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FIFA 20

Entwickler: Electronic Arts
Publisher: Electronic Arts

Genre: Sport
USK Freigabe: Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: ab 49,99 €

Systeme: PC, PlayStation 4, Xbox One

Inhalt:
fifa_20_logo


Dieses Jahr wurde vor allem der nagelneue VOLTA-Modus groß angepriesen. Doch was hat FIFA 20 sonst noch zu bieten? Unser Test zeigt es euch.

Meinung:

Von 2005 bis 2012 frönte EA mit FIFA Street dem Straßenfußball. Obwohl der arcadige, unkomplizierte Fußballspaß viele begeisterte, warteten Fans seitdem vergeblich auf eine Fortsetzung. Diese Lücke soll nun der neue VOLTA-Modus in FIFA 20 schließen, in dem es ebenfalls vom gepflegten grünen Rasen in die Cages dieser Welt geht. Abseits, Fouls oder Grätschen sind hier Fremdwörter, stattdessen wird getrickst, der Ball schnell auf engstem Raum hin- und hergepasst und versucht, ihn in die nur handballgroßen oder gar noch kleineren Tore zu bekommen.
Obwohl es weniger Tricks gibt als damals in FIFA Street und man sich als alteingesessener FIFA-Profi erst einmal an das dynamischere Gameplay, die direktere Steuerung und veränderte Schussmechanik (Schüsse können ausschließlich manuell ausgeführt werden) gewöhnen muss, macht der VOLTA-Modus eine Menge Spaß. Dafür sorgen neben den 17 verschiedenen Locations auch zahlreiche unterschiedliche Regeln, die von unterschiedlichen Feldgrößen bis hin zur Wahl, ob man mit oder ohne festen Torhüter spielen will, eine Menge Abwechslung bieten.
Dass dieser Modus viel mehr als nur eine nette Dreingabe ist, beweist die Tatsache, dass man nicht nur offline und online an schnellen Spielen bzw. Turnieren teilnehmen kann, sondern dass um ihn herum eine ganze, rund sechsstündige Story gestrickt wurde, die nun die direkte Nachfolge des äußerst beliebten und im letzten Jahr zu Ende gegangenen Storymodus „The Journey“ darstellt. Rein von der Aufmachung her kann der Straßenfußball dabei mit „The Journey“ durchaus mithalten. Grafisch wie immer top gibt es auch wieder einige ebenso toll aussehende Zwischensequenzen, die das Spielgeschehen immer wieder auflockern. Storytechnisch hinkt er hingegen weit hinterher. Natürlich war auch die Geschichte rund um Alex Hunter nicht perfekt, aber immerhin bot sie nicht nur eine gewisse Charakterentwicklung, sie forderte von einem auch einige Entscheidungen, die sich dann auf den späteren Verlauf auswirkten. All dies fehlt hier komplett. Bei den vollkommen klischeehaften Charakteren, deren auf Teufel komm raus gewollt wirkender Coolness und den lächerlich wirkenden Sprüchen kommt einem vielmehr sofort Need for Speed Payback in den Sinn, in dem man ebenso bescheuerte Typen miterleben musste.
Immerhin kann man seinen wahlweise männlichen oder weiblichen Charakter äußerlich und sportlich nach seinen Wünschen formen. Dazu steht einem nicht nur ein großer Editor zur Verfügung, in dem man sein Aussehen erstellen und aus zig Klamotten auswählen kann, sondern auch ein großer Skilltree, mit dem man im Laufe der Zeit seine Offensiv-, Defensiv- oder Athletik-Fähigkeiten verbessern kann. Ob einem allein das ausreicht, um sich sechs Stunden lang das pseudo-coole Getue der vollkommen austauschbaren Charaktere anzutun, muss jeder für sich entscheiden.

