Genre:
Action USK Freigabe:
keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG. ca. Preis:
ab 69,99 €
Systeme:
PC, PlayStation 5, Switch 2, Xbox Series X/S
Inhalt:
Borderlands ist die Mutter aller Loot-Shooter. Lange bevor überhaupt an Destiny und Co. gedacht wurde, machte 2K den ewigen Grind nach besseren Waffen und Rüstungen salonfähig. Gepaart mit skurrilen Charakteren, verrückten Waffen, schrägem Humor und einer riesigen Portion Chaos sorgt die Reihe regelmäßig für eine Menge Spaß. All das wird auch wieder in Borderlands 4 der Fall sein. Doch was bietet Borderlands 4 Neues? Womit will es für frischen Wind sorgen und so auch alteingesessene Spieler*innen vom neuerlichen Kauf überzeugen? Um das herauszufinden, habe ich Borderlands 4 die letzten vier Tage ausgiebig auf Herz und Nieren getestet.
Meinung:
Es gibt Spielereihen, die man einfach sofort wiedererkennt. Borderlands gehört zweifelsohne dazu. Mit seinem dreckig aussehenden Cel-Shading-Look erkennt man es schon anhand eines einzigen Screenshots. Bei einem solchen Wiedererkennungswert ist es klar, dass die Macher*innen auch in Borderlands 4 daran nichts geändert haben. Das heißt aber nicht, dass sich grafisch nicht dennoch etwas getan hat. Denn auch wenn wieder alles im unverwechselbaren Cel-Shading-Look daherkommt, wurde die Optik doch so bearbeitet, dass nun noch ein paar mehr Details zu sehen sind. Obwohl das Spiel so schick wie noch nie ausschaut, sind mir leider auch einige kleinere Probleme aufgefallen. In Zwischensequenzen gab es zum Beispiel immer wieder sichtbare Ruckler oder Schatten, die im Spielgeschehen erst sehr spät angezeigt wurden. Beides keine schlimmen Fehler, dennoch denke ich, dass 2K an diesen Problemen bereits arbeitet. Vielleicht sind sie zum Zeitpunkt, an dem dieser Test erscheint, ja auch schon behoben. In diesem Fall kann man die Kritik natürlich getrost vergessen.
Unter der Herrschaft des Zeitwächters Was man trotz wiederkehrendem Look nicht wiedererkennt, ist der Planet, auf dem man sich befindet. Borderlands 4 verabschiedet sich nämlich vom ansonsten heimischen Planeten Pandora und verschlägt uns das erste Mal auf den Planeten Kairos. Ein Ort zum Verweilen ist dieser aber eigentlich nicht. Schließlich regiert hier der Zeitwächter alles und jeden und schreckt dabei nicht einmal davor zurück, seine Gefangenen mit einem implantierten Bolzen zu überwachen. Auch wir geraten in die Fänge dieses fiesen Diktators und werden mit einem Bolzen versehen. Gerade als die Prozedur beendet wurde, explodiert es plötzlich neben uns und ein Fremder taucht auf. Dieser gehört der Rebellengruppe Crimson Resistance an, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, dem übermächtig wirkenden Zeitwächter Paroli zu bieten. Wir werden natürlich mitgenommen und sind fortan mehr oder weniger freiwillig Teil dieser Rebellengruppe. Damit ist die Rahmenhandlung eigentlich auch schon erklärt. Wie bei den vorherigen Teilen ist diese eben auch hier mehr Mittel zum Zweck. Immerhin gibt es nun einen ernstzunehmenden Gegner anstatt der Influencer-Bösewichte in Borderlands 3.
Schöne Spielwelt frei erkunden Doch nochmal zurück zum neuen Planeten. Denn abgesehen von dessen Herrscher ist Kairos ein wirklich hübscher Planet, der vier abwechslungsreiche Areale zu bieten hat, die man nach und nach freischaltet. Von Wäldern, über bergige Landschaften bis hin zu großen landwirtschaftlich genutzten Flächen gibt es hier alles. Zudem trifft man immer wieder auf riesige Gebäude, auf die man klettern kann. Und all das ist von wundervoller Flora und Fauna, sowie Seen und Flüssen umgeben, in denen man diesmal sogar herumschwimmen kann. Eine solch schöne Umgebung will natürlich auch erkundet werden, weshalb es ganz gelegen kommt, dass Borderlands 4 mit Kairos nicht nur einen nagelneuen Planeten bietet, sondern einem erlaubt, die vier Regionen vollkommen frei zu erkunden. Denn auch das ist neu. Erstmals in der Geschichte der Reihe gibt es keine Levelbegrenzungen mehr. Stattdessen kann man sich nun frei in einer offenen Spielwelt bewegen. Und auch wenn alteingesessene Fans bei deren Ankündigung zunächst wenig begeistert waren, müssen selbst sie zugeben, dass es ein Gewinn ist und es einfach schön ist, wenn man sich so frei bewegen und alles erkunden kann, was man so sieht. Zumal die Freiheit nicht auf dem Boden aufhört. Dank des ebenfalls neuen Greifhakens kann man nämlich auch höher gelegene Orte erkunden. Schade ist dabei nur, dass man diesen nicht überall einsetzen darf, sondern nur an vorgegebenen Stellen.
