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Atelier Ryza 2: Lost Legends and the Secret Fairy

Entwickler: Gust
Publisher: Koei Tecmo

Genre: Rollenspiele
USK Freigabe: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 70 €

Systeme: Mac, PC, PlayStation 4, PlayStation 5, Switch

Inhalt:
logo

Die Atelier-Reihe gibt es bereits seit 1997, wenn auch ein erster Release in Europa bis zum sechsten Teil in 2006 auf sich warten ließ. Meinen Einstieg fand ich erst vor sechs Jahren mit Rorona Plus, das mir zwar ganz gut gefallen hat, aber durchaus Luft nach oben hatte. Atelier Ryza 2 - mit dem recht plakativen Untertitel Lost Legends and the Secret Fairy - setzt nach Ryzas erstem Abenteuer an und schickt die junge Alchemistin in die weite Welt hinaus.

Meinung:


Nachdem Reisalin "Ryza" Stout im Vorgänger unbemerkt die Welt vor einer drohenden Invasion aus der Unterwelt gerettet hat, lebte sie auf ihrer Heimatinsel ihr friedliches Leben und ging ihrer Tätigkeit als Alchemistin nach. Als solche kennt sie sich mit mystischen Dingen aus, weshalb sie den Auftrag erhält, in die Hauptstadt zu reisen und dort mehr über einen seltsam schimmernden Stein herauszufinden. In der Hauptstadt trifft sie schnell auf alte Bekannte wie den Gelehrten Tao und neue Begleiter wie die Adlige Patty, mit denen sie sich auf den macht, die alten Ruinen der Umgebung zu erkunden, um die Herkunft des Steins zu entschlüsseln.

Eine neue Geschichte
Es ist nicht nötig, den Vorgänger gespielt zu haben, um der Story von Ryza 2 folgen zu können. Ein kurzes Intro gibt einen kurzen Einblick in die vorherigen Geschehnisse und dann geht es auch schon mit einer neuen Geschichte los. Zwar gibt es Elemente (und vor allem Charaktere), die mit der Story aus dem Vorgänger zusammenhängen, aber die meisten Zusammenhänge werden schnell deutlich. Das liegt auch daran, dass die Hauptstory noch nie der wirkliche Dreh- und Angelpunkt der Atelier-Reihe war. Hier gibt es normale Fantasy-Kost, die mit Klischees überladen ist, auch wenn alles ein wenig flüssiger abläuft als noch in Ryzas Erstling. Dafür brilliert Ryza 2 in den Nebengeschichten. Ryza interagiert mit einer ganzen Reihe an Figuren in der Hauptstadt, wird in die Expansion der Händler involviert und jedes Partymitglied und jede Nebenfigur hat ihren eigenen langen Erzählstrang.

Backe, backe Rüstung
Im namensgebenden Atelier geht Ryza ihrer Hauptbeschäftigung nach, dem Synthetisieren von verschiedenen Gegenständen durch Alchemie. Dafür werden nach Rezept verschiedene Zutaten in einen Topf geworfen und am Ende kommt ein neues Produkt raus. Klingt simpel, ist es eigentlich auch. Die Rezepte geben die meisten Zutaten in Form von Kategorien vor. Welche Zutaten man genau einwirft, bleibt einem dabei selbst überlassen. Ob wir aber als Holzbasis nun simples Eichenholz oder doch lieber versteinertes Holz nehmen, hat direkte Auswirkungen auf das Endprodukt. Jede Ressource verfügt über spezielle Eigenschaften, Wertigkeiten, sowie übertragbare Fähigkeiten. Wer eine Axt mit ganz speziellen Eigenschaften haben will, kann diese auch bekommen, solange ein wenig gepuzzelt wird. Wenn es mal nicht so wichtig ist und schnell gehen soll, kann man das Ganze auch automatisch mit wahlweise hoher oder niedriger Qualität ausführen lassen.

