Genre:
Sport USK Freigabe:
Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG. ca. Preis:
ab 69,99 €
Systeme:
PC, PlayStation 5, Switch 2, Xbox Series X/S
Inhalt:
Jedes Jahr betritt eine neue Ausgabe der Wrestling-Reihe den virtuellen Ring. Nach einigen turbulenten Jahren hat sich die Serie zuletzt wieder stabilisiert, und WWE 2K26 soll diesen Aufwärtstrend fortsetzen. Mehr Matcharten, verbesserte Mechaniken und neue Modi versprechen ein noch umfangreicheres Wrestling-Erlebnis.
Tatsächlich liefert das Spiel genau das: eine riesige Spielwiese für Wrestling-Fans. Doch während im Ring vieles hervorragend funktioniert, gibt es abseits des Geschehens auch einige Entscheidungen, die nicht jedem gefallen dürften. Welche das genau sind, erfahrt ihr in unserem Test zu WWE 2K26.
Meinung:
Starke Action im Ring Das Herzstück eines jeden Wrestling-Spiels bleibt natürlich das Geschehen im Ring – und hier liefert WWE 2K26 wieder eine überzeugende Vorstellung ab. Das Kampfsystem basiert weiterhin auf dem bekannten Mix aus schnellen Angriffen, Kontern und spektakulären Spezialmanövern, fühlt sich dank einiger Feinarbeiten jedoch noch etwas runder an als in den Vorgängern.
Am auffälligsten ist vor allem das neue Ausdauer-System, das sich auf nahezu jede Aktion sowie auf die Cardio-Leistung der Wrestler auswirkt. Wer wie ein aufgedrehtes Eichhörnchen ununterbrochen schwere Attacken spammt, pumpt nach wenigen Minuten wie ein Maikäfer und wird zur leichten Beute. Neben der richtigen Taktik ist auch das exakte Timing entscheidend. Reversals und Konter verlangen nun ein noch präziseres Timing. Wer einen Gegner dominieren möchte, muss Angriffe gut planen, Finisher vorbereiten und den perfekten Moment für einen Konter abpassen.
Gute Balance zwischen Simulation und Arcade Besonders gelungen ist in diesem Jahr die Balance zwischen Simulation und Arcade-Elementen. Einerseits wirken die Bewegungen der Superstars – auch dank verbesserter Animationen bei Übergängen zwischen Griffen, Würfen und Bodenaktionen – deutlich glaubwürdiger. Andererseits bleibt das Spiel jederzeit zugänglich. Vor einigen Jahren wäre eine solche Aussage in einem WWE 2K-Test noch undenkbar gewesen. Doch Entwickler Visual Concepts bemüht sich seit einiger Zeit sichtbar darum, auch Neueinsteigern einen leichteren Zugang zur Serie zu ermöglichen. In WWE 2K26 gelingt ihnen das bisher am besten. Selbst Einsteiger finden relativ schnell in die Kämpfe hinein. Und falls es doch einmal haken sollte, lässt sich das Gameplay in zahlreichen Bereichen anpassen, sodass auch Neulinge schon bald ihre ersten Siege feiern können.
Neue Matcharten und frische Ideen Doch nicht nur das grundlegende Gameplay wurde überarbeitet – auch bei den Matcharten hat sich einiges getan. Ein echtes Highlight zeigt sich dabei bereits vor dem eigentlichen Kampf in Form neuer Pre-Match-Interaktionen. Spieler können beispielsweise entscheiden, ob sie ihrem Gegner vor dem Läuten der Glocke respektvoll die Hand schütteln oder ihm direkt eine verpassen möchten. Zudem lassen sich Absperrungen und Ringtreppen nun besser nutzen, während neue Waffen wie Reißzwecken oder sogar ein Einkaufswagen für zusätzliche Chaosmomente sorgen.
