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iRacing Arcade

Entwickler: Original Fire Games
Publisher: iRacing Studios

Genre: Sport
USK Freigabe: Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 24,99 €

Systeme: PC, PlayStation 5, Xbox Series X/S

Inhalt:

Beim Namen iRacing denkt man vermutlich zunächst an anspruchsvollen Motorsport und möglichst realistische Rennsimulationen. Ich selbst habe das große iRacing allerdings nie gespielt und bin deshalb ohne entsprechende Vergleichserfahrungen an iRacing Arcade herangegangen. Das ist aber auch gar nicht schlimm, denn schon nach den ersten Rennen wird deutlich, dass der neue Titel ohnehin einen ganz anderen Weg einschlägt. Hier geht es weniger um die möglichst perfekte Simulation eines Rennwochenendes, sondern um unkomplizierten Rennspaß, der trotzdem ein paar interessante Motorsport-Elemente bereithält.

Entwickelt wurde iRacing Arcade von Original Fire Games und iRacing Studios. Nach der Veröffentlichung für den PC im März 2026 ist der Racer seit dem 21. August auch für Xbox Series X|S und PS5 erhältlich. Die Konsolenversion bringt dabei gleich einige neue Inhalte mit, darunter vier zusätzliche Fahrzeuge, weitere Streckenlayouts und einen lokalen Mehrspieler für bis zu vier Personen – doch der Reihe nach.



Meinung:

Motorsport im Kleinformat
Schon die Präsentation zeigt, dass wir es bei iRacing Arcade nicht mit einer bierernsten Rennsimulation zu tun haben. Fahrzeuge und Fahrer sind bewusst stilisiert und wirken wie kleine Spielzeugautos. Gleichzeitig greift das Spiel auf zahlreiche lizenzierte Fahrzeuge und Rennstrecken zurück. Imola, Bahrain, Kyalami, Monza oder der Circuit Paul Ricard gehören beispielsweise zum Aufgebot – wenn auch teilweise in etwas kompakterer Form. Hinzu kommen einige fiktive Kurse, die sich optisch und qualitativ aber gut in das Gesamtbild einfügen.

Auch bei den Fahrzeugen gibt es einiges zu entdecken. Vom kleinen Fiat 500 über Formel Junior, FIA F4 und Touring Car bis hin zum Porsche 911 GT3 Cup, LMP2 und GTP reicht die Palette. Mit der Konsolenversion kamen zudem ein 60er-Jahre-Formelwagen, ein 80er-Jahre-Formelwagen und der Mercedes 190 E DTM hinzu.

Natürlich sorgen diese unterschiedlichen Fahrzeugtypen auch für reichlich fahrerische Abwechslung. Die Fahrzeuge lassen sich nämlich allesamt anders steuern, sodass sich ein Fiat ganz anders bewegen lässt als ein leistungsstarker Prototyp. Besonders stark ist der Unterschied beim Big Rig, einem schweren Renntruck, der ebenfalls mit der Konsolenversion Einzug in den Fuhrpark nahm und sich auf den vergleichsweise kleinen Kursen natürlich noch einmal komplett anders anfühlt als die flinkeren Boliden.

Schnell gelernt, nicht sofort langweilig
Obwohl also durchaus auf ein wenig Realismus geachtet wurde, ist die Steuerung dennoch eindeutig auf Zugänglichkeit ausgelegt. Selbst ohne Rennspielerfahrung hat man schon nach wenigen Minuten die grundlegende Kontrolle über die Fahrzeuge und kann sich auf das eigentliche Rennen konzentrieren. Dabei bedeutet „einfach zu lernen“ aber nicht automatisch, dass alles belanglos ist. Wer schneller werden möchte, muss nämlich durchaus auf Bremspunkte, Ideallinie und Kurvengeschwindigkeit achten.

Gefahren wird dabei ausschließlich aus der Third-Person-Perspektive. Wir blicken also stets von hinten auf unser Fahrzeug und können nicht wie in vielen anderen Rennspielen aus der Cockpitperspektive hinter dem Lenkrad Platz nehmen. Das passt durchaus zum zugänglichen Ansatz von iRacing Arcade, dürfte Rennspielfans, die gerne möglichst nah am Geschehen sitzen, aber etwas weniger gefallen.

