Genre:
Jump'n'Run USK Freigabe:
Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG. ca. Preis:
19,99 €
Systeme:
PC, PlayStation 5, Switch 2, Xbox Series X/S
Inhalt:
Hast du dich schon einmal gefragt, was passiert, wenn man Jet Set Radio, Tony Hawk's Pro Skater und den japanischen Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen miteinander kombiniert? Wahrscheinlich nicht. Die Entwickler des kleinen Indie-Studios Undercoders dagegen offenbar schon – und sie haben diese herrlich verrückte Idee kurzerhand in die Tat umgesetzt.
Meinung:
Das Ergebnis heißt Denshattack! und ist ein ebenso farbenfrohes wie ungewöhnliches Arcade-Spiel, das sämtliche Gesetze der Physik mit einem lauten Quietschen auf den Gleisen hinter sich lässt. Wer schon immer einmal mit einem tonnenschweren Zug Kickflips, Grinds und spektakuläre Sprünge vollführen wollte, dürfte hier also genau das richtige Spiel gefunden haben.
Skateboard war gestern – jetzt kommt der Zug Das Grundprinzip ist schnell erklärt. Statt auf einem Skateboard oder BMX rollen wir mit einem futuristischen Zug über Schienen – oder über alles, was sich irgendwie als Schiene zweckentfremden lässt – durch eine stilisierte, neongetränkte Version Japans.
Unser Ziel ist es, den zwielichtigen Megakonzern Miraido zu Fall zu bringen und die Kontrolle über das Schienennetz zurückzuerobern. Klingt verrückt? Ist es auch.
Spielerisch orientiert sich Denshattack! unverkennbar an klassischen Arcade-Sportspielen. Ollies, Grinds auf Stromleitungen, spektakuläre Rotationen und lange Trickkombinationen gehören genauso selbstverständlich zum Repertoire wie das permanente Jagen nach immer höheren Punktzahlen.
Erstaunlicherweise steuert sich der riesige Zug dabei sehr präzise. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit gelingen deshalb selbst anspruchsvollere Trickkombinationen erstaunlich flüssig und sorgen schnell für den berühmten Flow, den man aus Genregrößen wie Tony Hawk's Pro Skater kennt.
Vollgas durch Neo-Tokio Eine der größten Stärken des Spiels ist das beeindruckende Geschwindigkeitsgefühl. Wenn der modifizierte Zug mit scheinbar halsbrecherischem Tempo über die Dächer von Neo-Tokio rast und man im perfekten Moment von einer Schiene auf die nächste springt, entwickelt Denshattack! einen Spielfluss, den man einem Spiel mit einem Zug wohl kaum zugetraut hätte.
Und auch die abwechslungsreichen Schauplätze tragen ihren Teil dazu bei. Von neonbeleuchteten Metropolen bis hin zu ruhigeren ländlichen Regionen präsentiert sich jede Umgebung mit einem eigenen Charakter und unterstreicht den markanten Comic-Look des Spiels.
Kreative Bosskämpfe und mitreißender Soundtrack Neben der Jagd nach immer neuen Highscores sorgen vor allem die Bosskämpfe für zusätzliche Abwechslung. Riesige mechanische Würmer, wandelnde Festungen und andere überdimensionierte Maschinen verlangen deutlich mehr als bloßes Drauflosfahren.
Um diese Kolosse zu bezwingen, müssen nämlich sämtliche erlernten Tricks sinnvoll miteinander kombiniert und perfekt getimt werden. Gerade diese Abschnitte gehören deswegen auch zu den spielerischen Höhepunkten des Abenteuers und zeigen eindrucksvoll, wie kreativ die Entwickler ihre ungewöhnliche Grundidee umgesetzt haben.
Unterstützt wird das rasante Geschehen dabei von einem hervorragenden Soundtrack, der treibende Beats mit rockigen J-Rock-Einflüssen verbindet und das hohe Spieltempo perfekt unterstreicht.
Hindernisse auf der Strecke So viel Spaß Denshattack! auch macht, ganz ohne kleinere Schwächen kommt das Spiel nicht aus.
Vor allem die Steuerung verlangt zu Beginn etwas Geduld. Einen tonnenschweren Zug präzise durch die Levels zu manövrieren, fühlt sich naturgemäß einfach etwas anders an als die Kontrolle über ein Skateboard. Deshalb führen gerade in den ersten Spielstunden ungenaue Landungen immer wieder zu kleineren Frustmomenten.
Hinzu kommt eine Kamera, die in besonders hektischen Abschnitten gelegentlich den Überblick verliert, wodurch vor allem bei schnellen Richtungswechseln oder komplexeren Trickkombinationen vereinzelt unfaire Abstürze entstehen.
Zu guter Letzt fällt zudem die Kampagne mit knapp zehn Stunden Spielzeit etwas zu kompakt aus. Glücklicherweise sorgt die Jagd nach immer neuen Highscores und dem Perfektionieren der eigenen Trickkombinationen, aber auch nach dem Abspann für genügend Motivation, um das Spiel immer wieder zu starten.
Fazit:
Denshattack! gehört ohne Zweifel zu den ungewöhnlichsten Spielen des Jahres. Die Idee, mit einem Hochgeschwindigkeitszug spektakuläre Tricks auszuführen und durch ein futuristisches Japan zu rasen, hätte leicht als einmaliger Gag verpuffen können. Stattdessen ist Undercoders aber ein überraschend rundes und spielerisch überzeugendes Arcade-Abenteuer gelungen.
Das hervorragende Geschwindigkeitsgefühl, die motivierenden Kombos, die kreativen Bosskämpfe, der markante Grafikstil und der mitreißende Soundtrack sorgen dafür, dass man immer wieder zu einer weiteren Runde zurückkehrt. Kleinere Schwächen bei Kamera und Einstieg verhindern zwar eine absolute Spitzenwertung, fallen im Gesamtbild aber kaum ins Gewicht.
Wer schnelle Arcade-Action, ausgefallene Spielideen und Titel mit einem hohen Wiedererkennungswert schätzt, sollte sich Denshattack! also unbedingt ansehen. Das Spiel beweist nämlich eindrucksvoll, dass auch 2026 noch Platz für mutige Konzepte und herrlich verrückte Ideen ist.
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