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MotoGP 20

Entwickler: Milestone
Publisher: Milestone

Genre: Sport
USK Freigabe: Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG.
ca. Preis: ab 45,99 €

Systeme: PC, PlayStation 4, Switch, Xbox One

Inhalt:
motogp20_logo

Während die reale MotoGP noch immer auf ihren Saisonstart wartet (geplant ist momentan der 9. August im tschechischen Brünn), ist die virtuelle Motorradweltmeisterschaft wieder im vollen Gange. Am 23. April erschien nämlich MotoGP 20 mit einigen groß angekündigten Neuerungen. Ob diese ausreichen, um den Fans die reale MotoGP vollständig zu ersetzen, habe ich für euch getestet.

Meinung:

Entwickler Milestone hat jedes Jahr einen Schwerpunkt, auf den sie sich bei ihrer neuesten Version konzentrieren. Letztes Jahr war dies die KI A.N.N.A. (Artificial Neural Network Agent), die dafür sorgte, dass sich die KI-Fahrer wesentlich natürlicher über die Strecken fortbewegten. Dieses Jahr hat dieses System zwar nicht mehr ganz den Fokus erhalten, wie noch im Jahr zuvor, dennoch wurde wieder an ihm gearbeitet. Herausgekommen ist ein überarbeitetes A.N.N.A.-System, sozusagen A.N.N.A. 2.0, welches sich darin bemerkbar macht, dass die KI noch besser an das Verhalten der realen Fahrer angepasst wurde. Zudem sind Reifen- und Benzinverbrauch nun ebenfalls realistischer. Ersteres macht sich in den Rundenzeiten bemerkbar, die mit jedem zusätzlichen Liter länger werden. Hier sollte man also penibel darauf achten, nie mehr Benzin als notwendig mitzunehmen. Die Abnutzung der Reifen ist ebenfalls direkt spürbar und zwar dahingehend, dass der Grip mit jeder gefahrenen Runde abnimmt. Wer nicht aufpasst und einen aggressiven Fahrstil an den Tag legt, wird deshalb schon sehr schnell mit heftigem Rutschen konfrontiert werden und die am Start gewonnenen Plätze höchstwahrscheinlich schnell wieder einbüßen – zumindest wenn man einen der höheren Schwierigkeitsgrade gewählt hat. Im leichtesten fahren erfahrene Spieler der KI nämlich mit Leichtigkeit weg.

Motorradfahren will gelernt sein
Wer hingegen neu ist und das erste Mal auf den Sattel eines virtuellen Motorrads steigt, dürfte selbst im leichtesten Schwierigkeitsgrad seine liebe Müh' und Not haben. Der Einstieg gestaltet sich nämlich alles andere als einfach. Selbst mit eingeschalteten Fahrhilfen braucht man eine Menge Übung, um ein Gefühl für die Bikes zu bekommen und nicht andauernd die Rückspulfunktion nutzen zu müssen. Wann lenkt man in die Kurve ein, wann bremst man bzw. gibt man wieder Gas und wie viel Gas gebe ich überhaupt, um nicht vom Bock gestoßen zu werden? Da die Physik der Motorräder wirklich knallhart ist und auch sehr realistisch wirkt, braucht all das Erfahrung, die man sich zunächst hart erarbeiten muss. Bis man die ersten Erfolge einfährt, dauert es dementsprechend seine Zeit. Wenn man sein Bike dann aber irgendwann im Griff hat, macht das Fahren umso mehr Spaß und man bekommt das Gefühl, dass man hier tatsächlich etwas leistet.

Ab in die Karriere
Mit diesem Gefühl ausgestattet kann man sich dann auch endlich von den Einzelrennen, Zeitfahren oder Meisterschaften, die entweder alle (vor Corona) geplanten Rennen der Saison oder eine eigene Auswahl an Rennen beinhalten, zum Herzstück des Spiels trauen – dem Karrieremodus. Hier begegnet man dann auch endlich den größten Neuerungen des diesjährigen MotoGP-Ablegers. Denn ganz gleich, ob man nun in der Moto3, Moto2 oder direkt in der MotoGP startet, in jedem Fall agiert man dabei als kompletter Teamchef und muss folgerichtig nicht nur mit dem eigens erstellten Fahrer fahren, sondern auch Sponsoren akquirieren und das Team engagieren. Letzteres ist in verschiedene Abteilungen aufgeteilt, wobei jeder Mitarbeiter zusätzlich noch über eigene Stärken und Schwächen verfügt. Besonders talentierte Ingenieure kosten dabei natürlich mehr Geld – worauf man unbedingt achten sollte.
Natürlich sind die Mitarbeiter dabei auch nicht nur zur Zierde da. Ähnlich wie in den F1-Spielen von Codemasters kann man ihnen befehligen, bestimmte Komponenten des Bikes zu verbessern. Um dies machen zu können, benötigen sie allerdings zunächst Grundwissen über die jetzige Performance. Diese erhält man, indem man entweder – ebenfalls ganz wie in F1 – bestimmte Aufgaben in den Trainingssessions erfüllt oder aber in der nagelneu hinzugekommenen Winterpause Testfahrten erledigt, damit Probleme an den Bikes behoben werden können. Obwohl all dies mehr Tiefe ins Spiel bringt, hätte es dennoch ein wenig intuitiver gestaltet werden können. Denn um Komponenten bestimmter Abteilungen herstellen zu können, muss man die Mitarbeiter erst immer eigenhändig zwischen Entwicklungs- und Forschungsarbeit hin und her versetzen.

