Genre:
Sport USK Freigabe:
Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG. ca. Preis:
79,99 €
Systeme:
PlayStation 5, Xbox Series X/S
Inhalt:
Das letztjährige Comeback von EA Sports College Football war für viele das Highlight des Jahres. Dabei erfreuten sich Fans nicht nur über die Tatsache, nach 16 Jahren Pause endlich wieder ein College Football-Spiel zocken zu können. Auch wenn es nicht 100 % perfekt war, konnte es ebenso spielerisch und inszenatorisch in weiten Teilen überzeugen. Nun hoffen die Fans natürlich, dass College Football 26 die hohe Qualität bestätigt oder sogar übertrifft.
Meinung:
Über das grundsätzliche Gameplay muss ich wohl nicht mehr viele Worte verlieren. Schließlich dürfte mittlerweile beinahe jeder wissen, was er/sie bekommt, wenn er ein American Football-Spiel kauft. Und auch wenn es regeltechnisch ein paar Unterschiede zur großen NFL gibt, ist das Gameplay gegenüber Madden doch relativ gleich. Wer Madden kennt, wird wissen, was das bedeutet. Nämlich dass man hier ebenso eine nahezu perfekte Football-Simulation erlebt, in der man alle Facetten, die dieser faszinierende Sport zu bieten hat, ebenfalls ausführen kann. Gleichzeitig bedeutet das aber natürlich nicht, dass es dennoch kleine Veränderungen gegenüber dem letzten Jahr gibt. Die wohl wichtigsten sind sicherlich die 2.700 Spielzüge, die es neu ins Spiel geschafft haben. Und nein, es handelt sich dabei nicht um einen Schreibfehler. Es sind tatsächlich 2.700 neue Spielzüge ins Spiel integriert worden – darunter auch ganz wilde Spielzüge, die es so wirklich nur im College Football gibt. Gemeinsam mit den ohnehin schon unzähligen anderen Spielzügen bietet College Football 26 somit die größte Auswahl an Plays, die es überhaupt bisher in einem Football-Spiel gab.
Lernende KI und nachlassende Spieler Auch wenn man natürlich nicht alle Plays nutzen wird, sollte man dennoch genügend Spielzüge in seinem Playbook stehen haben. Die KI erkennt nämlich Wiederholungen und lernt schnell, besser darauf zu reagieren. Ebenfalls wechseln sollte man auch sein Personal auf dem Spielfeld. Dank des Wear and Tear 2.0-Features lassen Spieler, die bei zu vielen Snaps auf dem Feld sind, merklich an Leistung und Fitness nach, was wiederum die Verletzungsgefahr erhöht. Um dem entgegenzuwirken, sollte man also seinem Starspieler die ein oder andere Ruhepause gönnen. Was mir leider negativ aufgefallen ist, ist, dass es einem sehr schwerfällt, als Defense-Spieler eine erfolgreiche Interception auszuführen. Den Ball im Flug abzufangen, ist aus irgendeinem Grund nahezu unmöglich. Und auch das Herausschlagen des Balles ist eine absolute Seltenheit. Hier wäre ein kleiner Patch sicherlich von Vorteil, da man so, wie es aktuell ist, im Prinzip ebenfalls die Defense-Arbeit vollständig der KI überlassen kann.
