nur dann Versteckmöglichkeiten wie etwa hohes Gras gesetzt wurde, wenn man es auch unbedingt benötigt. Abseits davon gibt es nichts, weshalb es auch keine Alternativwege gibt. Das nächste Problem ist, dass auch Gollums Möglichkeiten, sich an den Orks und anderen fiesen Zeitgenossen vorbeizuschleichen sehr begrenzt sind. Eigentlich gibt es nämlich nur die Möglichkeit, sie mit Steinen abzulenken (man könnte die Gegner zwar auch von hinten erdrosseln, allerdings dauert das viel länger und man wird öfters dabei entdeckt.) Das ist zwar ganz nett, auf Dauer aber eben auch etwas langweilig.
Letzteres gilt übrigens schon bald für die gesamten Schleichpassagen. Denn dadurch, dass man mit hohem Gras oder einer Brücke quasi immer darauf hingewiesen wird, dass man sich wieder verstecken muss, ist der Schwierigkeitsgrad sehr überschaubar ausgefallen. Sollten wir dennoch einmal scheitern, gibt es alle paar Meter Checkpoints, weshalb es einem im Grunde auch nichts ausmacht, wenn man mal entdeckt wird.

Hakeliges Springen
Anders als wir Gollum aus der Filmtrilogie kennen, in der er eher gemächlich und vorsichtig unterwegs ist, kann er hier auch recht schnell und akrobatisch unterwegs sein. Oft stehen uns nämlich wahre Parcourse im Wege, die wir dann durch Sprünge, Klettern und sogar Wandläufe überwinden. Auch das ist im Grunde eine nette Abwechslung und ein schöner Gegenpol zu den langsamen Passagen. Doch leider gibt es auch hier einen Haken. Dieser heißt in diesem Fall Steuerung. Die ist nämlich dermaßen hakelig und unpräzise, dass man sich nur ganz schwer an sie gewöhnen kann. Irgendwann hat man dann zwar den Haken raus, doch dann gibt es ja obendrein auch noch das Problem mit der Kamera, die oft alles zeigt, nur nicht den Punkt an den wir hinspringen wollen. Und so werden die Sprungpassagen teilweise echte Nervenschlachten.

Ein paar Rätsel
Neben reichlichen Schleich- und Sprungpassagen bietet das Spiel hin und wieder auch noch ein paar Rätsel, die es zu lösen gilt. Leider muss man aber auch hier einige Mängel attestieren. Denn neben einigen tollen Rätseln, gibt es eben auch solche, die das genaue Gegenteil davon sind. Am nervigsten ist allerdings, dass man ab und zu gar nicht weiß, was das Spiel überhaupt von einem will. Da hilft manchmal wirklich nur ausprobieren, was wahrscheinlich nicht im Sinne des Erfinders war.

Die ersten Lichtblicke
Bisher gab es wirklich wenig Positives zum Spiel zu vermelden. Es gibt sie aber durchaus, die Lichtblicke, die einen dazu bewegen, all die Gameplaymängel über sich ergehen zu lassen und weiterzuspielen. Dieser Lichtblick ist in diesem Falle die Geschichte. Ohne hier zu viel verraten zu wollen, ist die Geschichte rund um Gollum wirklich sehr gut gelungen. Gerade die zwiespältige Persönlichkeit von Gollum bzw. Sméagol ist hervorragend aufgegriffen und ins Spiel transportiert worden. Und auch die Reise, die wir mit ihm unternehmen - von Barad-dûr in den Düsterwald, bis hin zu den Minen Morias - ist den Entwickler*innen gut gelungen und bietet sowohl Abwechslung. Als auch eine neue Perspektive, die wir so in noch keinem HDR-Abenteuer (sei es Spiel, Film oder Buch) geboten bekommen haben.
Eine epische Reise wie in der Herr der Ringe-Trilogie erwartet einen hier zwar nicht, dennoch ist sie meiner Meinung nach wirklich gut. Sogar so gut, dass man eben wissen möchte, wie es mit Gollum weitergeht.
Gollum ist aber nicht nur wegen seiner Geschichte ein echter Lichtblick des Spiels. Auch sein ganzes Auftreten weiß zu gefallen. Angefangen von der erstklassigen Synchronisation bis hin zu seinen Animationen, ist hier alles tadellos.

Filmreifer Soundtrack
Das gerade die Animationen überzeugen können, ist dabei schon etwas verwunderlich. Denn ansonsten brilliert das Spiel nicht gerade mit einer herausragenden Grafik. Es gibt zwar ab und an echte Highlights, doch im Allgemeinen wirkt das, was man sieht, doch ein wenig altbacken. Gerade die Animationen der NPCs sehen teilweise wirklich so aus, als ob sie noch von der hervorgegangenen Konsolengeneration stammen.
Im krassen Gegensatz dazu steht die Atmosphäre. Die ist nämlich trotz alledem erstklassig und der Franchise mehr als würdig. Neben einigen tollen Kamerafahrten und Lichtspielereien ist dies in allererster Linie der Soundkulisse und hier ganz speziell dem Soundtrack zu verdanken. Nicht umsonst kann man dieses auch separat kaufen. Den was man hier zu Ohren bekommt, ist tatsächlich Kinoreif und passt sich nahtlos an die Filme an.



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Stefan.Heppert

Das Der Herr der Ringe: Gollum viele Mängel hat, ist schwer von der Hand zu weisen. Selbst Daedalic hat dies kurz nach dem Release eingesehen und sich per Twitter-Botschaft sogar bei den Fans und Käufer*innen entschuldigt. Wobei man sich dann natürlich fragt, weshalb man das Spiel überhaupt so herausgebracht hat - aber das ist eine andere Geschichte. Nichtsdestotrotz gibt es auch Lichtblicke, wie etwa die tolle Atmosphäre oder die Story, die einen ganz neue Perspektive bietet. Natürlich reicht das nicht aus, um das Spiel guten Gewissens zu empfehlen - aber es zeigt, dass eventuell doch noch nicht alles verloren ist und mit ein paar Patches vielleicht doch noch etwas Gutes herauskommen kann. Der Herr der Ringe: Gollum wäre auf jeden Fall nicht das erste Spiel, dem solch eine Kehrtwende gelingen würde. Doch ob es dazu kommt, steht natürlich noch in den Sternen. Den Der Herr der Ringe-Fans und auch dem deutschen Publisher Daedalic wäre es auf jeden Fall zu wünschen.



Der Herr der Ringe: Gollum - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Stefan.Heppert

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 5 Grafik: 5.00
Sound: 8.00
Steuerung: 3.00
Gameplay: 4.00
Wertung: 5
  • Gut geschriebene Geschichte
  • Interessanter Charakter
  • Gute Atmosphäre
  • Gollum wurde schön animiert
  • Toller Soundtrack
  • Hakelige und unpräzise Steuerung
  • Weg wird einem klar vorgegeben
  • Gameplay auf Dauer langweilig
  • Zumeist schwache Grafik
  • Bei Rätseln weiß man manchmal nicht, was man machen soll

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Rezension vom: 31.05.2023
Kategorie: Adventure
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