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Flipperautomaten gehören zu den großen Klassikern der Videospiel- und Arcade-Geschichte. Das Klackern der Kugel, die hektischen Bewegungen der Flipper und natürlich der Ehrgeiz, den eigenen Highscore immer weiter nach oben zu treiben, haben über Jahrzehnte hinweg den besonderen Reiz dieser Automaten ausgemacht. Entsprechend waren sie früher auch an vielen Orten zu finden. Auch ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich in der hiesigen Eissporthalle die Schlittschuhe lieber links liegen gelassen habe und stattdessen stundenlang versucht habe, am dortigen Flipper einen neuen Highscore aufzustellen.
Heutzutage sind solche Automaten leider nur noch selten anzutreffen. Zum Glück gibt es aber LEGO! Mit der LEGO Icons Arcade Pinball Machine (11374) holt der dänische Klemmbausteinhersteller nämlich einen solchen Klassiker ins heimische Wohnzimmer – natürlich auf typisch klemmbausteinige Art. Das Besondere: Der Flipper ist nicht nur ein dekoratives Modell, sondern lässt sich nach dem Zusammenbau tatsächlich bespielen.
Wir haben das Set von LEGO für diesen Test zur Verfügung gestellt bekommen und uns natürlich direkt ans Zusammenbauen gemacht. Schließlich wollten wir möglichst schnell herausfinden, ob sich mit der Arcade Pinball Machine tatsächlich auf Punktejagd gehen lässt.
Schon der Karton macht Lust aufs Spielen Bereits die Verpackung vermittelt sehr schön, worauf wir uns bei diesem Set freuen dürfen. Das Artwork auf der Vorderseite setzt den fertigen Flipper gekonnt in Szene und versprüht sofort das typische Flair einer klassischen Arcade-Halle. Dabei wird das Modell nicht einfach nur vor einem schlichten Hintergrund präsentiert. Stattdessen erinnert die gesamte Gestaltung mit den Neonlichtern an die bunten und leicht überdrehten Werbebilder, die man von Spielautomaten und Flipperautomaten aus vergangenen Zeiten kennt. Und auch die Präsentation der verschiedenen Spielfunktionen macht direkt neugierig darauf, was sich wohl im Inneren des Automaten verbirgt.
Ein Flipper mit Weltraum-Flair Im Inneren des Kartons warten dann insgesamt 2.274 Teile auf einen, die auf 16 Papierbeutel verteilt sind. Damit ist die Arcade Pinball Machine ein durchaus umfangreiches Bauprojekt. Bereits in den ersten Bauphasen wird deutlich, dass LEGO hier einiges an Technik unter der Haube beziehungsweise besser gesagt unter dem Spielfeld versteckt hat. Denn im Inneren des Flippers steckt eine ausgeklügelte Mechanik, die am Ende dafür sorgt, dass wir das Modell tatsächlich bespielen können.
Optisch setzt LEGO auf eine gelungene Mischung aus klassischem Arcade-Flair und dem bekannten Space-Thema. Dadurch wirkt der Flipper angenehm nostalgisch und dürfte vor allem bei LEGO-Fans, die mit den klassischen Weltraum-Sets des Herstellers aufgewachsen sind, den einen oder anderen Erinnerungsmoment auslösen. Aber auch ohne persönlichen Bezug zu den früheren Space-Sets macht das Design einiges her und passt hervorragend zum Retro-Charme des Modells.
Klemmbausteine auf Punktejagd Das große Highlight des Sets ist natürlich die Spielfunktion. Über einen federbetriebenen Mechanismus wird die Kugel wie bei einem echten Flipperautomaten ins Spielfeld geschossen. Anschließend gilt es, sie möglichst lange im Spiel zu halten und dabei so viele Ziele wie möglich zu treffen.
