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Stromausfall: The adidas Archive
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adidas_coverSchuhe und Videogames, da denkt man zunächst, dass die beiden Sachen gar nichts verbindet. Doch wenn man dann einmal genauer überlegt, fallen einem gleich mehrere Verbindungen ein. In FIFA gibt es originalgetreue, virtuelle Fußballschuhe, in NBA 2k können wir aus unzähligen originalgetreu nachmodellierten Basketballschuhen wählen – um nur mal zwei Beispiele zu nennen. Schuhe und Videospiele haben also durchaus eine Gemeinsamkeit und sei es nur als „Werbeplattform“, damit man sich die Schuhe in Ruhe anschauen und später im Laden selbst kaufen kann.
Eine Marke, die dabei immer stets ganz vorne mit dabei ist, ist adidas. Das von Adolf „Adi“ Dassler gegründete Unternehmen gehört neben den Automobilherstellern wohl zu den bekanntesten deutschen Firmen überhaupt, dessen Namen so gut wie jeder auf der Welt kennt und von dem jeder wohl auch schon mal mindestens ein Paar Schuhe besaß.

Doch warum spreche ich hier so ausgiebig über Schuhe und im Speziellen adidas? Weil ich euch heute ein ganz besonderes Buch vorstellen möchte. Es hört auf den Namen The adidas Archive und ist ein wahrer Traum für all diejenigen, die sich für Sneaker- oder für Sport- und Streetshoes im Speziellen interessieren. Der 31,8 x 29,6 cm große, 5,63 kg schwere und 644 Seiten dicke Wälzer vom kleinen Kölner Verlag TASCHEN präsentiert in verschiedenen Kapiteln über 350 Modelle der Marke. Dabei wird einem schnell klar, dass adidas nicht nur einer der größten, sondern auch einer der innovativsten und geschichtsträchtigsten Sportschuhhersteller der Welt ist, der mit wegweisenden Techniken und Materialien so vielen Sportlern wie kein anderer zu Ruhm, Ehre und Titeln verhalf, aber auch als Modeschuh die Welt schnell eroberte und unter anderem von Run DMC, Kanye West, Pharrell Williams oder Madonna getragen wird. All dies und noch viel mehr wurde in diesem einzigartigen Bildband festgehalten.

Bevor es zu den Schuhen geht, wird aber erst einmal die nicht minder interessante Geschichte der Firma aus dem fränkischen Herzogenaurach sowie die Entstehungsgeschichte dieses Buches näher beleuchtet. Denn gerade letzteres ist mindestens genauso ungewöhnlich wie so manches hier drin vorgestelltes Schuhmodell. Schließlich wurden die Schuhe, die hier drin zu sehen sind, irgendwann einmal tatsächlich getragen. Woher stammen also die ganzen Bilder? Wurden die Besitzer mühselig ausfindig gemacht und sind die Fotografen Christian Habermeier und Sebastian Jäger dann um die halbe Welt gereist, um die Schuhe dort zu fotografieren? Nein, zur Geschichte von adidas gehört auch, dass Sportler ihre getragenen Schuhe nach den Wettkämpfen wieder abgeben, damit diese weiter entwickelt und auf deren spezielle Bedürfnisse zugeschnittenen werden können. Den Anfang dieser ungewöhnlichen Aktion machte Adolf „Adi“ Dassler höchstpersönlich, aber auch heute ist es noch Gang und Gäbe, dass Sportler aber auch Prominente ihre Schuhe wieder bei adidas abgeben, die dann anschließend in dem kleinen Örtchen Scheinfeld eingelagert werden. So entstand ein riesiges Archiv aus tausenden historischen Schuhen, das die beiden Fotografen besuchten und dort ihre Bilder machten.
Damit die Schuhe möglichst originalgetreu und mit dem höchsten Maß an Detail ins Buch gelangen, wurden dabei hochauflösende Reproduktionstechniken genutzt, wodurch jeder Riss, Fleck, Grasrest, verblasste Signatur zu sehen ist und die persönlichen Geschichten jedes einzelnen Trägers ans Licht gebracht werden. Der Betrachter wird so in die Lage versetzt, feinste Materialdetails wie Nähte und Webstrukturen zu entdecken und die Entwicklung des adidas-Schuhs en détail nachzuvollziehen.

Nur Dank dieses Aufwands ist es möglich, das verschlissene Leder der allerersten Modelle der damals noch unter dem Namen laufenden Gebrüder Dassler Schuhfabrik zu betrachten. Bereits hier zeigt sich die Bandbreite, die die Firma später sogar noch vergrößerte. Denn neben Fußballschuhen wurden schon in den Anfangsjahren auch Laufschuhe mit Spikes, Schlittschuhe, Alpin-Wanderschuhe und sogar Rollschuhe angefertigt.
Unter dem Namen adidas eroberte die Firma dann endgültig die Sportwelt und war Ausrüster unzähliger berühmter Sportler, deren Schuhe wir in diesem Buch auch zu einem Großteil antreffen. Wir begegnen Helmut Rahns Endspielschuhen des „Wunders von Bern“, die Schuhe des ehemaligen 100 Meter-Weltrekordlers Armin Harry, dem orthopädisch angepassten Spezialschuh, der extra für Uwe Seeler nach dessen Achillessehnenriss entwickelt wurde und in dem er in der WM-Qualifikation gegen Schweden das entscheidende Tor schoss, des „Kaisers“ Franz Beckenbauers geflickte Schuhe oder auch den vergoldeten Supergrip des US-Basketballers Jerry A. West, der als erst dritter NBA-Profi die 25.000 Punkte-Marke erwarf. Natürlich sind auch Boxschuhe des legendären George Foreman, die Radschuhe von Eddy Merckx, das Schuhwerk des zweifachen Rallyweltmeisters Walter Röhrl, die Sprintschuhe des US-Leichtathleten Edwin Moses, die Tennisschuhe von Stefan Edberg und Steffi Graf, die speziellen Skisprungschuhe von Dieter Thoma, die The T-Mac I – All Star des NBA-Superstars Tracy McGrady und natürlich zahlreiche Paare verschiedenster Fussballer und Fussballerinnen wie etwa David Beckham (der die Namen seiner damals noch drei Kinder trägt), der deutschen Nationaltorhüterin und Weltfussballerin des Jahres 2013 Nadine Angerer oder des mehrmaligen Weltfussballers Lionel Messi im Buch vertreten. Es sind aber nicht nur speziell für bestimmte Sportler angefertigte und von ihnen unterschriebene Modelle abgelichtet. Das Archiv gibt auch einen Überblick, in wie vielen verschiedenen Sportarten adidas-Schuhe getragen werden. So gibt es etwa auch Schuhe für Rugby, Rodeln, Rudern oder Baseball – ja selbst für das Trampolinspringen wurden spezielle Schuhe entwickelt.

