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World's End Club

Entwickler: Too Kyo Games
Publisher: Koch Media

Genre: Adventure
USK Freigabe: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 50 €

Systeme: iOS, Switch

Inhalt:
logo

Wenn sich ein paar Ex-Mitarbeiter von Entwickler Spike Chunsoft zusammenschließen, um ihr eigenes Studio namens Too Kyo Games auf die Beine zu stellen, steigen die Erwartungen. Vor allem Kazutaka Kodaka, Schreiber der Danganronpa-Reihe und Kotaro Uchikoshi, Director der Zero Escape-Spiele, lassen hoffen, dass World's End Club Fans von mysteriösen Visual Novels mit makabren Inhalten nicht enttäuschen wird.



Meinung:


Die Kids des Go Getters-Club geraten während der Busfahrt auf einem Schulausflug in einen schweren Unfall. Als sie wieder erwachen, finden sie sich in einem verlassenen Unterwasser-Freizeitpark wieder und ein gruseliger Roboter erklärt ihnen, dass sie ein sogenanntes Schicksalsspiel spielen müssen, dessen Verlierer das Zeitliche segnen. Kurz darauf wird das Spiel jedoch abgesagt und die Kinder finden sich in einer Welt wieder, die menschenleer, dafür aber voller grausiger Monster ist. Ihr einziger Weg liegt nun darin, sich nach Tôkyô zu begeben, um herauszufinden, was eigentlich in Japan vor sich geht.

Erwartungen an das Schicksalsspiel
Wir werden für eine ordentliche Besprechung nicht umhin kommen, in leichtes Spoiler-Gebiet vorzudringen, das sich aber auf den direkten Anfang des Spiels bezieht. World's End Club stellt seine Wurzeln von Anfang an zur Schau, um sie direkt zu dekonstruieren. Ein mordlüsternes Robotermaskottchen, das in diesem Fall Pielope und nicht Monokuma heißt, zwingt eine Gruppe von Schülern, sich gegenseitig umzubringen, damit der letzte Überlebende die Freiheit gewinnt. Was nach einem kopierten Danganronpa-Plot klingt, wird aber kurz nach Beginn abgesagt und es beginnt eine Reise quer durch Japan, bei der unsere Gruppe zusammenarbeiten muss, um in Actionpassagen gemeinsam überleben zu können. Fans mögen sich hier zurecht hinters Licht geführt fühlen, aber so eine Dekonstruktion kann durchaus interessant sein. Leider stolpert World's End Club bei so gut wie jedem Schritt durch die Weiten von Japan.

Hakelige Action
Der erste Abschnitt mit dem Schicksalsspiel zeigt ein interessantes Konzept, das den Fokus auf Rätsel legt. Leider wird dieses Konzept, wie gesagt, komplett fallen gelassen. Im Anschluss teilt sich das Gameplay in drei Arten auf, die als Kapitel auf einer Japankarte auf einem Zeitstrahl angewählt werden können. Zunächst gibt Abschnitte, in denen die Gruppe ihr Lager aufschlägt. Hier kann mit jedem Charakter kurz gesprochen werden, bevor die Story weitergeht. Dann gibt es reine Story-Abschnitte, in denen sich die Geschichte ohne Interaktionen von uns weiterentwickelt. Zuletzt gibt es Action-Szenen, in denen wir in einem Sidescroller durch die Level laufen und springen, Kisten verschieben, Hebel suchen und unsere Fähigkeiten benutzen müssen, um Feinde zu bekämpfen.

Diese Abschnitte stellen den Großteil des eigentlichen Spiels dar. Auf dem Papier hört sich die Sache auch gar nicht so schlecht an, da jedes Mitglied des Go Getters-Clubs seine eigene Spezialfähigkeit freischaltet und wir nach und nach mit jeder Figur spielen können. Hauptfigur Reycho kann beispielsweise schwere Steine schleudern, während die kleine Chuko scharfe Chips isst und anschließend Feuer spucken kann. Leider leiden die kompletten Abschnitte unter einer grauenhaft schwammigen Steuerung, die die einzige Herausforderung darstellt. Selbst auf dem höheren der beiden Schwierigkeitsgrade ist das Spiel alles andere als schwer, dennoch wird man permanent den Game Over-Bildschirm zu sehen bekommen. Ein einzelner Treffer oder Fehltritt reicht aus, um uns das Zeitliche segnen zu lassen. Das ist vor allem bei den hakeligen Bosskämpfen frustrierend, da man dann den ganzen Kampf von vorne beginnen darf. Allzu abwechslungsreich sind die verschiedenen Fähigkeiten dann leider auch nicht, denn ob ich nun mit einem Baseballschläger vor mir zuschlage, einen Flammenstrahl vor mir puste oder eine Schockwelle vor mir entstehen lasse, ändert am Ergebnis auch nichts. Hinzu kommt, dass man mit den meisten Fähigkeiten über das gesamte Spiel hinweg nicht länger als 5 Minuten zu tun hat.

