Genre:
Rollenspiele USK Freigabe:
Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG. ca. Preis:
14 €
Systeme:
PC
Testsystem:
Windows 11 64 Bit, 64 GB RAM, Amd Ryzen 7 7800X3D 8 x 4.20GHZ, Radeon RX 7800 XT 16GB
Inhalt:
Vor zehntausend Jahren kommt eine Neandertaler-Frau zu sich. Sie ist einen Abhang runtergefallen und macht sich jetzt auf die Suche nach ihren Leuten. Es ist für sie eine gefährliche Reise, bei der sie jedoch Unterstützung durch die Geister findet.
Meinung:
Das Bild des Neandertalers hat sich in den letzten Jahren enorm gewandelt. Lange Zeit galten sie als tumb und zurückgeblieben. Bis man herausfand, dass sie durchaus kultiviert waren. Auch stellte man fest, dass ihr Aussehen längst nicht so affenartig war, wie man es lange Zeit vermutet hatte. Und die Krönung war schließlich, als man herausfand, dass 4% der menschlichen Gene Neandertalerursprung waren. Was bedeutet, dass es damals, in der Steinzeit, wohl regelmäßig zu Begegnungen zwischen dem Neandertaler und Homo Sapiens gab, bei dem gemeinsamer Nachwuchs gezeugt wurde.
Ein Game ohne richtige Sprache? Natürlich weiß man heute nicht alles über den Neandertaler. Vieles liegt im Bereich der Spekulationen. Was jedoch den Entwickler von HellYeah! nicht davon abhielt, mit I Mother ein Spiel zu entwickeln, in dessen Mittelpunkt eben eine Neandertalerin ist.
Natürlich stellt sich hierbei die Frage, wie es ihm gelingt, das Leben von damals umzusetzen? Schließlich weiß die Wissenschaft nicht, ob und welche Sprache zu jener Zeit gesprochen wurde. Wie sich herausstellt, hat er sich dabei eine clevere Lösung einfallen lassen.
Denn in I Mother wird nicht gesprochen. Ebenso wenig wird Schrift verwendet. Stattdessen wird alles über Symbole dargestellt, deren Bedeutung man selber herausfinden muss. Das kann natürlich stellenweise sehr frustrierend sein, weil du nicht auf Anhieb verstehst, was jetzt was bedeutet. Doch im Laufe der Zeit gewöhnst du dich dran und findest es sogar einen cleveren Ansatz.
Es gibt einiges drauf zu achten Es ist auch nicht so, dass du vollkommen ahnungslos durch die Gegend läufst. Immer wieder gibt dir das Game Hinweise, wo du hin sollst und wo nicht, was du machen solltest, um weiterzukommen. So begegnest du zu Beginn einem Wolf, so das du erst mal nicht aus der Höhle kommen kannst. Doch dann findest du an einer verlassenen Lagerfeuerstelle künstliche Flügel, die du mit dir nimmst. Und mit diesen und einem Kreischen verscheuchst du das Raubtier, so das du weitergehen kannst.
Doch ebenso hast du einige leichte Plattformingsektionen, wo du vorsichtig manövrieren musst. Denn wenn du runterfällst, verlierst du natürlich Lebensenergie und musst wieder von vorne anfangen. Das Gute ist, dass du überall Möglichkeiten findest, mit denen du das verlorene Leben erneut zurückgewinnst.
Denn die Umgebung bietet jede Menge Interaktionsmöglichkeiten. Viele Pflanzen oder Wasserstellen, mit denen du deinen Hunger oder Durst stillen kannst. Was insofern nötig ist, als dass du ständig beides im Auge behalten musst. Du wirst interessanterweise weniger schnell durstig, als wie du hungrig wirst. Letzteres wird deutlich schneller akut, als es eigentlich gut wäre. Es reicht bereits, wenn du ein paar Schritte getätigt hast, schon ist gefühlt ein Viertel der Leiste leer. Und entweder haben die Neandertaler einen enorm hohen Stoffwechsel, oder aber hier wurde etwas falsch gemacht. Denn auf Dauer ist es nervig, dass du ständig futtern musst, um nicht Hunger leiden zu müssen.
Eine leere Welt Du kannst jedoch auch Nahrung in einem Beutel mit dir führen. Der wird automatisch gefüllt, wenn du nicht den Knopf drückst, der dazu führt, dass du das Aufgesammelte in den Mund, statt in den Vorrat führst. Allerdings ist die Menuführung, wenn du Futter aus dem Beutel nehmen willst, äußerst umständlich. Im Prinzip musst du erst das Gewünschte auswählen und dann den Befehl geben, dass Gewählte zu essen.
Doch was I Mother auszeichnet, ist nicht nur die Realität. Sondern ebenso das Irreale. Immer wieder gibt es Stellen, wo du in die spirituelle Welt reist. Die dabei äußerst surreal dargestellt wird.
I Mother schafft es wirklich, das man von dem Spielgeschehen wie gefesselt ist. Da verschmerzt man es, dass die Spielewelt stellenweise etwas leer wirkt. Oder es einige unfreiwillig komische Passagen gibt, etwa wenn man ein Babymammut sieht.
Fazit:
I Mother ist ein erfrischend anderes Game. Das Prinzip, dass man eine Neandertalerin spielt, wird gelungen umgesetzt. Es wird wirklich sehr viel Wert darauf gelegt, dass hier viel über Symbole transportiert wird, die man interpretieren muss. Es gibt dabei nur wenige Passagen, die es zu kritisieren gibt. Die Grafik ist manchmal zu zweckmäßig, ebenso wie der ständige Hunger nervt und die Menuführung, um Nahrung aus dem Beutel zu holen nicht optimal ist. Doch ist das Meckern auf hohem Niveau.
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