Die speziell beschichtete und etwas schwerere Kugel rollt dank der leichten Neigung des Spielfelds zunächst flüssig nach unten. Über die seitlich angebrachten Druckknöpfe wird die Kraft mithilfe von Technic-Gelenken und Gummibändern direkt auf die Flipperfinger übertragen. Das funktioniert überraschend gut. Tatsächlich lässt sich die Kugel annehmen, gezielt in bestimmte Richtungen lenken, über Rampen schießen und auf verschiedene Bumper und Ziele treffen.
Natürlich darf man dabei nicht erwarten, dass sich die LEGO-Version exakt wie ein großer Original-Flipper spielt. Bedingt durch die Noppenstruktur und die kleinen Abstände zwischen den Bauteilen kann es schon mal vorkommen, dass die Kugel an etwas ungünstigen Stellen liegen bleibt oder auf einer Rampe etwas an Schwung verliert. Für ein LEGO-Modell funktioniert die Mechanik aber erstaunlich gut und sorgt definitiv dafür, dass die Arcade Pinball Machine nicht nach dem Aufbau in der Vitrine verstaubt.
Dabei erweist sich das fertige Modell als erfreulich stabil. Selbst wenn man beim Spielen einmal etwas beherzter zu Werke geht, bleibt der Flipper problemlos in Form. Im schlimmsten Fall kann sich bei etwas härterem Gebrauch höchstens mal ein einzelnes Steinchen lösen, das sich aber ebenso schnell wieder an seinen Platz setzen lässt. Gerade angesichts der Tatsache, dass das Modell ausdrücklich zum Spielen gedacht ist, ist das eine wirklich erfreuliche Eigenschaft.
Mit einer netten Geschichte Wie es sich für einen Flipper gehört, erzählt auch die LEGO-Variante eine kleine Geschichte, die sich direkt auf dem Spielfeld abspielt. Denn unser Ziel besteht nicht nur darin, die Kugel möglichst lange im Spiel zu halten. Vielmehr müssen wir einen Astronauten – dargestellt durch eine originale LEGO-Minifigur – mit seinem kleinen Weltraum-Baby zusammenbringen, das ebenfalls als Minifigur umgesetzt wurde.
Treffen wir das entsprechende Ziel, bewegt sich der Astronaut Schritt für Schritt in Richtung seines Nachwuchses. Diese kleine zusätzliche Aufgabe sorgt für eine nette Motivation und lädt dazu ein, immer wieder eine neue Runde zu starten.
Kein Ersatz für einen echten Flipperautomaten Natürlich kann die LEGO-Version einen echten elektronischen Flipperautomaten nicht vollständig ersetzen. Eine digitale Punkteanzeige, Soundeffekte oder elektronische Lichteffekte sucht man hier vergeblich. Dafür besitzt das Modell seinen ganz eigenen Charme. Die Kugel saust über das Spielfeld, die Flipper bewegen sich mechanisch und die verschiedenen Treffer sorgen für ein angenehm authentisches Spielgefühl. Gerade diese mechanische Umsetzung gehört für mich zu den größten Stärken des Sets. Es macht einfach Spaß, die Kugel auf die Reise zu schicken und zu beobachten, wie die einzelnen Elemente auf ihre Bewegungen reagieren. Und natürlich ist es fast unmöglich, nach einer Runde nicht direkt noch einen weiteren Versuch starten zu wollen.
Ein abwechslungsreicher Aufbau Auch beim Zusammenbau wird es dank der zahlreichen technischen Elemente nicht langweilig. Der Aufbau gliedert sich in mehrere größere Abschnitte und verlangt uns dabei durchaus etwas Geduld und Konzentration ab.
Begonnen wird mit dem Unterbau des Flippers. Was von außen zunächst nach klassischen System-Bricks aussieht, entpuppt sich im Inneren als recht komplexes Technic-Gerüst. Hier wird unter anderem das Herzstück des Automaten verbaut: die Mechanik für die Flipperfinger und die Federaufhängung des Ballabwurfs.
Gerade bei diesen Bauabschnitten ist deshalb etwas Konzentration gefragt. Wer hier ein Zahnrad falsch einsetzt oder eine Achse nicht korrekt positioniert, könnte später Probleme mit der Mechanik bekommen und müsste unter Umständen einige Bauschritte wieder zurückgehen. Ein sorgfältiges Arbeiten zahlt sich also aus.