Dafür gibt es aber Reifenverschleiß und Kraftstoffverbrauch, die für zusätzliche Tiefe sorgen. Gerade bei längeren Rennen können diese Faktoren nämlich durchaus eine Rolle spielen und dazu führen, dass man sich Gedanken über die eigene Rennstrategie machen muss. Gleichzeitig verzeiht das Spiel aber auch deutlich mehr Fehler als eine kompromisslose Simulation.

All das gefällt mir ausgesprochen gut, denn so entsteht ein angenehmer Mittelweg. Man kann iRacing Arcade einfach starten und ein paar Rennen fahren, ohne sich vorher intensiv mit dem Spiel auseinandersetzen zu müssen. Wer dagegen seine Rundenzeiten verbessern möchte, findet trotzdem genügend Ansatzpunkte.

Nicht ganz überzeugen konnte mich dagegen die KI. Zwar entstehen durchaus spannende Positionskämpfe, teilweise gehen die Konkurrenten aber etwas zu rücksichtslos zu Werke. Besonders in engen Kurven kann es deshalb vorkommen, dass einen ein Gegner abdrängt und man so entweder neben die Strecke gerät oder sogar eine Strafe wegen angeblichen Abkürzens erhält, was natürlich schon mal frustrierend sein kann.

Der eigene Rennstall
Bei den Spielmodi ist das Herzstück von iRacing Arcade natürlich die Karriere. Dabei beginnen wir relativ klein und versuchen, uns im Laufe der Zeit ein eigenes Motorsportteam aufzubauen. Nach unseren Rennen erhalten wir Preisgeld, das anschließend in die Weiterentwicklung unseres Rennstalls fließt.

Dafür steht uns ein eigener Motorsport-Campus zur Verfügung. Wir können dort verschiedene Gebäude errichten und verbessern, wodurch wiederum neue Möglichkeiten und Vorteile freigeschaltet werden. Bauen wir beispielsweise eine Chassis-Werkstatt, produzieren wir Boosts, die Reifenverschleiß, Grip und Windschatten beeinflussen. Außerdem dürfen wir Fahrer verpflichten, die für unser Team an Rennen teilnehmen können. So müssen wir nicht zwangsläufig jede Serie selbst bestreiten.

Obwohl es also durchaus einiges zu entdecken gibt, wurde all dies erfreulich übersichtlich gelöst. Wir werden nicht mit einer riesigen Flut an Statistiken erschlagen oder müssen uns durch undurchsichtige Menüs arbeiten. Stattdessen ist alles Wichtige auf einem einzigen Bildschirm auffindbar, weshalb es auch kein Problem darstellt, die nächste Entscheidung zu treffen.

Ohne dass iRacing Arcade plötzlich zu einer Wirtschaftssimulation wird, bekommt die Karriere eine schöne zusätzliche strategische Komponente durch die Frage, ob wir lieber in eine neue Einrichtung investieren oder uns um einen weiteren Fahrer kümmern oder unseren Rennstall möglichst breit aufstellen oder uns zunächst auf eine bestimmte Rennserie konzentrieren. Für mich ist das ein echter Gewinn und eine der größten Stärken des Spiels.

Nicht alles ist perfekt
Trotzdem hätte ich mir an einigen Stellen etwas mehr gewünscht. Der vorhandene Fahrzeug- und Streckenumfang ist zwar ordentlich, gerade bei längeren Spielsessions stellt sich aber irgendwann ein gewisser Wiederholungseffekt ein. Die unterschiedlichen Fahrzeuge sorgen für Abwechslung, können die teilweise wiederkehrenden Kurse aber natürlich nicht vollständig kaschieren.

Auch beim klassischen Rennwochenende wurde leider etwas abgespeckt. Eine Qualifikation gibt es beispielsweise nicht. Statt sich zunächst um eine gute Startposition zu bemühen, geht es direkt ins Rennen. Das passt zwar äußerst gut zum schnellen und unkomplizierten Ansatz des Spiels, nimmt den Wettbewerben aber auch ein wenig vom klassischen Motorsportgefühl.