Es wird nie langweilig Dass einem während der Erkundungstouren langweilig wird, muss auch keiner befürchten. Denn neben den schönen Landschaften erwarten einen auch unzählige Feinde. Neben allerlei Getier und Standardgegnern zählen dazu auch immer wieder Weltbosse, die in weißen Kuppeln auf einen warten. Betritt man eine solche Kuppel, eröffnet man sofort den Kampf, der natürlich nicht ganz so einfach zu meistern ist. Besiegt man den Miniboss, erhält man als Belohnung aber besseren Loot. Wie fast alles, was man in der offenen Spielwelt antrifft, sind aber auch diese Minibossgegner nur optional. Wer das Risiko nicht eingehen will, oder momentan einfach keine Lust darauf hat, sich dieser Herausforderung zu stellen, kann sie auch einfach links liegen lassen und sich etwas anderem widmen. Genug zu finden gibt es auf jeden Fall. Man kann quasi keine 50 Meter laufen, ohne auf irgendwelche Lootkisten oder Lager zu treffen, in denen natürlich ebenfalls versteckte Belohnungen zu finden sind. Wenn man wirklich alles mitnimmt, was einen am Wegesrand erwartet, kann man locker mehr als 100 Stunden im Spiel verbringen. Wenn man nicht ganz so sammelverrückt ist, dauert es hingegen knapp 50 Stunden, bis man das Spiel durchhat.
Schon fast zu viel des Guten Auch wenn das Spiel also durchaus viel zu bieten hat, ist das grundlegende Spielprinzip bis auf ein paar wenige Ausnahmen immer das Gleiche: Man kommt irgendwohin und muss Gegner erschießen. Und auch wenn das nicht gerade das abwechslungsreichste und anspruchsvollste Gameplay ist, macht es doch wahnsinnig viel Spaß. Dass dem so ist, liegt zum einen an den lustigen Dialogen, die man zwischendurch immer wieder zu hören bekommt. Zum anderen liegt es aber auch an den ganzen Waffen, die man währenddessen so aufsammelt. Durch Seltenheitsgrade, Elementarschäden, verschiedene Hersteller und die Möglichkeit, Teile eines Waffenhändlers mit denen von anderen Waffenhändlern zu kombinieren, soll es sage und schreibe 30 Milliarden verschiedene Waffen im Spiel geben. Diese alle zu finden, ist natürlich unmöglich, dennoch ist die Zahl beeindruckend. Auf der anderen Seite bedeutet dies aber auch, dass man eine nicht unerhebliche Zeit damit verbringt, Waffenstatistiken zu vergleichen. Schließlich will man sich ja stetig verbessern, weshalb erst einmal ein genauer Blick auf die jeweiligen Zahlen geworfen werden muss. Natürlich gehört dieses Konzept zu einem Loot-Shooter dazu, und es ist toll, wie kreativ die Entwickler*innen waren und es in einem bestimmten Rahmen sogar geschafft haben, dass sich die Waffen alle unterschiedlich anfühlen. Für mich war es diesmal aber dennoch etwas zu viel des Guten. Denn aufgrund dessen, dass ich immer wieder stehenbleiben musste, um Waffen miteinander zu vergleichen, hatte ich das Gefühl, den Flow etwas zu verlieren. Zumal es ja auch nicht nur beim Zahlenvergleichen bleibt. Zusätzlich dazu gilt es auch noch Skilltrees zu lesen, Perks zu verteilen und vieles mehr, was einen immer wieder aus dem eigentlichen Spielgeschehen herausbringt.
