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BlueBrixx Pro – Pirateninsel: Brigantine
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Wer regelmäßig bei uns vorbeischaut, hat sicherlich schon unser LEGO-Special entdeckt. Dort stellen wir seit geraumer Zeit Sets des bekanntesten Klemmbaustein-Herstellers der Welt vor – und werden das selbstverständlich auch weiterhin tun. Doch LEGO ist längst nicht allein auf dem Markt. Grund genug also, einmal einen Blick über den Tellerrand zu werfen.
Unsere Wahl fiel dabei auf BlueBrixx, einen deutschen Hersteller aus Flörsheim, der für viele Fans als die große Alternative zu LEGO gilt. Bis zu diesem Test hatte ich allerdings noch kein einziges BlueBrixx-Set selbst in der Hand. Entsprechend neugierig war ich, ob der Hersteller den Vorschusslorbeeren tatsächlich gerecht wird.
Da ich ein großer Fan von LEGO-Segelschiffen bin, war schnell klar, womit ich starten möchte: einem Schiff. Und BlueBrixx hat mir genau diese Gelegenheit geboten und mir das Set 108348 – Pirateninsel: Brigantine zur Verfügung gestellt.

Set-Neuauflage mit kleinen, aber feinen Unterschieden
Wie BlueBrixx-Fans wissen, handelt es sich bei diesem Modell um eine Neuauflage des bereits länger erhältlichen Sets 105328 – diesmal allerdings eben als Pro-Variante. Die größten Unterschiede liegen dabei in der Teilezahl und den Minifiguren. Die neue Version kommt auf 1.721 Steine (rund 100 mehr als das Original) und enthält erstmals fünf Piraten-Minifiguren. Das Vorgängermodell wurde komplett ohne Figuren ausgeliefert.

Erster Eindruck: Verpackung mit Luft nach oben
Noch bevor der erste Stein gesetzt wird, fällt die Verpackung ins Auge – allerdings nicht im positiven Sinne. Zwar wird das Schiff dynamisch vor einer mystischen Insel in Szene gesetzt, doch das Gesamtdesign wirkt nicht ganz so hochwertig. Das Klein wiederholte „BlueBrixx“ im Hintergrund und der blaue Rand am unteren und rechten Bildrand wirken eher nüchtern als edel.

35 Beutel – aber nur bis 5 nummeriert
Im Inneren erwarten einen 35 Beutel, in denen der Großteil der Steine verstaut ist, dazu ein paar größere lose Elemente. Das eigentliche Problem: Die Beutel sind nur bis 5 nummeriert. Innerhalb der Bauabschnitte gibt es zwar weitere Nummerierungen auf den Beuteln, aber die Anleitung verrät nicht konkret, welcher Beutel für welchen Schritt benötigt wird. Man öffnet also pro Abschnitt alle Beutel desselben Bauabschnitts – was zwangsläufig zu einer größeren Ladung Steine auf dem Tisch führt. Gerade wer bisher ausschließlich LEGO gebaut hat, dürfte hier kurz stutzen.
Immerhin: Die Anleitung selbst ist übersichtlich und gut strukturiert. Auf 133 Seiten und 293 Bauschritten wird jeder Schritt nachvollziehbar dargestellt. Kleine Herausforderungen gibt es dennoch, weniger wegen komplexer Bauweisen, sondern weil manche Teile sich nur mit ordentlich Druck zusammenfügen lassen – insbesondere die Masten. Andere Elemente sitzen hingegen etwas locker. Als besonders fummelig hat sich die Takelage erwiesen: Hier braucht man Geduld und Fingerspitzengefühl.

Das fertige Modell – groß, imposant, aber nicht perfekt
Nach Abschluss aller Schritte steht ein stattliches Modell vor einem: 59 Zentimeter lang, 25,2 Zentimeter breit und 49,2 Zentimeter hoch.
Der Ersteindruck fällt positiv aus. Die sechs weinroten Stoffsegel sehen gut aus, auch wenn ein kleiner Aufdruck für etwas mehr Charakter gesorgt hätte. Im Inneren überzeugt das Schiff deutlich mehr: Unterdeck und Kajüte lassen sich abnehmen und offenbaren schöne Details wie eine Kapitänskajüte mit Karte und Goldbarren oder eine kleine Kombüse. Spielbare Funktionen sucht man hier hingegen leider vergebens.
Äußerlich zeigt sich das Piratenschiff solide, aber nicht übermäßig detailreich. Kanonen, eine goldene Galionsfigur und ein großer Anker sind vorhanden, doch insgesamt wirken die Seitenflächen etwas schlicht – vor allem im Vergleich zu aufwendig gestalteten Segelschiffen anderer Hersteller.

Minifiguren mit Stärken und Schwächen
Die fünf beiliegenden Piratenfiguren unterscheiden sich aufgrund rechtlicher Vorgaben optisch deutlich von LEGO-Minifiguren. Abgesehen davon wirken die Drucke nicht ganz so fein wie beim dänischen Marktführer, sind aber farbenfroh und thematisch passend. Auch die Waffen – von Messern bis zu alten Büchsen – passen hervorragend zum Piraten-Setting.


Fazit:
Das BlueBrixx Pro – Pirateninsel: Brigantine zu bewerten, ist gar nicht so einfach. Vergleiche ich es mit meinen bisherigen Erfahrungen – vor allem LEGOs Endurance oder dem Piratenschiff von Captain Jack Sparrow –, muss ich sagen: In Sachen Design, Detailverliebtheit und Gesamteindruck kann BlueBrixx nicht ganz mithalten.
Aber: Das Set kostet auch nur knapp 90 Euro. Und dafür bekommt man ein großes Segelschiff mit Stoffsegeln, fünf Minifiguren und über 1.700 Teilen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist daher absolut überzeugend.

Meine wichtigste Erkenntnis nach diesem Test ist allerdings eine andere: Man sollte BlueBrixx nicht direkt mit LEGO vergleichen. Beide Marken bedienen unterschiedliche Ansprüche.
Wer maximale Detailtreue will, greift zu LEGO.
Wer ein großes, solides Modell sucht, das auch problemlos bespielt werden darf, ohne dass beim Verlust eines Teils gleich ein teures Set ruiniert ist, macht mit BlueBrixx definitiv nichts falsch. Daher haben beide Hersteller ihre Daseinsberechtigung und jede*r sollte bei dem zugreifen, was ihm/ihr besser liegt.

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Special vom: 01.12.2025
Autor dieses Specials: Stefan.Heppert
Kategorie: Anthologien
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