Neue Rezepte erhält Ryza hin und wieder durch die Story, aber in der Regel müssen sie in einem weit verzweigten Talentbaum freigeschaltet werden. Hier gibt es neben neuen Rezepten auch Verstärkungen freizuschalten, sodass Ryza mehr Materialien pro Rezept benutzen, die Qualität ihrer Produkte erhöhen oder abwechslungsreichere Ressourcen sammeln kann. Rezepte selbst können beim synthetisieren auch durch Zugabe bestimmter Zutaten in neue Rezepte umgewandelt werden. Bis man hier alles entdeckt hat, werden einige Stunden ins Land ziehen. Neu hinzugekommen sind Essenzen, mit denen man das Element eines Rezeptes verändern kann, was wiederum zu noch mehr Abwechslung und Möglichkeiten führt. Hier kann man sich ordentlich austoben und wird es auch müssen, denn die Ausrüstung, die man in der Stadt kaufen kann, stinkt im Vergleich zu unserer Alchemie ordentlich ab. Wer sich in die Alchemie ordentlich reinfuchst, kann sein Team schnell zu Göttern werden lassen, die mit jedem Boss den Boden aufwischen.

Farming Simulator
Um zu synthetisieren, müssen aber die nötigen Zutaten her. Ryza kann sich mit Sichel, Axt, einem Käfernetz, einer Angel, einem Bombenstab und ihrem Kampfstab ausrüsten, um die Büsche, Bäume, Steine und Gräser der Welt in ihre Einzelteile zu zerlegen. Die dabei erhältlichen Zutaten hängen vom jeweiligen Sammelobjekt genauso ab wie vom aktuellen Gebiet, dem benutzten Werkzeug und der Qualität desselben. Mit der Sichel bekommen wir aus einem Busch vielleicht Blätter und Zweige, während das Netz uns ein paar Käfer spendiert. Der Bombenstab hinterlässt derweil nur Asche, die aber nicht weniger nützlich ist. Ryza 2 ist im Levelaufbau weniger restriktiv als sein Vorgängern, wodurch mutige Abenteurer frühzeitig in gefährliche Gebiete vordringen können, um seltene Materialien ausfindig zu machen. Auch besiegte Feinde hinterlassen Ressourcen und an Gegnern mangelt es dieser Welt nun sicher nicht.

Immer feste druff
Kommt es zu Feindkontakt, wechseln wir in eine Arenadarstellung, in der unsere Party aus drei Mitgliedern (plus ein einwechselbares Mitglied aus der Reserve) bis zu drei Gegnern gegenübersteht. Die Kämpfe sind flott und actionreich und laufen dabei in Echtzeit ab. Wir steuern eine Figur, während unsere Mitstreiter eigenständig agieren, jedoch können wir jederzeit zwischen den Kämpfern hin- und herschalten. Sind wir an der Reihe, können wir mit Standardattacken ein wenig Schaden austeilen und wichtige AP aufbauen. AP werden anschließend benutzt, um Spezialattacken und Combos auszulösen, die den wahren Schaden verursachen. Unsere Mitstreiter stellen hin und wieder Anforderungen - etwa magischen Schaden auszuteilen - und bedanken sich bei erfolgreicher Ausführung mit ihren eigenen Spezialmanövern, die von Gruppenbuffs bis zu starken Angriffen reichen. Die Menge der AP, die wir ansparen können, hängt von unserem Taktiklevel ab, der sich im Laufe des Kampfes erhöht. Dadurch können länger andauernde Kämpfe immer mehr eskalieren, bis wir auf Taktiklevel 5 sogar einen sogenannten Fatal Drive ausführen können, der zwar den Taktiklevel zurücksetzt und alle AP aufbraucht, dafür aber auch massiv Schaden austeilt. Dazu kommen noch Core Charges, die wir ebenfalls ansammeln, um unsere mitgebrachten Items nutzen zu können. Auch hier können Combos freigeschaltet werden, die bei der gleichzeitigen Nutzung von beispielsweise drei Bomben einen Zusatzangriff auslösen. Aber auch die Feinde haben ein paar Tricks auf Lager. Während wir normale Angriffe im richtigen Moment blocken können, um Schaden zu negieren, können sie unblockbare Angriffe aufladen. Während der Aufladung liegt es nun an unserem Team, so viel Schaden auszuteilen, dass die Gegner betäubt werden, um den Angriff abzuwenden. Gerade bei Bossen muss man oft überlegen, ob man lieber versucht, noch genug Schaden auszuteilen oder ob man die Party lieber hochheilt, um dem unausweichlichen Angriff standzuhalten.