Klassischer Fussball
Zum Glück ist man ja aber nicht auf den VOLTA-Modus beschränkt. Wer mit dem coolen, hippen Getue gar nichts anfangen kann oder sich einfach wieder nach dem klassischen Fußball auf dem grünen Rasen sehnt, für den hat FIFA 20 auch wieder einiges zu bieten. Mit dem schnellen Spiel, der Champions League, den Skill-Spielen, Turnieren, dem Ultimate Team und der Karriere, ist die Auswahl hierbei zwar mit der aus FIFA 19 identisch, getan hat sich aber dennoch etwas.
So stehen im schnellen Spiel nun zum Beispiel mit Best-of-Serien, Heim & Auswärts-Duellen und neue Hausregeln, wie etwa, dass nur Volleytore zählen, neue Spielvarianten zur Verfügung, die das Spielgeschehen auflockern.
Im Karrieremodus kann man nun hingegen als TrainerIn seinen Weg machen. Zudem steht man nun ab und an vor und nach den Spielen der Presse in Pressekonferenzen oder Interviews Frage und Antwort, wobei die Antworten direkten Einfluss auf die Moral der ganzen Mannschaft oder einzelne Spieler haben. Leider wirken die Interviews recht starr und die Fragen wiederholen sich sehr schnell, manchmal passen sie auch gar nicht zum gerade absolvierten Spiel. Wenn man gerade 6:0 gewonnen hat und man bereits zur Pause mit 3:0 führte, ist die Frage, ob das Spiel auch andersrum hätte ausgehen können, wohl völlig fehl am Platz. Am Ende sind die Interviews zwar eine durchaus gute Idee, werden durch die ganzen Fehler aber auch schnell zur lästigen Pflichtaufgabe.
Startet man seine Karriere als Spieler, kann man sich obendrein noch über genaueres Feedback und Anweisungen freuen, die in den Vorgängern immer etwas schwammig wirkten.
Obwohl die Arbeiten an der Karriere also eher übersichtlich ausgefallen sind, haben sich dennoch ein paar lästige Bugs und Fehler ins Spiel geschlichen. Der wohl nervigste betrifft dabei die Aufstellungen der KI-Vereine. Hier kommen nämlich vor allem die zweiten, dritten oder gar vierten Torhüter anstatt der etatmäßigen Nummer eins zum Einsatz. Bei den Topvereinen ist es sogar noch schlimmer. Die schonen auch ihre Topspieler sehr oft, wodurch ich in meiner Trainerkarriere miterleben musste, wie der FC Bayern München in der ersten und der BVB in der zweiten Saison sang und klanglos in die zweite Liga abgestiegen sind. Solche Fehler sind einfach ärgerlich und rauben dem Spiel den an sich selbst gestellten Anspruch auf Realismus.

FIFA Ultimate Team Modus = Mikrotransaktionen
Auch im äußerst beliebten FIFA Ultimate Team Modus erwarten einen wieder ein paar Neuerungen. Leider ändern aber auch die neu hinzugekommenen, wechselnden Saisonereignisse, die einem, wenn man sie erfolgreich meistert, einiges an Ingamewährung einbringen, nichts daran, dass der Ultimate Team Modus eine echte Geldfalle ist. Denn auch wenn diese neue Möglichkeit der Ingamewährungsbeschaffung sicherlich ein guter ist, reicht er bei weitem nicht aus, um sich ein konkurrenzfähiges Team aufzubauen. Wer Online nicht eine frustrierende Niederlage nach der anderen einfahren möchte, kommt also quasi nicht dran vorbei, sich gegen Echtgeld zusätzliche, hochwertige Kartenpacks zu kaufen. Ich habe meine Meinung dazu nicht zuletzt in meinem NBA 2K20-Test kundgetan, weshalb ich an dieser Stelle nicht mehr allzu viel dazu sagen möchte. Nur soviel: Wer es unbedingt will, kann natürlich zu den ohnehin bereits rund 50 Euro, die das Spiel kostet, noch weiteres Geld in irgendwelche virtuellen Karten stecken und hoffen, dass dabei die gewünschten Spieler rauskommen. Man kann sein Geld aber sicherlich auch für wesentlich bessere Dinge ausgeben. Warum das so gesparte Geld nicht mal spenden oder seinen Eltern eine Freude machen? Um nur mal zwei Beispiele zu nennen.


