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Werewolf: The Apocalypse - Earthblood

Entwickler: Cyanide Studio
Publisher: Nacon

Genre: Action
USK Freigabe: keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 40 €

Systeme: PC, PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One, Xbox Series X/S

Inhalt:
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Auch wenn Die Welt der Dunkelheit für die wenigsten Videospieler ein Begriff ist, können die meisten inzwischen etwas mit Vampire: The Masquerade anfangen, da es zu diesem Ableger der Rollenspielwelt bereits etliche Versoftungen gegeben hat (und Bloodlines 2 wird sehnsüchtig erwartet). Ebenfalls in dieser Welt angesiedelt sind aber neben den Vampiren noch jede Menge anderer Fantasy-Wesen, wie etwa die Werwölfe, die mit dem Regelwerk Werewolf: The Apocalypse gespielt werden. Unter dem Titel Earthblood ist nun ein erstes Spiel um diesen Mythos erschienen und möchte uns mit unserem inneren Wolf in Verbindung bringen.

Meinung:


Cahal kämpft als naturverbundener Werwolf zusammen mit seinem Rudel gegen den Energiekonzern Endron, der das Land um sein Camp herum abholzt und insgesamt einfach nur ganz fiese die Umwelt zerstört. Als bei einem Anschlag auf eine Fabrik seine Frau von Endron getötet wird, rastet er aus, kann seine Werwolfform nicht mehr kontrollieren und tötet in Rage einen seiner Mitstreiter, weshalb er ins Exil geht. Als er Jahre später zurückkehrt, muss er erneut gegen Endron antreten, die nicht nur die Umwelt zerstören, sondern auch einer dunklen Gottheit dienen.

Die Welt des Dimmerlichts
Werewolf: The Apocalypse baut auf einem Regelwerk auf, das auf eine ausgearbeitete Welt zurückblicken kann und schafft es ganz gut, uns in die grundlegenden Prinzipien einzuführen. Darüberhinaus bleiben Welt und Charaktere aber leider recht oberflächlich für ein Rollenspiel. Als solches möchte sich Earthblood nämlich ganz gerne sehen. Cahal ist ein stoischer Krieger, dessen Charakterentwicklung durch die Erlangung neuer Fähigkeiten stattfindet. Charakterwerte gibt es nicht und in Dialogen bekommen wir manchmal eine Auswahl, die aber keinen Einfluss auf den Verlauf der Geschichte hat. Lediglich zum Schluss dürfen wir uns zwischen zwei Endszenen entscheiden, für die die Motivation aus dem Nichts kommt. Das ist schade, denn gerade eine Rollenspielwelt würde von mehr Freiheit profitieren. Wut, die sich in Cahal aufbauen kann, ist in der Grundlage eine gefährliche Ressource, die für viel Macht sorgen, aber den Charakter auch in blinde Raserei verfallen lassen kann. Hiermit wurde leider außerhalb von Kämpfen überhaupt nichts angefangen. Nebenfiguren stehen ebenfalls nur emotionslos im Lager herum und sind lediglich für den Fortgang der Story ansprechbar. Hin und wieder melden sie sich währen der Missionen über Funk und geben uns einen neuen Wegpunkt. Entwicklung findet hier leider nicht statt.

Auf Sparflamme
Das Spiel möchte uns auch Freiheiten vorgaukeln, die es nicht wirklich gibt. Es gibt zwei Hubgebiete, die mit den einzelnen "Levelgebieten" verbunden sind, sowie eine längere Schlussmission. In den Hubs gibt es aber nichts zu erledigen, außer zum nächsten Level zu laufen. Ja, es sind ein paar Collectibles versteckt, mit denen wir Erfahrungspunkte sammeln, aber in einer "Open World" muss es einfach mehr geben. Die Krönung war jedoch, als ich die erste Sidequest absolvierte und direkt die silberne Trophäe für "Beende alle Sidequests" erhielt. Das mag ein amüsanter Glitch gewesen sein, aber im späteren Verlauf gab es lediglich eine weitere, optionale Nebenaufgabe. Tatsächlich beschränken sich Missionen in der Regel auf "folge dem Marker zur Zielkonsole".

