Genre:
Adventure USK Freigabe:
Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG. ca. Preis:
29,99 €
Systeme:
PC, PlayStation 5, Xbox Series X/S
Inhalt:
Das feudale Japan des 15. und 16. Jahrhunderts, oder genauer gesagt, die Sengoku-Zeit, ist seit einigen Monaten sehr präsent. Erst veröffentlichte Netflix zu James Clavell’s Shogun eine Serie, und dann bietet uns Assassin’s Creed Shadows Einblick in den Höhepunkt des für Japan sehr bewegenden Zeitalters. Doch damit ist noch lange nicht genug. Zwischendurch erschien nämlich ebenso noch Sengoku Dynasty, welches uns, wie am Namen unschwer zu erkennen ist, ebenfalls in diese Zeit verschlägt. Obwohl ich großes Interesse an dem alten Japan habe und sowohl Shogun als ebenfalls Assassin’s Creed Shadows quasi verschlungen habe, musste ich bei Sengoku Dynasty leider passen. Denn bedauerlicherweise war das Game von Toplitz bisher nur auf dem PC erhältlich – zumindest bis jetzt. Vor ein paar Tagen wurde Sengoku Dynasty nämlich auch für Xbox Series X und PlayStation 5 veröffentlicht, sodass ich mir das Spiel nun ebenso endlich einmal selbst angucken konnte.
Meinung:
Anders als Assassin’s Creed Shadows ist Sengokus Dynasty kein Action-Game. Vielmehr nimmt es das Gameplay der anderen Dynasty-Spiele aus dem Hause Toplitz auf und ist genau wie diese ein Aufbau-Rollenspiel, wobei das Hauptaugenmerk auf dem Aufbau-Part liegt.
Wir fangen von ganz vorne an Als Bauer, der vor dem Krieg in seiner Provinz geflohen ist und nach einem Unwetter auf hoher See an einem für ihn unbekannten Küstenabschnitt gestrandet ist, stehen wir ohne jegliches Hab und Gut da. Um überhaupt überleben zu können, müssen wir Beeren, Pilze und Kräuter sammeln. Natürlich müssen wir ebenso eine Behausung errichten, weshalb wir schon bald damit anfangen, auch dafür Ressourcen zu sammeln. Haben wir unsere ersten Werkzeuge aus Steinen und Stöcken zusammengeschustert, können wir uns also aufmachen, Bäume zu fällen und uns eine Hütte zu bauen.
Survial-Light All das hört sich in erster Linie nach einem typischen Survival-Spiel an, was es aber keinesfalls ist. Die Survival-Aspekte wurden hier nämlich wesentlich vereinfacht. Essen gibt es in der offenen Spielwelt zu Genüge, und später können wir uns sogar selbst Reis anbauen oder Fische jagen – sodass das Essen gar kein Problem mehr darstellt. Und andere typische Survival Games-Mechaniken, wie etwa die Anfälligkeit gegenüber Kälte, gibt es hier gar nicht. Auch das Kämpfen wurde ziemlich vereinfacht, weshalb die Auseinandersetzungen, ganz gleich, ob gegen tierische oder menschliche Feinde, keine großen spielerischen Herausforderungen darstellen.
Blasse Story und Quests Gleiches gilt ebenso für die Quests, die man entweder automatisch oder von den NPCs erhält. Das Interessante sind hierbei die neuen Rezepte oder Funktionen, die auf diese Weise eingeführt werden. Ansonsten geht es vor allem darum, irgendwelche Tiere zu jagen, etwas Bestimmtes zu sammeln oder etwas zu kochen. Hier hätte ich mir wirklich etwas mehr Tiefgang und Abwechslung gewünscht. Selbiges gilt auch für die Story. Denn viel mehr als das, was ich oben beschrieben habe, gibt es nämlich leider nicht. Dafür erfahren wir aber durchaus viel über die damalige Zeit. Denn wenn wir mit NPCs sprechen, erzählen diese einem vieles über die damalige Kultur, das Handwerk und andere interessante Dinge. Wichtige Ereignisse der Story werden zudem durch Zeichnungen erläutert, die sehr an die traditionellen japanischen Tuschezeichnungen erinnern.
Ausgiebiges Bauen Während all dies also mehr oder weniger rudimentär dargestellt wird, sieht das bei den Baumechaniken ganz anders aus. Diese stellt nämlich klar die wichtigste aller Mechaniken dar und ist dementsprechend umfangreich ausgefallen. Das Errichten einer Hütte, verschiedener Lager und einer Werkstatt sind nämlich unsere Hauptaufgaben. Schließlich geht es darum, aus unserer kleinen Hütte nach und nach ein ganzes Dorf zu errichten, in das auch NPC-Bewohner einziehen. Zu diesem Zweck können wir nicht nur weitere Hütten errichten, sondern ebenfalls Felder anlegen, Pfade zu bauen oder alles mit schönen Zäunen einzäunen.
