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Tennis World Tour 2

Entwickler: Big Ant Studios
Publisher: Nacon

Genre: Sport
USK Freigabe: Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 43,86 €

Systeme: PC, PlayStation 4, Xbox One

Inhalt:
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Passender kann ein Release für ein Tennisspiel eigentlich nicht sein: Schließlich stand erst vor wenigen Wochen mit Alexander Zverez nach Michael Stich im Jahr 1994 endlich mal wieder ein Deutscher im Finale der US Open. Zwar unterlag der Hamburger dort dem Österreicher Dominic Thiem, dennoch konnte er mit seiner Spielweise nach langer Zeit mal wieder für Tennis-Begeisterung sorgen. Ob Tennis World Tour 2 mehr als nur auf dieser Welle reiten und die Tennisfans ebenso von sich überzeugen kann, haben wir für Dich getestet.

Meinung:

Die Sache mit den Lizenzen
Der erste Auftritt der Marke Tennis World Tour ging 2018 gehörig nach hinten los. Damals kritisierte ich zum Beispiel das zu dominante Hilfesystem, die eingesetzten Skill-Karten, technische Probleme, fehlende Turnier-Lizenzen sowie die Steuerung. Es gab aber auch einen Hoffnungsschimmer, denn unter all diesen Problemen verbarg sich irgendwo ein durchaus gutes Tennisspiel, das eben nur keine Chance hatte, sich zu zeigen.
Und dieses Jahr? Schaffen es die Big Ant Studios, die die Entwicklung vom Breakpoint Studio übernommen haben, diese Probleme beiseite zu schieben und endlich das gute Gameplay ans Tageslicht zu hieven? Verbesserungen wurden auf jeden Fall angekündigt. Doch wenn man sich dann einmal die Feature-Liste anschaut, wird einem direkt wieder Angst und Bange. Von neuen, offiziell lizenzierten Turnieren ist dort zum Beispiel nichts zu sehen. Zwar gibt es beim Kauf der digitalen ACE-Edition das Roland Garros-Turnier samt den Stadien Philippe-Chatrier, Suzanne-Lenglen und Simonne-Mathieu sowie das Tie Break Tens Turnier, ansonsten sucht man im gesamten Spiel aber umsonst nach bekannten Turnieren. Gleiches gilt auch für die Stadien. Auch hier erhält man lediglich über die ACE-Edition Zugriff auf offiziell lizenzierte Stadien (neben den bereits genannten Stadien des Roland Garros-Turniers ist hier noch das Estadio Manolo Santana der Madrid Open und die OWL-Arena der Halle-Open enthalten), ansonsten muss man auch hier mit irgendwelchen Fantasie-Stadien Vorlieb nehmen.

Mehr Spielerinnen und Spieler
Was die Lizenzen der Turniere und Stadien angeht, gibt es also leider keinerlei Verbesserungen. Etwas anders sieht dies bei den Spielern und Spielerinnen aus. Im ersten Tennis World Tour konnte man hier noch zwischen 30 offiziell lizenzierten Charakteren auswählen. Diesmal ist diese Zahl auf 36 erhöht worden (als Vorbesteller erhielt man zusätzlich noch die beiden Legenden Marat Safin und Gustavo Kuerten). Obwohl darunter viele namhafte Spieler und Spielrinnen sind, wie etwa Nadal, Federer, Thiem und natürlich Zverez auf Seiten der Herren und die aktuelle Nummer 1 Ashleigh Barty, Svitolina und Bertens auf Seiten der Damen, fehlen doch einige bekannte und vor allem erfolgreiche Namen. So fehlen mit Halep, Osaka, Pliskova und Kenin zum Beispiel die aktuellen Nummer 2,3,4 und 6 der WTA-Weltrangliste. Auch von der deutschen Nummer 1 Angelique Kerber, die noch das Cover des ersten Teils zieren durfte, ist weit und breit nichts mehr zu sehen. Genauso sucht man verzweifelt nach Legenden wie Pete Sampras oder Boris Becker. Ob später noch andere Spielerinnen und Spieler nachgereicht werden (kostenlos oder per DLC) kann ich leider nicht sagen. So ist die Auswahl aber trotz der Erhöhung auf 36 Charaktere doch etwas enttäuschend.