Bekannte Modi mit kleine Neuerungen In Sachen Spielmodi gibt es ebenfalls ein paar kleinere Neuerungen, wobei diese nicht direkt die Modusauswahl betrifft. Denn hier gibt es mit Dynasty-Mode, Road to Glory, Road to the College Football Playoffs und dem Ultimate Team-Modus wieder das gleiche Angebot wie letztes Jahr. Inhaltlich wurden die einzelnen Spielmodi allesamt ein wenig verbessert, wobei es die größten Veränderungen beim Road to Glory- und beim Dynasty-Modus gibt. In Ersterem ist es nun nämlich nicht mehr der Fall, dass man seinen Spieler lediglich durch die College-Karriere führt. Wer später Madden NFL 26 kauft, kann den Spieler nämlich dort hinein übertragen und seine Karriere in der NFL fortführen. Auch wenn dies wieder nur eine kleine Ergänzung ist, finde ich sie persönlich absolut genial. Gleiches gilt ebenso für die Option, sich beim Einlauf ins Stadion umschauen zu können, was natürlich das Mittendrin-Gefühl noch einmal wesentlich erhöht. Wenn man jetzt auch noch aus mehreren Positionen auswählen könnte – es fehlt zum Beispiel die Möglichkeit, als Tight End oder Pass Rusher seine Karriere zu spielen –, wäre der Road to Glory-Modus nahezu perfekt.
Verbesserungen im Dynasty-Mode Beim Dynasty-Mode wurden hingegen das Recruiting und das Transferportal ein wenig überarbeitet. Erstes wirkt jetzt sehr viel realistischer. Wenn man dem gewünschten Spieler nicht genügend Spielzeit oder grundsätzlich keine gute Vision bieten kann, ist es so gut wie unmöglich, ihn für sein Team zu gewinnen. Beim Transferportal ist es nun so, dass es nicht mehr nur ein nettes Gimmick ist, sondern von den Spielern auch tatsächlich genutzt wird. Unzufriedene Spieler wechseln so schnell mal das College, was natürlich eine ganz neue Dynamik in die Saison bringt. Ansonsten gibt es wie gesagt zahlreiche weitere Neuerungen, die aber allesamt nicht bahnbrechend sind und stattdessen eher als nette Ergänzungen anzusehen sind, die den jeweiligen Modus noch runder erscheinen lassen. Auch wenn es in Sachen Spielmodi also nicht zu viel Neues zu vermelden gibt, bedeutet dies aber nicht, dass diese Rezension hier schon wieder ihr Ende findet. Ganz im Gegenteil, jetzt geht es erst richtig los … Denn was EA Sports College Football 26 wirklich ausmacht, sind die Verbesserungen, Ergänzungen und Neuerungen bei der Präsentation, die es zu bieten hat. Und davon gibt es wirklich viele, weshalb dieser Test ganz sicher nicht zu kurz gerät.
So viele Details Einer der ganz großen Pluspunkte des letztjährigen Comeback-Teils war die Inszenierung des Spiels. Kaum ein Sportspiel zuvor hat es geschafft, den Flair eines Sports so gut herüberzubringen wie College Football 25 – von originalgetreuen Mannschafts-Einzügen über Turnover-Chains bis hin zu den Stadien wurde vieles geboten. Obwohl sich die Entwickler*innen viel Mühe gegeben haben, war es aber natürlich unmöglich, alle Traditionen, Details etc. ins Spiel zu bringen. Das letzte Jahr haben sie allerdings genutzt, das Erlebnis noch ein klein wenig kompletter zu machen, und haben für College Football 26 wieder jede Menge Arbeit hineingesteckt und zahlreiche Verbesserungen, Ergänzungen und Neuerungen in Sachen Präsentation geschaffen.
Spektakuläre Nachtspiele Die auffälligste Neuerung sind hierbei sicherlich die Nachtspiele, die es nun gibt. Hierbei wurde aber nicht nur eben mal der Himmel eingeschwärzt und ein paar Lichter angeknipst. Nein, die Macher*innen haben sich hierbei beinahe selbst übertroffen und die Spiele nicht nur in ein tolles Licht gerückt. Bei zahlreichen Colleges und Universitäten gibt es sogar spezielle Einlauf-Shows mit Feuerwerk, Drohnen-Shows und viele mehr, die es nur im Dunkeln zu sehen gibt. Außerdem gibt es bei Touchdowns auch extra Licht-Inszenierungen, die den erfolgreichen Spieler besonders hervorheben. Grundsätzlich kann man sagen, dass die Nachtspiele ein absolutes Highlight darstellen und jedem Einzelnen ein ganz besonderes Flair vermitteln.