Auch die Auswahl an Matcharten wurde erweitert. Insgesamt stehen jetzt 31 Varianten zur Verfügung. Besonders spektakulär ist dabei das Inferno-Match, bei dem der Ring von Flammen umgeben ist. Fans dürften sich außerdem darüber freuen, endlich in Three Stages of Hell-Matches antreten zu können – also Kämpfen, in denen drei unterschiedliche Matcharten nacheinander ausgetragen werden. Ergänzt wird das Angebot noch durch das I Quit-Match und das Dumpster-Match.
Viele Modi für jeden Geschmack Nicht nur bei den Matcharten, auch bei den Spielmodi hat WWE 2K26 einiges zu bieten. Zwar ist deren Anzahl nicht ganz so beeindruckend wie die Vielfalt der Kämpfe, dennoch dürfte auch hier für nahezu jeden Geschmack etwas dabei sein.
Besonders interessant ist für viele Fans dabei sicherlich der Showcase-Modus, der jedes Jahr einen anderen Superstar in den Mittelpunkt stellt. In diesem Jahr fällt die Wahl auf den amtierenden WWE World Heavyweight Champion CM Punk. Hier lassen sich wichtige Stationen seiner Karriere nachspielen – oder sogenannte Dream Matches, also Kämpfe, die im echten Wrestling nie stattgefunden haben. Wie gewohnt ist das Ganze in eine Story eingebettet, in der CM Punk selbst mehrfach zu Wort kommt. Ebenso geblieben ist, dass man während der Matches bestimmte Aufgaben erfüllen muss, um die Geschichte voranzutreiben. Das sorgt zwar für authentische Momente, kann jedoch gelegentlich auch frustrierend sein – etwa wenn ein Ziel verpasst wird und das Match wiederholt werden muss.
Showcase als Ausdauerprüfung Eine nette Idee ist hingegen die Möglichkeit, den Showcase-Modus auch als Gauntlet-Match zu spielen – und das nicht nur mit CM Punk. Wahlweise steht nämlich auch seine Ehefrau, die amtierende WWE Women's Intercontinental Championess, AJ Lee zur Auswahl. In dieser Variante warten ganze 20 Gegner darauf, nacheinander besiegt zu werden. Und „nacheinander“ ist hier wörtlich gemeint: Eine Speicherfunktion zwischen den Kämpfen gibt es nämlich nicht. Dadurch wird diese Variante zu einem echten Marathon, der sicherlich nicht für jede Spielerin und jeden Spieler geeignet ist.
MyGM und Universe-Modus Ein weiterer beliebter Modus ist der MyGM-Modus, der selbstverständlich ebenfalls wieder mit dabei ist. Hier schlüpfen Spieler in die Rolle eines WWE-General-Managers und versuchen zu beweisen, dass sie bessere Shows auf die Beine stellen können als Triple H, Adam Pearce oder Nick Aldis.
Wer lieber seine eigene Wrestling-Welt erschaffen möchte, kann sich zudem im Universe-Modus austoben. In diesem Sandbox-Modus stehen Fans nahezu alle Möglichkeiten offen, um ihr persönliches WWE-Universum zu gestalten. Neu ist hier unter anderem ein überarbeiteter WWE-Draft, bei dem Shows eine Woche lang Superstars austauschen können. Auch die Money-in-the-Bank-Cash-Ins wurden angepasst, während neue Promo-Typen zusätzliche Storymöglichkeiten eröffnen. Der bearbeitete Universe Creation-Assistent erlaubt es einem zudem, neue Inhalte noch besser zu erstellen. Echte WWE-Fans finden hier dieses Jahr also noch mehr Möglichkeiten, das WWE-Universum ihrer Träume zu erschaffen.
