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Torchlight III

Entwickler: Echtra Inc.
Publisher: Perfect World Entertainment

Genre: Action
USK Freigabe: Downloadspiel ohne USK-Prüfung
ca. Preis: 35 €

Systeme: PC, PlayStation 4, PlayStation 5, Switch, Xbox One, Xbox Series X/S

Inhalt:
logo

Der erste Teil der Torchlight-Reihe kam in einer Zeit auf den Markt, als dieser noch nicht mit qualitativ hochwertigen Diablo-Klonen überschwemmt war. Tatsächlich konnte sich der Titel, nachdem ein Jahr zuvor der dritte Teil von Diablo angekündigt wurde, zum Release vor allem durch sein Kampfsystem sowie die Präsentation mit guter Musik und stimmigem Design zum damaligen Genreprimus erheben. Das Sequel erschien 2012, ein paar Monate nach dem direkten Kontrahenten Diablo III und profierte nicht nur von dessen Kontroversen, sondern konnte sein eigenes Gameplay vertiefen und bot dieses Mal auch einen zuvor schmerzlich vermissten Multiplayermodus an. Nun sind wir im Jahr 2020 angekommen und Torchlight III hat seinen ursprünglichen MMO-Titel Frontiers abgelegt, den Early Access verlassen und ist offiziell "fertig".

Meinung:


Das Land Novastraia ist mal wieder in Gefahr. Unzählige Monster machen die Gegend unsicher und wir machen uns auf den Weg, die Netherim aufzuhalten und alles niederzumetzeln, was sich uns in den Weg stellt.

Weltrettung? *gähn*
Torchlight wurde bereits in jedem Teil vorgeworfen, keinen Plot zu haben und Teil 3 treibt das Ganze auf die Spitze. Wir sind in einer generischen Welt, werden von generischen Figuren ohne jeglichen Charakter von A nach B geschickt, um... ja, um was eigentlich? Die Geschichte ist so dünn und uninteressant, dass es schwer ist, sie ausfindig zu machen. Unsere Hauptfeinde, denen wir jeweils am Ende der drei Akte gegenüberstehen, sind untereinander komplett austauschbar und haben lediglich die Motivation "Ich bin böse und will dich töten". Im dritten Akt wird versucht, ein wenig mehr Entwicklung in die Geschichte zu packen und auf einer Art Cliffhanger zu enden, der Möglichkeiten für DLCs bietet, aber das ist zu wenig und zu spät.

Immer das gleiche
Es sei hier angemerkt, dass in der Early Access-Phase nur zwei der nun drei Akte enthalten waren und man merkt deutlich, dass versucht wurde, alle Probleme, die in dieser Zeit aufgekommen sind, im dritten Akt zu beheben. Das macht sich vor allem in der Abwechslung bemerkbar. Akt 1 und 2 von Torchlight III sind unglaublich eintönige und dröge Erlebnisse. Jeder Akt besteht aus mehreren Zonen mit verschiedenen Dungeons. Doch bis kurz vor Schluss von Akt 2 besteht jede Zone aus der gleichen Dschungellandschaft und jeder Dungeon aus dem gleichen Höhlensystem. Auch die Gegner sind die ewig gleichen und einfallslosen Skelette, Ratten und Goblins. Im dritten Akt ist auf einmal jedes Gebiet neu und auch die Gegnervielfalt erhöht sich drastisch. Das kommt aber viel zu spät und kann den Kahn dann auch nicht mehr aus dem Dreck ziehen.

