Ursprünglich sollte ein Raumschiff nur nach Ceres, um dort für die Erde überlebenswichtige Ressourcen abzubauen. Doch dann öffnet sich ein Wurmloch und verschlägt das Schiff auf eine fremde Welt, wo es eine Bruchlandung baut. Nun muss die Besatzung sich in einer völlig neuen Umgebung behaupten. Und gleichzeitig nach einer Möglichkeit suchen, wieder nach Hause zu kommen.
Meinung:
Und schon wieder bin ich gescheitert. So Jung, die Scharfschützin und meine Lieblingskämpferin ist im Kampf gefallen. Es ist zwar nicht, wie beim ersten Mal Scheitern ein sofortiges Game Over. Aber ich beende das Spiel trotzdem. Nur um dann mich daran zu erinnern, dass ich diesen Spieldurchgang mit der Option gespielt hatte, dass ich nur einen einzigen Spielstand hatte. Also kein Laden eines früheren Spiels. Doch anstatt aufzugeben ertappe ich mich dabei, wie ich einen neuen Spielstand anfange. Selber Schwierigkeitsgrad, selbe Optionen. Klein Beigeben ist keine Möglichkeit.
Hart Erwischt Ich gestehe es ungerne, aber Dead in Antares hat mich erwischt. Ich hätte nicht gedacht, dass ich wieder auf so ein Spiel stoße, dass mich um den Finger wickelt. Wo ich unbedingt weiterspielen will, wo ich wissen will, was als Nächstes geschieht und wo ich Stunden um Stunden damit verbringe, alles zu planen und darauf zu achten, das alles glattläuft. Was es aber nie wirklich tut.
Das Game kann mal als ein rundenbasierendes Survival Management RPG bezeichnen. Es geht darum, dass du mit einer wachsenden Anzahl an Personen überlebst, du gleichzeitig den Planeten erkundest, die Basis ausbaust und außerdem auch noch ein Auge auf den gesundheitlichen Zustand deiner Figuren hast. Es ist sehr viel Mikromanagement nötig, um vorwärtszukommen. Du musst alles bedenken und stehst unter permanenten Druck.
Vor allem Letzteres hat mich sehr an Titel wie X-Com 2 oder Darkest Dungeon erinnert. Da wie dort hast du mit einem ständigen Mangel an gefühlt allem zu kämpfen, derweil da wie dort deine Figuren diverse Werte haben, die sich im Laufe der Zeit verschlechtern können. Das Gute ist, du kannst etwas dagegen tun. Auch wenn die Lösungen häufig nur temporär sind.
Under Pressure Um ein Beispiel für den permanenten Druck zu nennen. Von Anfang ist eine deiner Charaktere der Schiffsarzt William. Ein herzensguter Mensch, der sich aber wegen dem Gesundheitszustand der anderen ständig Gedanken macht und deshalb dessen Stresswerte ständig steigen. Und so arbeitest du zu Beginn vor allem dahin, dass du eine Recreational Area bauen kannst, damit er sich im Gespräch mit jemand anderen erholen kann. Auch wenn dies den Stress dann wieder leicht steigen lässt, aber dafür sinkt er vorher massiv. Was ebenfalls wichtig ist, denn bei meinem ersten Playthrough hat er einen Spike erlitten, der Wert stieg auf 100 und er starb. Game Over!
Hinzu kommt dann auch noch, dass du spezielle Charaktere mit besonderen Bedürfnissen hast. Liu ist ein brillanter Mechaniker, der aber lieber alleine arbeitet. So Jung muss ständig im Einsatz sein, sonst erhöht sich ihr Stresslevel immer weiter. Und die Astrophysikerin Polina will ständig intellektuell herausgefordert werden, sonst langweilt sie sich und das tut ihr auch nicht gut.
Du bist ständig am Berücksichtigen der diversen Bedürfnisse und den Anforderungen des Alltags. Du musst genügend Ressourcen abbauen, um deine Basis auszubauen. Du brauchst Wasser, damit deine Leute nicht verdursten, ebenso wie Nahrung notwendig ist. Du musst auf den Energieverbrauch deiner Basis achten und immer wieder überlegen, wen du wo einsetzt. Denn du hast nicht unbegrenzt Platz. Ist es zunächst ein Mangel an Personen, kannst du später nur eine begrenzte Anzahl an Leuten einsetzen. Weshalb so mancher Platz unbesetzt bleibt, weil dann andere Dinge wichtiger sind.