Gute Ansätze
Etwas, was mir vor zwei Jahren sehr gut gefallen hat, war das reine Gameplay. Dieses bot nämlich alle aus dem echten Tennis bekannten Schlagvarianten und sorgte auch sonst für ein tolles Tennisgefühl. Leider wurde dieses vor allem durch irgendwelche Skill-Karten komplett zerstört. In Tennis World Tour 2 sieht dies leider nicht viel besser aus. Doch kommen wir erst einmal zu den positiven Dingen, die es durchaus zu vermelden gibt. So wurde zum Beispiel das Hilfesystem heruntergeschraubt und greift einem nun nicht mehr so stark unter die Arme.
Ebenfalls sehr positiv ist, dass die Schlagmechanik ein wenig überarbeitet wurde und nun vor allem auf die Stellung zum Ball und der eingesetzten Kraft basiert. Leider stellt sich aber schnell heraus, dass vor allem ersteres eine echte Herausforderung darstellt. Denn aufgrund der Tatsache, dass die Steuerung aus dem ersten Teil übernommen wurde und somit das Laufen des Charakters als auch das Justieren der Schlagrichtung mit dem linken Stick ausgeführt wird, fehlt einem die benötigte Präzision. Weshalb man beide Befehle nicht einfach auf die beiden Analog-Sticks aufgeteilt hat, ist mir wirklich schleierhaft. Stattdessen hat man lieber eine Anzeige eingebaut, an der man erkennen soll, wann der perfekte Zeitpunkt ist, den Ball zu schlagen. Leider stellt sich aber auch diese in der Praxis schnell als relativ unbrauchbar heraus, da man selbst nach Stunden noch nicht genau erkennt, auf welchem System das Timing fußt. So benötigt es erst einmal ein paar Stunden, in denen man sich an die Steuerung und das richtige Schlagtiming gewöhnen muss. In dieser Zeit kann man sich dann nicht einmal an der guten Ballphysik erfreuen, die sich sogar von Bodenbelag zu Bodenbelag ändert und den Ball in der Halle zum Beispiel schneller springen lässt, als es auf Sand der Fall ist.

Arcade anstatt Simulation
Bleibt die Frage, ob sich die ganze Mühe, sich all dies anzueignen, überhaupt lohnt. Denn auch wenn es sich bisher so anhört, ist Tennis World Tour 2 leider keine reinrassige Tennissimulation geworden. Leider haben es auch wieder die von mir so verhassten Skill-Karten ins Spiel geschafft. Diese Karten, von denen man sich vor einer Partie fünf Stück aussucht und die einem anschließend dann Vorteile einbringen (z.B. gesteigerte Ausdauer oder einen präziseren Aufschlag) machen das ganze Vorhaben, Tennis World Tour 2 zu einer Tennissimulation werden zu lassen, vollkommen zunichte. Wieso man sich wieder für diesen Weg entschieden hat, ist mir, ehrlich gesagt, ein absolutes Rätsel. Die Entwickler selbst sprechen über die Skill-Karten von einem taktischen Mittel, bei dem der Spieler genau überlegen muss, wann er welche Karte einsetzt, um die Partie zu gewinnen. Meines Erachtens bewirken sie aber nur, dass aus einer angestrebten Simulation ein Arcade-Spiel wird, bei dem Können zweitrangig ist. Bleibt nur zu hoffen, dass Publisher und Entwickler dies beim nächsten Mal auch einsehen. Denn wie sich bei Onlinespielen, in denen beide Spieler auf den Einsatz von Skill-Karten verzichten, zeigt, macht das Spielen ohne Skill-Karten wesentlich mehr Spaß – zumal es hier dann tatsächlich auf Skill ankommt, allerdings eben auf das der Spieler an den Controllern.

