Genre:
Adventure USK Freigabe:
Freigegeben ab 6 Jahren gemäß § 14 JuSchG. ca. Preis:
24,99 €
Systeme:
PC, PlayStation 5, Switch 2, Xbox Series X/S
Inhalt:
Es gibt Videospielcharaktere, die kennt praktisch jeder. Mario, Sonic oder Donkey Kong gehören zweifellos dazu. Und dann gibt es Figuren wie das Marsupilami, die hierzulande eher ein Nischendasein fristen. Dank Microids darf der gelbe Dschungelbewohner mit Marsupilami 2 – Salsa Palombia nun aber dennoch erneut ein eigenes Videospielabenteuer bestreiten. Und auch wenn er dadurch wahrscheinlich immer noch nicht in die erste Riege aufsteigen wird, habe ich es mir nicht nehmen lassen, nach Palombia zu reisen und zu schauen, wie sich das Marsupilami diesmal schlägt.
Meinung:
In seiner Heimat herrscht diesmal allerdings alles andere als gute Stimmung. Eine geheimnisvolle Musik hat die Tiere des Dschungels unter ihren Bann gezogen und lässt sie unkontrolliert tanzen. Verantwortlich dafür ist die Mumienkönigin, die aus dem Reich der Toten zurückgekehrt ist und mit ihren Dienern ein verfluchtes Konzert veranstaltet.
Klar, dass Twister, Hope und Punch da nicht tatenlos zusehen können. Die drei jungen Marsupilamis machen sich umgehend auf den Weg, um Palombia zu retten. Die Geschichte, die anhand einer kurzen Videosequenz eingeführt wird, nimmt sich dabei nicht sonderlich ernst und dient vor allem als sympathischer Rahmen für ein klassisches Jump’n’Run-Abenteuer.
Jeder hat seinen eigenen Trick Im Mittelpunkt stehen, wie bereits erwähnt, die drei Marsupilamis, die sich nicht nur optisch, sondern auch spielerisch voneinander unterscheiden. Twister kann durch die Luft gleiten, Hope besitzt einen besonderen Sprung und Punch kann sich in einen hüpfenden Ball verwandeln. Die Fähigkeiten sind dabei nicht bloß nette Extras, sondern werden immer wieder genutzt, um Hindernisse zu überwinden und versteckte Bereiche zu erreichen.
Pro Level stehen uns jeweils zwei der drei Marsupilamis zur Verfügung, zwischen denen wir jederzeit wechseln und ihre unterschiedlichen Fähigkeiten miteinander kombinieren können. Das Leveldesign macht davon erfreulich häufig Gebrauch. Wer aufmerksam spielt, entdeckt dadurch nicht nur versteckte Sammelobjekte, sondern kann mit etwas Geschick auch geheime Bereiche und zusätzliche Level aufspüren.
Ansonsten erwartet uns aber klassische Plattformer-Kost. Wir springen über Abgründe und Hindernisse, schwingen uns mit dem langen Schwanz durch die Gegend und setzen uns gegen verschiedene Gegner zur Wehr. Die Steuerung reagiert dabei präzise und lässt auch schnellere Passagen angenehm kontrolliert spielen. Gerade wenn mehrere Hindernisse direkt aufeinanderfolgen, kommt dadurch ein schönes Tempo auf.
Von Palombias Dschungel bis ins Reich der Mumien Unsere Reise in Marsupilami 2 – Salsa Palombia führt uns durch vier abwechslungsreiche Welten. Vom farbenfrohen Dschungel geht es unter anderem in eine geschäftige Stadt und in verschneite Regionen, bevor wir schließlich in deutlich düsterere Gefilde vordringen. Jede Welt besitzt dabei ihren eigenen visuellen Stil und bringt neue Hindernisse sowie kleinere spielerische Besonderheiten mit.
Auch innerhalb der einzelnen Levels sorgen unterschiedliche Situationen immer wieder für Abwechslung. Wer nur dem offensichtlichen Weg folgt, kommt recht unkompliziert voran. Doch wer wirklich alles entdecken möchte, muss häufiger Abzweigungen nehmen und die Fähigkeiten der beiden jeweils verfügbaren Marsupilamis dabei gezielt einsetzen.
Zahlreiche Früchte und Musiknoten laden zudem zum Sammeln ein. Dazu kommen versteckte Bereiche, Kampfdojos und weitere Herausforderungen. Gerade die Suche nach diesen Geheimnissen motiviert dazu, bereits absolvierte Levels noch einmal zu besuchen, ohne dass das Abenteuer mit Sammelkram überladen wird.
Auf der Jagd nach der perfekten Salsa-Runde Der Salsa-Modus setzt einen etwas anderen Schwerpunkt. Hier geht es darum, bekannte Levels möglichst schnell und flüssig zu absolvieren. Wer Früchte geschickt hintereinander einsammelt, baut einen Multiplikator auf, der bis auf das Vierfache steigen kann.
