Genre:
Rollenspiele USK Freigabe:
Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG. ca. Preis:
60 €
Systeme:
PC, PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox Series X/S
Inhalt:
Jeder hat so seine Guilty Pleasures. In meinem Fall ist es die Tatsache, dass ich gerne Hiro Mashimas Mangas lese, auch wenn ich weiß, dass sie das Rad nicht neu erfinden. Weshalb ich umso gespannter darauf war, wie sich die Videospieladaption seines Werks Edens Zero schlagen würde.
Meinung:
Vorab: Du darfst von Edens Zero nicht erwarten, dass du hier eine Story erhältst, die sonderlich bahnbrechend oder innovativ ist. Im Gegenteil: Wenn man sich die Geschichte und ihre Protagonisten genauer anschaut, dann merkt man sehr stark den Einfluss von Werken wie Akira Toriyamas Dragon Ball-Universum. Nur mit dem Unterschied, dass die Erzählungen von Hiro Mashima deutlich schlüpfriger sind. Nahezu alle Frauen haben einen außergewöhnlich großen Vorderbau und oft genug werden sie mit äußerst wenig Klamotten dargestellt.
Ein holpriger Beginn Womit wir dann auch beim Game angekommen sind. Es gab bereits schon früher Edens Zero-Videospieladaptionen. Doch anstatt eine eigene Geschichte zu erzählen, fokussiert sich dieser Titel mehr darauf, die Ereignisse des Mangas nachzuerzählen. Genauer gesagt die der ersten 11 /12 der insgesamt 32 Bände.
Leider wird diese Story nicht sonderlich gut nacherzählt. Die Narration ist sehr holprig. So ist der Beginn des Spiels im Prinzip ein einziger Flash Forward, der vieles von dem, was du in diesem Game erleben wirst, vorwegnimmt. Ehe dann anschließend die eigentliche Story wieder von vorne beginnt, nur eben etwas langsamer und detaillierter erzählt.
Edens Zero ist ein Action-RPG. Du erhältst Missionen, läufst durch eine Gegend und prügelst dich wiederholt mit Feinden. Wobei hier das Game nicht durch Vielfalt glänzt. Im Prinzip sind es häufig ein und derselbe Körpertyp, der nur durch einige wenige Accessoires sich voneinander unterscheidet. Und das ist alles andere als Spielspaßfördernd.
Ein vielfältiger Cast Dir selbst stehen verschiedene Figuren zur Auswahl, mit denen du dann auch entsprechende Gruppen zusammenstellen kannst. Jede dieser Charaktere unterscheidet sich von ihren Fähigkeiten und Biographie her. Unstreitbare Hauptfigur ist Shiki, der für sich selbst die Gravitation verändern kann und so beispielsweise in der Luft schwebt oder einen verheerenden Schmetterangriff durchführt. Er selbst wuchs auf einer Welt von Robotern auf und freundet sich mit Rebecca an, um mit ihr gemeinsam Abenteuer zu erleben. Rebecca selbst ist zu Beginn vor allem für den Fanservice zuständig, ehe sie schließlich selber ebenfalls kämpfen kann. Sie ist eine aufstrebende B-Cuberin – also quasi YouTuber im Edens Zero-Universum – die immer mit ihrer intelligenten Katze happy herumläuft. Diese ist in Wahrheit ein Roboter, der sich auf ihren Befehl hin in diverse Schusswaffen verwandelt. Natürlich bleibt es nicht bei den beiden Charakteren. So stößt später noch die Schwertkämpferin Homura Kôgetsu hinzu und mit dem titelgebenden Raumschiff Eden’s Zero erhält die Gruppe ein eigenes HQ.
Doch so abwechslungsreich die Truppe auch sein mag, das Kämpfen ist es nicht. Beziehungsweise, das Kampfsystem ist es nicht. Denn am Ende bist du ständig nur am Maschen eines Knopfs, nur um dann mit zwei anderen Knöpfen die „Kombo“ abzuschließen. Ebenso hast du zwei Superangriffe, die sich jeweils von der stärker her unterscheiden. Der eine ist etwas schwächer, reicht jedoch aus, um einfache Gegnereinheiten kurzfristig lahmzulegen. Der andere ist deutlich stärker, macht mehr Schaden und benötigt dementsprechend mehr Zeit zum Aufladen. Es ist natürlich ebenfalls eine Ausweichfunktion und eine Aufschaltfunktion.
Leider ist das Game auch sehr einfach. Klar, die Bosse sind tanky geworden, können eigentlich ordentlich einstecken. Doch üben sie selbst nicht wirklich ernst zu nehmenden Schaden aus, wodurch sich eben die Bosskämpfe stellenweise sehr unnötig in die Länge ziehen.
Eine optische Enttäuschung Und leider muss man sagen, dass Edens Zero optisch nicht die Erwartungen erfüllt. Erwartet war, dass das Game die Grundlage von Hiro Machima gut umsetzt. Du erhältst Figuren, die zwar entsprechend aussehen. Aber dann hast du ebenfalls Dialogporträts, die nur entfernt an die Arbeit des Mangakas erinnern. Und das ist leider noch nicht mal das einzige Manko. So bricht die Framerate gerne mal aus unerfindlichen Gründen kurzfristig ein und Objekte ploppen gerne mal auf. Und vor allem Letzteres hat auf der aktuellen Konsolengeneration nichts zu suchen! Die Xbox Series X hat die Power, hat die Hardware, um dies zu verhindern. Und es kann nicht daran liegen, dass das Spiel auch noch auf anderen Plattformen herauskommt.
Dafür kann das Game akustisch überzeugen. Die jeweiligen Musikstücke sind super und gut komponiert. Und die Gespräche sind gut auf Japanisch synchronisiert.
Am Ende ist einfach nur Schade: Edens Zero, richtig angepackt, hätte viel Potenzial gehabt. Es gibt auch Ansätze davon, wie beispielsweise die Minigames an Bord der Edens Zero. Doch unterm Strich ist dies zu wenig und zu enttäuschend.
Fazit:
Ich hatte mich auf das Game gefreut. Als Fan der Mangavorlage, war ich gespannt auf die Umsetzung. Doch was ich kriegte, war enttäuschend. Es mangelt Edens Zero an Abwechslung in vielfacher Hinsicht. Eintöniges Kampfsystem, eintöniges Characterdesign bei den Feinden, nicht sonderlich herausfordernde Bosskämpfe... Dazu noch jede Menge grafische Probleme, wie aufploppende Objekte sorgen nicht gerade für Begeisterungsstürme. Schade.
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