Genre:
Adventure USK Freigabe:
Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG. ca. Preis:
79,99 €
Systeme:
PlayStation 5
Inhalt:
Der Bote ist wieder unterwegs. Einmal mehr macht Sam auf dem Weg, in einer desolaten Welt die Menschheit wieder miteinander zu verbinden. Allerdings dieses Mal nicht in Amerika, sondern in Australien.
Meinung:
Hideo Kojima ist bereits schon seit Jahren im Videospielgeschäft aktiv und hat sich seitdem einen Ruf erarbeitet, den nur wenige andere haben. Nämlich den einer Person, der das Geschäft sehr ernst nimmt. Aber gleichzeitig auch den Ruf der vorhersehbaren Unvorhersehbarkeit fällt. Die Zeiten, als er noch bei Konami an Metal Gear solid gearbeitet hat, sind von Meisterwerken geprägt, in denen nichts so ist, wie es scheint. Und jetzt, wo er eigenständig unterwegs ist, hat er das nochmal auf die Spitze getrieben.
Das allererste Death Stranding war ein einziger Mindfuck. Eine Geschichte, die auf dem ersten Blick mit Begriffen um sich schmiss und einen zunächst verwirrt zurückließ. Was für eine Beach, was für Beach Stranding? Wieso explodieren jetzt die Toten, was muss gemacht werden und wieso liefern wir Pakete aus, anstatt zu den Waffen zu greifen? Dinge wurden zwar erklärt, aber nie wirklich so, dass man sie sofort verstand. Und trotzdem feierte man es. Eben weil es Kojima war. Eben weil es ein Spiel war, dass vor allem eins war: Völlig anders.
Jetzt sind seit dem ersten Teil sechs Jahre vergangen und ein Death Stranding 2 erscheint. Eine Menge Zeit, in der der Schöpfer des Spiels während der Hälfte der Entwicklungszeit mal eben kurz das originale Skript komplett umschrieben. Denn, so meinte er zu dem Komponisten Woodkid, dass das Feedback der Testspieler zu gut war. Jeder mochte es, was für ihn bedeutete, dass das Spiel Mainstream sei, was er unbedingt vermeiden wollte. Was für ihn Anlass zu dieser außergewöhnlichen Maßnahme war.
Und man kann nur sagen: Mission Accomplished. War schon Teil 1 ein Mindfuck, in dem man sich reinfuchsen musste, ist es Teil 2 noch mehr mit Sahne oben drauf. Denn immer dann, wenn man denkt, dass man weiß, wie die Geschichte verlaufen wird, baut Hideo Kojima einen Plottwist ein, der wieder alles auf den Kopf stellt. Und das geschieht nicht selten, sondern gefühlt alle fünf Minuten. Der Meister verwirrt einen mit Genuss und man schwankt zwischen Verzweiflung und Freude. Wobei die Tendenz insgesamt mehr zu Letzterem geht.
Das Gameplay ist das gleiche wie im ersten Teil und doch gleichzeitig nicht. Erneut steuerst du Sam, wie er durch die Gegend läuft, in dem Versuch, diverse Pakete auszuliefern. Nur ist es dieses Mal schwieriger geworden, sich fortzubewegen, da die Landschaft und das Wetter dir mehr entgegensetzen. Mal regnet es, mal stürmt es, mal hast du es mit Erdbeben zu tun. Jeder Meter, den du zurücklegst, ist dabei ein Gewinn. Doch Kojima hat irgendwann auch ein Einsehen mit dir. Er will es dir nicht komplett schwer machen. Schon bald kannst du ein Motorrad freischalten, dass dir den Weg erleichtert. Und später kommt dann ebenfalls noch ein Vierrad mit hinzu. Ebenso kannst du ein Monorail errichten, was eine spürbare Erleichterung ist.
Doch der Weg zum Ziel verläuft nicht konfliktfrei. Auch in der Welt von Death Stranding 2 gibt es Feinde. Sogar einige von denen, denen du im Prinzip nur mit Waffengewalt beikommen kannst und musst. Auch hier hat sich im Vergleich zum ersten Teil einiges getan. Denn das Game ist deutlich actionreicher geworden.
Und doch hast du immer noch die Möglichkeit, Kämpfen aus dem Weg zu gehen. Du kannst dich in die Büsche schlagen, weite Umwege laufen oder dich an den Gegnern vorbeischleichen. Dabei ist es egal, für welche Option du dich entscheidest. Denn es ist in dem Moment die richtige, wenn du sie ausübst. Und auch langfristig gibt es keine richtige oder falsche Methode, weiterzukommen. Hauptsache, du kommst weiter.
Das wirkt sich auch auf die Atrribute von Sam aus. Je mehr du von einer Sache machst, desto besser wirst du in diesem Aspekt. Je mehr Pakete du beispielsweise auslieferst, desto besser werden deine Auslieferkünste.
Death Stranding 2 ist ein visueller Hochgenuss. Die Playstation 5 zeigt hier, was sie kann. Die Landschaft ist schon grandios, ebenso, wie das Design der Figuren. Die sich natürlich an den Darstellern orientieren, die sie schauspielen. Und so ist es auch interessant zu sehen, wie sich die Charaktere in den Jahren geändert haben. Vor allem Norman Reedus sieht man die Strapazen, die sein Charakter durchmacht hat, deutlich im Gesicht an.
Akustisch kann das Game nicht ganz so überzeugen. Ludvig Forssell, der schon im ersten Teil die Musik beigesteuert hat, kehrt ebenfalls im zweiten Part zurück. Unterstützt dieses Mal von dem französischen Musiker Woodkid. Doch sind es ausgerechnet dessen Stücke, die nicht so gefallen. Auch wenn das Meckern auf hohem Niveau ist.
Fazit:
Kojima hat geliefert. Einmal mehr hat ein Meistwerk geschaffen, über dass Leute noch jahrelang reden werden. Die Story ist noch wilder als beim ersten Teil und man feiert es. Das Gameplay wurde sachte überarbeitet und glänzt mit noch mehr Gefahren. Doch die Art zu Spielen bleibt vollkommen dir überlassen. Grafisch ist der Titel wieder opulent, derweil akustisch Luft nach oben ist.
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