Enter the Sandman Es wurde aber nicht nur viel Arbeit in die nagelneuen Nachtspiele gesteckt. Auch bei den regulären Samstags-Spielen wurde noch einmal nachgebessert. So wurden zum Beispiel mehr als 30 Maskottchen neu in das Spiel integriert. Zudem gibt es neue Team-Einläufe samt dazugehöriger Musik, weshalb Virginia Tech jetzt endlich mit „Enter Sandman“ auf das Spielfeld läuft. Auch sogenannte Fight-Songs und College-Stadion-Klassiker gibt es nun zahlreich neue, sodass in Penn State zum Beispiel während des Spiels Seven Nation Army ertönt und am Boston College Mr. Brightsight gespielt wird. Auch während des Spiels geht es musikalisch zu, wenn die Marchingbands neue Songs spielen oder die Fans anfangen, die typischen Lieder zu singen. Für alle, die sich nicht so gut mit College Football auskennen, werden sich sicherlich fragen, was an ein paar neuen Liedern so toll sein soll. Fans hingegen werden sich darüber sehr freuen, da das alles die einmalige Stimmung und Traditionen, die den College Football so ausmachen, noch besser herüberbringt.
Skurrile Traditionen Zu diesen Traditionen gehört aber nicht nur die richtige musikalische Untermalung, sondern auch viele andere Dinge – manche davon sind sehr skurril. So gibt es in zahlreichen Colleges zum Beispiel extra Inszenierungen, wenn einem Spieler ein Turnover gelingt. Einige dieser Traditionen waren bereits Bestandteil von College Football 25. Eine der skurrilsten fehlt damals aber noch – nämlich das Schwert, das an der University of Coastal Carolina zum Einsatz kommt. Doch dieses ist nun endlich im Spiel enthalten. Und auch hier merkt man mal wieder, mit wie viel Liebe zum Detail diese kleinen Traditionen integriert wurden. Denn wenn man mit dem College spielt und einem gleich mehrere Turnover gelingen, sieht man, wie jedes Mal ein weiterer Ball auf das Schwert aufgespießt wird. Eine weitere kuriose Tradition ist es ebenfalls, dass die Fans von Texas Tech beim Kickoff Tortillas aufs Spielfeld werfen. Woher diese Tradition ihren Ursprung hat, weiß keiner so ganz genau. Aber auf jeden Fall kann man nun auch im College Football 26 Augenzeuge davon werden.
Und noch mehr Traditionen Eine weitere Tradition im College Football sind die sogenannten Rivalry Trophies, also spezielle Trophäen, die es bei Spielen zwischen zwei rivalisierenden Colleges/Universitäten zu gewinnen gibt. Auch hiervon gab es im letzten Jahr bereits ein paar. Dieses Jahr sind aber noch ein paar dazugekommen, darunter wohl einige der skurrilsten Rivalry Trophies. Der Sieger zwischen Mississippi State und Ole Miss darf jetzt zum Beispiel das „Golden Egg“ in die Lüfte stemmen, während die siegreiche Mannschaft zwischen Nevada und UNLV die Freemont Canon erhält, wobei es sich tatsächlich um eine echte Kanone handelt.
