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Panzer Knights: Commander's Edition

Entwickler: Joy Brick Inc.
Publisher: PQube

Genre: Simulationen
USK Freigabe: Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 34,99 €

Systeme: PC, PlayStation 5, Xbox Series X/S

Inhalt:

Panzer und Anime – zwei Dinge, die auf den ersten Blick wohl nicht unbedingt zusammengehören. Und doch hat sich rund um diese ungewöhnliche Kombination längst eine eigene Nische entwickelt. Panzer Knights schlägt dabei allerdings einen etwas anderen Weg ein: Statt uns in eine komplett fiktive Welt zu versetzen, verschlägt es uns mitten in den Zweiten Weltkrieg. Wir übernehmen die Kontrolle über einen deutschen Panzerzug und erleben einige der bekanntesten Feldzüge aus der Perspektive der Besatzungen. Das klingt ungewöhnlich – und genau das ist es auch.

Nachdem das Spiel bereits 2021 für den PC erschienen ist, rollt Panzer Knights: Commander's Edition nun als definitive Version auf PlayStation 5 und Xbox Series X|S. Neben dem Hauptspiel sind dabei auch die bisherigen Zusatzinhalte und insgesamt sechs Bonuspanzer enthalten – die perfekte Gelegenheit also, mir das Spiel endlich einmal genauer anzuschauen.



Meinung:

Mit dem Panzer durch den Zweiten Weltkrieg
Die Kampagne führt uns chronologisch durch verschiedene Phasen des Zweiten Weltkriegs. Los geht es mit dem deutschen Überfall auf Polen, anschließend verschlägt es uns unter anderem nach Frankreich und schließlich an die Ostfront. Die einzelnen Missionen orientieren sich dabei an historischen Ereignissen und bekannten Schlachten, werden jedoch aus der Perspektive unserer eigenen Panzerbesatzung erzählt. Insgesamt umfasst die Hauptkampagne elf Missionen, ergänzt durch weitere Neben- und Bonusmissionen.

Dabei versucht Panzer Knights gar nicht erst, seine ungewöhnliche Mischung aus historischem Kriegsszenario und Anime zu verstecken. Während die Panzer ihren realen Vorbildern durchaus akkurat nachempfunden wurden und zumeist sogar über authentische Tarnungen verfügen, kommen die Besatzungsmitglieder in Anime-Illustrationen daher und unterhalten sich in den Zwischensequenzen über die jeweiligen Einsätze. Die eigentlichen Charaktermodelle bleiben allerdings auf diese Illustrationen beschränkt. Auch die Sprachausgabe erfolgt auf Japanisch, während verschiedene Untertitelsprachen zur Verfügung stehen.

Gerade diese Kombination sorgt für einen etwas skurrilen Eindruck. Auf der einen Seite sehen die Panzer erstaunlich detailliert und ihren historischen Vorbildern entsprechend aus, auf der anderen Seite stehen ihnen Anime-Charaktere gegenüber. Wer mit dieser ungewöhnlichen Stilrichtung etwas anfangen kann, dürfte sich daran schnell gewöhnen. Wer dagegen einen möglichst authentischen Weltkriegs-Titel erwartet, wird vermutlich mehr als nur etwas irritiert dreinblicken.

Arcade-Action statt Hardcore-Simulation
Auch beim eigentlichen Gameplay geht Panzer Knights einen Mittelweg. Zwar bezeichnet der Hersteller das Spiel als Panzersimulation, mit einer Hardcore-Simulation sollte man es allerdings nicht verwechseln. Vielmehr handelt es sich um einen zugänglichen Arcade-Titel mit taktischen Elementen.

Gesteuert wird der Panzer aus der Third-Person-Perspektive. Während wir mit einem Stick das Fahrzeug bewegen, richten wir mit dem anderen beziehungsweise über die Kamera das Geschütz aus. Dabei gilt es, zwei Zielanzeigen miteinander in Einklang zu bringen, bevor wir einen Schuss abgeben. Wer einfach wild drauflosballert, wird daher schnell feststellen, dass Präzision wichtiger ist als bloße Feuerkraft.

Besonders wichtig sind dabei die unterschiedlichen Trefferzonen der gegnerischen Fahrzeuge. Treffer an Ketten, Turm oder Rumpf haben unterschiedliche Auswirkungen. Während eine zerstörte Kette die Beweglichkeit einschränkt, kann ein beschädigter Turm die Kampfkraft des Gegners deutlich reduzieren. Auch die Wahl der richtigen Munition spielt eine Rolle. Neben normalen panzerbrechenden Geschossen stehen unter anderem auch HE- und APCR-Munition zur Verfügung.

