Genre:
Action USK Freigabe:
Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG. ca. Preis:
19,99 €
Systeme:
PC, Xbox Series X/S
Inhalt:
In einem alternativen Jahr 1984: Phoenix City ist eine Stadt für Superreiche, wo eine eindeutige Aufteilung zwischen denen existiert, die gesellschaftlich oben stehen und jenen, die unten sind. In dieser Zeit versucht der Konzern-Angestellte Warren etwas herauszufinden und ignoriert dabei die Warnungen der KI R.E.A.C.H., dass seine körperlichen Werte nicht in Ordnung sind. Doch dann kommt es zu einem Zwischenfall und auf ein Mal ist Reach im Körper von Warren. Und muss eine Möglichkeit finden, wie es diesen wieder verlassen kann.
Meinung:
Replaced ist das Erstlingswerk der Sad Cat Studios. Schon seit dem ersten Trailer entstand eine große Vorfreude unter Cyberpunk und Pixeloptik-Fans. Denn das Game sollte beides miteinander vereinen. Die Erwartungen waren hoch, doch wie Cyberpunk 2077 ja schon bewiesen hat, können zu hohe Erwartungen auch schädlich sein.
Jetzt ist das Spiel draußen. Die Splashgames-Redaktion konnte es ausgiebig spielen. Und das Fazit lautet, dass das Game die hohen Erwartungen nicht ganz erfüllt. Es aber auch kein Riesenreinfall ist, wie Cyberpunk 2077 es noch zu Beginn war.
Von Anfang wird in Replaced für eine Stimmung gesorgt. Das Intro, dass perfekt ein alternatives 1984 zeigt, verursacht Gänsehaut. Vor allem, wenn man dann mitkriegt, wie die Story sich entwickelt.
Es wird sehr viel Zeit darauf verwendet, jenes alternative Amerika detailliert zu präsentieren. Im Laufe des Games lernt man immer mehr und mehr Aspekte kennen, die schon fast ekelerregend sind. Wo immer deutlicher wird, wie kaputt diese Realität ist. Da sind die korrupten Cops noch nicht mal der Anfang.
Erzählt wird diese Geschichte von Reach. Wiederholt kriegt man mit, wie er mit Warren spricht, der allerdings keine Antwort geben kann. Wobei die KI immer wieder zufällige Erinnerungsfetzen erhält, die klar machen, dass er kein lupenreine Weste hat, sondern in seiner Vergangenheit schon so einige nicht so gute Sachen getan hat.
Die Story an sich ist gut erzählt. Jedenfalls die erste Hälfte des Games. Ab der zweiten beginnt sich die Geschichte zu ziehen und man merkt, dass sie hier künstlich in die Länge gestreckt wurde. Das hätte man besser machen können.
Dabei präsentiert sich Replaced als ein 2.5D Plattformer. Überwiegend rennst du von links nach rechts, musst dabei diverse Hindernisse überwinden und manchmal auch in den Hintergrund verschwunden. Oft genug bist du dabei auch unter enormen Druck, weil entweder auf dich geschossen wird oder sonst etwas los ist, so dass du schnell sein musst. Was allerdings für den Spielspaß nicht sonderlich hilfreich ist.
Replaced hat nämlich ein massives Problem: Seine Steuerung ist nicht gut gelungen. Sie ist mitunter sehr fummelig geworden und verlangt präzise Eingaben. Die du aber teilweise wegen dem Druck nicht garantieren kannst. Mit dem Ergebnis, dass du oft an einer Stelle scheiterst und es nochmal probieren darfst. Das dämlich ist nämlich, dass du, wenn du scheiterst oft eine kleine Animation siehst, wo du zuerst Hoffnung hast, dass Warren sich wieder schnell berappelt. Nur um dann ernüchternd zu sehen, wie er abgeknallt wird.
Zum Glück sind die Rücksetzpunkte fair verteilt. Das heißt, wenn du stirbst, musst du nicht lange laufen. Es ist aber nervig, wenn du wiederholt an ein und derselben Stelle ins Gras beißt.
In Replaced musst du auch kämpfen. Dabei fühlt sich das Kampfsystem stark an das der Batman Arkham-Reihe inspiriert an. Im Prinzip kommt es darauf an, im richtigen Moment zuzuschlagen und feindlichen Attacken, die recht deutlich mit farbigen Blitzen über den Kopf des Gegners angekündigt werden, auszuweichen. Später erhältst du außerdem noch eine Waffe, mit der es dir möglich ist, sogar Teile des Körpers oder der Panzerung abzureißen.
Optisch ist das Spiel wirklich grandios! Die Welt ist grandios erschaffen und erzeugt wirklich dieses Retrogefühl, auch wenn natürlich die Technologie sich hier anders entwickelt hat. Aber auch die Ansicht des Spiels ist großartig. Man hat ständig das Gefühl, dass hier eine Kamera das Geschehen beobachtet und dann bei einer Explosion umfällt. Oder sonst wie in Mitleidenschaft gezogen wird.
Fazit:
Wer bei Replaced auf den nächsten Indiekracher gehofft hat, der wird enttäuscht sein. Das Spiel hat seine deutlichen Macken. Das Pacing der Story lässt vor allem in der zweiten Hälfte zu wünschen übrig und die Steuerung ist nervig fummelig. Dem gegenüber steht ein gutes Kampfsystem und eine fantastische Retroptik. Es ist vielleicht nicht der Megakracher. Aber es ist trotzdem immer noch gut.
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