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Ride 4

Entwickler: Milestone
Publisher: Milestone

Genre: Sport
USK Freigabe: Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: ab 37,90 €

Systeme: PC, PlayStation 4, Xbox One

Inhalt:
ride_4_logo

Ganz gleich, ob MotoGP, MXGP oder Monster Energy Supercross, wenn es um Motorradrennspiele geht, hat man es in den allermeisten Fällen mit Spielen aus dem Hause Milestone zu tun. Die Italiener haben sich in den letzten Jahren einen Namen als Experten für Motorradrennspiele gemacht – und das vollkommen zurecht, schließlich haben ihre Spiele stets eine gute Qualität. Obwohl dies zweifelsfrei auch auf die soeben genannten Reihen zutrifft, liegt ihr Herzblut doch in einem anderen Projekt. Dieses ist kein offizielles Produkt zu irgendeiner großen Motorradrennserie, dafür aber ihr ganz persönliches Baby. Die Rede ist von Ride, der Motorradrennsimulation, die erstmals 2015 das Licht der Welt erblickte und seitdem als das Motorrad-Pendant zu Gran Turismo und Forza Motorsport gilt. Seit einigen Tagen ist nun der bereits vierte Teil dieser Motorradsimulation auf dem Markt und wir haben uns auf die Sättel gewagt, um für euch zu testen, was er Neues zu bieten hat. Also zieht euch mit uns eure Lederkombis über, setzt den Helm auf und erwartet eine hoffentlich rasante Ausfahrt!

Meinung:

So realitätsnah wie noch nie
Ride war von Anfang an für Motorradliebhaber angedacht. Hier stand nämlich noch nie die Show im Vordergrund, sondern die Zweiräder. Diese wurden stets so akkurat wie möglich dargestellt und in Szene gesetzt. Dies galt zunächst vor allem für ihr Äußeres. Spätestens mit dem zweiten Teil wurde aber auch auf eine möglichst originalgetreue Fahrphysik wert gelegt. Dieses Streben wurde mit Teil 3 fortgeführt und findet in Ride 4 seinen bisherigen Höhepunkt. Was die Darstellung und Fahrphysik anbelangt, haben die Mailänder im Vergleich zum Vorgänger nämlich nochmals eine Schippe draufgelegt. Wer sich die insgesamt 180 Maschinen sämtlicher namhafter Hersteller von A wie Aprillia bis Y wie Yamaha (dazwischen gibt es natürlich noch Marken wie Harley Davidson, KTM, MV Agusta oder auch Tamburini Massimo) auf der Strecke oder im Showroom anschaut und diese eventuell dabei sogar mit ihren original Vorbildern vergleicht, wird feststellen, dass die Macher hier selbst auf das kleinste Detail geachtet haben. Wenn am realen Bike irgendwo eine Schraube zu sehen ist, ist diese auch im Spiel zu sehen.
Aber nicht nur das Äußere wurde so hervorragend wiedergegeben, auch was die Fahrpyhysik angeht, hat Milestone ganze Arbeit geleistet. Zwar hatte ich selbst noch nicht das Vergnügen, alle im Spiel befindlichen Motorräder zu fahren, auf dem einen oder anderen saß ich aber durchaus mal und ich muss sagen, dass sich ihre virtuellen Pendants sehr realitätsnah anfühlen. Auch die anderen Bikes fühlen sich alle sehr gut an und Kenner werden zwischen jedem einzelnen Bike jeweils kleine Unterschiede feststellen.
Ein gleiches Maß an Realitätsnähe haben die Entwickler auch beim Setup bzw. Tuning an den Tag gelegt. Wenn man sein Motorrad mit neuen Teilen wie etwa Bremsen oder Motoren bestückt oder auch nur die Getriebeübersetzung oder die Federhärte verändert, spürt man dies postwendend auf der Strecke. Um sich hier nicht zu verkalkulieren und sein Bike in die falsche Richtung einzustellen, sollte man also zumindest halbwegs verstehen, was die unterschiedlichen Einstellungen bewirken. Ansonsten wundert man sich nachher, warum das Bike plötzlich langsamer ist als zuvor.

