Genre:
Strategie USK Freigabe:
Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG. ca. Preis:
34 €
Systeme:
PC
Testsystem:
Windows 11 64 Bit, 64 GB RAM, Amd Ryzen 7 7800X3D 8 x 4.20GHZ, Radeon RX 7800 XT 16GB
Inhalt:
Du hast genug. Dein Leben in der Stadt ist miserabel und du vegetierst mehr vor dich hin. Weshalb die Gerüchte, die dich erreichen, auch so interessant sind. Es soll eine neue Siedlung gegründet werden, fernab der Stadt und des Reiches, in dem du lebst. Und es werden neue Siedler gesucht. Klar, das wird kein Zuckerschlecken. Aber andererseits kannst du so endlich dein Leben leben, wie du möchtest. Also packst du deine Sachen und machst dich auf den Weg.
Meinung:
Es ist schon ein erheblicher Kontrast, den Crate Entertainment hier erschaffen hat. Zuvor waren sie für das Action-RPG Grim Dawn bekannt. Nur um dann als ihr zweites Spiel den City Builder Farthest Frontier zu programmieren. Der nach einer Early Access-Phase jetzt endlich im Voll-Release erhältlich ist.
Keine wirkliche Story Die „Story“ des Spiels findet irgendwann vor vielen hundert Jahren statt. Ein genaues Datum wird nicht genannt, stattdessen kann man sich anhand einiger Details denken, wann ungefähr in der Menschheitsgeschichte die Geschichte anzusiedeln ist. Wobei man allerdings auch ehrlich sein muss: Am Ende ist es egal.
Denn Farthest Frontier hat nicht wirklich einen Storymodus. Das heißt, du baust so vor sich hin, schaltet immer weitere Gebäude frei, bis du irgendwann feststellen wirst, dass aus ein paar einfachen und primitiven Gebilden richtige Häuser aus Ziegelsteinen geworden sind. Doch bis dahin ist es natürlich ein weiter Weg.
Das Interessante ist, dass die Karten, die du in diesem Game besiedelst, zufallsgeneriert sind. Das heißt, dass du nie vorhersehen kannst, wie die Ressourcen verteilt sind. Dementsprechend musst du dann natürlich ebenfalls deine Spielweise anpassen. Es kann sein, dass du direkt zu Beginn einen Teich oder See hast, wo du fischen kannst. Ebenso kann es allerdings auch vorkommen, dass der nicht vorhanden ist und du stattdessen auf andere Art und Weise versuchen musst, deine Leute zu füttern.
Es ist... komplex Zum Glück gibt es diverse Möglichkeiten, die Mägen deiner Siedler zu füllen. Du kannst Sträucher ernten, Nüsse sammeln oder Wild jagen, bis du anschließend endlich das erste Feld aufgebaut hast. Dort musst du dann die Fruchtreihenfolge festlegen, in welchem Jahresrhythmus was angebaut wird. Es gibt viele unterschiedliche Feldfrüchte zur Auswahl, die alle jedoch verschiedene Eigenschaften haben. Zu Beginn gilt es vor allem darauf zu achten, ob die Früchte Hitze oder frostbeständig sind. Auch ob sie auf dem jeweiligen Untergrund gut gedeihen gilt es zu berücksichtigen. Ebenso, ob der Platz gut gewählt ist, ob nicht zu viele Felsen vorhanden sind. Außerdem kann es vorkommen, dass das Wild auf ein Mal das Feld zum Fressen gern hat, du also entsprechend Zäune errichten solltest, damit es nicht draufkommt. Oh und habe ich schon erwähnt, dass die Nahrung auch verderben kann, wenn du keine Vorsichtsmaßnahmen machst, wie beispielsweise eine Räucherei fürs Fleisch zu bauen?
