Genre:
Strategie USK Freigabe:
Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG. ca. Preis:
12.00 €
Systeme:
PC
Testsystem:
Windows 11 64 Bit, 64 GB RAM, Amd Ryzen 7 7800X3D 8 x 4.20GHZ, Radeon RX 7800 XT 16GB
Inhalt:
1998 in Janapa: Das Land befindet sich in einer wirtschaftlichen Krise und es gärt in der Bevölkerung. Für die hochschwangere Dewi zählt nur das Überleben. Sie hat zwar eine sichere Stelle in einer Mautstelle. Doch wird ihr die Arbeit immer schwieriger gemacht.
Meinung:
Es ist jetzt zwölf Jahre her, seit damals das bahnbrechende Papers, Please herauskam. Es erzählte die Geschichte eines Grenzbeamten in einem fiktiven osteuropäischen Land. Das Geld war knapp und die Arbeit wurde durch immer neue Anweisungen und Regeln immer schwieriger. Das Spiel wurde ein Hit und sorgte dafür, dass seitdem wiederholt Titel herauskamen, die das Spielprinzip auf eigene Art und Weise interpretierten.
Jede Menge Sorgen und Nöten Das neuste Spiel, dass dies macht, ist 1998: The Toll Keeper Story. Entwickelt von dem indonesischen Entwicklungsstudio GameChanger Studio und inspiriert von realen Ereignissen wird hier die Handlung in eine Mautstation verlegt. Das Land Janapa mag fiktiv sein, doch die Geschehnisse, die du im Laufe der Zeit nachspielst, wirken realistisch genug.
Dabei sorgt das Game von Anfang dafür, dass du dich von der Geschichte vereinnahmt fühlst. Denn mit Dewi steuerst du dieses Mal eine hochschwangere Frau, die mit dem Taxifahrer Heru verheiratet ist. Das Geld ist ständig knapp und reicht kaum fürs tägliche Überleben. Derweil sie gleichzeitig für einen Kaiserschnitt, Milch und Windeln sparen muss.
Das ist das Ausgangsszenario. Und darauf aufbauend präsentiert Gamechanger Studio ein Spiel, das einen nicht kaltlässt. Es fängt zunächst harmlos an. Das eigentliche Gameplay findet in einer Mautstation statt, wo Devi sich auf einen Stuhl platziert und darauf achten soll, wer durchkommt und wer nicht. Zu Beginn ist es noch einfach: Wer zahlen kann, kann durch. Wer nicht, der hat das Nachsehen und muss einen anderen Weg suchen. Und da ist es egal, ob er berühmt ist oder nicht.
Wie soll man sich entscheiden? Doch je weiter die Handlung fortschreitet, desto komplexer werden die Anforderungen, die für die Durchfahrt erfüllt werden müssen. Bald schon muss sie auf Falschgeld und auf die Kennzeichen achten oder ob das Gewicht stimmt. Mit jedem Tag kommen neue Bedingungen mit hinzu, die Dewi alle beachten muss. Denn macht sie einen Fehler, wird ihr das vom spärlichen Gehalt abgezogen.
Und so musst du stets abwägen, was du machst. Da der tägliche Lohn von der Anzahl der Fahrzeuge abhängt, die du abfertigt, wäre es natürlich verführerisch, dies besonders schnell zu machen. Allerdings wirst du, wie gesagt, dafür bestraft, wenn du einen Fehler machst. Und doch gibt es auch Situationen, wo es sich durchaus lohnen könnte, ein Auge zuzudrücken.
Wiederholt kommt es nämlich zu Entscheidungen, wo du wählen musst, wie du vorgehst. Beispielsweise direkt am ersten Tag, wo ein Fußballer zu spät zum Training ist, aber nicht genügend Geld für die Maut hat. Lässt du ihn durch oder lässt du es bleiben? Solche Entscheidungen wird man im Laufe des Games immer wieder treffen. Und sie haben Konsequenzen, sowohl kleine wie auch große. Im Fall des Fußballspielers liest du dann am nächsten Tag in der Tageszeitung, wie es mit ihm weitergegangen ist.
Was für eine Atmosphäre Die Story des Spiels wird dabei nicht nur durch die Dialoge an der Mautstation weitergetrieben. Sondern ebenso durch die Tagebucheinträge von Dewi sowie kleineren Visuals Novel-Einlagen zwischen den einzelnen Dienstschichten. Du erlebst somit hautnahe mit, wie es der Protagonistin geht, wie sie auf die Ereignisse, auf die immer größer werdende Repression der Regierung reagiert und ihre Sorgen um ihr ungeborenes Kind.
Die Atmosphäre von 1998: The Toll Keeper Story ist umwerfend. Und stellenweise werden auch Sachen eingebaut, die einfach nur krank sind. Wenn du etwa mitkriegst, wie der Arbeitgeber von Dewi seine Position ausnutzt, um immer anzüglichere Nachrichten mit den Dienstanweisungen zu schicken. Und sie, je nach Storyverlauf, sogar zu sich ins Büro bittet. Was dann geschieht, kannst du dir leider gut vorstellen. Leider werden die Konsequenzen davon nicht wirklich angesprochen, nur angedeutet.
Es gibt verschiedene Enden, je nachdem, welche Entscheidungen du triffst. Ein Game Over kann schnell passieren, wobei immerhin zu Beginn eines jeden Tages gespeichert wird.
Optisch sieht das Spiel gut aus. Die Präsentation hat einen leichten Comiclook, der sich an eher ernstere Erzählungen orientiert. Leider leidet die Übersicht bei der Mautstation, je mehr du zu tun kriegst. Hier leistet sich das Game einen unnötigen Lapsus.
Fazit:
1998: The Toll Keeper Story begeistert mit seiner Atmosphäre und seiner tollen Erzählung. Die persönliche Geschichte der hochschwangeren Dewi vor dem Hintergrund des immer mehr ins Chaos abgleitende Janapa geht einem zu Herzen. Das Gameplay fängt einfach an, wird aber mit den immer mehr dazukommenden Anweisungen immer komplexer und herausfordernder. Schade nur, dass die Übersicht dann im späteren Verlauf des Spiels verloren geht, sowie ein gewisses Ereignis konsequenzenlos bleibt.
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