Taktik ist gefragt
Ein weiterer Punkt, an dem man die akribische Arbeit der Entwickler präsentiert bekommt, sind die Strecken. Hiervon bietet Ride 4 fünf neue (darunter zum Beispiel der Virgina International Raceway und Tsukuba), die genau wie die restlichen (insgesamt gibt es nun 30 Kurse) ihren Vorbildern bis zur letzten Bodenwelle genau nachempfunden wurden. Doch nicht nur das ist beeindruckend. Ganz neu ist dieses Mal nämlich, dass jeder Kurs über einen dynamischen Tag/Nacht-Zyklus sowie über dynamisches Wetter verfügt. Das bringt nicht nur optische Abwechslung ins Spiel, sondern auch eine ganz neue Herausforderung. Wenn es in einem Rennen plötzlich anfängt zu regnen, muss man nun nämlich selbst entscheiden, ob man sich Regenreifen abholt oder doch das Risiko eingeht und weiter auf den Slicks fährt.
Apropos Reifen: Bei denen ist es neu, dass sie sich diesmal abnutzen. Wenn man also zu lang auf einem Satz Reifen fährt, verliert man nun nach und nach an Grip und somit auch an Zeit. Auch hier muss man sich also entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt für einen Reifenwechsel ist. Wenn man schon mal an der Box ist, sollte man auch das Nachtanken nicht vergessen. Denn das ist auch diesmal neu: Mit jeder Runde verbraucht man Sprit. Diese beiden neu hinzugekommenen Faktoren lassen die Rennen nicht nur taktischer erscheinen, sondern sorgen auch nochmals für einen ganz neuen Grad an Realismus.

Karriere ohne Pfiff
Milestone hat sich aber leider nicht in allen Bereichen des Spiels so viel Mühe gegeben. Wenn man sich in das Herzstück des Spiels, den Karrieremodus, begibt, wird man schnell sehen, was ich damit meine. Die Menüführung wirkt hier sehr lieblos. Zudem gibt es neben dem Abfahren der Rennen, die in einzelne Ligen unterteilt sind, nichts, was einen sonst beschäftigt. Sponsoren oder ähnliches, gibt es hier nicht. Was es zumindest gibt, sind Levelaufstiege und Marken- bzw. Modell-Affinitäten, doch die dienen eher dazu, neue Ligen freizuschalten bzw. dass man im virtuellen Motorradshop ein paar Credits für neue Bikes und Tuningteile einsparen kann.
Was bei der Karriere aber wirklich frustrierend ist, ist die Auswahl an Rennen. Denn neben normalen Rennen erwarten einen hier auch Überholungsherausforderungen und Zeitfahren. Während die Überholungsherausforderungen noch sehr fair sind, sieht dies beim Zeitfahren ganz anders aus. Nicht nur, dass die Zeiten hier sehr knapp bemessen sind, man muss während seiner schnellen Runde auch immer auf der Strecke bleiben. Wenn man nur einen Millimeter von ihr abweicht, ist die Runde vorbei. Da man dies auch nicht rückgängig machen kann – eine Rückspulfunktion gibt es nämlich nicht – kann das mitunter schon mal sehr frustrierend werden. Vor allem, weil diese Zeitfahr-Herausforderungen nicht nur vereinzelt, sondern recht häufig vorkommen.

Hohes Frustpotenzial

Leider ist aber nicht nur das Zeitfahren ein wahrer Hort an Frustpotenzial. Auch bei den normalen Rennen kann man schon mal aus seiner Lederkombi fahren. Schuld daran ist die KI, die sehr aggressiv unterwegs ist. Egal ob auf einer Geraden oder in einer Kurve, sobald man neben einem KI-Fahrer fährt, kann man davon ausgehen, dass er einen bedrängt. Sehr oft enden solche Duelle dann damit, dass man sich selbst auf dem Asphalt oder neben der Strecke liegen sieht. Besonders ärgerlich ist dies natürlich, wenn es in der letzten Runde passiert und so ein sicher geglaubter Sieg oder Podiumsplatz doch noch verloren geht. In solchen Momenten würde man gerne auf den Simulationsanspruch pfeifen und die Zeit einfach zurückspulen – doch leider ist dies ja nicht möglich. So muss man wohl oder übel das Rennen nochmal starten und hoffen, das man sich diesmal auf seinem Ofen halten kann. Wenn es einem absolut zu bunt wird, kann man zur Not auch noch den KI-Schwierigkeitsgrad hinunterschrauben. Dabei muss man aber wirklich sehr tief gehen, ansonsten hat es nämlich so gut wie keine Auswirkungen.

