Genre:
Sport USK Freigabe:
Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG. ca. Preis:
59,99 €
Systeme:
PC, PlayStation 5, Xbox Series X/S
Inhalt:
Mit RIDE 6 schlägt Milestone bewusst einen etwas offeneren Kurs ein. Der sechste Teil der traditionsreichen Motorrad-Reihe soll einsteigerfreundlicher sein als seine Vorgänger – ohne dabei den Simulationskern zu verwässern, für den die Serie seit Jahren steht. Das ist aber bei weitem nicht die einzige Neuerung, die das gerne als “Gran Turismo für Motorrad-Fans” beschriebene Spiel zu bieten hat. Ob diese Neuerungen auch positive Einflüsse haben, haben wir natürlich für Dich getestet.
Meinung:
Technisch ordentlich aufpoliert Die größte Neuerung dürfte vor allem alten RIDE-Hasen sofort ins Auge fallen: der Wechsel auf die Unreal Engine 5. Dabei ist dieser Sprung auf die neue Engine nicht nur ein optisches Update, das zum Beispiel für extrem detailliert modellierte Motorräder sorgt. Er bildet auch das Rückgrat einer völlig neuen Spielerfahrung. Die Lichtstimmung wirkt nun nämlich deutlich natürlicher als bei den Vorgängern, was besonders bei Langstreckenrennen mit dynamischem Tag-Nacht-Wechsel zur Geltung kommt. Wenn der Asphalt nach einem Regenschauer langsam abtrocknet und sich die Ideallinie glänzend vom restlichen Grau abhebt, ist das nicht nur grafische Spielerei, sondern eine fahrerische Herausforderung. Die Wettereffekte fungieren hier als aktive Gegenspieler, die den Grip in jeder Sekunde verändern können. Besonders beeindruckend zeigt sich das haptische Feedback: Über den Controller spürt man jede Bodenwelle und das gefährliche Wandern des Hinterrads beim harten Herausbeschleunigen aus der Spitzkehre.
Fahrphysik für jedermann ​Die größte Stärke von RIDE 6 liegt in seiner bemerkenswerten Flexibilität. Milestone hat eine Physik-Engine geschaffen, die zwei Welten harmonisch vereint. Für diejenigen, die nach Feierabend einfach nur den Geschwindigkeitsrausch suchen, bietet der Arcade-Modus eine zugängliche Basis. Neueinsteiger profitieren hier von deutlich besser erklärten Fahrhilfen, nachvollziehbaren Tutorials und Assistenzsystemen. Gemeinsam mit der fein abstimmbaren Traktionskontrolle, ABS und Bremsunterstützung verzeiht das Spiel in diesem Modus auch mal ein zu optimistisches Bremsmanöver oder eine unsaubere Gewichtsverlagerung, ohne den Fahrer sofort mit einem Highsider zu bestrafen. Das sorgt für einen schnellen Flow, der den Einstieg in die komplexe Welt des Zweiradsports so einfach wie nie zuvor macht. Trotz dieser höheren Zugänglichkeit fühlt sich kein Erfolg „geschenkt“ an. Wer schneller werden will, muss lernen, die Linie exakt zu treffen, Bremspunkte zu verstehen und das Verhalten der Maschinen zu erkennen. Genau diese Mischung aus Fairness und Herausforderung macht den Reiz des Spiels aus.
Herausfordernder Pro-Modus Neben dieser einsteigerfreundlichen Variante gibt es aber natürlich auch noch den Pro-Modus, der selbst erfahrenen Sim-Racern alles abverlangt. In diesem Modus weht ein wesentlich rauerer Wind, wie man ihn auch aus den vorherigen Teilen kennt. Das penible Management der Motorbremse, die präzise Dosierung der Vorder- und Hinterradbremse sowie die korrekte Positionierung des Fahrers auf der Maschine entscheiden über Millisekunden oder das bittere Ende im Kiesbett. Dank der neu integrierten Bridgestone Riding School wird dieser steile Lernprozess jedoch nie frustrierend. Das Spiel nimmt den Spieler an die Hand und erklärt die physikalischen Zusammenhänge so geschickt, dass jeder Erfolg auf der Strecke hart erarbeitet und dadurch umso befriedigender wirkt.