Reich an Charakter
Der Visual Novel-Aspekt ist ebenfalls im Grunde ganz interessant. Die Geschichte spielt mit den Erwartungen an das Genre und hat einige Twists in petto, die allerdings nur überraschend sind, weil die der Gruppe eigentlich bekannten Details uns bis zum Reveal vorenthalten werden. Dennoch wird hier eine ganz ansprechende Geschichte mit verschiedenen Charakteren erzählt, von denen jeder seinen eigenen kleinen Bogen bekommt. Nur Hauptcharakter Reycho will nicht zünden, da er als einziges Mitglied des Clubs nicht spricht. Er ist allerdings kein stummer Protagonist wie etwa Link, bei dem wir davon ausgehen können, dass er durchaus redet. Reycho ist wirklich stumm, allerdings wird das im Spiel von keiner Figur je thematisiert und ist abermals ein Detail, das jeder außer uns die ganze Zeit kannte.

Wer außerdem nach dem Versprechen von unterschiedlichen Pfaden ausufernde Handlungsstränge eines Zero Escape erwartet, wird abermals enttäuscht. An wenigen Punkten, an denen sich die Gruppe aufteilt, haben wir beim ersten Durchlauf der Geschichte die Wahl, uns für eine von zwei Optionen zu entscheiden, um einer Gruppe zu folgen. Das hat keinerlei Einfluss auf den Rest der Geschichte, da beide Handlungen nach kurzer Zeit immer wieder zusammenlaufen. Zum Schluss wird uns sogar die Entscheidungsmöglichkeit genommen, um auf ein erstes Ende hinzukommen. Im Anschluss können wir die Alternativen ablaufen und einen zweiten Handlungsstrang verfolgen, der deutlich länger andauert und uns das richtige Ende spendiert. Viel linearer geht es eigentlich nicht mehr, wenn man dem Spieler die Illusion der Entscheidung geben möchte.

Das Problem hierbei ist, dass dies alles storybedingt ist. Im Kontext der Geschichte machen diese Einschränkungen Sinn, allerdings ändert das nichts daran, dass sie das Erlebnis negativ beeinträchtigen.

Hübsch im Detail
Grafisch können vor allem die individuellen Charakterdesigns überzeugen. Jedes Mitglied des Go Getters-Club basiert auf einem Tier des chinesischen Horoskops und vermittelt die zugeschriebenen Attribute. Da ist es auch verzeihlich, dass die Charaktere sehr klischeehaft sind. Wir haben den ernsten großen Bruder, den stillen Nerd, das aufbrausende Tsundere-Mädchen, den energischen Sportfan oder leider auch den dicklichen Essensliebhaber. Alle Figuren sind aber darüberhinaus gut ausgearbeitet und durchleben ihre eigenen Geschichten mit Beziehungen untereinander. Bei den Hintergründen muss man leider wieder sagen, dass der Unterwasser-Freizeitpark, den wir am Anfang zurücklassen, das interessanteste Gebiet ist. Ansonsten laufen wir durch zwar abwechslungsreiche aber leere Eiswüsten, Höhlensysteme und Farbikhallen. Die sporadisch auftauchenden Gegener sind aber immer einzigartig.

Beim Sound bekommen wir neben einer sehr durchwachsenen englischen Sprachausgabe auch eine deutlich bessere japanische Tonspur geliefert. Der Soundtrack kann ebenfalls überzeugen und bietet neben stimmungsvollen Tracks auch einen kompletten Themesong, der während des Spiels mehrfach angestimmt wird und sogar komplett auf Englisch eingesungen wurde. Dafür fehlen in dieser Sequenz leider bei der japanischen Tonspur die Untertitel.



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Kai Wommelsdorf

World's End Club hat mich leider extrem enttäuscht. Die Erwartungshaltung, die sicherlich auch andere Fans der Entwickler mitgebracht haben, ist auch vollkommen gerechtfertigt, denn die offizielle Beschreibung des Spiels liest sich nun einmal so: Der „Go-Getters-Club“, eine Gruppe japanischer Außenseiter, ist während einer Klassenfahrt in einem Themenpark eingeschlossen. Um einen Ausweg zu finden, müssen sie die Mysterien aufdecken und an einem Schicksalsspiel teilnehmen, das ihre Freundschaft auf eine harte Probe stellt. In diesem Themenpark befinden wir uns etwa eine halbe Stunde, bevor alles über den Haufen geworfen wird. Das kann durchaus funktionieren, aber während uns das Schicksalsspiel interessante Rätselaufgaben in einer spannenden Umgebung verspricht, bietet uns World's End Club im eigentlichen Spiel hakelige Action-Abschnitte in leeren Gebieten mit austauschbaren Fähigkeiten. Die Story ist recht spannend und vor allem die einzelnen Mitglieder des Go Getters-Clubs sind gut ausgearbeitet, aber wenn das Gameplay keinen Spaß macht, hilft auch eine gute Geschichte nicht. Außerdem hat man immer den Beigeschmack, dass man hier bewusst hinters Licht geführt wurde.



World's End Club - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Kai Wommelsdorf

Screenshots














Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 6 Grafik: 7.00
Sound: 7.50
Steuerung: 4.00
Gameplay: 5.50
Wertung: 6
  • Gut ausgearbeitete Charaktere
  • Wendungsreiche Story
  • Guter Soundtrack
  • Hakelige, schwammige Steuerung
  • Austauschbare Fähigkeiten
  • Sehr linear, trotz Auswahlmöglichkeiten
  • Interessantes Gameplay im Freizeitpark wird nicht fortgeführt
  • Leere Umgebungen

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Rezension vom: 30.05.2021
Kategorie: Adventure
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