Dieses ausführliche Archiv zeigt aber nicht nur Sportschuhe. Es beinhaltetet auch Bilder von Schuhen, die man auch abseits von Wettkämpfen auf der Straße anzieht. Auch hier ist die Bandbreite wieder unfassbar groß. Neben den Klassikern wie etwa dem Superstar, Gazelle oder der legendären Adilette gab und gibt es nämlich auch hier zahlreiche Sondermodelle oder Bilder von Schuhen, die berühmten Persönlichkeiten gehörten. So sehen wir zum Beispiel die Allround-Trainingsschuhe von KISS-Frontmann Paul Stanley oder die unterschriebenen Schuhe der legendären Hip Hop-Crew Run DMC (die maßgeblich daran beteiligt waren, dass adidas auch als Streetwear zu dem geworden ist, was es heute ist). Ebenso abgebildet sind Sondermodelle, die für die Red Hot Chilli Peppers (mit den Porträts der Musiker auf der Außensohle), für den chinesischen Pianisten Lang Lang, Madonna und Pharell Willimas hergestellt wurden.
Ebenso können wir einen Blick auf strikt limitierte Modelle und echte Raritäten werfen, wie etwa das Sondermodell, das anlässlich des 35. Geburtstages des Superstars erschien und in einem weißen Lederkoffer mit Bürste, Schuhspannern, Anziehhilfe und Cremedose verkauft wurde oder die Island-Serie, die in den frühen 80ern erschien und paradiesische Namen wie Tahiti oder Hawaii trug.

Dass adidas nicht nur in die Welt des Sports und der Streetwear, sondern auch längst in die der Mode Einzug gehalten hat, beweist das Kapitel „Fashion“, in dem ganz spezielle Fashion Collaborations wie etwa jene mit Modeschöpfer Yohij Yamamoto, Stella McCartney oder des französischen Künstlers Claude Closky zu sehen sind. Hier sind wohl auch die mit Abstand skurrilsten Modelle zu bewundern, wie zum Beispiel die Flügelschuhe von Jeremy Scott, die mit exotischem Reptilienprint ausgestattete Adilette oder das sehr futuristisch anmutende Bounce-S-Modell von Porsche Design Sport.

Ein Blick in die Entwicklung der unterschiedlichsten Schuhe gewährt uns das adidas Archiv auch. So sind hier zahlreiche Prototypen verschiedenster Sportschuhe abgebildet, die später in Serie gingen. Zudem sind auch einige Konzept-Modelle zu sehen. Darunter zum Beispiel der erste offizielle Damenfußballschuh von adidas oder auch der bis heute polarisierende Kobe1, der in Zusammenarbeit mit dem Designteam des Automobilherstellers Audi entstand und für viele zu einem der unansehnlichsten Basketballschuhe aller Zeiten gehört (wobei der hier leider nicht abgebildete Kobe2 in dieser Rangliste sogar noch weiter oben steht und für viele als der hässlichste Basketballschuh überhaupt zählt).



Fazit:
Ich könnte hier noch viel mehr Schuhe aufzählen. Doch erstens reicht der Platz dafür hier nicht aus und zweitens möchte ich niemandem die Freude nehmen, all die Schuhe selbst zu entdecken. Und Freude macht das wirklich. Sich anzuschauen, für welche Sportarten und für welche berühmten Sportler (und andere bekannte Persönlichkeiten) adidas Schuhe entworfen und herausgebracht hat, lässt einen immer wieder staunen. Natürlich ist diese Freude mit 100 Euro nicht gerade ein Schnäppchen, doch in Anbetracht der Bildqualität und der schieren Anzahl an Modellen, die hier abgelichtet wurden und zusammengenommen nicht nur ein einzigartiges, sondern wohl auch das umfangreichste Archiv in Sachen adidas darstellen, ist dieser Preis tatsächlich gerechtfertigt. Wer sich (auch außerhalb von Videospielen) ein wenig für Schuhe interessiert und Spaß dabei hat, sich diese im Detail anzusehen, der sollte sich das adidas Archive vom TASCHEN Verlag also auf keinen Fall entgehen lassen.

Zu erwerben gibt es The adidas Archive für 100,00€ bei Amazon, direkt beim herausgebenden TASCHEN Verlag oder im Buchhandel.
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Special vom: 11.06.2020
Autor dieses Specials: Stefan.Heppert
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