|

Dank LEGO beziehungsweise der für den Klemmbaustein-Hersteller zuständigen PR-Agenturen durfte ich in den vergangenen Monaten im Rahmen dieses Specials bereits zahlreiche fantastische Sets vorstellen. An dieser Stelle daher noch einmal ein großes und wirklich herzliches Dankeschön an Alica, Nadine und Joline! Doch auch wenn sich darunter viele Highlights befanden, die ohnehin weit oben auf meiner persönlichen Wunschliste standen, landet natürlich nicht jedes Wunsch-Set automatisch als Rezensionsmuster auf dem Redaktionstisch.
Eines dieser Sets, das leider nicht als Rezensionsexemplar verfügbar war, ist das LEGO Art: Keith Haring – Dancing Figures-Set (31216), das mich als großen Fan von Keith Harings Kunst bereits seit seiner Ankündigung enorm interessiert hatte. Zu meinem Geburtstag habe ich mir deshalb schließlich einfach selbst eine kleine Freude gemacht und das Set doch noch gekauft. Und auch wenn es sich diesmal also nicht um ein bereitgestelltes Rezensionsexemplar handelt, möchte ich meine Eindrücke dazu natürlich trotzdem gerne mit euch teilen.
Keith Haring und seine berühmten Tanzfiguren Bevor es um das eigentliche Set geht, lohnt sich zunächst ein Blick auf den Künstler, dessen Werk LEGO hier als Klemmbaustein-Version neu interpretiert hat.
Keith Allen Haring, wie sein vollständiger Name lautete, zählt bis heute zu den bekanntesten Künstlern der Pop-Art- und Street-Art-Bewegung. Geboren wurde er 1958 in Reading, Pennsylvania, ehe er in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren in New York mit seinen unverwechselbaren Zeichnungen berühmt wurde. Besonders bekannt wurde Haring durch seine simplen, aber enorm ausdrucksstarken Figuren, die er ursprünglich mit Kreide auf freie Werbeflächen in den U-Bahn-Stationen New Yorks zeichnete.
Seine Kunst lebte von klaren Linien, kräftigen Farben und einer enormen Dynamik. Figuren tanzen, springen, bewegen sich oder scheinen regelrecht vor Energie zu explodieren. Gerade die sogenannten „Dancing Figures“ entwickelten sich dabei zu einem seiner ikonischsten Motive. Die stilisierten Menschen mit ihren dicken schwarzen Umrandungen und den typischen Bewegungsstrichen sind mittlerweile weltweit bekannt und stehen sinnbildlich für Lebensfreude, Freiheit und kreative Energie.
Doch Harings Kunst war nie bloß dekorativ. Viele seiner Werke behandelten gesellschaftliche Themen wie Ausgrenzung, Gewalt, Konsum oder die AIDS-Krise, an der der Künstler 1990 im Alter von nur 31 Jahren selbst verstarb. Genau dieser Mix aus fröhlicher Optik und gesellschaftlicher Aussagekraft macht seine Arbeiten bis heute so faszinierend.
Dass LEGO ausgerechnet diese zeitlosen Ikonen als Art-Set umgesetzt hat, wirkt deshalb beinahe wie die perfekte Kombination. Für Kunstliebhaber und LEGO-Fans gleichermaßen dürfte das Set daher sofort Interesse wecken.
Fünf Figuren voller Energie Das LEGO Art: Keith Haring – Dancing Figures-Set besteht aus insgesamt 1.773 Teilen und setzt die berühmten Figuren erstaunlich originalgetreu um. Anders als viele andere LEGO Art-Sets handelt es sich hierbei nämlich nicht um ein flaches Wandbild, sondern um mehrere eigenständige Figuren, die entweder separat aufgestellt oder an die Wand gehängt werden können.
Bereits beim Blick auf die Verpackung fällt auf, wie farbenfroh das gesamte Konzept gestaltet wurde. Jede Figur besitzt ihre eigene dominante Farbe und hebt sich dadurch wunderbar von den anderen ab. Gleichzeitig sorgt die dicke schwarze Umrandung dafür, dass der typische Haring-Stil sofort erkennbar bleibt.
Besonders gelungen ist außerdem die flexible Präsentation der Figuren. Dank der einzelnen Standfüße müssen diese keineswegs starr nebeneinander platziert werden, sondern lassen sich ganz individuell arrangieren. Dadurch kann man dem Kunstwerk problemlos eine persönliche Note verleihen.
Alternativ lassen sich die Figuren dank der stabilen Aufhängungen auf der Rückseite sogar problemlos an der Wand befestigen. Das verleiht dem Set eine angenehm hohe Flexibilität beim Dekorieren – etwas, das vielen anderen, eher starren LEGO Art-Modellen leider oft fehlt.
Abwechslungsreiches bauen Auch der eigentliche Zusammenbau gestaltet sich angenehm flüssig und macht erstaunlich viel Spaß. Schritt für Schritt kann man dabei beobachten, wie aus einer zunächst flachen Basis nach und nach lebendige, dreidimensionale Figuren entstehen. Und obwohl sich die fünf Figuren auf den ersten Blick recht ähnlich sehen, unterscheiden sie sich in ihren Details doch ausreichend, damit beim Bauen zu keiner Zeit Langeweile aufkommt.
