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Returnal

Entwickler: Housemarque
Publisher: Sony Interactive Entertainment

Genre: Action
USK Freigabe: Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: 80 €

Systeme: PlayStation 5

Ausgezeichnet mit dem Splash Hit Inhalt:
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Die schnellen Ladezeiten der SSDs, die in den Next Gen-Konsolen verbaut wurden, sind der große Game Changer, wenn es ums Gameplay geht. Titel wie The Medium, Ratchet & Clank: Rift Apart oder auch Deathloop profitieren davon, dass Entwickler quasi keine Beschränkungen mehr verspüren, was alles auf einem Bildschirm dargestellt werden kann. Auch das Sci-Fi-Abenteuer Returnal schlägt diesen Weg ein und bringt uns eine prozedurale Bullet Hell-Welt, die nach jedem Tod in Sekundenschnelle wieder komplett neu generiert wird.



Meinung:


Astronautin Selene folgt mit ihrem Schiff einem mysteriösen Signal bis zum Planeten Atropos, auf dem sie eine Bruchlandung hinlegt. Auf der fremden und sehr feindlichen Welt auf sich allein gestellt, macht sie sich auf die Suche nach dem Ursprung des Signals und findet rasch verstörende Anzeichen dafür, dass sie schon früher einmal hier war. Nachdem sie von der einheimischen Fauna überwältigt wird, hat sie erschütternde Gewissheit: Sie ist in einer Zeitschleife gefangen und erwacht jedes Mal wieder kurz nach dem Crash. Doch auf Atropos geschehen noch weitere unheimliche Dinge, die Selene an ihrem Verstand zweifeln lassen.

Live. Die. Repeat.
Returnal ist ein Roguelite, also eine Variante des Roguelike-Genres, das sich nicht an die doch recht strengen Richtlinien der Definition hält. Die Welt von Atropos wird für jeden Lauf zufällig neu generiert, besteht dabei aber aus der grundsätzlich gleichen Anordnung der Regionen, in denen die einzelnen Räume ausgetauscht und mit immer unterschiedlichen Gegenständen, Waffen und Gegnerkonfigurationen bestückt werden. Dadurch wird man nach und nach mit den Gebieten vertraut, obwohl jeder Run eine neue Erfahrung ist. Stirbt Selene, erwacht sie wieder bei ihrem abgestürzten Raumschiff und muss fast bei Null anfangen, da nur sehr wenige Dinge einen Reset überdauern.

Gib mir was
Gegenstände, die uns neue Fähigkeiten verleihen, wie etwa ein Greifhaken, um sich an Ankerpunkte zu ziehen oder ein Schwert, mit dem man Barrieren zerschlagen kann, bleiben in der Regel erhalten und markieren am deutlichsten unseren Fortschritt. Mit ihnen können wir neue Gebiete betreten und die alten Regionen gründlicher erforschen. Ebenfalls erhalten bleibt die sehr seltene Ressource Ether, die für eine Vielzahl an Dingen mehr oder weniger sinnvoll eingesetzt werden kann. Am wichtigsten ist hierbei ein Obelisk im Startraum, der für ein paar Ether einen neuen Gegenstand generiert, der ab sofort in jedem Run spawnen kann. Unser potenzielles Repertoire zu erweitern, ist essentiell, da Selene jeden Run nur mit ihrer Handfeuerwaffe ausgerüstet startet. Neue Waffen, Hilfsgegenstände und Artefakte müssen jedes Mal neu gefunden werden. Gerade im Bezug auf Waffen fangen wir jedes Mal wirklich wieder bei Null an, denn ihre Durchschlagskraft richtet sich nach Selenes Waffenkompetenz, die für jeden Run zurückgesetzt wird und sich durch Kills und das Aufsammeln bestimmter Gegenstände erhöhen lässt. Sie bestimmt, welchen Level neu gefundene Waffen haben.

Alles auf Anfang
Das ist auch bereits der größte Schwachpunkt, der Returnal belastet. Ein spürbarer Fortschritt ist bei Roguelites immens wichtig und diese Art der Belohnung bleibt nach einem Run oftmals aus. Bei einem Dead Cells, bei dem ein Run recht schnell abläuft, ist das weniger problematisch, aber in Returnal kann ein ordentlicher Run schon gerne zwei Stunden oder länger andauern. Wenn man dann nach dem Tod keine spürbare Veränderung vorweisen kann, zehrt das an den Nerven. Vor allem das Zurücksetzen der Waffenkompetenz frustriert, da es dazu führt, dass man jedes Mal einiges an Zeit im Startgebiet verbringen muss, um mit ausreichend starken Waffen in die höheren Gebiete zu gehen. Diese fehlende Belohnung gepaart mit der langen Dauer eines Runs führt auch dazu, dass man nicht das genre-typische "Ein Run noch"-Gefühl bekommt. Hat man einen Run hinter sich, ist oft auch erstmal gut. Nicht unerwähnt bleiben darf an dieser Stelle, dass es leider trotz Patches immer noch zu Abstürzen kommt, die einen Run zerstören. Wenn man eine Stunde oder länger in einem guten Run ist und das Spiel dann abstürzt, hat man auch nicht so recht Lust, direkt einen neuen Versuch zu starten.