Du sollst kämpfen!
Auch auf dem Weg sollen wir theoretisch alle Freiheiten haben, die Sache anzugehen. Cahal kann als Mensch herumschleichen, als Wolf herumschleichen und als Zwischenform kämpfen. Mensch und Wolf unterscheiden sich lediglich darin, dass der Wolf mit entsprechendem Skill weniger sichtbar ist, Cahal sich aber bei jedweder Interaktion (mit Gegnern oder Knöpfen) in den Menschen verwandelt. Schleichen wir uns an Feinde an, können wir sie lautlos niederstrecken und hoffen, dass wir nicht gesehen werden. Entdecken Feinde eine Leiche, suchen sie uns sehr zielstrebig und es kommt zum Kampf. Kämpfe sind leider viel zu oft unvermeidbar, da manche Gegnertypen immun gegen unsere Schleichangriffe sind, aber dennoch ausgeschaltet werden müssen. Über Lüftungsschächte und hinter Mauern können wir uns dann maximal in einen Kontrollraum schleichen und zumindest Geschütztürme vor dem Kampf abschalten. Eine rein friedliche Lösung gibt es jedoch nicht.

Die Klauen ausfahren
Kommt es zum Kampf, wechselt Cahal in seine Zwischenform, einen riesigen, auf zwei Beinen laufenden Wolf, der mit seinen Pranken ordentlich austeilt. Cahal kann zwischen einer agilen, schwächeren und einer langsamen, stärkeren Stellung wechseln und bei genügend Rage, die sich über Attacken aufbaut, in eine noch stärkere Form begeben, die stark und schnell ist. Cahal kann ausweichen, springen und verschiedene Spezialattacken lernen und ausführen. Leider sind Kämpfe oft extrem unübersichtlich und die Steuerung macht gerne, was sie will. Zwar können Feinde angewählt werden, aber das ist nur praktikabel, wenn man einem großen Einzelkämpfer gegenübersteht. Wenn im späteren Verlauf besiegte Feinde wieder aufstehen und sich verwandeln, wird es noch chaotischer.

Nachsicht hat Grenzen
Entwickler Cyanide verfügen nicht über das Budget eines AAA-Herstellers, weswegen man ihnen wohl die eine oder andere grafische Macke nachsehen muss. Wenn es jedoch explizit eine PS5-Fassung gibt, erwarte ich schon ein gewisses optisches Minimum. Die Umgebungen der Level bestehen aus den immer gleich aussehenden Räumen (selbst in komplett unterschiedlichen Gebieten), Texturen sind extrem verwaschen und selbst die Natur-Hubgebiete sind starr und leblos. Bei den Charakteren hat man sich eindeutig Mühe gegeben, dass Cahal ansprechend modeliert wurde. Er kann mit Details aufwarten und hat ein ordentliches Design, aber ALLE anderen Figuren sehen aus, als wären sie zufällig in Fallout 3 generiert worden. Tote Augen in mimiklosen Gesichtern und Designs, die entfernt an Menschen erinnern, stehen hier an jeder Ecke.

Beim Sound kann zumindest der Soundtrack voll überzeugen. Hier machen vor allem die harten Metal-Klänge während der Kämpfe ordentlich Laune. Die englische Sprachausgabe bietet ein ähnliches Bild wie die Grafik. Cahal wird überzeugend von seinem Sprecher dargestellt, während alle anderen Figuren sich dilettantisch an ihrem Text entlanghangeln. Da ist man fast froh, dass man ihnen nicht bei etwaiger Charakterentwicklung zuhören muss.



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Kai Wommelsdorf Das war leider nichts. Werewolf: The Apocalypse - Earthblood ist mehr Action als RPG und schöpft das Potenzial der Lizenz absolut nicht aus. Rollenspiel findet nicht statt, was zum einen an der starren Erzählweise des Plots liegt, aber auch daran, dass Cahal als Figur genauso blass bleibt wie alle anderen Charaktere auch. Die zwei unterschiedlichen Enden sind charakterlich nicht verdient und erinnern mehr an die drei Mass Effect-Knöpfe. Hier hätten viel mehr Freiheiten und deutlich mehr Rollenspiel vorhanden sein müssen. Die Schleichpassagen sind recht spannend, wirken aber vergebens, da Kämpfe fast immer unvermeidbar sind. Wenn dann auch noch das Kampfsystem chaotisch und hakelig ist, gibt es leider keinen Aspekt, der den Kahn noch aus dem Dreck zieht. Ach doch, der Soundtrack ist ganz cool.

Werewolf: The Apocalypse - Earthblood - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Kai Wommelsdorf

Screenshots














Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 5.75 Grafik: 5.00
Sound: 7.00
Steuerung: 6.00
Gameplay: 5.00
Wertung: 5.75
  • Spannende Lizenz...
  • Guter Soundtrack
  • Budgetpreis
  • ... mit der überhaupt nichts gemacht wird
  • Keine Charakterentwicklung
  • Veraltete Grafik
  • Illusion von Freiheit
  • Chaotische Kämpfe

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Rezension vom: 06.02.2021
Kategorie: Action
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