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Scarlet Nexus

Entwickler: Bandai Namco
Publisher: Bandai Namco

Genre: Rollenspiele
USK Freigabe: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 70 €

Systeme: PC, PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One, Xbox Series X/S

Inhalt:
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Bandai Namco Studios und Tose bringen frischen Wind ins JRPG-Genre. Beide Entwickler können auf eine umfangreiche Videospielhistorie zurückschauen. Doch das ist noch lange kein Garant für einen Hit. Der neueste Streich Scarlet Nexus kommt mit einer interessanten, futuristisch angehauchten, japanischen Welt in klassischer Anime-Optik daher. Ob die typische Teenager-Geschichte etwas taugt und das Kampfsystem auch gut unterhält? Soviel vorweg: Scarlet Nexus verbindet einige Eigenschaften aus dem hochgepriesenen Persona 5 und der Tales Of-Reihe. Also ein gefundenes Fressen für JRPG-Fans?



Meinung:
 
   

Scarlet Nexus bedient ein typisches Anime-Klischee: Eine Gruppe von Teenagern wird zur Heldentruppe auserkoren. Bei der Charakterauswahl steht mit Yuito Sumeragi eine männliche und mit Kasane Randall eine weibliche Spielfigur zur Auswahl. Doch hier wird über wesentlich mehr als nur das Geschlecht und die Optik entschieden, denn hier wählt man praktisch jeweils eine Geschichte. Auch aus einer anderen Perspektive lohnt sich die Story, ohne an dieser Stelle großartig spoilern zu wollen. Dreh- und Angelpunkt ist die japanisch designte Großstadt Suoh. Von einer freien Spielwelt kann man anfangs nicht sprechen, erst nach und nach werden neue Bezirke und Gebiete in Form von eigenen Arealen zugänglich. Trotz der sehr belebten Stadt gibt es nur wenige Interaktionsmöglichkeiten mit der Umwelt, es steht der Story-Fortschritt im Vordergrund.
Suoh wird von sehr seltsamen Gegnern bedroht und angegriffen. Sogenannte „Andere“ fallen wortwörtlich vom Himmel und verwüsten die Stadt. Woher diese wirklich kommen und warum? Kein Schimmer! Zur Bekämpfung hat die Stadt jedenfalls vorgesorgt: Junge Kadetten und Kadettinnen (so auch der Hauptcharakter) werden mittels einer SAS-Kabelbindung verbunden. Eine sehr schmerzhafte Verbindung mit dem Gehirn, die als Eignungstest dient, um in die Eliteeinheit der AAS zu kommen. Die Einführung in die Geschichte von Scarlet Nexus verläuft sehr lange schleppend. Trotz unzähliger Gespräche (und Teenager-Geflirte) gibt es keine wirklichen Erklärungen für die Ereignisse in Suoh. Nach einigen Spielstunden nimmt die Handlung aber Fahrt auf, eine Intrige folgt der nächsten und es gibt einige unerwartete Wendungen!


Der Kampf gegen die Anderen, ein Action-Spektakel
Die umfangreichen Dialogpassagen werden von toller Action unterbrochen. Die Kämpfe in Scarlet Nexus sind nämlich hervorragend. Jeder Charakter verfügt über spezielle Fähigkeiten. Der Hauptcharakter ist mit Psychokinese-Künsten ausgestattet und schleudert dadurch sämtliche Gegenstände aus der Umgebung in Richtung der feindlichen Anderen. Apropos Andere: Das Gegnerdesign könnte skurriler und innovativer nicht sein! Dadurch lässt es sich auch umso schwerer beschreiben. Man stelle sich als Beispiel eine Art Vase (oder ist es doch ein Frauenkleid?) als Oberkörperform, Frauenbeine auf Stöckelschuhen und einen Blumenstrauß als Kopf vor. Abgedrehter geht es kaum, aber zurück zum Kampfsystem. Auch unsere Gruppenmitglieder bringen ihre persönliche Spezialfähigkeit mit, von Pyrokinese, Hyperspeed, Hellsicht, Unsichtbarkeit, um ein paar zu nennen, ist wirklich alles dabei. Die Gruppenmitglieder lassen sich zwar nicht selbst steuern, dafür kann man als Spieler allerdings die jeweiligen Fähigkeiten für einen begrenzten Zeitraum „ausleihen“ und mit eigenen Fähigkeiten kombinieren und damit auch Schwachpunkte der Gegner ausnutzen. Und das verlangt das Spiel auch! Zu Beginn noch eher weniger, vor allem nicht auf dem einfachsten von drei, jederzeit änderbaren Schwierigkeitsgraden, aber im späteren Spielverlauf und speziell bei stärkeren Gegnern und Bosskämpfen ist die Nutzung unumgänglich. So wird dem stumpfen Verwenden von Standardangriffen schnell ein Riegel vorgeschoben. Eintönige Kämpfe entstehen dadurch erst gar nicht, ganz im Gegenteil, die Gefechte sind eine ständige Kombination actionreicher Angriffe. Ein wenig nervig ist nur der mühsam wechselbare fokussierte Gegner. Erst den anvisierten Gegner „abwählen“ und dann den neuen ins Visier nehmen. Das geht in anderen Titeln deutlich flüssiger.


