Genre:
Strategie USK Freigabe:
Freigegeben ab 6 Jahren gemäß § 14 JuSchG. ca. Preis:
18 €
Systeme:
PC
Testsystem:
Windows 11 64 Bit, 64 GB RAM, Amd Ryzen 7 7800X3D 8 x 4.20GHZ, Radeon RX 7800 XT 16GB
Inhalt:
Asterion ist ein junger Mann, wenn auch einer mit Stierhörnern. Er ist gemeinsam mit Daedalus im Labyrinth eingesperrt. Wieso weiß er nicht. Nur, dass Theseus auf ihn wütend ist und er diesen Ort nie mehr verlassen kann. Allerdings hat Asterios die Möglichkeit, diesen Platz zu beeinflussen.
Meinung:
Die Sage um Theseus und den Minotaurus ist sicherlich eine der bekanntesten aus der griechischen Mythologie. Entsprechend ist es auch kein Wunder, dass diese Legende schon so oft auf diverse Art und Weise und in verschiedenen Medien interpretiert wurde. Der neuste Versuch ist jetzt für den PC herausgekommen und hört schlicht und ergreifend auf den Namen Minos.
Hades lässt grüßen
Es handelt sich hierbei um ein Roguelike Tower Defense-Spiel. Dass dabei Assoziationen mit Hades auftauchen, ist verständlich. Schließlich hat es genauso wie dieses Game ein griechisches Setting und ist ebenfalls ein Roguelike Spiel, wenn auch eher im Action Adventure-Bereich. Doch damit hören die Parallelen schon auf.
In Minos geht es darum, dass du auf einer Karte alle angreifenden Gegner töten musst. Dies machst du, in dem du Fallen platzierst, die sie eliminieren oder in dem du sie direkt attackierst. „Game Over“ ist, wenn du dein gesamtes Leben verlierst.
Soweit so oberflächlich. Denn es ist nicht nur damit getan, dass du einfach nur random Fallen platzierst. Es gibt auch diverse Hindernisse, die du mit berücksichtigen musst. Zunächst ein Mal kannst du manche Fallen nur an vorgegebenen Stellen platzieren. Außerdem kann es gut sein, dass du gewisse Platzierungsorte erst freiräumen musst. Das gibt dir zwar Edelsteine, aber du kannst anfänglich nur fünf pro Runde wegräumen und es nicht immer garantiert, dass du dadurch einen neuen Ort erhältst. Außerdem ist es Zufall, welchen Fallentyp du zwischen jeder Runde kriegst. Du kannst zwar zwischen jeder Karte einen Fundus füllen, doch welche daraus dir angeboten wird, ist zufällig. Zu Beginn hast kannst du drei Mal auswählen, die Anzahl kannst du später allerdings hochschrauben. Und die Art der Fallen hängt auch davon ab, was du zwischen den Leveln freigeschaltet hast.
Ein komplexes Spiel Das klingt zunächst überwältigend. Und in der Tat ist Minos kein Game, dass man einfach so spielen kann. Der Schwierigkeitsgrad ist, wie es sich für Roguelike-Titel gehört, stellenweise sehr hoch. Scheitern gehört hier zum Alltag. Doch mit jedem Tod, der dich wieder an den Anfang des Labyrinthkomplexes versetzt, lernst du etwas Neues und kannst dies dann bei dem nächsten Level anwenden.
Im Prinzip setzt sich das Gameplay aus zwei Phasen zusammen. In der Ersten bist du am Planen. Du schwebst über das aktuelle Labyrinth – dessen Zusammensetzung zufallsgeneriert ist – und siehst auf einen Blick, von wo welche Art von Feinden kommen und welche Route sie nehmen. Ebenso kannst du erblicken, wo welche Fallenfelder sind und welche vorerst blockiert sind.