Dafür ist der lokale Mehrspieler ein echtes Highlight. Hier können nämlich bis zu vier Spieler gemeinsam per Splitscreen antreten. Gerade für einen Arcade-Racer ist das eine hervorragende Möglichkeit, denn ein gemeinsamer Rennabend ist damit schnell organisiert. Controller verteilen, Fahrzeug auswählen und schon geht es los. Das macht wirklich eine Menge Spaß, weshalb ich mich auch immer wieder frage, weshalb nicht mehr Spiele auf einen solchen Modus setzen. Darüber hinaus gibt es aber natürlich auch einen klassischen Online-Mehrspielermodus, in dem Rennen für zwei bis zwölf Spieler möglich sind.

Der Online-Modus selbst hätte allerdings komfortabler ausfallen dürfen. Einen klassischen schnellen Matchmaking-Modus gibt es nämlich leider nicht. Stattdessen werden private (Cross-Play-)Lobbys erstellt, denen andere Spieler beitreten können. Wer gezielt mit Freunden fahren möchte, kommt damit gut zurecht; für spontane Rennen gegen unbekannte Spieler wäre eine unkompliziertere Lösung allerdings sehr wünschenswert gewesen.

Charmante Präsentation
Auch optisch unterscheidet sich iRacing Arcade von seinem großen Bruder. Dabei passt die comichafte Darstellung hervorragend zum Spiel und sorgt dafür, dass sich der Racer angenehm von den vielen realistisch gehaltenen Genrevertretern abhebt. Gleichzeitig bleiben die Fahrzeuge und Strecken dennoch gut erkennbar, sodass man sofort weiß, was und wo man fährt.

Als besonders angenehm empfand ich die Übersicht während der Rennen. Selbst wenn mehrere Fahrzeuge gleichzeitig um eine Position kämpfen, verliert man nur selten den Überblick. Die reduzierte Darstellung kommt dem schnellen Spielgeschehen deshalb durchaus zugute.

Beim Sound erwartet uns dagegen eher zweckmäßige Kost. Motorengeräusche und Rennatmosphäre erfüllen ihren Zweck, bleiben aber weniger nachhaltig im Gedächtnis als die ungewöhnliche Optik. Wirklich störend ist das nicht, zumal sich das Spiel ohnehin stärker über sein Fahrgefühl und seine Präsentation definiert.



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Stefan.Heppert

iRacing Arcade ist ein angenehm unkomplizierter Racer, der mit seiner zugänglichen Steuerung, unterschiedlichen Fahrzeugklassen und vor allem der gelungenen Karriere mit eigenem Rennstall für ordentlich Motivation sorgt. Auch der Vier-Spieler-Splitscreen macht auf der Konsole richtig Spaß.

Ganz ohne Schwächen kommt der Racer allerdings nicht aus. Der Umfang könnte größer sein, die KI fährt teilweise etwas ruppig und der Online-Modus verzichtet leider auf schnelles Matchmaking. Wer darüber hinwegsehen kann und einen zugänglichen Racer mit übersichtlicher Motorsport-Tiefe sucht, bekommt mit iRacing Arcade dennoch ein unterhaltsames Gesamtpaket.



iRacing Arcade - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Stefan.Heppert

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 8.5 Grafik: 8.00
Sound: 8.00
Steuerung: 9.00
Gameplay: 9.00
Wertung: 8.5
  • Sehr zugängliche Steuerung
  • Unterschiedliche und abwechslungsreiche Fahrzeugklassen
  • Gelungener Karrieremodus
  • Vier-Spieler-Splitscreen auf Konsole
  • Eigenständiger, charmanter Grafikstil
  • Strecken- und Rennumfang könnte größer sein
  • Keine Qualifikation in der Karriere
  • KI teilweise etwas rabiat
  • Online keine schnelle Spielersuche

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Rezension vom: 31.08.2026
Kategorie: Sport
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