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Biomutant

Entwickler: Experiment 101
Publisher: THQ Nordic

Genre: Action
USK Freigabe: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 60 €

Systeme: PC, PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One, Xbox Series X/S

Inhalt:
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Die ersten Trailer von Biomutant hatten viel versprochen. Für nicht Wenige war der Titel DIE Rollenspiel-Hoffnung von 2021. Wer spielt schon nicht gerne einen Waschbär ganz im Stil von Guardians of the Galaxy? Außerdem wird damit von THQ Nordic auch wieder eine neue Marke auf den Markt gebracht. Allerdings muss sich Biomutant dafür auch gegen die anderen Open-World-RPGs behaupten. Ob das dem vergleichsweise kleinen Entwicklerteam von Experiment 101 gelungen ist? An Ideen hat es jedenfalls nicht gemangelt, aber taugt die Umsetzung auch spielerisch etwas? Ein frischer Wind im zunehmend gesättigten Open-World-Genre wäre mehr als wünschenswert, insofern: Daumen drücken!



Meinung:

Die Welt von Biomutant spielt in einer Postapokalypse. Unzählige Hinweise deuten auf eine frühere menschliche Existenz hin. Die Toxanol Corporation hat die Situation in Biomutant durch ihre rigoros schlechte Behandlung der Natur zu verantworten. Mittlerweile bevölkern nur noch haufenweise mutierte Wesen den Planeten, unter anderem mutierte Waschbären, die sich zu eigenen Stämmen mit Dörfern und Festungen zusammengeschlossen haben. Als einer der Vierbeiner (oder in diesem Fall Zweibeiner?) müssen wir die sterbende Welt retten. Der sogenannte Lebensbaum steht dabei im Fokus aller Lebewesen. Er liegt im Sterben, sofern man das von einem Baum behaupten kann. Durch genetische Evolutionen sind nach der Apokalypse mutierte Ungetüme entstanden – die Weltenfresser. Sie zerstören nach und nach den Lebensbaum. Die Zukunft der Welt liegt nun in den Pfoten eines Waschbären.

Viele Features bergen viele Probleme
Biomutant bietet viele Möglichkeiten, sehr viele. Hört sich gut an? Nun ja, sie sind aber leider sehr oft nicht zu Ende gedacht oder schlichtweg undurchsichtig präsentiert. Zu Beginn landet man in einem klassischen Charaktereditor und erstellt seinen Waschbär-Helden. Spezies, Klasse, Werteverteilung, Widerstandskraft und als rein optische Komponente kann der Fellstil und die Farbe gewählt werden. Die Klassen- und Spezieswahl definieren die grobe Werteverteilung von Vitalität, Stärke, Intellekt, Agilität, Charisma und Glück. Zudem bringt jede Klasse individuelle Zusatzfähigkeiten mit sich, beispielsweise Vorteile im Fernkampf oder beim Einsatz der Psi-Kräfte. Die Widerstandskräfte bieten Schutz in bestimmten Gebieten der Spielwelt. Hitze, Kälte, Radioaktivität und Biogefahr machen unserem Charakter nämlich zu schaffen. Durch das Aufsteigen im Level lassen sich die Charaktereigenschaften aber ohnehin im Spiel weiter individualisieren, insofern ist ein „schlecht“ erstellter Held kein Beinbruch.

Dann wäre da noch die Aura, die sich je nach unseren getroffenen Entscheidungen im Spiel der dunklen oder hellen Seite zuwendet und sich letztendlich auf den Ausgang des Abenteuers auswirkt.
Halten wir fest: Charakterwerte, Widerstandfähigkeit & Aura. Dazu gesellen sich die Psi-Punkte und die Bio-Punkte. Beide sind eine Art Währung, um weitere Fähigkeiten freizuschalten. Die diversen freischaltbaren Kombo- und Spezialangriffe sind das Tüpfelchen auf dem „i“. Selbstverständlich darf in einem RPG auch das Crafting von Waffen und Rüstungen nicht zu kurz kommen. Sammelt man fleißig Materialen, kann man sich viele verrückte Gegenstände basteln und vor allem weiter verbessern.

Klingt nicht nur alles sehr umfangreich, ist es auch! Das größte Problem daran ist die Zugänglichkeit und die verständliche Umsetzung. Die Menüführung ist durch diese vielen Möglichkeiten extrem unübersichtlich und macht es sehr schwer, wirklich zu verstehen, welche Dinge wichtig und entscheidend für die Charakterentwicklung und letzten Endes auch im Kampf sind.

Macht das Spiel dennoch Spaß?
Die Spielwelt von Biomutant glänzt zwar nicht bis ins kleinste Detail auf AAA-Niveau. Die Open-World ist aber jedenfalls hübsch anzusehen und lädt durchaus zum Entdecken ein. Der Entdeckerdrang belohnt den Charakter mit diversen versteckten Materialien und haufenweise Heilgegenständen, sowie einigen Schalterrätseln, die allerdings keine große Herausforderung darstellen. Nebenaufgaben dürfen ohnehin in keinem RPG mehr fehlen, insofern gibt es genug zu tun. Leider ist kaum ein Teil davon wirklich so richtig entscheidend belohnend. Mal abgesehen von den gesammelten Erfahrungspunkten.