Zusätzlich können wir Reparaturkits, Rauchgranaten, Versorgungslieferungen und Luftangriffe einsetzen. Gerade die begrenzten Vorräte sorgen dafür, dass wir nicht völlig sorglos durch die Levels pflügen. Wer angeschlagen ist, muss beispielsweise abwägen, ob sich eine Reparatur sofort lohnt oder wir lieber bis zum nächsten Versorgungspunkt durchhalten.

Die richtige Crew für den richtigen Panzer
Ein interessanter Bestandteil, der Panzer Knights von vielen anderen Panzerspielen unterscheidet, ist das Besatzungssystem. Zwischen den Missionen stellen wir nämlich stets unsere Crew zusammen und können dabei aus insgesamt 30 Rekruten auswählen. Die einzelnen Charaktere verfügen dabei über unterschiedliche Fähigkeiten und Boni, die sich direkt auf die Leistungsfähigkeit des jeweiligen Panzers auswirken. Durch Erfahrung lassen sich die Fähigkeiten zudem weiterentwickeln und neue Verbesserungen freischalten.

Dadurch entsteht ein durchaus motivierender Sammel- und Aufrüstkreislauf. Wir schalten neue Besatzungsmitglieder und Fahrzeuge frei, verbessern deren Eigenschaften und können anschließend mit einer stärkeren Kombination erneut ins Gefecht ziehen. Gerade weil nicht jeder Panzer gleich funktioniert, lohnt es sich, mit unterschiedlichen Zusammenstellungen zu experimentieren.

Ein besonderes Highlight ist zudem die Auswahl an Fahrzeugen. Gerade für Fans von Militärtechnik gibt es hier einiges zu entdecken. Das Arsenal reicht von leichteren deutschen Panzern wie dem Panzer III bis hin zu bekannten Schwergewichten wie dem Tiger I. Die Commander's Edition legt hier zudem noch einmal kräftig nach und integriert sechs zusätzliche Fahrzeuge aus den bisherigen Bonuspaketen. Dazu gehören der amerikanische M4-748 Sherman und M26 Pershing, die britischen Churchill VII und Valentine XI sowie der deutsche Elefant und der 188 Tonnen schwere Panzer VIII Maus.

Taktik ist gefragt – zumindest ein bisschen
Obwohl Panzer Knights ein reines Singleplayer-Spiel ist, sind wir auf dem Schlachtfeld dennoch nicht alleine unterwegs. Hier werden nämlich weitere Panzer von der KI gesteuert und können von uns über Befehle beziehungsweise Formationskommandos unterstützt werden. Der SInn und Zweck der Sache ist, dass so aus dem reinen Panzerduell ein taktischerer Kampf werden soll.

In der Praxis bleibt dieser Aspekt allerdings hinter seinen Möglichkeiten zurück. Die KI gehört nämlich leider zu den größeren Schwachpunkten des Spiels. Verbündete Fahrzeuge reagieren teilweise nur träge auf Gegner, bleiben an der Umgebung hängen oder bewegen sich nicht so, wie man es erwarten würde. Auch bei den Feinden kommt es vor, dass Panzer an ungünstigen Stellen stehen bleiben oder nicht auf das eigentliche Missionsziel reagieren.

Das ist besonders ärgerlich, weil die Missionen durchaus anspruchsvoll sein können. Manchmal reicht bereits ein unglücklicher Treffer, um den eigenen Panzer zu zerstören und die Mission sofort scheitern zu lassen. Da gleichzeitig Checkpoints fehlen, kann ein solcher Fehlschlag schnell für Frust sorgen.

Abwechslungsreiche Schlachten mit technischen Macken
Die Missionen selbst bieten dabei grundsätzlich eine nette Mischung aus unterschiedlichen Aufgaben. Neben dem Ausschalten feindlicher Panzer müssen beispielsweise Positionen gehalten, Ziele erreicht oder Verbündete unterstützt werden. Zusätzliche Missionsziele sorgen zudem für weitere Belohnungen, mit denen wir neue Fahrzeuge und Crewmitglieder finanzieren können.

Leider wiederholen sich bestimmte Abläufe relativ häufig. Dazu kommen technische Ungereimtheiten, die den eigentlich unterhaltsamen Panzerkampf immer wieder ausbremsen. Gegner können aus der Entfernung plötzlich erscheinen oder verschwinden, Texturen laden verspätet nach und gelegentlich bleiben Fahrzeuge an oder sogar in Objekten hängen. Auch unsichtbare Hindernisse können zum Problem werden – sowohl beim Fahren als auch beim Schießen.

