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Babylon's Fall

Entwickler: Platinum Games
Publisher: Square Enix

Genre: Rollenspiele
USK Freigabe: Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 70.00 €

Systeme: PC, PlayStation 4, PlayStation 5

Inhalt:

Der Ziggurat, der legendäre Turm zu Babel, lockt. Du bist ein Wächter, der aufgrund deines dir aufgezwungen Gideon-Sargs dazu verdammt ist, das Gebilde zu erforschen. Zum Glück bist du nicht alleine unterwegs. Dich begleiten Schicksalsgenossen und dich erwarten jede Menge Feinde, die dich in Babylon's Fall aufhalten wollen.



Meinung:

Seit einigen Jahren gibt es einen beunruhigenden Trend in der Videospielwelt. Immer mehr und mehr Spielepublisher setzen auf „Games as a Service“. Sprich: Ein Grundspiel, das möglichst zum Vollpreis verkauft und das dann möglichst lange mit neuen Add-Ons, die teilweise ebenfalls Geld kosten, am Leben erhalten wird. Häufig gibt es auch noch Mikrotransaktionen, die bestenfalls kosmetische Sachen enthalten.

Es war der Erfolg von Bungies Destiny, der diesen Trend losgetreten hat, allerdings waren nicht alle Versuche, das nachzuahmen, ebenso erfolgreich. Im Gegenteil: Viele Anläufe endeten im Desaster, was schlimmstenfalls, wie in Anthem, dazu führt, dass das Game bzw. die Weiterentwicklung eingestellt wird. Bestenfalls läuft es in solchen Situation wie bei Fallout 76 ab, das nach und nach spielbar und durchaus gut wurde.

Ein geniales Studio mit Höhen und Tiefen
Square Enix scheint in der letzten Zeit besonders auf Live-Service-Titel zu setzen, mit, sagen wir mal, überschaubarem Erfolg. Marvel’s Avengers darf seine weitere Existenz vermutlich der teuren Lizenz verdanken. Outriders ist ganz schnell von der Bildfläche verschwunden und das neue Chocobo GP für die Switch ist im Prinzip ein Freemium-Titel, der zum Vollpreis verkauft und von Kritikern und Fans nicht so ganz wohlwollend aufgenommen wurde. Parallel zu letzterem Game kam übrigens ebenfalls Babylon’s Fall heraus und mit diesem Spiel hatte ich besonders meine Probleme, sowohl als Vertreter von Games-as-a-Service, als auch aus Fanperspektive.

Dazu muss ich etwas ausholen. Entwickelt wurde das Spiel von Platinum Games, einem Spielestudio, von dem ich ein großer Fan bin. Seit ihrem Erstlingswerk MadWorld, das 2009 für die Wii herauskam, war es für mich ein Entwickler, der stets beste Unterhaltung ablieferte. Natürlich durchlief das Studio seit damals Höhen und Tiefen. NieR Automata war fantastisch und die Bayonetta-Reihe nicht ohne Grund legendär. Doch selbst die schlechteren Titel, wie Star Fox Zero, waren zwar nicht gut, aber eben wiederum kein kompletter Reinfall. Babylon’s Fall ist das erste Spiel des Studios, von dem ich geradezu entsetzt bin, weil es so katastrophal ist.

Es fängt schon mit einem Problem an, dass der geneigte Vielspieler bereits aus Ubisoft-Titeln kennt. Babylon’s Fall ist ein Vollpreistitel, mit einem Seasonspass und Mikrotransaktionen. Während eine Kombination aus den ersten beiden Aspekten noch in Ordnung geht, ist es der letzte Punkt, der bei mir hauptsächlich für Kritik sorgt. Zwar sind diese Transaktionen vorgeblich und vordergründig nur für kosmetische Sachen, doch ebenso werden Dinge wie Crafting-Materialien, die für bessere Waffen und Rüstungen sorgen können und dir einiges an Gegrinde sparen, sowie die ärgerlichen XP Booster, ebenfalls eine Spielabkürzung, angeboten! Unnötig zu sagen, dass alles mögliche getan wird, damit du früher oder später entnervt dann doch zuschlägst. So etwas hätte ich von einem Ubisoft-Titel erwartet, aber nicht von einem Square Enix-Spiel, das noch dazu von Platinum Games entwickelt wurde.

Schlauchförmig und unnötig
Auch der Levelaufbau ist langweilig geworden. Im Prinzip handelt es sich um schlauchförmige Level, in denen du dich aus der 3rd-Person-Perspektive durch enge Korridore von A nach B bewegst, dort Feinde besiegst, um dann weiterzumachen, bis du irgendwann beim Endboss angelangt bist. Abwechslung im Leveldesign? Mangelware. Es ist nicht vorgesehen, dass du mal links und rechts guckst oder, wie es bei den Topdown Hack’n Slay-Spielen wie Diablo der Fall ist, Geheimnisse entdeckst. Es gibt zwar in einigen Stages Elemente, die für Gameplayvarianz sorgen - so greift einmal in regelmäßigen Abständen ein Drache an, dessen Angriffen du ausweichen musst oder aber du musst in eine fliegende Festung gelangen und dafür von Plattform zu Plattform springen -, doch im Gesamtbild nerven diese Elemente und führen doch nur wieder auf das ungenügende Leveldesign zurück.

