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Code Vein

Entwickler: Bandai Namco
Publisher: Bandai Namco

Genre: Action
USK Freigabe: Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 60 €

Systeme: PC, PlayStation 4, Xbox One, Xbox One X

Inhalt:

Code_Vein

Ein Action-RPG im japanisch angehauchten Anime-Look gepaart mit der "Dark Souls-Formel" von From Software – geht das? Bandai Namco hat schon als Publisher der Soulsborne-Titel praktisch ein Genre kreiert und die Spieler damit teilweise an den Rand der Verzweiflung gebracht. Trotz der hohen Schwierigkeit waren die Spiele aber zu keiner Zeit unfair. Mit Code Vein hat sich Bandai Namco selbst um die Entwicklung gekümmert und genau diese interessante Kombination gewählt. Am Grundgerüst ist nichts zu bemängeln. Auch das vampirähnliche Setting sieht auf den ersten Blick cool aus. Doch ob sich das Spiel bei Fans durchsetzen kann? Ein simpler Klon der Souls-Spiele reicht längst nicht mehr, um Spieler zu überzeugen. Dazu gehört mittlerweile wesentlich mehr, als ein hoher Schwierigkeitsgrad.



Meinung:

Eine nachvollziehbare Story?
Die erste, schwere Aufgabe beginnt in Code Vein schon vor Spielbeginn. Ein umfangreicher Charaktereditor lädt zum Gestalten seiner Spielfigur im Animestil ein. Das Tutorial im Anschluss bietet einen guten Eindruck über Kampfsystem, Ausrüstung, die wechselbaren Klassen und die Spielmechanik insgesamt. Danach geht’s ab in die richtige Spielwelt. Ganz klassisch hat unser Held offenbar einen Gedächtnisverlust erlitten. Man erwacht in einer, aufgrund einer Katastrophe zerstörten, Stadt. Erst nach und nach wird die aktuelle Lage der Welt erklärt. Parasiten verbreiten eine Seuche und erwecken Verstorbene wieder als sogenannte Wiedergänger. Auch unser Held wurde von der Seuche befallen. Um nicht zu einem verrückt gewordenen, zombiähnlichen „Verlorenen“ zu werden, sind die Wiedergänger permanent abhängig von Blut. Der Haken an der Sache: Blut existiert nur in Form wertvoller Blutperlen und diese sind rar gesät, denn die Blutquellen vertrocknen.

Während ein roter Nebel namens Miasma die zerstörte Region umringt, kämpfen die Wiedergänger im Inneren um die verbleibenden Blutperlen. Da man natürlich einen „besonderen“ Charakter verkörpert, ist man in der Lage, diesen Nebel zurückzudrängen. So liegt die Hoffnung beim Protagonisten, den Nebel zu verdrängen und die Ursprungsquelle der Blutquellen zu finden.

Endlich keine fixe Rollenzuteilung mehr
Eine fix wählbare Klasse gibt es in Code Vein nicht. Vielmehr werden die Kampfstile durch sogenannte Blutcodes definiert. Individuelles Hochleveln von Statuswerten ist dafür nicht notwendig. Selbstverständlich kann der Charakter in seinen Stufen aufsteigen, doch dabei werden die grundsätzlichen Werte wie Gesundheit und Ausdauer verbessert. Während man sich in vielen anderen Spielen, so auch Dark Souls, für einen Charakterbuild entscheiden muss, bleibt einem die Wahl in diesem Action-RPG erspart. Blutcodes findet man im Spielverlauf immer mehr, dadurch werden die üblichen Klassen wie Nah-, Fernkämpfer und Zauberer freigeschaltet. Jederzeit kann die Rolle nach Lust und Laune gewechselt werden und bietet daher eine hervorragende Anpassungsmöglichkeit je nach Gegnertyp bzw. Spielertyp. So bleibt man stets flexibel und erreicht nie den Punkt, an dem man enttäuscht feststellt, den Fokus auf falsche Charakterwerte gesetzt zu haben. Außerdem ist jeder Blutcode an eine bestimmte Palette von aktiven und passiven Fähigkeiten geknüpft. Wird ein Talent gemeistert, steht es auch bei anderen Blutcodes zur Verfügung. Zwingend notwendig ist eine Umskillung deshalb noch lange nicht. Wer auf Nahkampf steht, kann sich auch durch das gesamte Spiel mit diesem Stil schnetzeln.

Wie fordernd ist nun das Kampfsystem?
Code Vein ist kein einfaches Spiel. Die Gegner werden klassisch fokussiert, ihre Angriffsmuster beobachtet und im richtigen Moment wird zum Gegenschlag ausgeholt. Wer die eine oder andere Stunde Spielzeit in Dark Souls & Co. verbracht hat, wird durchaus schnell im Spiel vorankommen. Die Bosskämpfe sind zwar kein Kindergeburtstag, ein Frustniveau wie beispielsweise ein Sekiro erreichen die Gefechte aber nicht. Das ist im Grunde eine angenehm fordernde, aber niemals extrem frustrierende Angelegenheit. Wer sich die Sache enorm erleichtern will, nutzt am besten das Begleitersystem zu seinem Vorteil. Hat man eine KI als Mitstreiter, erscheint praktisch jeder Kampf deutlich einfacher. Hat der Gegner erstmal den Begleiter im Fokus, kann man die Situation aus der Entfernung beobachten und schließlich ordentlich auf das Monster kloppen. Dieser Spielstil entschärft die Brutalität und den Adrenalinkick von Bosskämpfen enorm.

