Genre:
Action USK Freigabe:
Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG. ca. Preis:
70 €
Systeme:
PC, PlayStation 5
Inhalt:
Eines Tages auf der Erde-358. Auf ein Mal taucht die mysteriöse Promoterin auf und verkündet die Ankunft des Champions. Dieser verkündet ein Turnier, dessen Gewinner gegen ihn antreten darf. Wenn das entsprechende Team gewinnt, verschont er die Erde. Sollte er hingegen gewinnen, dann wird der Planet vernichtet werden.
Meinung:
Es läuft für Marvel. Derweil Konkurrent DC zuletzt eher durch die Spiele wie Suicide Squad: Kill the Justice League auffielt, konnte der Verlag aus allen Rohren feuern. Die Spider-Man-Titel, entwickelt von Insomniac Games, sind auf der PlayStation und dem PC Bestseller. Und mit Marvels Rivals wurde von NetEase ein Free to Player Hero-Shooter herausgebracht, der den einstigen Genre-König Overwatch zumindest zeitweise alt aussehen ließ.
Eine Tradition wird wiederbelebt Was also würde als Nächstes kommen? Wie wäre es mit einem Fighting Game? Hier kann Marvel auf eine langjährige Tradition zurückblicken, da es in Zusammenarbeit mit Capcom über lange Zeit hinweg die Marvel vs. Capcom Reihe mitproduzierte. Leider ging diese Ära mit dem missglückten Marvel vs. Capcom: Infinite zu Ende, dass kommerziell und bei den Kritikern durchfiel.
Doch jetzt ist mit Marvel Tokon: Fighting Souls ein neues Fighting Game erschienen, welches sich anschickt, an die goldene Zeit der Marvel vs. Capcom-Reihe anzuschließen. Wobei das Spiel für sich alleine steht. Es ist kein Crossover, es gibt hier keine Charaktere aus anderen Franchises, hier stehen einzig und allein Marvel-Figuren im Raum.
Entwickelt wurde das Spiel von Arc System Works. Das Studio konnte in den letzten Jahren sich einen Namen als Entwickler von Fighting Games aufbauen, die einen starken Anime-Einfluss zeigten. Titel wie Granblue Fantasy Versus, Dragon Ball FighterZ oder Guilty Gear Strive sollten in der Fighting Games Community und darüber hinaus für Furore sorgen. Hier wurde also der passende Programmierer ausgewählt.
Von Marvel vs. Capcom inspiriert Das Gameplay zeigt sich dabei deutlich von den Marvel vs Capcom-Spielen inspiriert. Denn dieses Spiel ist ein Tag-Battler. Das heißt in diesem Fall, das Teams bestehend aus vier unterschiedlichen Figuren gegeneinander antreten können. Und sich, wenn eine bestimmte Energieleiste voll ist, dann auswechseln können, wobei sie gleichzeitig auch ihren jeweiligen Tag-Partner für Team-Angriffe herbeirufen können. Hierbei es ebenso eine Ultra-Attacke gibt, die in einer besonderen Sequenz zeigt, wie das gesamte Team den jeweiligen Gegner angreift und verheerenden Schaden anrichtet.
Dabei schöpft das Spiel, was die Charaktere angeht, aus dem Vollen. Natürlich sind die üblichen Verdächtigen wie Captain America, Iron Man oder Doctor Doom vertreten. Doch ebenso kann man auch einen Robbie Reyes Ghost Rider, eine Kamala Harris Ms. Marvel oder gar eine Shuri Black Panther auswählen. Und es existieren ebenfalls Figuren, die nur sehr eingefleischten Fans etwas sagen, wie zum Beispiel Danger, die lebendig gewordene Danger Room der X-Men. Insgesamt gibt es im Story-Modus fünf Teams a vier Personen.
Alle Charaktere werden großartig präsentiert. Wobei ein Highlight Deadpool ist, der im Prinzip die ganze Zeit andere Fighting Games parodiert. Was allerdings nicht heißt, dass die anderen Figuren nicht so gut geworden sind. Auch sie wurden mit Liebe designt und animiert.
Ein schwacher Story-Mode Allerdings ist er Story-Modus auch einer der Schwachpunkte des Games. Natürlich darf man bei Fighting Games diesbezüglich keine Glanzleistung erwarten. Aber selbst für Genre-Verhältnisse ist der Modus nicht gerade sehr überzeugend. Zum einen, da die Geschichte eh immer nach dem gleichen Schema abläuft. Und zum anderen, weil die Synchronisation, die ansonsten sehr gut geworden ist, hier gerne mal schwächelt.