Feuerwerk der Effekte
Nachdem wir nun also diesen negativen Punkt hinter uns gebracht hat, kommen wir wieder zu schöneren Dingen. Denn selbst wenn das Ende eines Runs für mich immer frustrierender war, als es zum Beispiel bei Hades der Fall war, dauerte es nie lange, bis ich nicht doch wieder einen Versuch gestartet habe. Das liegt sowohl am astreinen Gameplay als auch an der gesamten Präsentation. Returnal nutzt die gesamte Power, die die PS5 zu bieten hat, was sich nicht nur in schnellen Ladezeiten der Welt bemerkbar macht, sondern auch in der gesamten Action. Das Bullet Hell-Genre definiert sich bereits dem Namen nach durch etliche Geschosse und Returnal setzt voll darauf, uns von allen Seiten in Bedrängnis zu bringen. Die Feinde verschießen ihre Kugeln in distinkten Formationen und Farben und so ist es wichtig, seine Gegner genau zu kennen. Es gibt eine ordentliche Gegnervielfalt, die von hundeartigen Aliens, die aus der Ferne langsame Geschosse losschicken, über stationäre Geschütztürme mit ihren schnellen Salven und fliegende Tentakelmonster, die ganze Wände auf uns loslassen, bis hin zu Roboterdronen, die nach dem Abschuss noch einen Crashflug in unsere Richtung unternehmen, reicht. Trotz dieser Vielzahl an Partikeleffekten und gleichzeitigen Explosionen kam es nie zu merkbaren Einbrüchen der Framerate - Abstürze erfolgten interessanterweise nur in gesäuberten Räumen nach dem Öffnen und Schließen des Statusbildschirms.

Doom Returnal
Um uns der Gegner zu erwehren, gibt es eine breit gefächerte Auswahl an Waffen, die von den Standards der Pistole, Shotgun oder dem Maschinengewehr auch zu abstrakteren Kalibern wechseln können, bei denen wir Säuregranaten oder zielsuchende Kugeln verschießen. Jede Waffen verfügt außerdem über einen Alternativ-Angriff, der je nach Art eine gewisse Zeit braucht, um wieder aufzuladen. Fast alle Waffen haben einen begrenzten Munitionsvorrat. Ist dieser leer, hat man die Möglichkeit, im richtigen Moment den Abzug zu drücken, um ihn wieder komplett aufzuladen. Drückt man zu früh oder zu spät, muss man abwarten, bis sich die Munition von selbst wieder auffüllt, was in manchen Situationen eine gefühlte Ewigkeit sein kann. Eine der wichtigsten Fähigkeiten ist neben dem Sprinten vor allem der Dash, mit dem wir nicht nur seitlich ausweichen, sondern auch durch gegnerische Geschosse "hindurchrutschen" können. Dieser Moment der Unverwundbarkeit ist essentiell zu meistern. Obwohl wir hauptsächlich mit Feuerwaffen auf unsere Feinde losgehen, legt Returnal Wert darauf, dass man sich nicht komplett von der Action entfernt, denn jeder besiegte Gegner lässt Obliten fallen, die als Währung während eines Runs dienen, um neue Gegenstände herzustellen. Diese bleiben aber nur wenige Sekunden liegen, bevor sie verschwinden, weswegen man immer mitten im Geschehen sein möchte. Man sollte aber nicht zu fahrlässig werden, denn jeder Treffer hat gravierende Folgen. Natürlich möchte man in der Regel nicht getroffen werden, aber in Returnal sorgt jeder Gegner, den wir erledigen, ohne getroffen zu werden, dafür, dass unser Adrenalin-Level steigt. Höhere Adrenalin-Level geben uns starke Buffs, die das Steuer im Kampf herumreißen können, aber bereits ein einzelner Treffer setzt alles wieder auf Null zurück.