Die zwischenmenschliche Seite von Scarlet Nexus
Zwischen den Hauptmissionen begibt sich die Kämpfertruppe immer wieder in ihr Versteck bzw. ihre Basis zurück. Von dort aus lässt sich wahlweise sofort die Hauptgeschichte vorantreiben oder einzelne Gebiete können nochmals besucht werden, um Nebenquests abzuschließen, wobei diese nie wirklich von Bedeutung sind. Man könnte sie auch getrost weglassen. Wesentlich wichtiger ist es, im Versteck das Vertrauen der Gruppenmitglieder zu stärken. Das geschieht in Form von gesammelten Geschenken oder durch den Abschluss einiger längerer Vertrauensepisoden bzw. Dialogsequenzen. Das ist zum Teil langatmig, da es einen ordentlichen Teil der Spielzeit in Anspruch nimmt, doch es lohnt sich für die folgenden Kämpfe. Durch ein stärkeres Vertrauen der Gruppe wird nämlich die Nutzung Ihrer individuellen Fähigkeiten verstärkt und die werden gerade zum Ende hin immer wichtiger.


Die üblichen Rollenspiel-Features
In einem Rollenspiel darf selbstverständlich nicht die Charakterverbesserung fehlen. Scarlet Nexus belohnt Levelaufstiege mit Hirnpunkten, die wiederum auf der Hirnkarte investiert werden können. Das entspricht praktisch einem klassischen Fähigkeitenbaum. Außerdem lassen sich später die drei aktiven Gruppenmitglieder und ihre Fähigkeiten austauschen. Auch Taktiken können festgelegt werden, ob die KI eher defensiv, offensiv oder unterstützend agieren soll. Die Ausrüstung der Spielfiguren kann ebenfalls durch Händlerware ständig verbessert werden. Entweder durch den simplen Kauf gegen die Spielwährung oder durch gesammelte Gegenstände über die Tauschbörse. Sehr viele Gegenstände können sogar nur durch Tausch erworben werden, dadurch empfiehlt es sich, die Gebiete nach sammelbaren Gegenständigen abzusuchen. Doch da die Spielwelt generell sehr geradlinig aufgebaut ist und nur wenige Abzweigungen bietet, nimmt man den Großteil schon beim ersten Durchlaufen mit. Mittlerweile auch schon zum Standardrepertoire gehört der NG+ Modus in Spielen. Diese Möglichkeit besteht nach Storyabschluss ebenfalls. Doch alternativ sollte man sich am besten gleich in die andere Story des zweiten spielbaren Hauptcharakters stürzen, um die Geschichte in vollem Umfang zu erleben!



Fazit:

Scarlet Nexus wird in den ersten Spielstunden nicht jedem Spieler gefallen. Auch mich hat die sehr langsame Einführung in die Geschichte und speziell die vielen Gespräche abgeschreckt, zumal daraus für mich nie wirklich hervorgegangen ist, warum die Ereignisse in der Spielwelt passieren. Wer oder was sind diese Anderen, woher kommen die, was sind Ihre Hintergründe? Hier bin ich sehr lange im Dunkeln getappt, obwohl ich hartnäckig die Dialogsequenzen verfolgt habe. Immerhin wurde ich mit dem tollen Kampfsystem von Anfang an belohnt. Das hat echt enormen Spaß gemacht, wobei die Gespräche wirklich einen enormen Teil im Verhältnis zu den Kämpfen ausmachen. An dieser Stelle würde ich jedem Spieler zumindest den normalen Schwierigkeitsgrad ans Herz legen. Der lässt sich ohnehin jederzeit auch im laufenden Spiel wechseln, von daher kann man nichts falsch machen. Aber dadurch kommt das umfangreiche Kampfsystem auch wirklich von Beginn an zum Tragen. Der Anime-Look in Cell-Shading Optik ist natürlich Geschmackssache, wobei man das einem JRPG nicht vorwerfen kann, vor allem ist er wirklich gut umgesetzt.
Wer Freude an Titeln wie Persona 5 oder Nier Automata hatte, der sollte auf jeden Fall in Scarlet Nexus reinschauen. Ein tolles neues Abenteuer, das Bandai Namco Enterntainment da hervorgebracht hat. An all die anderen Rollspielfans: Lasst euch nicht von den ersten Spielstunden abschrecken, bitte nicht! Sonst geht euch eine echt tolle Rollenspielerfahrung flöten. Die Geschichte nimmt wirklich enorme Ausmaße an. Damit rechnet man gerade beim Einstieg so überhaupt nicht.



Scarlet Nexus - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Michael Renner

Screenshots
















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 8.1875 Grafik: 8.00
Sound: 7.75
Steuerung: 8.25
Gameplay: 8.75
Wertung: 8.1875
  • Actionreiches Kampfsystem
  • Unzählige Angriffsmöglichkeiten
  • Abgedrehtes Gegnerdesign
  • Viele Story-Wendungen
  • Langatmiger Start
  • Sehr dialoglastig
  • Umständlicher Gegnerfokus im Kampf
  • Wenig Interaktionsmöglichkeiten mit der Umwelt

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Rezension vom: 03.07.2021
Kategorie: Rollenspiele
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