Dadurch verändert sich das Spielgefühl spürbar. Aus dem gemütlichen Durchlauf wird plötzlich ein Wettlauf gegen die eigene Bestzeit, bei dem jeder Sprung sitzen und die Sammelserie möglichst lange aufrechterhalten werden soll. Wird man getroffen, ist der Multiplikator dagegen schnell wieder dahin.
Komplett neue Levels bietet der Modus zwar nicht, als zusätzliche Herausforderung funktioniert er dennoch gut. Wer seine bisherigen Bestzeiten verbessern oder möglichst viele Früchte einsammeln möchte, bekommt damit einen guten Grund, bereits bekannte Abschnitte noch einmal auf eine ganz andere Art zu spielen.
Zu zweit durch Palombia Marsupilami 2 – Salsa Palombia lässt sich aber nicht nur alleine, sondern auch im lokalen Koop gemeinsam mit einem Freund spielen. Zu zweit geht es gemeinsam durch die Kampagne, wobei die unterschiedlichen Fähigkeiten der Marsupilamis auch hier sinnvoll eingesetzt werden können.
Der Koop ist dabei angenehm fehlertolerant. Fällt ein Spieler aus, kann er wieder ins Geschehen einsteigen, solange der andere Spieler noch weiterspielt. Gerade für Familien ist das eine schöne Lösung, da der Vater so den jüngeren Sohn oder die jüngere Tochter problemlos unterstützen kann, ohne ihm den Eindruck zu vermitteln, nichts beizusteuern.
Zusätzlich dazu stehen noch Kampfdojos und verschiedene Minispiele zur Verfügung, die sich hervorragend für kleine Wettkämpfe zwischendurch eignen. Einen Online-Koop gibt es dagegen nicht. Wer gemeinsam spielen möchte, muss also vor derselben Konsole sitzen.
Bunte Welten und passende Klänge Optisch setzt Entwickler Ocellus Studio auf einen bunten Comic-Stil, der hervorragend zum Marsupilami passt. Die unterschiedlichen Welten sorgen für genügend Abwechslung und auch die Animationen der drei Hauptfiguren können überzeugen. Gerade die schnellen Bewegungen beim Springen, Gleiten und Rollen wirken schön flüssig und tragen dazu bei, dass das Spielgeschehen angenehm dynamisch bleibt.
Auch musikalisch passt vieles zum verrückten Szenario. Der beschwingte Soundtrack unterstreicht das Salsa-Thema und sorgt gemeinsam mit den farbenfrohen Umgebungen für eine fröhliche Atmosphäre. Insgesamt präsentiert sich das Abenteuer technisch also durchaus sauber und macht sowohl optisch als auch akustisch einen gelungenen Eindruck - wenngleich man hier natürlich kein Triple A-Niveau erwarten darf.
Nicht ganz ohne Schwächen Deutlich weniger überzeugend als die Technik ist leider der Umfang. Wer sich auf die Hauptgeschichte beschränkt, dürfte relativ schnell das Ende erreichen. Wer dagegen sämtliche Geheimnisse aufspüren, Dojos meistern und Bestzeiten jagen möchte, bekommt immerhin ein paar Stunden mehr. Das ist aber nicht der einzige Kritikpunkt, den man an Marsupilami 2 – Salsa Palombia äußern kann. Denn auch die Geschichte bleibt leider eher oberflächlich und die Bosskämpfe könnten durchaus abwechslungsreicher ausfallen. Hier wiederholen sich bestimmte Abläufe nämlich zu stark, sodass gerade die Duelle gegen die größeren Gegner hinter dem ansonsten abwechslungsreichen Leveldesign zurückbleiben.
Fazit:
Marsupilami 2 – Salsa Palombia liefert genau das, was man von einem klassischen Jump’n’Run erwartet: flotte Levels, eine präzise Steuerung und jede Menge Gelegenheit zum Erkunden. Die unterschiedlichen Fähigkeiten von Twister, Hope und Punch bringen zusätzliche Abwechslung ins ansonsten bekannte Spielprinzip, während der charmante Comic-Look und die fröhliche musikalische Untermalung hervorragend zur Lizenz passen. Besonders Familien und jüngere Spieler dürften sich hier schnell wohlfühlen.
Ganz ohne Schwächen kommt das Abenteuer allerdings nicht aus. Die kurze Kampagne und die wenig abwechslungsreichen Bosskämpfe verhindern eine höhere Wertung. Wer darüber hinwegsehen kann und einfach Lust auf ein sympathisches Plattformspiel für einige unterhaltsame Stunden hat, darf trotzdem bedenkenlos nach Palombia reisen.
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