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Desperados 3

Entwickler: THQ Nordic
Publisher: THQ Nordic

Genre: Strategie
USK Freigabe: keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 44,99 €

Systeme: PC, PlayStation 4, Xbox One

Testsystem: Intel® Core™ i7-4700MQ Prozessor; Windows 8.1; NVIDIA® GeForce® GTX 780M DirectX® 11 Grafik, 16 GB Arbeitsspeicher

Anforderungen: 64-Bit-Prozessor und -Betriebssystem benötigt // Betriebssystem: Windows 7 64-bit oder neuer // Prozessor: 3.0 GHz Dual Core (Intel i3-530 / AMD Athlon II X3 460) // Arbeitsspeicher: 8 GB RAM // Grafik: Nvidia GTX 560 / Radeon HD 5850, 2GB // DirectX: Ve

Inhalt:
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Das 2001 erschiene Strategiespiel Desperados: Wanted Dead or Alive löste seinerzeit Begeisterung in der Spielergemeinschaft aus. Der zweite Teil (Desperados 2 – Cooper's Revenge) versuchte – mit durchwachsenem Erfolg – mit einem integrierten 3D-Modus auch Shooterfreunde zu begeistern. Mit dem aktuellen Titel liegt ein Prequel zum erfolgreichen ersten Serienteil vor. Neben dem naheliegenden Vergleich zum ersten Teil gibt es auch einen zu einem anderen Genrevertreter: Shadow Tactics (2016), welches im alten Japan angesiedelt ist und insbesondere durch detailreich gestaltete Level glänzte und sogar von den gleichen Entwicklern stammt. Das Taktik-Genre erlebt derzeit - ob rundenbasiert oder in Echtzeit - nicht zuletzt Dank der X-Com-Reihe ein Comeback und versucht teilweise erfolgreich an den Ruhm damaliger Genregrößen wie Commandos anzuknüpfen. Ob Desperados 3 sich unter all den großen Namen behaupten und an den Glanz alter Zeiten anknüpfen kann?


Meinung:


In puncto Atmosphäre punktet Desperados gleich zu Beginn: Der coole Westernsoundtrack fällt bereits im Splashscreen positiv auf. Und wenn es schon um akustische Bonuspunkte geht: Die komplett deutsche Sprachausgabe ist makellos übersetzt und kann sich sehen lassen. Dann geht’s direkt ins Geschehen: Sengende Sonne, Skorpione huschen über den sandigen Boden, Wüste und Kakteen soweit das Auge reicht und zwei erschöpfte Reiter nähern sich einer Pferdetränke irgendwo im Nirgendwo... Schon das Tutorial ist extra schick. Die Anweisungen werden auf den Boden projiziert oder komplexere Funkionen an Questpunkten in Form kurzer Erklärsequenzen erläutert. So erfährt man beispielsweise, dass sich die Sichtkegel von Feinden dynamisch von grün in gelb färben, wenn man bemerkt wird. Es bleiben jeweils wenige Sekunden für eine Reaktion. Zu wissen, wo und wann man bemerkt wird, ist elementar, denn ein wildes Anstürmen und Niederschießen der Halunken führt nur sehr selten zum Erfolg. Stattdessen wird viel mit Tricks wie etwa einer geworfenen Münze zur Ablenkung gearbeitet. Auch auf einen herausfordernden Schwierigkeitsgrad wird im Tutorial vorbereitet. Die Quicksave- und Quickloadfunktion sollte häufig genutzt werden, denn Scheitern und Neuversuchen gehört zum Konzept. In der Tat nutze ich die entsprechenden Shortcuts recht häufig, ohne jedoch allzu frustriert zu sein.

Rahmenbedingungen und viel Komfort
Das Spielgeschehen stellt sich in einer schrägen Draufsicht dar, wobei die Kameraperspektive frei dreh-, scroll- und zoombar ist, was bei den großen Levelkarten eine sehr wichtige Funktion ist. Damit man nicht die Übersicht verliert, wird beim Drehen ein kleiner Kompass eingeblendet. Usability und Design greifen wie bei vielen Punkten des Spiels perfekt ineinander. Eine weitere schöne Komfortfunktion finde ich bei der Komplexität der Umgebung auch das Hervorheben möglicher interaktiver Objekte per Knopfdruck und die Möglichkeit, quasi vorzuspulen, in etwa wenn man einen Ablauf verstanden zu haben glaubt und nun warten muss, dass eine bestimmte Wache an unserem Versteck vorbeischlendert.

Je nach Mission steuert man eine verschiedene Anzahl von Charakteren, die nicht generisch entworfen werden, sondern Bestandteil einer Geschichte sind, was direkt zu einer weiteren Stärke des Titels passt, nämlich den glaubhaft gezeichneten, extravaganten und miteinander interagierenden Figuren. Das Spiel läuft generell in Echtzeit ab, kann aber per Tastendruck in den sogenannten „Showdown-Modus“ gebracht werden, dabei wird außer im härtesten Schwierigkeitsgrad das Spiel angehalten. Hier lässt sich für jeden Charakter eine Aktion planen, die dann synchron ausgeführt werden. Eine Verkettung mehrerer Befehle nacheinander wäre manchmal praktisch, würde die Komplexität des Features aber immens erhöhen und den Echtzeitfaktor des Gameplays abwerten.