Kein Juve? Wen juckt's?
Glücklicherweise ganz ohne zusätzliches Geld erhält man in FIFA 20 wieder einmal ein riesiges Paket an offiziellen Lizenzen. Denn auch wenn mit Juventus Turin (die nun als Piemonte Calcio vertreten sind) und der Allianz Arena zwei große Namen rausgefallen sind, herrscht in FIFA 20 sicherlich kein Mangel an Lizenzen. Ganz im Gegenteil – mit der rumänischen Liga 1 sowie der BayArena (Bayer 04 Leverkusen), WWK Arena (FC Augsburg), wohninvest WESERSTADION (Werder Bremen), Merkur Spiel-Arena (Fortuna Düsseldorf), Commerzbank-Arena (Eintracht Frankfurt), PreZero Arena (TSG 1899 Hoffenheim), RheinEnergieSTADION (1. FC Köln), Red Bull Arena (RB Leipzig), OPEL ARENA (1. FSV Mainz 05), Volkswagen Arena (VfL Wolfsburg), HDI-Arena (Hannover 96), Max-Morlock-Stadion (1. FC Nürnberg), Mercedes-Benz Arena (VfB Stuttgart), Bramall Lane (Sheffield United), Groupama Stadium (Olympique Lyon) und dem Atatürk Olimpiyat (Istanbul) sind eine neue Liga und zahlreiche neue offiziell lizenzierte Stadien hinzugekommen. Somit sind im gesamten Spiel nun 87 offiziell lizenzierte Stadien (hinzukommen noch 29 Fantasiestadien) sowie 37 (größtenteils) offiziell lizenzierte Ligen (darunter natürlich auch wieder die 1. und 2. Bundesliga sowie die 3. Liga) zu finden. Obendrein gibt es noch einige Teams aus dem Rest der Welt (z.B. die Kaizer Chiefs aus Südfafrika, Dinamo Zagreb, Slavia und Sparta Prag), Spezialteams (adidas und MLS all-Stars), 48 Nationalmannschaften, von denen 29 komplett lizenziert sind (bei den restlichen gibt es eventuell generische Trikots/Wappen oder auch Spieler), sowie 14 Frauennationalmannschaften (u.a. Deutschland, USA, Frankreich), bei denen die Brasilianerinnen allerdings generisch erstellt sind.
Für genügend Authentizität ist also wahrlich gesorgt, aber leider hat das auch seine Schattenseite. Bei so vielen offiziell lizenzierten Ligen und damit verbundenen Mannschaften ist es klar, dass nicht jeder Spieler ein Ebenbild seines realen Vorbildes sein kann. Die Superstars wie Cristiano Ronaldo, Lionel Messi, Kylian Mbappè oder Neymar erkennt man natürlich auf den ersten Blick. Bei der Mehrzahl der Spieler braucht es aber schon mal einen zweiten oder auch dritten, um ihn als Spieler XY identifizieren zu können. Insgesamt sieht FIFA 20 aber dennoch wieder einmal toll aus. Die genutzte Frostbite-Engine sorgt für tolle Schatten und Wettereffekte, schön anzusehende Stadien mit einem ebenso ansehnlichen Publikum und zumeist butterweiche Animationen (nur in manchen Situationen, wie etwa dem harten Tackling, wirken diese etwas zu mechanisch).