Die Karriere im MyRise-Modus Natürlich darf auch der MyRise-Modus nicht fehlen, in dem Spieler einmal mehr die Geschichte ihres eigenen Superstars – egal ob männlich oder weiblich – erleben. Im Mittelpunkt steht hier das Comeback des selbst erstellten Wrestlers, der nach einer zweijährigen Pause wieder an die Spitze der WWE zurückkehren will. Doch dieses Comeback verläuft alles andere als reibungslos. Der Verlauf der Story hängt dabei stark von den Entscheidungen der Spieler ab – etwa davon, wie sie sich in Interviews präsentieren oder welche Matches sie gewinnen oder verlieren. Neu ist außerdem die Möglichkeit, im Laufe der Geschichte zum Heel oder Babyface zu werden.
Die Präsentation dieses Modus wirkt allerdings etwas angestaubt. Vor allem Dialoge und Zwischensequenzen wirken teilweise steif. Dafür treten zahlreiche bekannte WWE-Superstars auf, darunter Paul Heyman, Jacob Fatu und Naomi. Neu ist zudem, dass nach der Story der Modus noch lange nicht Schluss ist. Danach kann man seinen Titel nämlich noch in STORY-Matches gegen Superstars und Legenden verteidigen und so sein Vermächtnis festigen.
The Island Eine Singleplayer-Story erwartet euch auch in The Island. Der Kampf dreier rivalisierender Gruppen um die Vorherrschaft auf der Insel ist dabei auch eine nette Bereicherung und sorgt für Abwechslung. Ansonsten ist hier aber so gut wie alles beim Alten geblieben, weshalb hier vor allem der gemeinsame Spaß mit Freunden im Vordergrund steht. Mit denen kann man sich hier auf vielfältige Art und Weise austoben – darunter natürlich auch mit zahlreichen Kämpfen. Wer mal eine Stunde allein ist, muss aber nicht traurig sein, Denn auch nach Beendigung der Story gibt es auf der Insel noch genügend zu tun, wie zum Beispiel die Türme, in denen einen eine ganze Reihe an PvE-Matches erwarten.
Der Elefant im Ring Kommen wir zum wohl größten Kritikpunkt des Spiels: der Monetarisierung. Publisher 2K scheint sich hier in diesem Jahr nämlich noch stärker an seiner eigenen Reihe NBA 2K zu orientieren – was in diesem Fall leider nichts Gutes bedeutet.
Anfangen möchte ich hierbei mit dem MyFaction-Modus, der stark an den Ultimate-Team-Modus aus EA Sports FC erinnert. Der Sammelkarten-Modus war ja bekanntermaßen schon immer ein Paradies für Mikrotransaktionen – und das ist auch diesmal nicht anders. Der Grind, um ohne Echtgeld an die begehrten Persona-Karten (die man auch in anderen Modi nutzen kann) zu kommen, ist nach wie vor ein schier endloser Marathon, bei dem die eigene Frustrationsgrenze neu ausgelotet wird. Da hilft es leider auch nicht, dass mit einer Art Team-Chemie (ebenfalls ganz ähnlich wie in FUT) und Intergender-Matches durchaus interessante Funktionen in den Modus integriert wurden.
Der umstrittene Ringside Pass Die wohl umstrittenste Neuerung ist jedoch der neue Ringside Pass, der über sechs Seasons läuft. Belohnungen werden allerdings erst dann freigeschaltet, wenn genügend RXP erspielt wurden.
So weit, so gut, könnte man meinen. Allerdings gibt es einen Haken. Diesen Ringside Pass gibt es nicht nur für alle in einer kostenlosen Variante, sondern auch in einer Premium-Variante für alle Käufer einer teureren WWE 2K26-Editionen. Das bedeutet also, selbst, wenn man zum Beispiel die mit 149,99 Euro teuerste Edition des Spiels, die „Monday Night War“-Edition, gekauft hat, kommt man nicht sofort in den Genuss aller Superstars, sondern muss diese erst noch freischalten. Und das geht nicht mal so nebenbei. Da es pro Season ganze 40 Level gibt und der Zuwachs an RXP im Schneckentempo verläuft, ist man quasi dazu gezwungen, unaufhörlich Kämpfe auszutragen, bis man endlich tatsächlich alle Inhalte der teuer gekauften Edition genießen kann.