Kamera und Visiersystem haben auf unebenem Terrain ebenfalls gelegentlich ihre Tücken. Wenn der Panzer über Hügel oder Trümmer fährt, gerät die Zielerfassung manchmal ins Wackeln, was präzise Weitschüsse erschwert. Auf der Konsole kommt es zudem in besonders hektischen Schlachten, wenn zahlreiche Partikeleffekte durch Explosionen und Rauch gleichzeitig dargestellt werden, ab und an zu kleineren Bildrateneinbrüchen.

Gerade bei einem Spiel, dessen wichtigste Mechaniken aus präzisem Zielen und taktischem Positionieren bestehen, sind solche Probleme besonders störend. Wenn ein Schuss scheinbar ohne nachvollziehbaren Grund an einem unsichtbaren Hindernis hängenbleibt oder man aufgrund eines kurzen Rucklers danebenschießt, will sich das gewünschte Gefühl taktischer Kontrolle nicht so recht einstellen.

Anime trifft auf Panzerstahl
Und auch optisch ist Panzer Knights leider nicht ganz frei von Kritik. Die Umgebungen wirken stellenweise deutlich angestaubt, und auch die Animationen können nicht mit aktuellen Produktionen mithalten. Dafür sind die Anime-Charakterzeichnungen gelungen und die historischen Panzer erfreulich detailliert umgesetzt. Gerade für Panzerfans gibt es hier einiges zu entdecken.

Auch Menüs und Zwischensequenzen greifen den militärischen Look konsequent auf. Abgerundet wird das Ganze von orchestralen, militärisch angehauchten Musikstücken. Allerdings reagiert die Musik nicht immer optimal auf das Geschehen. Teilweise wird sie während eines Gefechts intensiver, während sie in anderen Situationen plötzlich ruhig bleibt, obwohl gerade gekämpft wird.

Die komplette Panzerladung
Beim Umfang gibt es dagegen wenig zu meckern. Neben der Hauptkampagne warten in der Commander's Edition zusätzliche Missionen sowie ein frei konfigurierbarer Gefechtsmodus, mit dem wir ohne große Umwege in weitere Panzerschlachten einsteigen können. Zudem gibt es, wie bereits erwähnt, sechs zusätzliche Panzer, die den Fuhrpark ordentlich erweitern.



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Stefan.Heppert

Panzer Knights: Commander's Edition ist definitiv kein gewöhnliches Panzerspiel. Die Mischung aus historischen Schlachten, detaillierten WW2-Panzern und Anime-Charakteren ist ungewöhnlich, funktioniert aber erstaunlich gut. Die zugängliche Arcade-Action macht Spaß, während Crew-System, verschiedene Munitionstypen und das umfangreiche Fahrzeugarsenal für eine angenehme taktische Note sorgen.

Leider bremsen KI-Probleme, wiederholende Missionsabläufe und technische Macken den Spielspaß immer wieder aus. Besonders ärgerlich ist das fehlende Checkpoint-System, das nach einem unglücklichen Treffer schnell für unnötigen Frust sorgt. Wer eine realistische Panzersimulation erwartet, ist hier ohnehin falsch. Wer dagegen unkomplizierte Third-Person-Panzeraction mit einer ordentlichen Portion Anime-Charme sucht, bekommt mit der Commander's Edition ein interessantes Gesamtpaket – auch wenn mit etwas mehr Feinschliff deutlich mehr drin gewesen wäre.



Panzer Knights: Commander's Edition - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Stefan.Heppert

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 6.625 Grafik: 6.50
Sound: 6.00
Steuerung: 7.00
Gameplay: 7.00
Wertung: 6.625
  • Ungewöhnliche Mischung aus Anime und WW2-Panzern
  • Große Auswahl an Fahrzeugen
  • Interessantes Crew- und Aufrüstungssystem
  • Zugängliche Arcade-Panzeraction
  • Commander's Edition enthält sämtliche Bonuspakete und sechs zusätzliche Panzer
  • Schwache und teilweise unzuverlässige KI
  • Technische Probleme
  • Teilweise repetitive Missionsstruktur
  • Keine Checkpoints
  • Unsichtbare Hindernisse können Schüsse und Bewegung behindern

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Rezension vom: 16.08.2026
Kategorie: Simulationen
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