Aber bei Fighting Games geht es nicht so sehr um die Story. Es geht ums Kämpfen, um das Messen mit anderen Personen. Und hier kann das Spiel wirklich glänzen. Es gibt Casual Auseinandersetzungen, die gut für Beginner geeignet sind. Nach zehn Siegen wird dann der Ranglisten-Modus aktiviert, bei dem es richtig zur Sache geht. In Raum-Matches kann man eigene Regeln und Ziele erstellen und in der offenen Lobby steuerst du deine Figur durch eine eigene Welt, kannst Minispiele spielen oder ein paar Kämpfe austragen.
Dazu muss man allerdings auch sagen, dass man vor allem als casual Spieler Zeit braucht, um in die am Ende doch sehr knifflige Steuerung einzusteigen. Es gibt zwar ein Tutorial, wenn man das Game das erste Mal steigert. Doch wirklich lernen tust du die Steuerung nur im Storymodus und im anschließenden Arena-Modus. Wo du außerdem nach und nach alle Charaktere freischaltest. Am besten ist, du lässt dir Zeit, ehe du dich ins Getümmel online stürzt. Besser lieber noch ein wenig länger offline spielen, und so die diversen Figuren mit ihren jeweiligen Eigenheiten kennenlernen, anstatt online sich sofort lauter blutige Nasen zu holen.
Jede Figur ist einzigartig Und „jeweilige Eigenheiten“ ist nicht untertrieben. Jeder Charakter spielt sich anders, hat seine speziellen Eigenschaften, die sich dann vor allem bei den Spezialangriffen bemerkbar machen. Star-Lord setzt auf Fallen, mit denen er Gegner kurzfristig festhalten kann. Derweil Carnage seinen Gegenspieler mit einem Teil seiner selbst infiziert. All dies zu berücksichtigen und zu lernen, erfordert Zeit und Geduld. Und sich nicht davon unterbuttern lassen, dass stellenweise sehr viel auf ein Mal auf dem Bildschirm los ist. Dadurch, dass das ein Tag-Fighter ist, mit bis zu vier verschiedenen Spielfiguren, ist das Kampfgeschehen nunmal mitunter schnell und stellenweise auch schwer zu überschauen. Aber das gehört zu diesem Genre hinzu.
Dabei merkt man dem Spiel die Liebe zum Detail an. Damit ist nicht nur die grandiose Optik gemeint, sondern die Präsentation allgemein. Es wird ständig versucht, einen gewissen Comicbooklook einzuhalten, mit Seiten oder Schriften, die schnell gezeichnet werden. Hinzu kommen dann auch noch die ganzen Hintergrundinfos, wo man mehr über die Figuren und ihre Herkunft erfährt. Und für Langzeitmotivation sorgt die Tatsache, dass man jede Menge Artwork freischalten kann.
Wobei auch die Musik fantastisch ist. Hier liefert Marvel Tokon Fighting Souls ab und präsentiert jede Menge abwechslungsreiche und unterhaltsame Melodien.
Übrigens wurde auf der PS5 getestet. Die ist deutlich spielbarer, als die PC-Fassung. Die soll, so Online-Infos, eine vollkommene Katastrophe sein.
Fazit:
Marvel Tokon Fighting Souls versucht alles, um Neueinsteiger dazu motivieren, sich in das Game zu vertiefen. Das Tutorial, die diversen Spielmodi, die freischaltbaren Artwork und, und, und... Es wird für Offlineplayer einiges geboten. Doch so richtig lebt das Spiel erst dann auf, wenn man online geht. Dann lebt es so richtig auf.
Und doch hat das Game eine steile Lernkurve, ist die Story des Storymodus sehr vorhersehbar und das Geschehen auf dem Bildschirm stellenweise schwer zu durchschauen. Dennoch lohnt es sich, das Spiel anzuschauen, sich darin zu vertiefen und es einfach nur zu genießen! Denn wer dies macht, der wird belohnt!
Bewertung Du kannst dieses Game hier benoten. Wohlgemerkt soll nicht die Rezension, sondern das Game an sich bewertet werden! Du hast also dieses Game gespielt? Dann bewerte es hier. Die Benotung erfolgt mit Sternen. Keine Sterne entsprechen der Schulnote 6. Fünf Sterne entsprechen der Schulnote 1.