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Forspoken

Entwickler: Luminous Productions
Publisher: Square Enix

Genre: Action
USK Freigabe: Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 70 €

Systeme: PC, PlayStation 5

Inhalt:
logo


Als Project Athia mit einem Trailer vorgestellt wurde, begeisterte es vor allem durch eine hervorragende Grafik und ein flottes, energetisches Fortbewegungssystem, bei dem mit magischen Kräften durch die Spielwelt gelaufen und gesprungen wurde. Nun ist das Endprodukt unter dem Titel Forspoken erschienen und bietet neben dem Hexenparcours auch ein magisches Kampfsystem mit einer Vielzahl an Zaubern aus vier Zauberschulen und eine Protagonistin, die eigentlich nur in ihre eigene Welt zurück möchte.



Meinung:


Frey Holland erlebt einen Fehlschlag nach dem anderen. Als Baby von den Eltern ausgesetzt schlägt sie sich obdachlos auf der Straße durch, gerät mit jugendlichen Gangmitgliedern aneinander und landet nicht zum ersten Mal vor Gericht. Die Richterin gibt ihr jedoch eine letzte Chance, die Frey nutzen möchte, um mit ihrem hart ersparten Geld und ihrer Katze Homer ein neues Leben zu beginnen. Doch in der nächsten Nacht wird das abbruchreife Gebäude, in dem sie lagert, abgefackelt, wobei auch das schöne Geld in Flammen aufgeht. Da sie nun wieder mit Nichts da steht, lässt sie Homer bei der freundlichen Richterin und zieht allein los. Als sie einen merkwürdigen Armreif findet, wird sie durch ein magisches Tor in die Welt Athia transportiert, in der sie nicht nur magische Fähigkeiten besitzt, sondern die fast vollkommen von Monstern überrannt wurde. Mithilfe des inzwischen sprechenden Armreifs muss sie die verrückt gewordenen Herrscherinnen von Athia bekämpfen, um einen Weg in ihre eigene Welt zurück zu finden.

Kisten und Kisten und Kämpfe und... Kisten
Forspoken ist ein klassisches Action-Adventure. Wir steuern Frey, die sich mit dem sogenannten Hexenparcours flink durch die Welt bewegt. So lange ihre Ausdauer es zulässt, kann sie damit sprinten, weit springen, Wände emporhopsen und im späteren Verlauf des Spiels auch schweben. Dabei erhält man ein ordentliches Gefühl von Geschwindigkeit und Entfernungen erscheinen gar nicht mehr so groß. Die Spielwelt hingegen ist riesengroß und für die eigentliche Story muss man nur einen Bruchteil davon erkunden. Leider fühlt sich Forspoken mit seiner Open World wie ein sehr früher Ubisoft-Titel an. Es gibt eine schier unendliche Masse an Nebenaufgaben, die allesamt ermüdend sind. Man öffnet entweder Kisten, besiegt Feinde, um eine Kiste zu spawnen, besiegt besondere Feinde oder erlebt Erinnerungsmissionen, in denen man Feinde besiegen muss. Als Belohnungen gibt es Ressourcen zum Craften oder Ausrüstungsgegenstände, deren Unterschiede aber hauptsächlich optischer Natur sind.

Spannender klingen da schon die Labyrinthe, hinter denen sich Dungeons verstecken könnten. Der Schein trügt jedoch. Labyrinthe sind im Grunde immer gleich aufgebaut: Frey startet in einem leeren Raum, läuft durch einen kurzen Gang und kommt zu einem Raum mit Gegnern, den es zu leeren gilt. Danach geht es durch den nächsten Gang zum nächsten Raum. Wenn es ganz verrückt wird, gibt es mehrere Türen, die aus einem Raum herausführen, doch da ein Marker jederzeit anzeigt, wo sich der Boss befindet, weiß man genau, welchen Weg man gehen muss. Also geht man erst in die "falsche" Richtung, sammelt ein paar kleine Items ein und geht dann wieder zurück zur richtigen Tür. Die Bosse sind ein wenig interessanter, auch wenn sie sich nach kurzer Zeit wiederholen. Am Ende gibt es ein Item und das Labyrinth ist bestanden. Rätsel in Form von verschlossenen Türen, Schiebe- oder Schalterrätseln oder einer interessanten Art des Einsatzes von Zaubern gibt es nicht. Es wird immer nur gekämpft.

