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Terraforming Mars

Entwickler: Luckyhammers
Publisher: Asmodee Digital

Genre: Strategie
USK Freigabe: Downloadspiel ohne USK-Prüfung
ca. Preis: 25 €

Systeme: PC

Inhalt:
logo

Terraforming Mars ist die Videospiel-Umsetzung des gleichnamigen Brettspiels von Asmodee Digital. Um es gleich vorweg zu sagen: es hätte sicher lohnendere Spiele zur Umsetzung gegeben.

Meinung:


Grundsätzlich geht es darum, den Mars zu terraformen, sodass letzten Endes Menschen dauerhaft den Planeten besiedeln können. Das bedeutet, dafür zu sorgen, dass genug flüssiges Wasser und ausreichend Sauerstoff vorhanden sind und die Temperatur auf erträgliche Werte steigt. Dazu werden Karten ausgespielt, die verschiedene Effekte haben. Auf der Karte des Mars werden Städte gebaut, Wälder angelegt und Wasserreservoirs konstruiert. Neue Technologien oder die Ansiedlung verschiedener Tiere sorgen zusätzlich für menschenfreundlicheres Klima. Einige Karten haben etwas originellere Effekte, wie zum Beispiel einen Meteoriteneinschlag, der für zusätzliches Wasser sorgt. Um Karten spielen zu können, müssen Ressourcen oder Geld eingesetzt werden.

Keine Überraschungen beim Ablauf
Es wird reihum gezogen, wobei jeder Spieler pro Zug zwei Aktionen ausführen darf. Wenn keine Aktion möglich ist, z.B. weil kein Geld mehr übrig ist, muss man passen. Wenn alle Spieler einmal gepasst haben, ist die Runde vorbei und es folgt die Produktionsphase. In dieser Phase werden je nach ausgespielten Karten Ressourcen und Geld verteilt. Sobald Wasser, Sauerstoff und Temperatur die gewünschten Werte erreicht haben, endet das Spiel und Siegpunkte werden verteilt.

Klingt also nach einem typischen Brettspiel, soweit schön und gut. Ich mag Brettspiele, ich mag Videospiele und ich wäre sofort dabei, wenn Elon Musk mich auf den Mars mitnehmen wollte. Was stört mich also an Terraforming Mars?

Tutorial für den verlängerten Rücken
Mein Enthusiasmus für die Mars-Eroberung wird gleich zu Beginn getrübt, als ich das Tutorial starte. Es besteht hauptsächlich aus Text und wird nur zwei oder drei Mal interaktiv. Außerdem werden für das Spielgeschehen wichtige Begriffe ohne Erklärung eingeführt. Am Ende bin ich nur marginal schlauer, was die Spielregeln angeht.

Aber man ist ja nicht feige, also starte ich einfach mal ein Spiel - was soll schon schiefgehen? Kurze Zeit später habe ich gegen den KI-Gegner verloren und habe keine Ahnung warum. Erst nach weiteren Versuchen habe ich das Gefühl, zumindest die grobe Spielstruktur zu verstehen, und zu wissen, was überhaupt meine Möglichkeiten sind.

Langeweile
Recht ziellos spiele ich Karten und wähle dabei hauptsächlich danach aus, ob ich sie mir derzeit leisten kann. Sollte es die Möglichkeit geben, strategisch zu spielen, dann habe ich sie nicht gefunden. Meine Gegner machen es, nach meinem Eindruck, ähnlich. Wir spielen also so vor uns hin, denn das ist die vielleicht größte Schwäche von Terraforming Mars: Es gibt so gut wie keine Interaktion zwischen den Mitspielern. Hier und da taucht mal eine Karte auf, mit der man von einem Gegner ein paar Ressourcen stehlen kann. Ansonsten baut man so nebeneinander her, schaut mal, ob man eine Stadt günstig neben den Wald eines Gegners setzen kann und konkurriert allenfalls darin, Spielfelder mit speziellen Ressourcen vor allen anderen zu besetzen. Ich verliere also schnell das Interesse daran, was meine Gegner tun, zumal die gespielten Karten viel zu kurz gezeigt werden, als dass ich folgen könnte.

Benutzeroberfläche schlecht durchdacht
Irgendeine Strategie zu verfolgen wird auch dadurch erschwert, dass die Benutzeroberfläche eine Unmenge an Elementen hat, die mehr oder wenig kryptisch sind. Zwar erklärt das Tutorial den groben Aufbau des Spielfeldes, aber durch die fehlende Interaktivität bleibt dieses Wissen nicht hängen. Dringend nötig wären Popups, die sich bei Mouse-Over öffnen und kurz einen Abriss geben, um was für ein Element es sich handelt. Gerade bei komplexen Layouts wäre das eigentlich ein deutlicher Vorteil der Umsetzung als Videospiel. Denn wo beim “analogen” Brettspiel der Platz rar ist und man damit leben kann, öfters mal in die Anleitung schauen zu müssen, um sich zu erinnern, was genau ein Symbol bedeutet, gibt es diese Einschränkung beim Videospiel doch eben nicht.

Selbst dem zentralen Element des Spiels, den Karten, fehlt es an Klarheit. Um genauere Infos über die Funktion einer Karte zu erhalten, muss ich erst in meinem Inventar die Karte anklicken. Das reicht aber noch nicht, da die Beschreibung des Effekts der Karte in der Regel zu lang ist und nicht komplett angezeigt wird. Ich muss also allen Ernstes nochmal klicken, um die Beschreibung zu lesen. Dadurch werden andere Elemente der Karte überdeckt, sodass ich nie alle Informationen gleichzeitig sehen kann. Ganz zu schweigen auch hier von der fehlenden Funktion eines Popups, das nochmal kurz erklärt, was denn jetzt diese Zahl oder jenes Symbol bedeutet.

Achja, online gibt’s auch
Der Vollständigkeit halber habe ich auch den Online-Modus mal angespielt. Sonderlich viel los ist hier nicht. Das einzige Match, das ich starten kann, zieht sich wie Kaugummi. Während die Online-Gegner ziehen, passiert auf meinem Bildschirm einfach gar nichts und typisch Millennial wende ich mich meinem Handy zu. Nach den ersten, zähen Runden reagiert einer meiner Gegner nicht mehr. Das Spiel steht still. Da anscheinend kein Zeitlimit für Züge besteht, bleibt uns restlichen Spielern nichts anderes übrig, als das Spiel abzubrechen.



Fazit:
Tatsächlich kann ich mir gut vorstellen, dass Terraforming Mars am Tisch Spaß machen kann. Die fehlende Möglichkeit, direkt mit Gegnern zu interagieren, würde zwar immer noch bestehen, aber zusammen mit Freunden, in geselliger Runde, kommt wenigstens nicht die Langeweile auf, die sich breit macht, während KI- oder Online-Gegner ziehen.

Wer Terraforming Mars mag, aber in der Umgebung keine Mitspieler findet, der könnte an dieser Videospielumsetzung möglicherweise Freude haben. Alle anderen werden sich vermutlich langweilen.



Terraforming Mars - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Helena Lichtmeß

Screenshots












Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 4.25 Grafik: 5.00
Sound: 5.00
Steuerung: 4.00
Gameplay: 3.00
Wertung: 4.25
  • nettes Setting
  • solide Optik
  • fehlende Interaktion zwischen Spielern
  • viel zu lange Wartezeiten
  • kryptisches Interface

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Rezension vom: 15.11.2018
Kategorie: Strategie
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