Willkommen auf dem RIDE-Fest Der neue Karrieremodus, das sogenannte RIDE Fest, bricht radikal mit der oft unterkühlten und sterilen Menüstruktur der Vergangenheit. Statt sich nur durch Tabellen zu klicken, taucht man in eine lebendige Festival-Atmosphäre ein, die an jene aus Forza Horizon erinnert – inklusive DJ. Obwohl das Geschehen somit sehr viel lebendiger wirkt als in den Teilen zuvor, fehlt dem Ganzen dennoch das gewisse Etwas. Das liegt vielleicht auch daran, dass zum Beispiel die Siegerehrungen immer gleich aussehen. Was mir sehr gut gefallen hat, ist aber die Integration echter Motorrad-Legenden wie Guy Martin, Ian Hutchinson oder Casey Stoner. Sie verleihen dem Fortschritt nämlich eine persönliche Note und fungieren dabei als Mentoren oder Rivalen. Die Duelle gegen die Legenden stellen dabei die größten Herausforderungen dar, die aber auch dementsprechend belohnt werden.
Umfangreicher Fuhrpark Ohne Wenn und Aber gehört der Fuhrpark zu den ganz großen Pluspunkten des Spiels. Dieser bietet nämlich eine schlichtweg gigantische Auswahl von über 280 lizenzierten Maschinen. Von den neuesten Hightech-Superbikes über nostalgische Klassiker bis hin zu den neu eingeführten, charakterstarken Baggers und grobstolligen Enduros ist jedes Bike ein Unikat. Milestone hat zudem viel Arbeit in das Sounddesign gesteckt: Das kreischende Heulen eines Vierzylinders unterscheidet sich nun drastisch vom dumpfen Grollen eines großvolumigen V-Twins. Dass man in RIDE 6 jetzt auch vermehrt auf Schotterpisten und Offroad-Tracks unterwegs ist, bringt zudem eine willkommene Abwechslung in den Rennalltag und testet die Vielseitigkeit des Spielers. Die Streckenauswahl ist ebenso abwechslungsreich: Klassische Rundkurse wie die Nürburgring Nordschleife oder der Red Bull Ring, anspruchsvolle Straßenstrecken und technisch fordernde Layouts sorgen dafür, dass sich kein Rennen wie das andere anfühlt. Besonders in der Karriere motiviert die stetige Freischaltung neuer Events und Maschinen zum Weiterspielen.
​Die letzten Kanten im Getriebe ​Trotz der Brillanz gibt es Bereiche, in denen RIDE 6 noch Raum für Verbesserungen lässt. Die künstliche Intelligenz agiert zwar klüger als früher, neigt aber in hitzigen Startphasen immer noch zu einer sturen Aggressivität. Wer seine Linie nicht mit absoluter Präzision hält, wird oft Opfer eines KI-Fahrers, der stur seinem Pfad folgt. Auch die Inszenierung abseits der Strecke bleibt Milestone-typisch eher funktional. Während die Bikes und die Kurse fotorealistisch erstrahlen, wirken die Zuschauerreihen und die Boxengasse im Vergleich dazu etwas statisch.
Auch ein Mehrspieler-Modus enthalten Neben dem umfangreichen Einzelspieler-Angebot, das neben der Karriere noch Einzelrennen, Zeitfahren und Ausdauer-Events umfasst, bietet RIDE 6 auch einen Multiplayer-Part an. In diesem darf man sich in Online-Rennen direkt gegen menschliche Gegner messen oder sich in Zeitfahr-Challenges und Bestenlisten an deren Zeiten versuchen. Obwohl gerade die Rennen sehr viel Spaß bereiten, ist der Mehrspieler-Modus jedoch nicht mehr als eine nette Dreingabe, die lediglich Abwechslung zum Singleplayer-Modus liefern soll.
Fazit:
Für Motorrad-Fans dürfte RIDE 6 eine echte Offenbarung sein. Nicht nur, dass es mit über 280 Maschinen einen riesigen Fuhrpark bietet, auch die Präsentation ist jetzt endlich erstklassig. Dank der Unreal Engine 5 und des neu eingeführten Ride Festivals präsentiert sich RIDE 6 deutlich moderner, stimmungsvoller und hochwertiger als seine Vorgänger. Seine größte Stärke zeigt RIDE 6 aber darin, dass es die eigene Zielsetzung konsequent umsetzt: Das Spiel möchte nicht mehr nur Hardcore-Simulationsfans abholen, sondern auch Hobbyfahrer und Einsteiger. Dieses Kunststück gelingt dem Spiel auch überraschend gut, sodass jeder, der sich auch nur ansatzweise für Motorräder interessiert, mit RIDE 6 ganz sicher seinen Spaß haben wird.
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