Natürlich wissen die Macher aber auch, dass dies dem ein oder anderen sicherlich etwas zu anstrengend ist, weshalb es selbstverständlich auch die Möglichkeit gibt, sich mit zusätzlichem Geld Stufenaufstiege zu kaufen. Man bezahlt also quasi für Inhalte, die man ohnehin schon zusätzlich bezahlt hat. Natürlich wird es den ein oder anderen Hardcore-Fan geben, der auch diese zusätzlichen Kosten auf sich nimmt. Ich persönlich finde diese Vorgehensweise aber äußerst bedenklich – und damit meine ich nicht nur die Tatsache, dass man sich Level kaufen kann, sondern das ganze Konstrukt des „Premium Ringside Pass“.
Riesiges Roster und starke Präsentation Glücklicherweise bietet das Spiel aber auch ohne zusätzliche Ausgaben ein gigantisches Roster. Hunderte Superstars sind bereits zu Beginn verfügbar – auch wenn einige davon alternative Versionen desselben Superstars darstellen.
Das Schöne dabei ist, dass hier nicht nur auf Masse geachtet wurde, sondern auch diese optisch ansprechend präsentiert wird. Dadurch, dass WWE 2K26 der erste Teil der Reihe ist, der ausschließlich für PC und die aktuelle Konsolen-Generation erscheint, ist es das bisher wohl optisch stärkste Wrestling-Spiel überhaupt. Die Superstars sind detailreich modelliert, Tattoos, Gesichtsausdrücke und Bewegungen wirken überzeugend. Doch nicht nur die Akteure im Ring, sondern auch die Arenen wurden beeindruckend inszeniert. Lichtshows, Pyrotechnik und die jubelnden Zuschauer sorgen dafür, dass sich große Events tatsächlich wie ein echtes Pay-per-View anfühlen. Und auch die Einzüge der Wrestler sind wieder spektakulär umgesetzt und bieten zahlreiche kleine Details für Fans.
Sound und Technik Der Soundtrack bietet alledem eine solide Mischung aus Rock, Hip-Hop und elektronischer Musik – ergänzt durch die originalen Einzugsmusiken der Superstars. Die Kommentatoren begleiten das Geschehen währenddessen meist passend, auch wenn sich ihre Sprüche nach einigen Stunden zwangsläufig wiederholen.
Auch an der restlichen Technik gibt es wenig zu bemängeln. Abstürze oder gravierende Bugs, wie sie frühere Teile geplagt haben, traten während meiner Testphase nicht auf. Gelegentlich kam es zu kleineren Glitches – etwa seltsam reagierenden Physikmomenten oder kurzen Animationsfehlern –, doch auch diese halten sich im Rahmen und gehören ja auch irgendwie fast schon traditionell zur Serie.
Fazit:
WWE 2K26 ist ohne Zweifel das spielerisch beste Wrestling-Spiel, das bisher erschienen ist. Die Kämpfe fühlen sich dynamisch und spektakulär an, das Roster ist gigantisch und die neuen Matcharten sorgen für zusätzliche Abwechslung. Besonders im Multiplayer oder im kreativen Universe-Modus entfaltet das Spiel sein volles Potenzial. Leider wirft die aggressive Monetarisierung einen deutlichen Schatten auf das Gesamtbild. Vor allem der MyFaction-Modus und der Ringside Pass wirken stark darauf ausgelegt, Spieler zu zusätzlichen Ausgaben zu bewegen.
Wer darüber hinwegsehen kann, bekommt dennoch ein fantastisches Wrestling-Spiel, das den Aufwärtstrend der Reihe eindrucksvoll fortsetzt. Wer hingegen empfindlich auf Echtgeldsysteme reagiert, wird sich wünschen, dass der Fokus künftig noch stärker auf dem Geschehen im Ring liegt – und weniger auf dem In-Game-Shop.
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