Das Kampfsystem ist hingegen durchaus interessant. Dank des Gideon Sarg genannten Artefakts, welches sich auf deinem Rücken befindet, bist du in der Lage, bis zu vier verschiedene Waffen mit dir zu führen. Zwei behältst du in den Händen und zwei schweben dank des Sargs auf deinem Rücken, jederzeit einsatzbereit. Je nachdem, wo sich eine Waffe befindet, agiert sie auch komplett anders. Pfeil und Bogen in den Händen bedeuten schnelles Feuer, während es vom Gideon Sarg aus mehr wie eine langsam feuernde Artillerie wirkt.

Doch auch hier gibt es Licht und Schatten. Das Kampfsystem macht gegen normale Feinde Spaß. Bei den stärkeren Gegnern verlierst du jedoch schnell den Spielspaß, was daran liegt, dass das Kämpfen gegen diese Feinde zu bloßem Buttonmashing und einem Geduldsspiel verkommt. Denn aufgrund ihrer Stärke sinkt der Lebensbalken nur sehr, sehr, sehr langsam, sodass du überwiegend damit beschäftigt bist, draufzuhalten und ab und an auszuweichen. Actiongeladen, wie es normalerweise bei Platinum Games der Fall ist, ist dies eben nicht.

Was für eine absolut schrottige Grafik!
Immerhin gibt es bei den Waffen und Rüstungen einiges an Abwechslung. Besonders in der Anfangs- und Mittelphase des Spiels bist du regelrecht gezwungen, ständig neue Items auszurüsten, sobald deine aktuelle Ausrüstung zu schwach ist. Du kannst diese zwar verstärken, doch diese Möglichkeit, die auch Ressourcen kostet, schaltet sich erst in der Spätphase von Babylon’s Fall frei. Dann hast du die Sachen womöglich schon verkauft oder gedroppt.

Dadurch, dass Babylon’s Fall ein Games as a Service-Titel ist, hat es einen erheblichen Multiplayer-Aspekt. Du kannst den Titel zwar durchaus solo durchspielen, doch ist es empfehlenswerter, sich Unterstützung zu holen, weil du damit schneller durch die Stages kommst. Das Problem von Babylon’s Fall ist, dass, sobald du in einer Party bist, du dein Loadout nicht mehr verändern kannst. Zwar wird die Problematik dadurch verringert, dass das Spiel eh keine Rollenklassen kennt und du deshalb keine rollenspezifische Ausrüstung mit dir herumtragen musst, allerdings sorgt dies am Ende dafür, dass du dich mit deinen Partykollegen, ohne großartig nachzudenken, durch die Gegner schlägst. Taktik ist dann überbewertet.

Der größte Minuspunkt von Babylon’s Fall nach den Mikrotransaktionen ist die Grafik. Denn hier wurde richtig Bockmist gebaut. Das ganze Characterdesign wirkt, als ob es aus der PS3-Ära stammt. Die Haare wirken wie eine undefinierte Masse, die auf den Kopf geklatscht wurde und die Levelumgebung  wirkt uninspiriert. Die Storysequenzen sind manchmal nur eine Reihenfolge von Bildern, in denen die Figuren ihre Position minimal verändert haben. Die ganze Zeit hast du außerdem den Eindruck, als ob über dem Spielgeschehen eine Art Patina liegt, was daran liegt, dass hier das Gefühl von einem Gemälde wiedergegeben werden soll, was allerdings überhaupt nicht funktioniert und das Design der Figuren erinnert an ein MMORPG aus der Mitte der 2000er Jahre.



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Götz Piesbergen

Ich liebe Platinum Games und bin entsetzt darüber, was sie mit Babylon’s Fall abgeliefert haben. Das Spiel ist zu großen Teilen ein kompletter Murks. Es ist ein Games as a Service-Titel, mit Seasonpass und Mikrotransaktionen. Das Leveldesign ist langweilig und stellenweise nervig geworden, es gibt keine Jobklassen und die Grafik allgemein ist zum Davonlaufen. Der ganze Titel wirkt lieblos dahingeklatscht.
Klar, wie bei so vielen anderen Liveservice-Games besteht immer noch die Möglichkeit, dass hier im Laufe der Zeit Besserung kommt. Aber ich befürchte, der Schaden ist angerichtet und der Ruf von Platinum Games ist fürs Erste mehr als nur angekratzt. Square Enix wird hoffentlich daraus lernen und für die Zukunft nicht mehr auf solche Sorten von Spiel setzen.



Babylon's Fall - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 5.4375 Grafik: 3.00
Sound: 8.00
Steuerung: 6.75
Gameplay: 4.00
Wertung: 5.4375
  • Interessantes Kampfsystem
  • Grauenvolle Grafik
  • Abwechslungsarmes Kampfsystem bei stärkeren Gegnern
  • Mikrotransaktionen bei einem Vollpreisspiel mit Seasonspass
  • Langweiliges, schlauchförmiges Leveldesign

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Rezension vom: 18.03.2022
Kategorie: Rollenspiele
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