Zwei neue Teams Ebenfalls neu sind zahlreiche Touchdown-Celebrations, die natürlich auch alle auf realen Celebrations aus dem letzten College Football-Jahr basieren. Um ebenfalls neben dem Spielfeld noch mehr Realismus bieten zu können, wurden außerdem über 300 Headcoaches und Koordinatoren ins Spiel integriert. Hier wurde zwar keine Face-Scan-Technik genutzt, dennoch erkennen Experten die Coaches direkt auf den ersten Blick. Passend zu den neu hinzugekommenen Coaches wurden ebenso gleich noch zwei neue Colleges/Universitäten ins Spiel eingebaut. Sowohl bei Delaware als auch Missouri State handelt es sich zwar nicht um große Colleges/Unis, aber dennoch ist es schön, dass sie ebenfalls nun ihren Weg ins Spiel gefunden haben, womit ab sofort 136 Teams zur Auswahl stehen. Wer sich dabei entschließt, mit der University of Hawai’i zu spielen, darf zudem bereits in deren neuem Stadion spielen, bevor es die reale Mannschaft macht. Außerdem wurde auch der Trophäenraum überarbeitet, in dem man nun nicht nur die über die Karriere gesammelten Trophäen bestaunen kann, sondern eine nahezu lückenlose Dokumentation der College Football-Geschichte zu sehen bekommt. Denn beinahe jede gewonnene Trophäe einer jeden Mannschaft ist hier aufgelistet.
Schickerer Schnee und flüssigere Animationen Nachdem ich jetzt so viel über Traditionen, Coaches und Teams gesprochen habe (und es gäbe tatsächlich noch viel mehr, worüber ich berichten könnte), möchte ich natürlich nicht unerwähnt lassen, dass die Macher*innen auch technisch ein wenig Feinschliff betrieben haben. So sehen die Spiele im Schnee jetzt zum Beispiel wesentlich besser aus. Zudem gibt es jetzt dynamisches Licht, was sich nicht nur im veränderten Schattenwurf äußert, sondern sogar so weit geht, dass Spiele im Hellen anfangen und im Dunkeln enden können. Zusätzlich dazu wurden auch die Wurf-Animationen der Quarterbacks überarbeitet, weshalb sie nun noch flüssiger wirken. Zu guter Letzt wurden ebenfalls die One-Handed-Spectacular-Catches, welche letztes Jahr in Madden ihre Premiere feierten, hier ebenso integriert. Wenn man zum richtigen Zeitpunkt LB bzw. L1 drückt, lassen sich so spektakuläre Fänge realisieren. Jedoch sollte man dabei vorsichtig sein. Schließlich ist man so nicht nur für Tackles besonders gefährdet, schon kleinste Berührungen des Gegners können dazu führen, dass man den Ball doch nicht bekommt.
Fazit:
Mit College Football 25 ist EA letztes Jahr eines der erfolgreichsten Comebacks in der Videospielgeschichte gelungen. Nicht nur, dass es kommerziell erfolgreich war, auch die Wertungen waren außergewöhnlich. Dabei war nicht nur die Fachpresse begeistert, sondern die gerne noch kritischen Fans waren größtenteils ebenfalls voller Lobes. Umso gespannter waren jetzt die Blicke auf den neuesten Teil gerichtet. Schließlich stellten sich viele die Frage, ob EA sich jetzt schon wieder auf ihren Lorbeeren ausruhen würde. Nachdem ich das Spiel nun ausgiebig getestet habe, kann ich diese Frage mit einem klaren Nein beantworten. Durch neue Animationen, über 2600 neue Spielzüge und die Möglichkeit, seine Spieler-Karriere in Madden weiterzuführen, bietet EA Sports College Football 26 spielerisch kleine, aber dennoch feine Neuheiten. Noch viel wichtiger ist allerdings die Integration zahlreicher weiterer Traditionen, die den College Football so außergewöhnlich machen. Wenn man des Nachts unter den Klängen des eigenen Fight-Songs aufs Spielfeld marschiert und sieht, wie Tortillas aufs Spielfeld geworfen werden, ist dies ein einmaliges Erlebnis, das auf diese intensive Weise kein anderes Sportspiel zu vermitteln vermag. Für wen EA Sports College Football 25 das letztjährige Highlight war, für den dürfte EA Sports College Football 26 also ganz sicher dieses Jahr wieder zu den absoluten Favoriten gehören.
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