Das Kampfsystem ist ein zweischneidiges Schwert. Der Charakter an sich steuert sich größtenteils super flüssig, sowohl außhalb von Kämpfen als auch im Gefecht und an Kampf-Features mangelt es ja, wie schon erwähnt, ohnehin nicht. Fernkampf, Nahkampf, Spezialangriffe, Kombis, da ist für jeden Etwas dabei. Mühsam hingegen ist das Anvisieren eines Gegners. Man bekommt den attackierten Gegner nicht, wie aus anderen Titeln gewohnt, in den Fokus, sodass sich der Kamerawinkel daran anpasst. Das erschwert die Kämpfe unnötig, aber man gewöhnt sich dran und auch ohne Fokusziel lassen sich Kämpfe problemlos meistern.

An eine Sache gewöhnt man sich allerdings nur schwer: Den gewählten Stil des Storytelling. Weder unser Charakter, noch die NPCs können sprechen oder - besser gesagt - verständlich sprechen. Sie brabbeln nur wirres Zeug, das danach von einer allgemeinen Erzählerstimme quasi übersetzt wird. Sowas kennt man beispielsweise aus Märchen und Fabeln, doch bei Biomutant passt es irgendwie absolut nicht. Dadurch baut sich kaum eine Bindung zu den Charakteren auf. Mit der Zeit möchte man diese Erzählerstimme am liebsten nur noch überspringen. Nur, dann bekommt man gar keine Story vermittelt. Vor allem sind es nicht nur die Dialoge, bei denen sich die Erzählerstimme zu Wort meldet. Auch während des Erkundens, in Kämpfen, praktisch zu jeder Gelegenheit werden unsere Taten mit einem Einzeiler kommentiert. Auf diese Weise zaubert auch der beste Spruch nur schwer ein Schmunzeln ins Gesicht. Diese Erzählform übertönt den gesamten Spieldurchlauf. Echt Schade!



Fazit:

Bei all den vielen Kritikpunkten und Baustellen von Biomutant muss man immer im Hinterkopf haben, dass hinter diesem Open-World-RPG nur ein sehr kleines Entwicklerteam steckt. Maßstäbe eines Red Dead Redemption 2 sollte man daher nicht ansetzen, das wäre schlichtweg nicht fair. Doch auch kleine Entwicklerteams haben schon hervorragende Spiele veröffentlicht. Bei diesem Spiel hat man für mich aber schlichtweg zu viel gewollt. Reduziert die Spielefeatures für die Charakterverbesserung, Hauptsache, sie sind spielerfreundlich und vor allem spürbar von Nutzen. Bei der mittlerweile aufkommenden Open-World-Sättigung spricht auch absolut nichts gegen eine kleinere Spielwelt. Die Anzahl an Spielstunden ist für mich schon lange kein Qualitätsmerkmal mehr. Im Gegenteil, oft schreckt mich eine enorme Spielzeit von einer vermeintlichen Spieleperle sogar ab. Das Sprichwort „weniger ist oft mehr“ passt hier nur allzu gut. Die richtige Form des Storytelling ist mit Sicherheit Geschmackssache, aber die Umsetzung in Biomutant ist wirklich nicht besonders gut gelungen. Nicht eine Haupt- oder Nebenaufgabe ist mir besonders im Gedächtnis hängen geblieben. Das ist vor allem dem anstrengenden Sprecher geschuldet. Auch weniger Budget spricht nicht zwangsweise gegen eine gut erzählte Geschichte. Bleibt abschließend die Frage der Kaufempfehlung zu klären. Nun, zum Vollpreis kann ich den Titel schwer empfehlen. Hier sollte man wirklich wissen, worauf man sich einlässt. Bei einer günstigen Kaufgelegenheit kann sich das Spiel aber durchaus für RPG-Fans lohnen. Immerhin ist das verrückte Setting mit einem Kung-Fu Waschbär schon ein witziges Spiel. Ich persönlich würde dem Spiel durchaus mehr Erfolg gönnen, da man hier wirklich etwas Neues versucht und nicht auf altbewährte Spiele-IPs zurückgegriffen hat. Während des Tests waren die Entwickler auch schon fleißig am Nachbessern und haben die Stimmen der Spielerschafft gehört. Lobenswert, doch bei Biomutant müsste man grundlegende Dinge ändern. Mit diesem Titel bin ich nicht wirklich warm geworden.



Biomutant - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Michael Renner

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 7 Grafik: 7.00
Sound: 6.00
Steuerung: 7.50
Gameplay: 7.50
Wertung: 7
  • Farbenfroh designte Spielwelt
  • Angenehme Spielzeit für ein RPG
  • New Game+ Möglichkeit nach Abschluss
  • Unübersichtliche Charakterverbesserungen
  • Anstrengende NPC-Dialoge
  • Kaum erinnerungswerte Quests

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Rezension vom: 08.06.2021
Kategorie: Action
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