Genre:
Jump'n'Run USK Freigabe:
Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG. ca. Preis:
ab 24,99 €
Systeme:
PC, PlayStation 4, PlayStation 5, Switch, Xbox One, Xbox Series X/S
Inhalt:
Einst war Cobra ein Abenteurer, der es wagte, den Space Pirates die Stirn zu bieten. Bis es eines Tages für ihn zu heikel wurde, weshalb er untertauchte. Er löschte seine Erinnerungen, veränderte sein Aussehen und lebte ein anderes Leben. Bis ihn die Vergangenheit wieder einholte und er erneut mit seiner Psycho Gun bewaffnet, den Piraten die Stirn bietet.
Meinung:
Space bitte was? Das dürfte die erste Reaktion vieler neugieriger Leute sein, wenn sie diesen Titel lesen. Denn der Name Space Adventure Cobra dürfte hierzulande nur wirklichen Experten etwas sagen.
Denn der Manga, der ursprünglich von 1978 bis 1984 in Japan herauskam, hat nie den Sprung nach Deutschland geschafft. Ebenso wenig wie die darauf basierende Animeserie und der 1982 erschienene Film. Auch was die vielen Videospieladaptionen angeht, haben es nur zwei Stück 1987 nach Europa geschafft. Wobei die Plattformen, auf denen sie erschienen, nicht zu den erfolgreichsten jener Zeit gehörten. Der Amstrad CPC führte in Deutschland nur ein Nischendasein, derweil der Atari ST zwar schon deutlich verbreiteter war, aber am Ende nicht so erfolgreich war, wie zum Beispiel der Amiga.
Deshalb ist es umso erstaunlicher, dass Microids beschlossen hat, Space Adventure Cobra: The Awakening hierzulande herauszubringen. Allerdings muss man dem Titel auch zu Gute halten, dass hier zumindest versucht wird, das Universum und die Story, in dem das Game stattfindet, Neueinsteigerfreundlich zu gestalten. Grundlage für das Spiel ist dabei der Animationsfilm aus dem Jahr 1982.
Dementsprechend wird die Geschichte immer wieder durch Einspieler aus jener Reihe, sowie durch die Dialoge und Dialogsequenzen weiter vorangetrieben. Es fällt also einem nicht schwer, zu verstehen, was hier geschieht und wer die Figuren sind. Hier muss man das Spiel wirklich loben, weil es wirklich alles unternimmt, damit man die Story verstehen kann.
Und doch ist die Geschichte des Spiels das eine. Das andere ist die Präsentation und wie das Gameplay ist. Space Adventure Cobra: The Awakening ist ein Run`n Gun-Game mit Metroidvainia-Anleihen. Du steuerst Cobra durch komplex aufgebaut Stages, bekämpfst dabei im Laufen die Feinde und findest überall Embleme versteckt, mit denen du Cobra upgraden kannst. Heißt, du kannst neue Fähigkeiten freischalten, alte verbessern oder gar mehr Gesundheit erhalten.
Wie üblich begegnest du im Laufe des Games jeder Menge Gefahren. Eben nicht nur Fußsoldaten, sondern auch Geschütze, Drohnen oder gar Umweltbedrohungen, wie herunterfallende Felsen. Doch zum Glück bist du mit allerlei Sachen ausgestattet, mit denen du diese beseitigen kannst. Deine Psychogun ist fest mit deinem rechten Arm verbunden, du hast einen Revolver und der Zigarrenstummel, den du im Mund hast, lässt sich jederzeit ausspucken und zum Explodieren bringen. Ebenso kannst du auch im Nahkampf aktiv werden.
Das Game verlangt von dir, dass du im Laufe deines Playthroughs wirklich Gebrauch von allen Angriffsorten machst. Denn so manches Mal kommst du nur dann weiter, wenn du zum Beispiel den roten Schirm deines Feindes mit dem Revolver vernichtest. Oder den blauen Schirm im Nahkampf knackst.
Doch nicht nur die Feinde sind die große Herausforderung. Ebenso gibt es knifflige Plattformingpassagen. Wo du beispielsweise magnetische Stiefel nutzen musst oder dich an Drohnen entlanghangeln musst.
So weit, so Standard. In dieser Hinsicht bietet Space Adventure Cobra: The Awakening nichts neues. Was an und für sich nichts Schlimmes wäre. Doch am Ende sorgt vor allem eine Tatsache dafür, dass man das Game nicht so einfach durchspielen wird.
Denn die Steuerung des Spiels ist leider nicht so gut geworden. Sie ist zum einen schwammig geworden und längst nicht so präzise, wie man es von einem solchen Spiel erwarten würde. Ebenso ist sie von der Standardbelegung her nicht so gelungen. Oft genug willst du eigentlich nur in Ruhe zielen, bewegst dich dabei aber unfreiwillig weiter vorwärts, so dass du panisch versuchst, das zu kompensieren. Immerhin lässt sich die Steuerung übers Menü verändern.
Was aber nicht verhindert, dass das Game bis auf wenige Ausnahmen sehr generisch aussieht. Sieht man von den Animesequenzen und dem daraus entlehnten Design der Hauptcharaktere ab, bietet das Spiel nichts, was einem in Erinnerung bleibt. Gefühlt besteht sogar das Leveldesign aus lauter Versatzstücken, die man in der einen oder anderen Art schon in anderen Games gesehen hat. Und das ist wirklich schade.
Fazit:
Am Ende des Tages lautet das ernüchternde Fazit von Space Adventure Cobra: The Awakening, dass es nicht überzeugen kann. So schön es auch ist, dass das Game und die Story offen für Neueinsteiger ist, so sehr stört es einen, dass die Steuerung standardmäßig misslungen ist. Ebenso stört die generische Grafik, die nichts neues bietet. Da wäre mehr drinnen gewesen.
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