Guter Fußball mit Schönheitsfehlern
Realismus ist aber nicht nur bei den Lizenzen gefragt, auch auf dem Rasen möchte man natürlich so nah wie nur möglich an den realen Fußball heranreichen. Dies hat EA bereits in den letzten Jahren gut geschafft, weshalb auch dieses Jahr wieder nur Feinarbeit geleistet wurde. So wurde zum Beispiel an der Ballkontrolle gearbeitet, sodass man dieses Jahr noch besser auf bestimmte Situationen reagieren kann. Dazu gehört zum Beispiel das neue Seitwärts-Dribbling, mit dem man seinen Gegenspieler von nun an düpieren kann. Ebenfalls neu sind die Active-Touch-Zweikämpfe, die wesentlich präziser sind. Passend dazu gibt es auch eine Handvoll neuer Animationen, die das Spiel noch dynamischer und realistischer wirken lassen. Zudem wurden auch die Schüsse überarbeitet, wodurch man nicht nur präziser passen und schießen, sondern auch den Ball leicht anlupfen kann. Ebenfalls möglich ist es nun, den Ball bei Freistößen mit Topspin, Seitwärts- oder Flatterdrall zu schießen. Obwohl es etwas frickelig ist, solche Schüsse anzubringen, sind sie doch sehr effektiv. Die Torhüter-KI hat mit solchen Schüssen nämlich ihre liebe Mühe und Not. Leider ist das aber nicht das einzige Problem, das mir während meines Tests aufgefallen ist. Auch die Ballphysik kann nicht immer vollends überzeugen. Gerade bei den neuen, nur leicht angelupften Pässen, aber auch bei Pressschlägen, verspringt der Ball gerne mal etwas unrealistisch. Ein weiteres Problem gibt es beim Spieltempo. Dieses wurde dieses Jahr zwar insgesamt wieder etwas heruntergeschraubt, allerdings gilt dies wohl nicht für die Flügelspieler. Wenn man dort flinke Spieler positioniert hat, können sie eine Abwehr mit Leichtigkeit übersprinten oder mit einem gekonnten Trick ausspielen und so zu leichten Torabschlüssen kommen. Wie man EA kennt, wird sich der Publisher dieser Probleme aber sicherlich schon bald anhand eines Patches annehmen.

Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Stefan.Heppert Natürlich ist VOLTA cool und eine echte Bereicherung für FIFA, allerdings dürfte er auch Geschmackssache sein. Für viele dürfte das hippe Getue nämlich einfach nur nervig sein. Umso bedauerlicher ist, dass FIFA 20 daneben nicht viel Neues zu bieten hat. Klar wurde hier und da ein wenig am Gameplay, an der Grafik und den Modi gefeilt, sodass FIFA 20 insgesamt runder wirkt, wirklich Nennenswertes gibt es bei all dem aber nicht. Genau das macht es für mich so schwer, das neue FIFA richtig zu bewerten. Es ist zwar wirklich gut, aber reicht all das aus, um für FIFA 20 eine uneingeschränkte Kaufempfehlung auszurufen? Meines Erachtens nicht, doch das wird nichts daran ändern, dass bereits jetzt Millionen von Fußball-Fans wieder zugegriffen und wahrscheinlich auch wieder viel Geld in ihr Ultimate Team gesteckt haben.

FIFA 20 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Stefan.Heppert

Screenshots














Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 8.75 Grafik: 8.50
Sound: 8.50
Steuerung: 9.25
Gameplay: 8.75
Wertung: 8.75
  • Riesiges Lizenzpaket
  • Mit VOLTA ein neuer Modus
  • Zahlreiche Spielmodi und Spielvarianten
  • Schöne Grafik, klasse Atmosphäre
  • Neue Dribbel- und Schussmechaniken
  • Ultimate Team Modus immer noch zu sehr Pay-2-Win
  • Abgesehen von VOLTA kaum Neuerungen
  • VOLTA wirkt gewollt cool
  • Torhüter haben Probleme mit den neuen Topspin, Seitwärts- oder Flatterdrall-Schüssen
  • Ballphysik nicht immer ganz realistisch

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Rezension vom: 07.10.2019
Kategorie: Sport
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