Was für eine Welt Mit der Zeit gewinnst du außerdem die Leute lieb, deren Schicksal du steuerst. Jeder von denen hat sein eigenes Päckchen zu tragen. Und die Mannschaft setzt sich aus Zivilisten, Spezialisten und Soldaten zusammen, was manchmal eine schon fast explosive Mischung sein kann. Auch hier bist du ständig am drauf achten, wie du handelst, welche Dialogoptionen du auswählst und so weiter und sofort.
Für weitere Spannung sorgt das Mysterium um die Welt, auf der das Schiff gelandet ist. Schon bald stößt du auf intelligentes Leben, derweil du gleichzeitig wiederholten Angriffen ausgesetzt bist. Wie damit umgehen? Was tun? Die Antwort auf diese Frage überrascht, denn die Story entwickelt sich angenehm unvorhersehbar.
Ein weiterer Aspekt des Spiels ist die Erkundung. Im Prinzip musst du jeden Tag eine Gruppe von drei Leuten auswählen und dann via Radar ausgesuchte Plätze aufsuchen. Wenn du Glück hast, vermeidest du einen Kampf. Wenn du Pech hast, wirst du in einen verwickelt, wo es sehr darauf ankommt, wie deine Party zusammengestellt ist. Jede Figur hat eine Klasse. Liu ist beispielsweise ein Sapper, der mit mechanischen Tentakeln andere mit Schildern versorgen kann. So Jung als Scharfschützin kann einen Feind markieren und damit auch in der hinteren Reihe treffen.
Schwaches Kampfsystem Das Kampffeld ist aus jeweils zwei Reihen aufgebaut, die gegenüber liegen. Dein Ziel ist es, zu überleben und alle Feinde zu töten. Und so entwickelt sich daraus ein Spiel aus Angriffen, Buffs und Gegenbuffs. Je weiter du im Game vorankommst, desto schwieriger werden deine Feinde. Sie können sich deinen Attacken entziehen oder dir deine Lebensenergie absaugen. Du hingegen musst auf die Angriffe setzen, die du schon hast. Sowie die Charaktereigenschaften, die durch Levelup verdienst.
Leider ist das Kampfsystem einer der Schwachpunkte von Dead in Antares. Es kann sehr schnell, sehr frustrierend sein. Vor allem, wenn dann später die Feinde stärker werden und du am Struggeln oder Improvisieren bist. Manche Gegnerkonstellationen sind schon fast unfair, weil hier Fehler sehr teuer bezahlt werden.
Und doch macht das Game Laune. Auch wenn es manchmal etwas unnötig komplex zu bedienen ist. Wieso kann ich Charakterentwicklungen nicht auf einen Blick kriegen, sondern muss die Figuren einzeln durchblättern, um zu sehen, bei welchem Charakter sich was wo geändert hat. Auch stört es, dass wenn ich bei einem Charakter alle Züge gemacht habe, die Runde dann nicht automatisch beendet wird. Sondern ich diese Option erst manuell auswählen und anschließend die entsprechende Figur anklicken muss.
Doch das ist Jammern auf hohem Niveau. Dafür entschädigt die wunderbare Optik. Alles ist handgezeichnet und in 2D. Die Welt wirkt fantastisch und das Figurendesign ist großartig.
Fazit:
Dead in Antares hat mich gepackt. Das Micromanagmentlastige Gameplay, kombiniert mit der fantastischen Story und den RPG-Elementen hat mich sofort angesprochen. Der permanente Druck, unter dem ich stand, hat mich nicht abgeschreckt, sondern war eine angenehme Herausforderung. Auch wenn der Schwierigkeitsgrad manchmal unnötig schwer war. Das Kampfsystem ist eben nicht die Stärke des Spiels, ebenso wie teils umständliche Steuerung. Doch das ist am Ende Meckern auf hohem Niveau.
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