Für jeden etwas dabei

Neben der Karriere bietet das Spiel auch noch andere Spielmodi an. Wer nur den kurzen Spielspaß zwischendurch haben möchte, kann sich zum Beispiel an Einzelrennen oder Zeitrennen versuchen. Wer hingegen den langfristigen Spielspaß sucht, findet diesen hingegen vielleicht bei den nagelneuen Endurance-Rennen. Diese Ausdauerrennen können von zwanzig Minuten bis zu 24 Stunden andauern und bieten nicht nur jede Menge Rennaction, sondern auch eine gehörige Portion Taktik. Denn mit der richtigen Boxenstrategie kann man hier durchaus überraschen und so den Sieg einfahren.
Wer nicht nur gegen die KI antreten möchte, kann sämtliche Rennmodi auch online gegen andere Spieler ausfahren. Hierbei kann man sich entweder in der Lobby-Liste ein passendes Rennen aussuchen oder man startet einfach selbst eine öffentliche oder private Lobby, um so gegen seine Freunde anzutreten. Wenn man selbst eine Lobby eröffnet, kann man auch gleich noch die Rennbedingungen auswählen. Denn genau wie bei sämtlichen Einzelspielerrennen (außer in der Karriere, in der alles vorgegeben ist) kann man hier nicht nur die zu befahrende Strecke aussuchen, sondern auch die Tageszeit und das Wetter bestimmen. Man kann sogar auswählen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit eines Wetterumschwungs sein soll.
Wer mal ein bisschen Pause vom Fahren benötigt, kann sich im Lackierungseditor austoben und hier nicht nur sein Bike nach Belieben umlackieren, sondern auch gleich noch seine Helme und Anzüge umfärben und sich einen Fahrer-Sticker erstellen. Mann kann all dies aber auch sein lassen und sich einfach Designs anderer Spieler herunterladen.

Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Stefan.Heppert Ride 4 ist ein Fest für alle Motorradenthusiasten – zumindest was die Grafik und Fahrphysik der Öfen angeht. Hier setzt Ride 4 nämlich neue Maßstäbe für die Reihe, weshalb die Motorräder nicht nur wie ihre realen Pendants aussehen, sondern sich auf der Straße auch so anfühlen.
Auch der Spritverbrauch, die Reifenabnutzung und der Tag/Nacht-Zyklus samt dynamischem Wetter sorgen für ein noch besseres und realistischeres Spielerlebnis.
Schade ist allerdings, dass die KI sehr aggressiv unterwegs ist und einem die Rennen gerne Mal versaut, was durch die fehlende Rückspulfunktion mitunter recht frustrierend sein kann. Mit den richtigen Einstellungen kann man hier aber entgegenwirken, weshalb ich Ride 4 trotzdem jedem Motorrad-Fan nur empfehlen kann. Auch wer mit den schnellen Zweirädern sonst nichts zu tun hat, sollte sich Ride 4 zumindest einmal anschauen – eventuell kann es ja die Begeisterung für Motorräder wecken.

Ride 4 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Stefan.Heppert

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 7.6875 Grafik: 8.25
Sound: 8.00
Steuerung: 7.50
Gameplay: 7.00
Wertung: 7.6875
  • Detailgetreue Bikes und Strecken
  • Zahlreiche unterschiedliche Marken
  • Sehr gute Fahrphysik
  • Tag/Nacht-Zyklus und dynamisches Wetter
  • Reifenabnutzung und Spritverbrauch
  • Frustrierende Zeitfahrherausforderungen
  • Sehr aggressive KI
  • Keine Rückspulfunktion
  • Langweilig gestaltete Karriere

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Rezension vom: 12.10.2020
Kategorie: Sport
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