Mehr Bewohner gleich mehr Bedürfnisse Manche unserer neuen Mitbewohner, die wir zuvor in der gesamten Spielwelt ausfindig machen und zu uns einladen können, dürfen wir anschließend sogar umgarnen, sie heiraten und ebenso eine Familie gründen. Mit wachsender Einwohnerzahl erhöhen sich aber auch durchaus die Bedürfnisse unseres Dorfes. Mussten wir zuvor nur auf Essen achten, müssen wir plötzlich ebenfalls für Medizin oder Luxusgüter sorgen. Für die gute Versorgung revanchieren sich unsere Bewohner mit ihrer Arbeitskraft. Zunächst einfach nur baumfällend oder steinehackend, können wir ihnen nach und nach komplexere Aufgaben zuweisen und so auch kleine Lieferketten aufbauen. Dabei verfügen die Dorfbewohner sogar über eigene Talente, die wir bei der vergabe am besten beachten sollten.
Verschachtelte Menüs Das Einstellen dieser Lieferketten ist jedoch nicht ganz einfach. Unseren Dorfbewohnern können wir nämlich lediglich durch das Menü Arbeitsplätze zuweisen. Leider ist dieses Menü allerdings sehr verschachtelt ausgefallen. Natürlich betrifft das auch nicht nur unsere Arbeiter. Sämtliche Zahlen oder Statistiken, die wir immer mal wieder benötigen, müssen ebenfalls erst einmal alle umständlich gesucht werden. Immerhin sind die Menüs ansonsten schön gestaltet worden. Ohnehin muss man sagen, dass die Sengoku Dynasty alles andere als hässlich ist. Die kleine, aber feine, offene Spielwelt lädt mit ihrer abwechslungsreichen Landschaft immer wieder zum Erkunden ein. Sei es unser eigenes Dorf, das organisch wächst, oder die kleinen, versteckten optischen Highlights wie andere Dörfer, Torii-Tore an malerischen Orten oder ein Tempel inmitten eines blühenden Kirschblüten-Hains, die zum Verweilen einladen – alles sieht wundervoll aus.
Spielwelt mit einigen Highlights Manchmal findet man ebenfalls spezielle Bauplätze, an denen man zum Beispiel eine Brücke errichten muss. Oft sind solche besonderen Bauvorhaben auch mit dem Öffnen neuer Spielgebiete verbunden, weshalb man diese auf keinen Fall vernachlässigen sollte. Ein weiteres Highlight sind auch die verschiedenen Jahreszeiten, die nicht nur optisch für Abwechslung sorgen, sondern auch Auswirkungen auf das Gameplay haben. Viele der Dinge, die man anbauen kann, können nämlich lediglich in bestimmten Jahreszeiten angebaut werden. Auch die Bedürfnisse unserer Dorfbewohner hängen teilweise von den Jahreszeiten ab, weshalb ebenfalls ein wenig Planung vonnöten ist. Trotz der schönen Landschaft und der optischen Highlights wirkt die Spielwelt insgesamt doch leider etwas leblos. Es gibt zwar auch Tiere, jedoch würde ich mir wünschen, dass diese jedoch öfters auftreten würden.
Nicht nur alleine bauen Ein Highlight habe ich mir noch bis zum Ende aufbewahrt. Denn anders als zahlreiche andere vergleichbare Spiele ist Sengoku Dynasty kein reines Singleplayer-Spiel. Wie Medieval Dynasty kann man nämlich auch Sengoku Dynasty zusammen mit Freund*innen im Multiplayer-Modus spielen. Dabei ist dies nicht nur ein nettes Gimmick, das mal eben implementiert wurde. Vielmehr sorgt das gemeinsame Spielen für ganz neue Möglichkeiten. Denn während wir uns als Singleplayer alleine um alles kümmern müssen, können wir uns im Multiplayer-Modus die Aufgaben teilen und so auch sehr viel mehr in der gleichen Zeit schaffen. Sehr lobenswert ist, dass der Fortschritt, den man beim gemeinsamen Spielen erzielt, auch in den Singleplayer-Modus übertragen wird. Weshalb man also zwischendurch ebenfalls einfach gemeinsam mit Freund*innen spielen kann, ohne Angst haben zu müssen, alles noch mal machen zu müssen.
Fazit:
Sengoku Dynasty ist für all diejenigen das perfekte Spiel, die ein ruhiges Aufbauspiel und Fans des alten Japans sind. Das Game aus dem Hause Toplitz vereint diese beiden Sachen nämlich nahezu perfekt. Technisch ist das Spiel dabei, im Gegensatz zu seinem Setting, alles andere als alt. Die Grafik sieht toll aus und bietet hin und wieder echte Highlights, und der Sound ist ebenso gelungen. Schade ist allerdings, dass die Menüs ein wenig zu verschachtelt sind und sowohl die Kämpfe als auch der Survival-Aspekt aufs Nötigste begrenzt wurden. Dennoch ist Sengoku Dynasty ein wundervolles Spiel, in dem man alleine oder gemeinsam mit Freund*innen auch mal gerne die Zeit vergisst.
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