Immer der Katze nach
Wenn nicht gekämpft werden soll, kann man die obligatorischen Türme aufsuchen, um die Karte aufzudecken, sich an Katzen heranschleichen, damit diese später in unser Lager kommen (ohne eine Auswirkung zu haben), Fotos mit unserem Handy machen, um sie ein paar Kindern zu zeigen oder an Schreinen für einen Statusboost beten. Das sind jede Menge Dinge, die man machen kann, ohne jemals das Gefühl zu haben, irgendwas erreicht zu haben. Neben der Story ist eine Handvoll Nebenquests, die allesamt in Cipal stattfinden und nur darauf bestehen, bestimmte Orte aufzusuchen oder anderen Charakteren zu folgen. Eine Questreihe lässt Frey Katzen hinterherlaufen, was bereits nicht spannend klingt, aber dennoch spannender klingt, als es ist. Eine Herausforderung gibt es hier nicht, da selbst Katzen, die durch hohes Gras laufen, permanent einen Marker über dem Kopf haben. Selbst, wer aktiv wegschaut, kann diesen Markern anschließend noch folgen. Ich habe wirklich selten so langweilige Sidequests erlebt.

Wieso?
Die eigentliche Story ist dann auch sehr schnell erzählt. Wer nur den Storymissionen folgt, kommt in die einzige von Menschen bevölkerte Stadt Cipal und zieht von dort aus los, um die aktuelle Bosshexe zu erledigen. Dann geht es zurück zur Stadt, nur um dann in eine andere Richtung loszugehen. Entsprechend wenig passiert daher auch im Mittelteil der Geschichte, sodass es lediglich ganz zum Schluss einen ordentlichen Schwung an Exposition gibt, mit einigen Offenbarungen, die man zehn Meilen gegen den Wind riechen kann.

Eine wirkliche Bindung zur Story möchte sich auch nicht so recht aufbauen, da Frey eine extrem unangenehme Protagonistin ist. Bis zur letzten Mission ist allen anderen Figuren gegenüber feindselig eingestellt und ihre einzige Motivation, irgendwas überhaupt zu machen, ist ihr Wunsch wieder nach Hause zu können. Warum sie das möchte, bleibt aber schleierhaft, denn in ihrer Heimat New York hat sie keine Familie, kein Zuhause, keine Freunde, kein Geld und steht mit einem Bein im Knast. In Athia hat sie nicht nur magische Kräfte, sondern findet direkt eine Unterkunft in Cipal, lernt dort Personen kennen, die gerne ihre Freunde wären und wird nach ihrem ersten großen Sieg als Retterin gefeiert. Frey jedoch feindet jeden permanent an, außer sie sieht einen Nutzen in einer Person. Eine Identifikation mit ihr oder ihrer Motivation fällt daher extrem schwer.

Gerettet wird die Geschichte lediglich durch die recht gelungene Interaktion zwischen Frey und dem Armreif, die beide sehr gut vertont wurden und eine interessante Dynamik aufweisen. Aber auch hier muss es Abzüge geben, da viele Dialoge schauderhaft geschrieben wurden und sich etliche Oneliner immer und immer wieder wiederholen.

Zauberlehrling
Aber es ist ja nicht alles schlecht. Neben dem durchaus gelungenen Hexenparcours kann auch das Kampfsystem grundsätzlich überzeugen. Frey beginnt mit ihrer eigenen lila Magie, die erdverbunden ist und ihr erlaubt, steinerne Projektile zu verschießen (wahlweise als Pistole, Shotgun oder Maschinengewehr), selbstfeuernde Geschütztürme in Form von Pflanzen zu beschwören, ihre Feinde mit Ranken festzuhalten oder einen Schild aufzubauen. Mit jeder besiegten Bosshexe erlernt Frey ein weiteres Set an Zaubersprüchen, zwischen denen sie jederzeit frei wechseln kann. So verfügt sie später über Nahkampfangriffe mit feurigen Schwertern, kann Kettenblitze verschießen oder Wassertornados auf dem Schlachtfeld entstehen lassen. Ihre Feinde sind, wie es sich gehört, in der Regel resistent gegen eine und anfällig für eine andere Art von Zaubern, sodass man angehalten wird, herumzuexperimentieren.

