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Stray Blade

Entwickler: Point Blank Games
Publisher: 505 Games

Genre: Adventure
USK Freigabe: keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 34,99 €

Systeme: PC, PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One X, Xbox Series X/S

Inhalt:


Es gibt ja diese Art von Mensch, die sich sofort aufregt, wenn jemand vorschlägt, in traditionell "schwere" Spiele wie Dark Souls oder Cuphead einfachere Schwierigkeitsgrade einzubauen, um nicht von vornherein eine große Spielerschar auszugrenzen. "Get good" ist der gerne genommene, recht elitäre Satz, der dann oftmals fällt, um diese Ausgrenzung irgendwie zu rechtfertigen. Wenn dann Soulslike-Titel wie Stray Blade erscheinen, die es wagen, Schwierigkeitsoptionen mitzubringen, wird bereits im Vorfeld der Untergang des Abendlandes gesehen. Dabei kann doch einfach jede/r so spielen, wie er/sie es möchte.



Meinung:

Abenteurer/in Farren ist auf der Suche nach dem sagenumwobenen Land Acrea. Da Farren ungemein tüchtig ist, wird das Land auch schnell gefunden, doch eine überraschende Explosion später erwacht Farren waffenlos und mit einem leuchtenden Stein in der Brust an einem recht feindseligen Ort. Der sprechende Wolf Boji erklärt, dass Farren durch den Stein mit der Insel Acrea verbunden ist und diese nicht verlassen kann, bevor sein Meister geweckt wurde. Dafür kann Farren aber auch ab sofort nach jedem Ableben wiederbelebt werden, was für die anstehende Aufgabe dann doch recht praktisch ist. Farren muss nun die Elemente der Insel meistern und dafür die bisherigen Meister im Kampf besiegen, um die Tür zu Bojis Meister zu öffnen. Meisterhaft!

Fähigkeitenarsenal
Die relativ offene Welt von Acrea ist in mehrere, große Gebiete unterteilt, die wiederum Metroidvania-artig mit neuen Fähigkeiten gründlicher erforscht werden können und sich im Verlauf der Geschichte auch verändern. Besiegte Gegner respawnen in unregelmäßigen Abständen (scheinbar, wenn man ein paar Gebiete entfernt gewesen ist), lassen sich aber nicht für Erfahrung farmen. Stray Blades Fortschrittssystem ist nämlich nur indirekt an Farren gebunden. Zwar sammelt man Erfahrung durch Kämpfe und erhält Skillpunkte, diese lassen sich aber nur einsetzen, wenn die nötigen Skills auch vorher erarbeitet wurden. Nahezu alle Charakteraufwertungen, die von mehr Schaden mit leichten oder schweren Angriffen, über mehr Lebensenergie bis zu mehr Heilpflanzen (quasi die Estus-Flaschen von Stray Blade) reichen, sind an die unterschiedlichen Waffen gebunden, die Farren herstellen kann. Jede Waffe verfügt über einen solchen Skill, der freigeschaltet wird, wenn man die Waffe ausreichend benutzt hat. Grundsätzlich ist das eine feine Idee, da man so gezwungen ist, alle Waffe auszuprobieren und so womöglich neue Kampfstile zu entdecken, die man ansonsten übergangen hätte.

Das Problem hierbei ist jedoch, dass dies die einzige Art ist, Farren zu verstärken. Waffen müssen an einer Schmiede erst einmal hergestellt werden und während es zwar ausreichend Schmieden gibt, sind die nötigen Ressourcen eine ganz andere Sache. Zu oft ist man in der Situtation, dass man etliche Ausrüstung herstellen könnte, aber nicht genug Materialien hat. Diese zu farmen, ist eine lästige und langwierige Aufgabe. Außerdem kann Farren nicht nur Waffen, sondern auch Helme, Rüstungen und dergleichen herstellen. Da diese aber keine Skills freischalten, sondern "nur" die Verteidigung und Ausdauer erhöhen, konzentriert man sich lieber darauf, die Waffen mit den knappen Ressourcen zu schmieden. Hat man keine neue Waffe, gibt es auch keine spürbare Entwicklung und Stärkung von Farren. Das hätte mit einem zusätzlichen Fähigkeitenbaum besser supplementiert werden können.

Zwei wie Pech und Schwefel
Die eigentliche Geschichte von Stray Blade ist Standard-Fantasy-Kost und bringt keine überraschenden Entwicklungen mit sich. Die Charakterisierungen von Farren und Boji sind jedoch sehr angenehm zu verfolgen und lockern die Spielwelt ungemein auf. Farren ist abenteuerlustig und draufgängerisch, aber auch recht zynisch, während Boji ganz langsam Freundschaft schließt und in seinen Vorstellungen herausgefordert wird. Die gut geschriebenen Dialoge werden von den ebenfalls hervorragenden Sprechern gekonnt vorgetragen und es baut sich eine Bindung auf, die man bei den meisten Soulslike-Titeln mit einer Lupe suchen muss.