Spannende Klassen, wenige Fähigkeiten
Auch beim Skillsystem gibt es zu wenig Abwechslung. Positiv hervorzuheben ist auf jeden Fall, dass die vier Klassen, aus denen man zu Beginn wählt, allesamt komplett unterschiedlich sind. In den Klassen selbst fühlt man sich aber stark eingeschränkt. Jede Klasse kommt mit zwei Fähigkeitsbäumen daher und ein dritter Baum wird (auch das wurde im Vergleich zum Early Access geändert) durch ein wählbares Relikt hinzugefügt. Die Auswahl an Fähigkeiten ist sehr übersichtlich und Herumexperimentieren wird wenig gefördert, da man zum Umskillen bestimmte Gegenstände braucht, mit denen sich die Fertigkeitspunkte zurücksetzen lassen. Außerdem dauert es zu lange, bis man spürbare Unterschiede in der Skillung im Spiel wiederfindet. Das Skillsystem von Torchlight II war hier weitaus ausgefeilter.

Man verfügt, wie schon beim Vorgänger, wieder über einen tierischen Begleiter, der nicht nur als Packesel fungiert, sondern auch mitkämpft und über eigene Fähigkeiten verfügt. Zu Beginn kann man aus drei Tieren auswählen, aber weitere Begleiter, die auch neue Fähigkeiten mit sich bringen, können in Dungeons gefunden werden. Ebenfalls nett ist die Idee, dass die Skills von legendären Gegenständen gesammelt werden. Diese Fähigkeiten können dann, selbst wenn man den Gegenstand später nicht mehr mitführt, ausgerüstet und genutzt werden. In Bezug auf legendäre Gegenstände muss ich leider sagen, dass ich in meiner Testphase über immer die gleichen drei "einzigartigen" Gegenstände mit jeweils stärkeren Werten gestolpert bin. Auch das ist ein weiteres Zeichen für den Mangel an Abwechslung.

Wir schlagen unser Lager auf
Als neues Gameplay-Feature kann man nun ein Fort aufbauen. Das klingt zunächst ganz interessant, doch auch hier hält sich der spielerische Effekt in Grenzen. Es gibt ein paar Strukturen, die man mit gedroppten Gegenständen bestimmter Feindarten füttern kann, um passive Boni auf Widerstände oder Gold-Dropraten zu erhalten und Einrichtungen, um Rohmaterialien zu verarbeiten, um damit wiederum neue Dekorationen zu bauen. Der nützlichste Aspekt ist noch eine Account-übergreifende Kiste, die aber auch genauso gut im nächsten Dorf stehen könnte. Wer Spaß am Bauen und Dekorieren einer Basis hat, kann sich hier sicherlich ein wenig austoben, aber Einfluss auf das restliche Spiel sucht man vergeblich. Das Fort soll seine Buffs auch an andere Spieler abgeben, was mich zum nächsten Punkt bringt. Das erste Torchlight wurde dafür kritisiert, dass es gar keinen Multiplayer aufweisen konnte, was 2008 bereits zum Standard gehörte. Nun haben wir Torchlight III, das aus komplett unerfindlichen Gründen es nicht hinbekommt, einen Couch-CoOp einzubinden. Das ist ein Feature, das spätestens 2014 von Diablo III auf Konsolen perfekt umgesetzt wurde. Auch Crossplay steht nicht zur Verfügung. Dafür, dass Torchlight III ursprünglich als MMO geplant war, sind die Online-Optionen mehr als enttäuschend.

Technisches Allerlei
Das allgemeine Design war schon immer ein Pluspunkt des Torchlight-Franchises und auch hier können die Design der Charaktere und der Welt an sich überzeugen. Wie bereits erwähnt, hilft das aber nicht viel, wenn jedes Gebiet aus den gleichen Versatzstücken besteht. Die Steuerung ist unglaublich hakelig. Selten wählt man den Gegner an, den man tatsächlich angreifen möchte. Liegen Gegenstände um einen herum, kann man das Zielen komplett vergessen, bevor man alles eingesammelt hat oder sich fortbewegt und manchmal werden Befehle einfach nicht ausgeführt. Dafür kann der Sound überzeugen. Die Hintergrundmusik ist stimmungsvoll und die Sprecher machen ihre Sache ganz ordentlich, auch wenn die Texte, die sie aufsagen müssen, keinerlei Interesse wecken können. Wie auch schon in Diablo kann man immer wieder kleine Lore-Gegenstände finden, die einen kurzen Audio-Clip abspielen, der uns tiefer in die Welt eintauchen lassen soll. Aber, wie man sich wohl denken kann, ist diese Welt zu oberflächlich und die Clips wollen oftmals nur ein kleiner Lacher sein. Es hilft auch nicht, dass man das komplette Spiel anhalten muss, wenn man den Clips lauschen möchte, da sie sofort abgebrochen werden, sobald der "Erzähler" einen Kommentar abgibt. Das passiert immer, wenn man eine Falle auslöst, was bei jeder zweiten Kiste, die man zerstört, der Fall ist.