Das ist nur ein Beispiel, ein Aspekt des Games. Der aber gut verdeutlicht, wie komplex das Spiel mitunter sein kann. Es gibt vieles zu bedenken, vieles zu errichten und abzuwägen. Und dabei musst du außerdem auch noch einen ständigen Blick auf deine Ressourcen haben, ob du genügend Nahrung hast, wie viel davon in den nächsten 12 Monaten verdirbt und so weiter und so fort.
Das klingt nach ziemlich viel Micromanagement. Und teilweise musst du dies wirklich machen. Allerdings jetzt nicht so sehr bei der Nahrung. Als vielmehr bei den Ressourcen, die du anfänglich fürs Bauen brauchst. Denn Holz wird nicht von alleine gefällt und Steine nicht von selber gekloppt. Du musst also angeben, welche Bäume als nächstes gefällt werden sollen und welche Felsen als nächstes abgetragen werden sollen.
Was ist das, ein Förster? Ich fand es zu Beginn irritierend, dass ich zu Beginn keinen Förster oder ähnliches bauen konnte. Angesichts der Masse an Holz, die ich verbrauchte, hatte ich die Befürchtung, dass ich früher oder später keine Bäume mehr haben würde, die ich fällen könnte. Doch hier hat Farthest Frontier vorgesorgt, in dem Bäume nachwachsen. Und dank des Techtrees kannst du im Laufe der Zeit die Geschwindigkeit, in der dies geschieht, verbessern.
In der Tat hat das Spiel einen Techtree, wo du diverse Verbesserungen und Boni freischalten kannst. Im Laufe der Zeit generierst du nämlich Wissen, dass du dann in diesen Baum investieren kannst. Zunächst nur ein Wissenspunkt kannst du dies durch bestimmte Gebäude steigern.
Und das ist nur die Spitze des Eisbergs, von dem, was hier möglich ist. Es gibt noch viele andere Aspekte in diesem Spiel, wie beispielsweise das Kampfsystem. Oder dass du deine Gebäude weiterentwickeln kannst, wodurch du teilweise Zugriff auf neue Technologien erhältst.
Es läuft sich leer Eigentlich macht Farthest Frontier also Spaß. Uneigentlich brauchst du jedoch jede Menge Sitzfleisch. Die Spielgeschwindigkeit ist standardmäßig sehr langsam. Gut Ding braucht hier seine Zeit, so das du sehr viel Leerlauf hast, wo du nichts anders tun kannst, als zuzuschauen, wie deine Leute sich langsam durch die Gegend bewegen, um Sachen zu tun. Das nervt natürlich. Klar, kann man das Game auch auf fast Forward stellen. Doch das trübt meiner Meinung nach erheblich den Spielspaß.
Grafisch wirkt das Spiel durchaus in Ordnung. Die Gebäude sind mit Liebe zum Detail designt und die Übersicht geht zu keinem Zeitpunkt flöten. Was allerdings für mich den optischen Genuß eingeschränkt hat, war die Tatsache, dass das Game bei mir Tearing aufwies. Vor allem dann, wenn ich die Ansicht rauf oder runterbewegte, trat das auf. Ich weiß nicht, woran das liegt, denn bei anderen trat dieses Problem nicht auf.
Fazit:
Farthest Frontier ist kein Game, dass mich kalt lässt. Auf der einen Seite mag ich dieses komplexe Gameplay, wie alles zusammenhängt und wie ich nach und nach alles verbessere. Auf der anderen Seite stört mich die langsame Spielgeschwindigkeit sowie das Tearing, das bei mir auftrat. Letzten Endes ist es kein Überflieger, aber ich hatte trotzdem meinen Spaß.
Bewertung Du kannst dieses Game hier benoten. Wohlgemerkt soll nicht die Rezension, sondern das Game an sich bewertet werden! Du hast also dieses Game gespielt? Dann bewerte es hier. Die Benotung erfolgt mit Sternen. Keine Sterne entsprechen der Schulnote 6. Fünf Sterne entsprechen der Schulnote 1.