Farbkodiert
Die Kämpfe laufen mit einem recht simplen, aber ganz gut funktionierenden System ab. Angriffe von Feinden fallen in eine von zwei Kategorien. Sie leuchten entweder rot auf und Farren muss ihnen im richtigen Moment ausweichen oder sie leuchten blau und können pariert werden. Führt man diese Kommandos korrekt aus, erhält Farren Ausdauer zurück und die Feinde können benommen werden. Allerdings muss für jeden Gegner das richtige Timing erarbeitet werden, da das Leuchten nur ein Signal für die Angriffsart anzeigt und nicht den Moment, in dem gehandelt werden muss. Auch Boji lernt im Verlauf der Geschichte einige Techniken, mit denen er einerseits unsere Waffen durch unterschiedliche Runen verstärken, andererseits auch direkt ins Kampfgeschehen eingreifen kann. Diese lassen sich durch Lore-Punkte aufwerten, die man erhält, wenn Lore-Einträge in der Welt entdeckt werden, was eine angenehme Art ist, um die Erforschung der Welt und das Erfahren der Hintergrundgeschichte zu belohnen. Wenn dann alles im Kampf funktioniert, macht das ziemlichen Spaß, leider gibt es einige schnell herumspringende Gegner, mit denen die Kamera nicht klarkommt und auch das LockOn-System entscheidet sich bei multiplen Möglichkeiten selten für die gewünschte. Aber wie eingangs erwähnt, gibt es bei Stray Blade verschiedene Schwierigkeitsgrade und wer nicht so recht mit der Steuerung warm wird, kann den Schaden, den die Feinde austeilen, ein wenig herunterschrauben.

Wandeln durch die wandelnde Welt
Strukturell kämpfen wir uns recht linear auf einem korrekten Pfad durch die Gebiete bis zum jeweils anstehenden Boss. Zwar kann Farren abseits des Weges immer wieder versteckte Schätze finden (und kommentiert dankenswerterweise auch immer, wenn wir vom Weg abkommen, dass sich erstmal umgeschaut wird), aber die völlige Freiheit haben wir nicht. Jeder Boss verleiht Farren außerdem auch eine neue Fähigkeit, mit der wir neue Pfade in vorherigen Gebieten öffnen können und die - mit Ausnahme der durchaus recht ausgeklügelten Bosskämpfe - mehr schlecht als recht in Kämpfen genutzt werden können. Doch auch wenn wir einem vorgegebenen Weg folgen und in alte Gebiete zurückkehren, fühlt sich Stray Blade immer wie ein Abenteuer und eine Erforschung an. Gebiete verändern sich nämlich mit der Zeit, was sich vor allem in den etlichen menschlichen Camps deutlich macht. In einer Höhle wohnt beispielsweise ein riesiges Monster, das wir bei unserem Durchmarsch erledigen. Kommen wir später zurück, haben die Menschen die Chance genutzt, hier ihr Lager aufzuschlagen, sodass wir fortan auf diese Gegner dort treffen. Ein Menschenlager hingegen, das wir im Sumpf auseinandernehmen, ist bei einem späteren Besuch von Spinnen überrannt und zerstört worden. Dadurch wirkt die Welt sehr lebendig.

Not So Dark Souls
Lebendig wird die Welt auch durch die schicke und farbenfrohe Grafik. Im Gegensatz zur düsteren Allgemeinheit der Soulslikes versteckt sich Stray Blade nicht in den Schatten, sondern bietet in Sonnenlicht getauchte Wiesen, kühlblaue Eislandschaften und sengende Wüstensande. Auch die Charaktere haben einen sehr eigenen, comicartigen Stil speziell in den Schattierungen. Ein paar kleinere Grafikfehler sind noch auffällig, allen voran einer, bei dem nach jeder Zwischensequenz ein Tooltip aus dem Inventar im Bild erscheint, der sich nur entfernen lässt, wenn man ins Inventar geht, was während Kämpfen jedoch nicht möglich ist. Jeder Bosskampf wird aber von einer Zwischensequenz eingeleitet, sodass während allen Bosskämpfen dieser Tooltip im Bild war. Das lässt sich aber mittels Patch sicherlich leicht beheben.



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Kai Wommelsdorf

Zwar sollte jedes Spiel losgelöst vom Entwickler betrachtet werden und auf eigenen Beinen stehen, aber man sollte dennoch nicht Äpfel und Birnen miteinander vergleichen und die Messlatte eines AAA-Studios wie From Software an einen recht kleinen, deutschen Mitstreiter wie Point Blank Games anlegen, dessen Spiel dann auch zum Budget-Preis von 35€ erhältlich ist. Hier finden sich viele gute Ansätze im Waffensystem, sowie in den Charakteren und dem gesamten Welt-Design. Kleinere Schnitzer sind bei einem ersten Projekt dieser Größe und dieses Genres erwartbar und durchaus zu verzeihen. Ich schaue gerne wieder in die Welt von , Acrea und bei Farrens Abenteuern rein. Dann können auch die Macken ausgebeult werden.



Stray Blade - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Kai Wommelsdorf

Screenshots














Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 7.125 Grafik: 7.50
Sound: 7.00
Steuerung: 6.50
Gameplay: 7.50
Wertung: 7.125
  • Viele Waffen mit unterschiedlichen Stilen
  • Amüsantes Duo
  • Schicke Grafik
  • Sich verändernde Welt
  • Kameraprobleme
  • Ressourcen-Knappheit
  • Zu wenig Charakterfortschritt

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Rezension vom: 10.05.2023
Kategorie: Adventure
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