Im Flow Dabei ist gerade dieser Flow in Borderlands 4 so gut wie noch nie. Wenn man nicht gerade Zahlen studiert, kann man mithilfe des bereits angesprochenen Greifhakens, der Doppelsprünge, des Gleitschirms sowie der ebenfalls neu hinzugekommenen Möglichkeit des coolen Über-dem-Boden-Rutschens sich so geschmeidig wie noch nie zuvor in der Welt und den Kämpfen fortbewegen. In der offenen Spielwelt steht nun sogar jederzeit den Digirunner, eine Art Hover-Motorrad, zur Verfügung, mit dem wir uns noch schneller fortbewegen können. All das sorgt für ein angenehm flüssiges Spielgefühl, das aber eben immer wieder jäh unterbrochen wird.
Vier neue Kammerjäger Wie immer wird all dies natürlich auch diesmal wieder mit den sogenannten Kammerjägern angegangen, wobei einem mit Vex, Amon, Harlowe und Rafa diesmal vier neue Charaktere zur Verfügung stehen. Vex ist dabei die neue Siren, die unter anderem Projektionen tierischer Begleiter sowie einen realen Schnitter einsetzen kann Amon ist hingegen ein großer, kräftiger Krieger, der allerdings auch eine philosophische Ader hat. Die verbirgt er allerdings geschickt, wenn er mit seinen riesigen Äxten auf seine Gegner einschlägt. Die junge Harlowe ist ein „Gravitar“ und hält im Gegensatz zu Amon nichts von Äxten. Viel lieber setzt sie während der Kämpfe technische Spielereien und moderne Schusswaffen ein. Als Letztes ist noch Rafa dabei. Er verfügt über Klingen sowie einen Exo-Suit, der ihn einigermaßen vor Nahkampfschäden schützt. Für welchen Kammerjäger man sich entscheidet, wählt man am Anfang des Spiels aus. Dabei sollte man neben den Klassen auch unbedingt einen Blick auf die jeweiligen Perks und Skilltrees werfen. Denn auch diese unterscheiden sich von Charakter zu Charakter – und das teilweise sogar erheblich – und haben deswegen auch großen Einfluss darauf, wie sich das Spiel am Ende spielt.
Gemeinsam mit Freunden Apropos spielen. Wer Borderlands kennt, wird wissen, dass man hier nicht zwangsläufig allein unterwegs sein muss. Natürlich kann man das Spiel auch Solo spielen, noch mehr Spaß macht es aber, wenn man es gemeinsam mit bis zu drei Freunden spielt. Das Schöne dabei ist, dass nicht nur Cross-Play-Unterstützt wird, sondern es auch ganz egal ist, ob untereinander ein Levelunterschied besteht. Denn ganz gleich, welches Level die Charaktere haben, das Spiel passt sie sowie den Schwierigkeitsgrad automatisch an. Das gilt natürlich auch für den lokalen Zwei-Spieler-Modus, der allerdings nur auf der PlayStation 5 und Xbox Series X/S verfügbar ist. Ganz gleich, ob nun online oder lokal: Neu ist in beiden Fällen, dass jede*r seinen eigenen Loot bekommt. Auf der einen Seite ist dies natürlich fairer. Auf der anderen Seite war es aber auch immer lustig, wenn man seinen Freunden den Loot weggeschnappt hat, weswegen der ein oder andere diese Neuerung sicherlich mit einem lachenden und einem weinenden Auge wahrnehmen wird. Neben dem normalen Spiel kann man im Multiplayermodus auch in den Arenakampf gehen und dort Horden von Gegnern ausschalten oder sich in sogenannten World Events wechselnden Herausforderungen stellen. Langweilig wird es einem hier also sicherlich nicht so schnell.
Fazit:
Borderlands 4 erfindet weder sich noch das Loot-Shooter-Genre neu. Vielmehr setzt es auf kleine Verbesserungen und Ergänzungen, die das Spielgefühl runder werden lassen. Und dieser Weg ist meiner Meinung nach der richtige gewesen. Borderlands hat nämlich schon immer Spaß gemacht und macht es auch diesmal. Und dank der neu hinzugekommenen Bewegungsmöglichkeiten, der abwechslungsreichen Spielwelt, den neuen Kammerjägern usw. sogar mehr als je zuvor. Wer Borderlands 4 kauft, weiß also genau, was er bekommt, weshalb jeder, der mit den vorherigen Teilen seinen Spaß hatte, sicherlich auch diesmal wieder einige vergnügliche Stunden haben wird.
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