Risikobehaftet
Um einen Run möglichst lange zu überleben, kann Selene Gegenstände sammeln, die ihre Lebensenergie verstärken und Artefakte, die ihr verschiedene Buffs geben. Ein interessantes Risk/Reward-System findet sich in Parasiten, die man anlegen kann. Diese bieten neben einem positiven Effekt auch immer einen negativen. Wer beispielsweise schneller Waffenkompetenz sammeln möchte, muss etwa damit leben, dass sich der Cooldown der Alternativ-Angriffe verlängert. Bei Parasiten kann man vor dem Anlegen genau sehen, welche Auswirkungen sie haben, weswegen sie ein gelungenes, strategisches Element sind. Es gibt allerdings auch korrumpierte Gegenstände, die eine Fehlfunktion in Selenes Anzug auslösen können, wenn man sie einsammelt. Hier weiss man nicht, was passiert oder ob überhaupt etwas passiert. Es wird lediglich die Wahrscheinlichkeit für eine Fehlfunktion angezeigt. Erleidet Selene eine solche Fehlfunktion, wird sie so lange eingeschränkt, bis spezielle Anforderungen erfüllt wurden. Das kann bedeuten, dass man zwei Gegenstände benutzen oder fünf Feinde im Nahkampf erledigen muss. Die Fehlfunktionen können unschöne Ausmaße annehmen, sodass man beispielweise jedes Mal Schaden erleidet, wenn man einen Gegenstand aufsammelt. Das kann einen guten Run komplett zerschießen und in den seltensten Fällen hat sich das Risiko gelohnt.

Atmosphärisch dicht
Returnal schafft es, eine großartige Atmosphäre aufzubauen. Die Welten und Monsterdesigns erinnern an Alien und andere Science Fiction-Klassiker, ob wir nun durch nebelverhangene Wälder, Mars-ähnliche Ebenen oder verfallene Maschinenstädte wandern. Man kommt auch nicht umhin, sich bei der Erforschung dieser Welt atmosphärisch an Metroid Prime erinnert zu fühlen, da auch Selene einen kräftigen Samus-Vibe aussendet, was nicht zuletzt an der ausgezeichneten Synchro liegt. Ein mysteriöses Story-Element ist ein amerikanisches Haus, auf das wir immer wieder treffen, in dem wir in bester PT-Manier in Egoperspektive gruseligen Geschehnissen nachgehen. Hier erfahren wir einen ordentlichen Teil der Hintergrundgeschichte, die ansonsten hauptsächlich über Selenes Audiologs, die in der Welt verteilt sind, erzählt wird. Wie bei vielen Roguelites ist auch bei Returnal mit dem Ablaufen der Credits das Ende noch nicht erreicht. Es gibt viele Geheimnisse, die auch danach noch aufgeklärt werden wollen und so können etliche Stunden in den Titel gesteckt werden. Wer möchte, kann darüberhinaus auch an täglichen Herausforderungen in einem Simulator teilnehmen, um sich ein paar Ether extra zu verdienen.

Die Steuerung macht vollen Gebrauch vom Dual Sense-Controller. So bekommen wir nicht nur haptisches Feedback über äußere Einwirkungen, sondern etwa auch darüber, dass der Alternativ-Angriff wieder aufgeladen ist. Der lässt sich außerdem auslösen, indem die adaptiven Trigger komplett gezogen werden, während ein halber Zug zum Zielen eines normalen Schusses verwendet wird. Wer lieber klassisch kämpft, kann sich aber auch das Alternativ-Feuer auf L1 legen oder eine komplett eigene Belegung durchführen.



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Kai Wommelsdorf

Returnal bietet rasante Action in abwechslungsreicher Umgebung und kann vor allem atmosphärisch voll überzeugen. Die fremdartigen Gebiete und Wesen sehen hervorragend aus und Protagonistin Selene sorgt dafür, dass wir ihrer mysteriösen Geschichte gespannt folgen. Ein ordentliches Waffenarsenal und eine Vielzahl an Gegenständen, Artefakten und Parasiten lässt uns jeden Run auf neue Art angehen. Die zu geringen Fortschritte nach den sehr langen Runs können zwar durchaus frustrieren, doch der Titel hat es trotzdem geschafft, dass ich immer wieder zurückgekehrt bin und meinen Spaß hatte.



Returnal - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Kai Wommelsdorf

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 9 Grafik: 9.00
Sound: 9.50
Steuerung: 9.50
Gameplay: 8.00
Wertung: 9
  • Rasante Bullet Hell Action
  • Atmosphärische Dichte
  • Grafisch beeindruckend
  • Viele Waffen, Artefakte und Parasiten sorgen für Abwechslung
  • Kaum spürbare Fortschritte pro Run...
  • ...bei recht langer Run-Dauer
  • Abstürze

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Rezension vom: 02.05.2021
Kategorie: Action
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