Bugs und Glitches
Dass dadurch ein Audio-Clip abgebrochen wird, klingt nach einem Glitch, aber Torchlight III fährt in diesem Bereich ganz andere Kaliber auf. Ständiges Ruckeln steht an der Tagesordnung, unendliche Ladebildschirme sorgen für ständiges Aufhängen und Grafik-Glitches reichen so weit, dass ganze Bereiche nicht geladen werden. Das Ruckeln könnte ich, auch wenn es nicht entschuldigen würde, zumindest erklären, wenn zu viele Gegner auf dem Bildschirm wären. Gegner sind aber nie auf der Karte platziert, sondern spawnen jedes Mal um einen herum, wenn man die jeweilige Trigger-Zone betritt. Die Gegneranzahl, die spawnt, sollte also durchaus so berechnet sein, dass sie nicht jedes Mal zu einem Zusammenbruch der Framerate führt. Dieses Spawn-Prinzip sorgt gleichzeitig dafür, dass Ranged Builds weniger sinnvoll sind.



Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Kai Wommelsdorf Das klingt jetzt alles sehr fies, aber es bricht mir ganz ehrlich das Herz, denn im Gegensatz zu einem Unicorn Princess, bei dem man genau weiß, dass da nur irgendwelche Anzüge gesagt haben "Lasst uns schnell ein Pferdespiel hinrotzen, damit das ein paar ahnungslose Kinder kaufen", gehe ich davon aus, dass an Torchlight III Leute gearbeitet haben, die sich wirklich um ihr Produkt kümmern. Das merkt man daran, dass im dritten Akt deutlich versucht wurde, auf die Kritik der Early Access-Phase einzugehen. Aber jedes Mal, wenn ich einen positiven Aspekt hervorhebe, wird dieser direkt durch ein weiteres Problem ausgehebelt und das reicht dann einfach nicht mehr aus, um gegen Konkurrenten wie Path of Exile, Wolcen, Grim Dawn oder selbst Diablo III zu bestehen. Torchlight III ist in einigen Bereichen okay und in zu vielen Bereichen leider ungenügend. Eine Story ist nicht vorhanden, Abwechslung findet sich maximal im dritten Akt, das Skillsystem ist ein Rückschritt von Torchlight II und immer wieder wird man von Bugs und Glitches geplagt. Ordentliches Grafikdesign und guter Sound bieten dafür kein ausreichendes Gegengewicht und der Multiplayer-Modus, der bei dieser Art von Spiel oftmals einiges retten kann, wird durch das Fehlen von Couch-CoOp und Crossplay arg eingeschränkt.

Torchlight III - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Kai Wommelsdorf

Screenshots


Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 5.25 Grafik: 6.00
Sound: 7.00
Steuerung: 5.00
Gameplay: 3.00
Wertung: 5.25
  • Nettes Design
  • Guter Sound
  • Keine Abwechslung in Gebieten, Gegnern oder Skills
  • Generische Story
  • Geplagt von etlichen Bugs und Glitches
  • Kein Couch-CoOp oder Crossplay
  • Hakelige Steuerung

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Rezension vom: 04.11.2020
Kategorie: Action
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