Langwierige und langweilige Karriere
Abgesehen vom Online-Multiplayermodus, in dem man entweder im direkten 1vs1 oder im Doppel, sprich 2vs2, gegeneinander antreten kann, gibt es im Einzelspielermodus noch die Exhibitionspiele, in denen man in beliebigen Paarungen gegen den CPU antritt, sowie die Möglichkeit, eigene Turniere zu erstellen. Das Hauptaugenmerk liegt aber ganz klar auf dem dritten Spielmodus, nämlich dem Karrieremodus. Hier gilt es, mit einem eigens erstellten Charakter bis an die Spitze der Weltrangliste zu kommen. Der Weg dorthin ist aber nicht nur langwierig, sondern auch mit einigen Enttäuschungen gepflastert. Das fängt schon beim Erstellen des eigenen Charakters an: Der hierzu genutzte Editor bietet einem nämlich nur wenige Möglichkeiten, weshalb man nie genau den Charakter erstellen kann, den man vor Augen hatte.
Enttäuschend geht es dann auch weiter. Anstatt einer spannenden und abwechslungsreichen Karriere erwartet uns im Prinzip nämlich immer der gleiche Trott: an Turnieren teilnehmen, trainieren und mit dem Trainer sprechen. Das Vorgehen bei den Turnieren dürfte dabei selbsterklärend sein und auch das Training gestaltet sich mit dem Erledigen bestimmter Aufgaben – zumeist das Ausführen bestimmter Schlagtechniken – so, wie man sich das vorgestellt hat. Beim Trainer sieht es allerdings anders aus. Denn anstatt einem mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, kann man hier einfach gegen Geld neue Fähigkeiten erwerben. Das hätte man sicherlich wesentlich besser machen können.
Gleiches gilt auch für das Drumherum – denn das gibt es schlicht und ergreifend nicht. Es gibt keine Zeitungsausschnitte oder Pressekonferenzen, die einem den Spieler/die Spielerin ein wenig näher bringen oder zumindest zur Charakterbildung dienen könnten. So wirkt diese Karriere leider nicht nur vollkommen lieblos, sondern macht einem persönlich auch wenig Spaß. Die Motivation, sich den langwierigen (und langweiligen) Weg bis an die Weltranglistenspitze zu erkämpfen, geht einem schon nach wenigen Minuten ab, weshalb man sich wohl nur eine begrenzte Zeit in der eigenen Karriere wiederfinden dürfte.

Hier stöhnt Nadal noch selbst
Nachdem ich nun schon so viel über irgendwelche Enttäuschungen berichten musste, würde ich den Test gerne mit etwas Positivem beenden. Doch leider macht einem das Spiel dieses Vorhaben nicht ganz einfach. Denn auch beim Blick auf die Technik gibt es nicht viel, was man als positiv ansehen kann. Die Grafik wirkt zwar ganz okay, hätte so aber auch schon auf der PS3 oder Xbox 360 laufen können. Immerhin gibt es keine Ruckler oder andere Fehler. Auch dass die Spieler und Spielerinnen allesamt recht gut zu erkennen sind, ist positiv anzumerken. Schade ist allerdings, dass die typischen Bewegungen der Stars hier nicht wiederzuerkennen sind und sich im Prinzip alle gleich bewegen (was übrigens auch für deren Spiel gilt. Denn auch spielerisch ist zwischen den einzelnen Spielern und Spielrinnen kein Unterschied zu merken). Immerhin darf man aber dem Originalgestöhne von Nadal, Federer und Co. lauschen, was für die meisten aber wohl auch nur ein kleiner Trost sein dürfte.

Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Stefan.Heppert Nach der doch sehr enttäuschenden Premiere im Jahr 2018 habe ich diesmal auf eine deutliche Verbesserung gehofft. Nach meinem Test muss ich aber leider sagen, dass diese Hoffnung nicht erfüllt wurde. Zwar gibt es in Tennis World Tour 2 gerade in Sachen Spielmechanik ein paar kleinere Verbesserungen, die aber durch alte Probleme so gut wie zunichtegemacht werden. Auch die Tatsache, dass es wieder Skill-Karten ins Spiel geschafft haben, hat mir nicht zugesagt. Wenn ich ein Arcade-Tennisspiel spielen möchte, greife ich zu Mario Tennis und Konsorten. Mit Roger Federer, Ashleigh Barty und Co. möchte ich hingegen ein möglichst realistisches Tennisspiel genießen, was hier aber leider aufgrund eben jener Skill-Karten nicht möglich ist.

Tennis World Tour 2 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Stefan.Heppert

Screenshots














Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 5.75 Grafik: 6.00
Sound: 5.00
Steuerung: 6.00
Gameplay: 6.00
Wertung: 5.75
  • Schlagmechanik-Verbesserungen...
  • Gute Ansätze
  • 36 original Spielerinnen und Spieler...
  • Onlinemodus mit bis zu vier Spielern
  • ...die aber kaum zum Tragen kommen
  • Altbackene Technik
  • ...unter denen aber viele bekannte Namen fehlen
  • Langweilige Karriere
  • Skill-Karten machen das Spiel zu einem Arcade-Spiel

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Rezension vom: 05.10.2020
Kategorie: Sport
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