Die Schattenseite von Freys Fähigkeiten ist die Tatsache, dass sie unbesiegbar erscheint. Mit den Fähigkeiten des Hexenparcours kann so gut wie jedem Angriff auf Knopfdruck komplett ausgewichen werden, sodass Kämpfe gegen hochlevelige Feinde nicht schwerer, sondern nur länger werden. Mit gefundener Magieessenz können Zauber aufgewertet oder neue Zauber freigeschalter werden und für jeden Zauber und jede Zauberstufe gibt es eine kleine Herausforderung, die Frey annehmen kann. Drei Herausforderungen können gleichzeitig aktiv sein und sie reichen von "Erledige X Feinde, die schwach gegen diesen Zauber sind" über "Schwebe 10 Sekunden ununterbrochen" bis "Springe über Gegner und greife sie von hinten an". Hat man eine Herausforderung absolviert, kann der entsprechende Zauber verstärkt werden, was in der Regel in mehr Schaden oder weniger Ausdauerkosten endet.

Schaffe, schaffe
In den großzügig verteilten Camps, in denen Frey sich erholen kann, kann sie auch craften. Hier kann sie Heiltränke brauen, ihre Taschen vergrößern oder ihre zwei Ausrüstungsarten verbessern. Frey kann einen Umhang und eine Halskette ausrüsten. Wie bereits erwähnt, liegt der Unterschied grundsätzlich im optischen Bereich. Bis auf eine Ausnahme verfügen alle Umhänge und Ketten über drei Slots, die mit Fähigkeiten befüllt werden können. Diese können frei gewählt werden und erhöhen Verteidigung, verstärken bestimmte Zauberarten, erhöhen die Crit-Chance oder halbieren Giftschaden. Auch die Grundwerte für Lebenspunkte und Verteidigung, die jeder Gegenstand mit sich bringt, können erhöht werden und so kann eigentlich jeder Umhang am Schluss die gleichen Werte haben, wenn man möchte. Einzigartigere Ausrüstung wäre hier sicherlich spannender gewesen.

Magische Welt
Optisch ist Forspoken aber über fast jeden Zweifel erhaben. Zwar sieht vor allem das erste Gebiet durch seine Wüstenthematik ein wenig eintönig und dröge aus, aber im späteren Verlauf bekommen wir auch abwechslungsreichere Gegenden präsentiert. Während der Kämpfe überzeugt der Titel nicht nur durch das interessante Monsterdesign, sondern auch durch die vielen Zaubereffekte und die flüssigen Animationen. Die Charakterdesigns der Menschen glänzen vor allem bei den Haupt- und wichtigen Nebenfiguren. Normale NPCs sehen hingegen ein wenig steiff und uninspiriert aus.



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Kai Wommelsdorf

Forspoken macht den Anschein, als wäre es vor allem erst einmal eine Tech-Demo für das Hexenparcours gewesen, für das dann anschließend ein rudimentäres Spiel zusammengezimmert wurde. Die riesige Open World ist voll mit schier endlosen Aktivitäten und dennoch ist sie unglaublich leer, da keine dieser Aktivitäten interessant oder abwechslungsreich ist. Das gesamte Gameplay beschränkt sich aufs Kämpfen, was durchaus Spaß macht, aber zumindest in den Dungeons könnte man das eine oder andere Rätsel als Abwechslung erwarten. Dazu kommt die unangenehme Tatsache, dass Frey das gesamte Spiel hinüber unglaublich arrogant und abweisend ist und eigentlich nie irgendjemandem helfen möchte. Wer nur ein wenig durch die Gegend laufen und kämpfen will, kann kurzweiligen Spaß haben, aber insgesamt bietet Forspoken zu wenig interessanten Inhalt.



Forspoken - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Kai Wommelsdorf

Screenshots














Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 7.125 Grafik: 9.00
Sound: 8.00
Steuerung: 7.50
Gameplay: 4.00
Wertung: 7.125
  • Schicke Grafik
  • Viele Zauber
  • Hexenparcours
  • Endlose aber langweilige Aufgaben
  • Kaum Sidequests
  • Arroganter Hauptcharakter
  • Kurze Main Story

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Rezension vom: 09.02.2023
Kategorie: Action
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