Gerade die geschwungenen Formen und charakteristischen Konturen sorgen dafür, dass sich der Aufbau deutlich anders anfühlt als bei klassischen LEGO-Sets mit vielen geraden Linien. Stück für Stück entstehen aus den einzelnen Steinen die typischen Körperformen, Arme und Beine, bis die Figuren schließlich ihre bekannte Dynamik entfalten.
Besonders gelungen ist dabei, wie LEGO die Bewegungsenergie von Harings Zeichnungen in ein dreidimensionales Modell übertragen hat. Obwohl die Figuren im Grunde statisch sind, wirken sie tatsächlich so, als würden sie tanzen. Verantwortlich dafür sind unter anderem die schwarzen Bewegungslinien, die bereits den gezeichneten Figuren Lebendigkeit verliehen und die LEGO clever in das Set integriert hat. Damit diese nicht direkt an den Figuren befestigt werden mussten, entschied man sich für eine ebenso einfache wie effektive Lösung: Die Linien sind an transparenten Stangen angebracht, wodurch sie beinahe schwerelos über beziehungsweise neben den Figuren zu schweben scheinen.
Ein weiteres Highlight, das sich erst während des Zusammenbaus richtig herauskristallisiert, ist zudem die Möglichkeit, aus dem Ganzen ein kooperatives Kunstprojekt zu machen. LEGO legt nämlich für jede Figur eine separate Anleitung bei. Dadurch lassen sich die Steinetüten und Bauanleitungen bequem aufteilen, sodass man die Figuren nicht nur allein, sondern auch gemeinsam mit Freunden oder der Familie zusammensetzen kann.
Eine der stärksten LEGO Art-Sets der letzten Jahre Sobald alle Figuren fertig aufgebaut sind, wird schnell klar, warum dieses Set bei vielen LEGO- und Kunstfans so gut angekommen ist. Die fertige Darstellung sieht schlicht fantastisch aus. Die kräftigen Farben harmonieren hervorragend miteinander und die Figuren ziehen sofort die Aufmerksamkeit auf sich.
Vor allem als Dekorationsobjekt macht das ungefähr 33 Zentimeter hohe, 87 Zentimeter breite und 4 Zentimeter tiefe Set enorm viel her – wobei sich die Maße aufgrund der frei positionierbaren Figuren natürlich nicht ganz exakt festlegen lassen. Während manche LEGO Art-Modelle eher wie gewöhnliche Bilder wirken, fühlen sich die Dancing Figures tatsächlich wie kleine Skulpturen an. Egal ob im Regal, auf einem Sideboard oder direkt an der Wand: Das Set wird garantiert zum Blickfang.
Besonders beeindruckend ist dabei, dass LEGO etwas gelingt, das bei Kunst-Adaptionen keineswegs selbstverständlich ist. Die Vorlage bleibt jederzeit klar erkennbar, ohne dass das Modell dabei seine eigene Identität verliert. Man sieht sofort Keith Haring – gleichzeitig fühlt sich das Ganze aber trotzdem unverkennbar nach LEGO an.
Wenn man überhaupt etwas kritisieren möchte, dann höchstens die Tatsache, dass das Set durch die offene Noppenstruktur an manchen Stellen leicht unruhig wirken kann, insbesondere wenn Licht aus einem bestimmten Winkel darauf fällt. Eine vollständig glatte, komplett geflieste Oberfläche hätte dem minimalistischen Grafikstil von Haring möglicherweise noch ein kleines bisschen besser gestanden.
Allerdings bewegt sich diese Kritik bereits auf extrem hohem Niveau. Schließlich gehört die sichtbare Noppenstruktur untrennbar zur DNA der Klemmbausteine dazu und der unverwechselbare Charme des Sets geht dadurch keineswegs verloren. LEGO ist hier letztlich eine großartige Hommage gelungen, die sowohl auf einem Sideboard als auch an der Wand hervorragend funktioniert und die Lebensfreude von Keith Harings Kunst wunderbar einfängt.



Fazit: Mit Keith Haring – Dancing Figures liefert LEGO ein außergewöhnliches Art-Set ab, das Kunstwerk und Dekorationsobjekt nahezu perfekt miteinander verbindet. Der Aufbau macht Spaß, die Figuren versprühen enorm viel Energie und die Umsetzung der berühmten Motive ist beeindruckend gelungen.
Vor allem Fans moderner Kunst, Pop-Art oder außergewöhnlicher LEGO-Dekoration dürften hier voll auf ihre Kosten kommen. Gleichzeitig eignet sich das Set aber auch exzellent für Menschen, die mit klassischen LEGO-Themen wie Fahrzeugen oder Gebäuden weniger anfangen können. Denn genau wie die echten Werke von Keith Haring schafft es auch dieses Set, sofort gute Laune zu verbreiten.
|