Du kannst den Weg der Angreifer manipulieren, in dem du in der Planungsphase Wände wegnimmst oder woanders welche hinsetzt. Auf diese Weise kannst du die Feinde so lenken, dass sie an möglichst vielen Fallenfeldern vorbeikommen, die ihnen das Leben zur Hölle machen. Doch gleichzeitig musst du auch berücksichtigen, wo du welche Falle platzierst. Die meisten von diesen lassen sich nämlich nur ein einziges Mal triggern und danach sind sie bis zur nächsten Runde außer Gefecht. Und da im schlimmsten Fall aus allen vier Himmelsrichtungen Gegner kommen, bist du teilweise ziemlich am Rotieren und Überlegen, was du wo hinsetzt und wie du die Feinde lenkst.
Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert Immerhin ist der Lohn der Mühe zu sehen, wie der Plan aufgeht. Wie die Gegner in die Fallen stolpern und ums Leben kommen. Wobei dann Panik einsetzt, wenn du einige Fallen ungeschickt platzierst hast und Asterion direkt eingreifen muss. Der Gute hat zunächst nur wenig Lebensenergie oder Kraft, doch kann diese im Laufe der Zeit immer weiter verbessert werden.
Für jeden besiegten Feind kriegst du Belohnungen. Und je nachdem, ob du es schaffst, alle durch Fallen zu töten und das ohne selber Schaden zu nehmen, erhältst du entsprechend Blut. Und wenn du einen bestimmten Schwellenwert erreicht hast, kannst du dies eintauschen gegen die Möglichkeit, eine neue Falle zu holen, derweil Asterion sich von etwaigen Verletzungen heilen kann. Falls du außerdem genügend Gold angesammelt hast, kannst du im Shop dann ebenfalls Fallen kaufen, aber ebenso Boni für Asterion.
Auf der „Oberwelt“ kannst du auswählen, welchen Level du als nächstes machst, kannst dich am Lagerfeuer regenerieren oder Aufleveln oder einen weiteren Fallentyp deinem Portfolion hinzufügen. Hinzu kommen dann auch weitere Sachen, wie Felsen, bei deren Zerstörung du Vermögen kriegst, eine Statue von Hermes, die Nachrichten von Göttern oder Helden weiterleitet oder, oder, oder...
Stellenweise sehr frustrierend Die Labyrinthe sind dabei jeweils sehr unterschiedlich aufgebaut. Mal hast du ein sehr langes Level, in derem Verlauf die Feinde immer mehr werden. Ein anderes Mal hast du hingegen nur begrenzt Fallenplätze zur Verfügung, musst also entsprechend überlegen, wo du was als nächstes hinstellst. Und dann gibt es noch Puzzlelabyrinthe, die wirklich Gehirnschmalz erfordern.
Es gibt also in Minos jede Menge Sachen, die dich beschäftigen. Und das Spiel macht durchaus Spaß. Wenn da nicht, neben dem hohen Schwierigkeitsgrad, auch die umständliche Steuerung ist. Du kannst nur dann Fallen platzieren und Wände versetzen, wenn du Asterion ausgewählt hast und STRG drückst, damit du die Maus einsetzen kannst. Umständlicher geht es nicht.
Das Problem am Schwierigkeitsgrad, dass vor die Zusammensetzung späterer Level einfach nur unmöglich ist. Mal sind die Fallenfelder bescheiden gesetzt, ein anderes Mal ist das Zentrum, dass die Angreifer erreichen wollen, direkt zwischen zwei Eingängen platziert und du kannst die Wände nicht so setzen, dass sie Extrarunden drehen können. Oder aber die Feindzusammensetzung ist bescheiden, ganz abgesehen von den Fallen, die dir teilweise zur Verfügung gestellt werden. Mehr als ein Mal war ich so frustriert von dem Game, dass ich erstmal aufhören musste. Nur um dann später doch wieder weiter zu machen. Denn am Ende macht Minos doch Spaß.
Fazit:
Minos macht eigentlich Spaß. Es hat ein spaßiges Setting und ein faszinierendes Gameplay, das unglaublich tief ist. Schade nur, dass der Schwierigkeitsgrad des Spiels stellenweise absurd hoch ist und die Steuerung umständlich ist.
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