Der unterhaltsamste Teil des Baus war für mich aber zweifellos das Spielfeld. Dieses wird separat konstruiert und anschließend mit zahlreichen Details bestückt. Kleine Rampen, Bumper, Zielscheiben und verschiedene Dekorationselemente sorgen dafür, dass der Flipper nicht nur spielerisch, sondern auch optisch einiges zu bieten hat.
Besonders erfreulich ist, dass LEGO bei den zentralen Grafiken des Spielfelds auf zahlreiche bedruckte Teile setzt. Die verbleibenden rund ein Dutzend Sticker lassen sich dank der flachen Fliesen erfreulich einfach anbringen und verleihen dem Modell den typischen, leicht überladenen Look klassischer Spielhallenautomaten.
Wie wir es von LEGO gewohnt sind, wird der gesamte Aufbau natürlich von einer ausführlichen Bauanleitung begleitet. Bis zum fertigen Modell müssen insgesamt 665 Bauschritte absolviert werden. Wie bei der Icons-Reihe mittlerweile üblich, bietet das Anleitungsbuch aber erneut mehr als reine Schritt-für-Schritt-Anweisungen. So finden sich darin unter anderem interessante Hintergrundinformationen zur Geschichte der Flipperautomaten, Interviews mit den LEGO-Designern und Einblicke in die Entwicklung der komplexen Mechanik.
Wer beim Bauen lieber digitale Unterstützung nutzt, kann außerdem auf die LEGO Builder App zurückgreifen. Mit der digitalen Bauanleitung lässt sich das Modell unter anderem in 3D betrachten, drehen und vergrößern. Gerade bei etwas komplizierteren Bauabschnitten kann das eine praktische Ergänzung zur gedruckten Anleitung sein.
Ein echter Hingucker Auch nach dem Aufbau macht die Arcade Pinball Machine eine ausgesprochen gute Figur. Mit rund 24 Zentimetern Höhe, 38 Zentimetern Länge und 28 Zentimetern Breite ist sie zwar kein Gigant, dafür aber ein echter Blickfang.
Ob im Wohnzimmer, im Büro oder im Hobbyraum – der LEGO-Flipper zieht die Blicke definitiv auf sich. Und anders als bei vielen reinen Display-Modellen gibt es hier eben auch einen guten Grund, ihn immer wieder in die Hand zu nehmen. Schließlich wartet jederzeit die nächste “Highscore-Jagd”.


Fazit: Mit der LEGO Icons Arcade Pinball Machine (11374) liefert LEGO ein außergewöhnliches Set ab, das Retro-Arcade-Feeling und Klemmbaustein-Spaß auf charmante Weise miteinander verbindet. Der Aufbau ist abwechslungsreich und dank der zahlreichen Technic-Elemente auch technisch interessant. Die Space-Optik sorgt für einen tollen Retro-Look und die funktionierende Mechanik macht das Modell auch nach dem Zusammenbauen zu mehr als nur einem dekorativen Ausstellungsstück.
Natürlich kann die LEGO-Version weder beim Spielumfang noch bei den technischen Möglichkeiten mit einem echten Flipperautomaten mithalten. Dafür ist sie deutlich platzsparender, lässt sich selbst zusammenbauen und bietet den ganz eigenen Charme eines LEGO-Modells. Wer eine Schwäche für klassische Arcade-Automaten hat oder einfach nach einem etwas ungewöhnlicheren LEGO Icons-Set sucht, bekommt mit der Arcade Pinball Machine ein gelungenes Gesamtpaket geboten.
Und wer – wie ich – schon als Kind oder Jugendlicher gerne an Flipperautomaten auf Highscore-Jagd gegangen ist, dürfte ohnehin nur schwer widerstehen können, nach dem Zusammenbau immer wieder den nächsten Ball ins Spiel zu bringen.
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