Bei den Angriffs- und Verteidigungsmöglichkeiten wird in Code Vein eine enorme Vielfalt geboten. Je nach angewandtem Blutcode gibt’s eine ordentliche Palette an Fähigkeiten. Ihr Einsatz verbraucht die Ressource „Ichor“ und ist gleichzeitig mit einer Abklingzeit behaftet. Standardangriffe mit der Waffe in einer leichten und schweren Variante gibt’s natürlich auch. Parieren, Blocken und Ausweichen gehören zum Defensivverhalten. Ob Angriff oder Verteidigung, jedes Manöver erfordert Timing und Übung, um effizient genutzt zu werden. Apropos Waffen: Die sind im Spiel enorm pompös dargestellt. Gerade Nahkämpfern stehen riesige Hämmer, Äxte und Schwerter zur Verfügung. Allesamt überdimensional groß im Verhältnis zum Spielcharakter, aber extrem cool! Jede Waffe skaliert mit den Statuswerten wie Stärke, Geschick, etc. und kann auch im NPC-Lager verbessert werden. Die Statuswerte wiederum werden durch den Blutcode definiert. Zum Verbessern von Waffen, wie auch für den Levelaufstieg, ist die Allroundressource „Dunst“ notwendig. Der wird von besiegten Feinden eingesammelt und ist beim Ableben auch wieder weg. Schafft man den Weg zur Todesstelle im nächsten Versuch, gibt’s Dunst wieder retour. Soweit eigentlich aus vielen anderen Spielen bekannt.

Code Vein bietet allerdings noch eine zusätzliche Sicherheitsvariante. Im Lager gibt es die Möglichkeit, ein heißes Bad zu nehmen und dadurch die Hälfte des zuletzt verlorenen Dunstes zurückzubekommen. So entgeht man zwar dem Risiko des Totalverlusts, doch die restlichen 50% sind garantiert weg.

Spielwelt, Gegner- und Charakterdesign – Ganz schön japanisch!
Die Anime-Optik ist sicherlich nicht für jeden Spieler. Die Umsetzung in Code Vein ist durchaus hübsch anzusehen und aufgrund des verwendeten Stils, kann man über die nicht ganz perfekte Grafik absolut hinwegsehen. Die Spielwelt macht einen sehr düsteren und gefährlichen Eindruck und strahlt eine tolle Atmosphäre aus. Durch eine Karte wird die Orientierung enorm erleichtert und bereits betretene Wege sind sofort erkennbar. Außerdem gibt’s für Lauffaule auch ein Schnellreisesystem. Die „Mistel-Büsche“ im Spiel haben dieselbe Funktion, wie beispielsweise die Lagerfeuer aus Dark Souls. Ein sicherer Speicherort zum Regenerieren und gleichzeitig ein Schnellreisepunkt. Items, Abkürzungen, aber auch versteckte Gegner und Fallen warten ebenso darauf, entdeckt zu werden. Die Spielwelt ist zwar groß und hat einiges zu bieten, doch mit der Weitläufigkeit von Souls-Spielen ist sie nicht vergleichbar.

Die Gegnerauswahl mit den „Verlorenen“ und auch die Bosse passen durch ihr Design hervorragend zum Endzeit-Vampir-Szenario und vermitteln einen furchterregenden und bedrohlichen Eindruck. Die Darstellung des Spielercharakters, NPCs und speziell der weiblichen Charaktere sind extrem überzeichnet. Getreu dem japanischen Stil wurden Damen extrem knapp bekleidet und aufreizend in Szene gesetzt. Das mag zwar teilweise zum Anime-Look gehören, allerdings wirkt es in dieser rauen, düsteren und gefährlichen Welt von Code Vein unpassend und unglaubwürdig.



Fazit:
Ich muss zugeben, ich war skeptisch über die Kombination von Anime und Souls-Like, doch die Verbindung ist Bandai Namco wirklich gelungen. Code Vein macht sehr viele Dinge anders, als die Spiele von From Software und bringt zusätzlich neue Mechaniken und frische Konzepte mit, um das Gameplay zu erweitern. Obwohl von Natur aus jedes Spiel dieses Genres an den Souls-Titeln gemessen wird, finde ich die Vergleiche nicht immer passend. Nicht jeder Titel muss bzw. will wie Dark Souls daherkommen. Es braucht nicht zwingend die Schwierigkeit und den Frustfaktor eines Sekiro. Auch der angenehme Schwierigkeitsgrad von Code Vein reicht vollkommen für ein hervorragendes Spielgefühl aus. Durch die wechselbaren Klassen, vielen Talente, Waffen und Rüstungen bleibt man im gesamten Spielverlauf stets flexibel. Endlich keine falschen Charakterbuilds mehr! Ob es dadurch schon fast mehr zum JRPG als Action-RPG nach der From Software-Formel wird, spielt für mich keine Rolle. Das Spiel weiß zu unterhalten, die Kämpfe machen einfach unheimlich viel Spaß. Einzig die Darstellung der weiblichen Charaktere hat mich gestört. Das müsste nicht sein, denn das hat das Spiel nicht nötig. Außerdem wirkt es in der Spielwelt irgendwie seltsam.

Code Vein - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Michael Renner

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 8.3125 Grafik: 8.25
Sound: 8.00
Steuerung: 8.75
Gameplay: 8.25
Wertung: 8.3125
  • Tolle Variante des Klassensystem durch Blutcodes und Talente
  • Interessante Optik durch Animestil
  • Deutlich mehr Storytelling als andere Spiele des Genres
  • Angenehme Schwierigkeit
  • Tolle Atmosphäre
  • Leicht bekleidete weibliche Charaktere
  • Lineare Areale
  • Kein perfektes Waffenbalancing
  • Stummer Hauptcharakter

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Rezension vom: 05.10.2019
Kategorie: Action
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