Story
James Cooper, seines Zeichen der Vater des Spieleravatars, traut uns schon in jungen Jahren im Rahmen der Einführung so einiges zu. Wir dürfen Gegner ablenken, fesseln, Leichen in Büschen verstecken und Lasten auf ahnungslose Halunken stürzen lassen. Eine „Knarre“ jedoch bekommen wir auch am Ende des Tutorials noch nicht in die Hände. Jahre später scheinen wir das mit dem Messer drauf zu haben, was er uns als Junge beibringen wollte und finden uns mit unserem inzwischen erwachsenen Alter Ego mitten im Wilden Westen in einem Frachtwagen eines Zuges wieder, der – wie sollte es anders sein – ausgeraubt wird. So beginnt es. Im Verlauf der Geschichte lernen wir einige interessante Mitstreiter kennen und werden, wie sollte es anders sein, neben unserer persönlichen Vendetta auch in deren Probleme verwickelt. Die Story selbst lockt dabei keinen Rollenspieler hinter dem Ofen hervor, ist aber tragfähig genug, um einen glaubhaften Hintergrund für die ganze Kampagne zu liefern. Renderszenen oder ähnlich aufwändig inszenierte Elemente wird man jedoch vergeblich suchen.

Begleiter
Bereits das zweite Mitglied unserer Western-Swat-Truppe ist ein Mediziner, der auch Scharfschütze ist. Doc McCoy ist Serienveteranen bereits aus dem 1. Teil bekannt. Der Gute ist dafür schon etwas älter und klettert nicht mehr so gerne oder braucht länger, um Leichen zu verstecken. Sowas sollte im Folgenden bedacht werden, wenn die Quickload-Funktion nicht das meistgenutzte Feature des Spiels werden soll. Bereits in der zweiten Mission steht uns Hektor zur Seite, ein bärbeissiger Wilderer in bester Bud Spencer Manier, der als einziger Charakter zwei Leichen gleichzeitig tragen und dabei sogar rennen kann. Außerdem schleppt der Gute ein riesiges Bärenfangeisen mit sich herum. Das ist zwar gigantisch, aber merkwürdig unauffällig für Halunken. Fangeisen platziert, kurz gepfiffen und dann Versteck für die Leiche suchen. So lässt sich schon mal ein ganzes Gebäude voller Handlanger leerräumen. Die Unterschiedlichkeit der spielbaren Team-Mitglieder ist klasse. Im späteren Verlauf stoßen noch zwei weibliche Begleiterinnen dazu, deren Fähigkeiten die Gruppe interessant ergänzen: Verführung und Voodoo-Magie seien nur als Schlagworte genannt, um das Gameplay nicht zu sehr zu spoilern. In aller Regel führen viele Wege nach Rom und ob man sich Schritt für Schritt schleichend und messerwerfend durch den Wilden Westen meuchelt oder Männer mit ausgefallenen Kostümen in Sicherheit wiegt und sie mit einer versteckten Pistole erledigt, bleibt abseits missonsbedingter Besonderheiten oft dem Spieler überlassen.

Miniaturwunderland
Jeder der insgesamt 16 Missionen liegt eine völlig neu gestaltete Karte zu Grunde und diese Karten haben es in puncto Atmosphäre, Detailreichtum, Abwechslung und Komplexität in sich. Hier wurde merklich Mühe investiert und das hat sich ausgezahlt. Die bereits bei Shadow Tactics tollen Karten sind auch in diesem Titel von Mimimi Games ein echter Hingucker. Die Bandbreite reicht dabei von Wüstenszenarien, überfallenen Passagierzügen und Westernstädtchen über das Mississippi-Ufer bis ins tiefste Dixieland nach New Orleans. Die komplexe Gestaltung der Karten ist mehr als ein Schmankerl, denn die Vielfalt des Missionsdesigns baut darauf auf. Mal muss man ein bestimmtes Ziel lebend erreichen, mal Zielpersonen ausschalten, mal ein Gehöft verteidigen. Höhenunterschiede und teils sich dynamisch verändernde Deckungsverhältnisse werden dabei geschickt ins Missionsdesign einbezogen.

Hat man sich durch eine der teilweise riesigen Maps gekämpft, zeigt eine Übersichtskarte des Levels im Zeitraffer und mit kleinen Symbolen versehen noch einmal die Missionszusammenfassung an. Nicht notwendig, aber amüsant und hilfreich, wenn man sich auf Medaillen- oder – quasi gleichbedeutend – auf Achievement-Jagd befindet.



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters David Weigel Mit circa 30 Spielstunden auf normalem Schwierigkeitsgrad, um die Kampagne einmal durchzuspielen, erscheint der Spielumfang von Desperados 3 für einen Vollpreistitel okay. Ist man hinter Medaillen her oder möchte Bonusherausforderungen bewältigen, erhöht sich natürlich der Wiederspielwert. Mimimi Games macht sehr vieles richtig und schafft es, herausfordernde Level mit so viel Komfort und Details spielbar zu machen, dass es nie frustrierend wird. Für Genrefreunde ein Muss und für viele andere einen Versuch wert.



Desperados 3 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
David Weigel

Screenshots














Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 8.75 Grafik: 8.50
Sound: 8.50
Steuerung: 9.00
Gameplay: 9.00
Wertung: 8.75
  • Tolles Leveldesign
  • Sehr verschiedene Charaktere mit unterschiedlichsten Fähigkeiten
  • Häufig mehrere Lösungswege und nicht lineare Missionsdesigns
  • Soundtrack und deutsche Sprachausgabe tragen zur dichten Atmosphäre bei
  • Steile Lernkurve und etwas Frustrationstoleranz notwendig (genrebedingt)

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Rezension vom: 24.06.2020
Kategorie: Strategie
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