Konsoleneinerlei
Wir haben Atelier Ryza 2 auf der Playstation getestet, allerdings gab es vor Release noch nicht die PS5-Version. Eigentlich sollte der Spielstand der PS4-Version nach dem Update auf die PS5-Version übertragbar sein, was wir jedoch nicht bestätigen können. Aber kein Problem, wir haben einfach die PS5-Version noch einmal von vorne durchgespielt. Am auffälligsten sind wieder einmal die Ladezeiten, die auf der PS5 kaum noch wahrnehmbar sind. Ansonsten beschränken sich die Unterschiede auf ein paar hinzugefügte Partikeleffekte in den verschiedenen Gebieten und eine höhere 4K-Framerate. Optisch könnte sicherlich noch eine Schippe draufgelegt werden, aber der Titel muss nun einmal auch auf PS4 und Switch spielbar sein. Beim Sound bekommen wir ordentliche JRPG-Kost sowohl bei der Musikuntermalung als auch bei der qualitativ hochwertigen japanischen Synchro.

Quality of Life
Was Atelier Ryza 2 eigentlich nur fehlt, um perfekt zu sein, sind ein paar Quality of Life-Aspekte. Das Körbchen, in dem die gesammelten Ressourcen unterwegs verstaut werden, ist wieder einmal zu klein, sodass man entweder damit beschäftigt ist, genau auszuwählen, welche Materialien man sammelt oder ständig ins Atelier zurückreist, um den Korb zu leeren. Auch wäre eine Übersicht schön, welche Materialien man in einem Gebiet finden kann bzw. schon gefunden hat. Es gibt zwar die Möglichkeit, sich anzeigen zu lassen, in welchen Gebieten eine fehlende Ressource zu finden ist, jedoch ist das abhängig von unseren Werkzeugen. Wer also dringend einen uralten Ast sucht und mit einer Sichel herumläuft, die nur eine Qualität von 1 hat, kann in 4 von 5 Gebieten lange suchen. Mit dieser Sichel findet sich der Ast nämlich nur in einem Gebiet. Ebenso wirft Ryza 2 beim Synthetisieren mit unterschiedlichen Skill-Bezeichnungen, die oftmals den gleichen Effekt haben und nicht erklärt werden, nur so um sich. Das sind Kleinigkeiten, die vielleicht beim nächsten Mal ausgemerzt werden und die nervig sein können, aber im Großen und Ganzen fallen sie nicht stark ins Gewicht.



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Kai Wommelsdorf Ich bin nicht genug in der Atelier-Reihe mit ihren über zwanzig Titeln drin, um sagen zu können, dass Atelier Ryza 2: Lost Legends and the Secret Fairy der bisherige Höhepunkt ist, aber es macht eine Menge Spaß, hat ein flottes Kampfsystem, interessante Charaktere, eine zügig erzählte Geschichte und ein unglaublich komplexes Alchemiesystem, mit dem allein man Stunden verbringen kann. Trotzdem ist es sehr einsteigerfreundlich und kann wunderbar als Zugang zur Reihe dienen. Die kleineren Macken müssten nicht unbeding sein, haben aber keine große Auswirkung auf das Gesamtprodukt.

Atelier Ryza 2: Lost Legends and the Secret Fairy - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Kai Wommelsdorf

Screenshots














Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 8 Grafik: 7.50
Sound: 8.00
Steuerung: 8.00
Gameplay: 8.50
Wertung: 8
  • Komplexes Alchemie-System
  • Actionreiches Kampfsystem
  • Interessante Charaktere
  • Jede Menge Inhalt
  • Einsteigerfreundlich
  • Quality of Life-Makel

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Rezension vom: 31.01.2021
Kategorie: Rollenspiele
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