Dröge präsentiert
Woran leider nicht gearbeitet wurde, ist die Präsentation der Karriere, denn die wirkt durch die Kalenderansicht noch immer recht dröge. Warum kann man sich nicht etwa durch sein eigenes Motorhome bewegen und dort alles wichtige auswählen oder besucht zwischendurch mal das Werk, um dort etwa Sponsoren anzutreffen? Hier ist also tatsächlich noch einiges an Luft nach oben, wobei man sagen muss, dass die Präsentation auf der Strecke durchaus zu gefallen weiß. Abseits des Asphaltbandes darf man zwar nicht so viel erwarten wie etwa bei einem Forza oder F1, aber die Maschinen selbst sehen wirklich schick aus.
Hier wurde tatsächlich auf jedes noch so kleine Detail geachtet und das gilt nicht nur für die Motorräder, sondern auch für den Fahrer der darauf sitzt. Wenn man seinen Fahrer erstellt, darf man nämlich neben Namen, dem Look der Nummer und dem Spitznamen, auch Sachen wie etwa die Position während Kurvenfahrten oder mit wie vielen Fingern geschaltet werden soll, festlegen. All das ist während des Rennens dann auch tatsächlich zu sehen.

Aufs richtige Setup kommt's an
Wie am Anfang schon mal erwähnt, ist die Fahrphysik der Motorräder sehr gut gelungen. Das betrifft aber nicht nur die grundsätzliche Physik, sondern auch wie Veränderungen des Setups mit einfließen. Denn selbstverständlich kann man das Setup der Motorräder beinahe nach Belieben einstellen – grundlegende Dinge wie etwa die Motorenleistung oder andere Fahrhilfen lassen sich dabei sogar während des Rennens on the fly ändern. Tiefgreifendere Veränderungen wie die Vorspannung der Federn, Einstellung des Getriebes etc. gehen hingegen nur in der Box. Anders als beim Verbessern der Motorradkomponenten ist die Steuerung hier auch intuitiv geraten und benötigt kein lästiges Hin und Her. Das Besondere ist aber eben, wie sich die Änderungen dann tatsächlich auf dem Kurs bemerkbar machen. Kleine Setupveränderungen können hier schon große Auswirkungen haben. Folgerichtig sollte man auch schon etwas Ahnung davon haben, was man da überhaupt gerade verändert. Wem dieses Wissen komplett fehlt, der muss aber keine Angst haben, denn dafür ist ja schließlich der Renningenieur da, der einem ein angepasstes Setup hinbastelt (wenngleich das auch nie so gut ist, wie ein eigens erstelltes).

Historisches und Multiplayer

Wer erst mal genug von seiner Karriere hat und etwas in die Geschichte der MotoGP eintauchen will, für den sollte der historische Modus genau das Richtige sein. Hier kann man sich täglichen Herausforderungen in verschiedenen Klassen (4-Takt-MotoGP und 500-Zweitakter) stellen und mit dem gewonnenen Preisgeld immer weitere klassische Fahrer und Teams freischalten. Der Weg dorthin ist allerdings alles andere als einfach. Da der Schwierigkeitsgrad stets vorgeschrieben ist, muss man hier also auch Mal im Experten-Modus antreten. Aber auch die Herausforderungen davor haben es gehörig in sich und dürften selbst gestandene MotoGP-Veteranen das eine oder andere Mal vor echte Schwierigkeiten stellen. Umso erfreulicher ist es aber, wenn man eine Herausforderung dann doch irgendwann geschafft hat. Neulinge werden diesen Erfolg aber wohl nie zu Gesicht bekommen und vorher völlig frustriert aufgeben.
Wesentlich einfacher sind da schon Rennen gegen andere Spieler, die dank Multiplayer auch möglich sind. Einziges Problem hierbei ist jedoch, dass man nicht immer genügend Spieler findet. Wenn eine Session dann aber doch einmal mit 16 Leuten voll besetzt ist, entstehen zumeist spannende Rennen, die einem noch lange im Gedächtnis bleiben. Es sei denn, man entscheidet sich, etwa Strafen und das Schadensmodell abzuschalten. Dann entwickeln sich die Online- als auch Solo-Rennen (wo es diese Möglichkeit auch gibt) zu wahren Schlachten, bei denen es nahezu im Sekundentakt Stürze gibt. Ich persönlich kann diese Art des Rennens auf keinen Fall empfehlen, weil es nicht nur frustrierend ist, sondern auch nichts mehr mit der Idee einer MotoGP-Simulation zu tun hat.
Als sehr interessant empfinde ich die Möglichkeit, eigene Lobbys zu starten, auf denen man sogar als Rennleiter fungieren und so etwa die Startaufstellung oder Strafen bestimmen kann. Gerade in der aktuellen Zeit, in der der eSport oft als Ersatz zum realen Motorsport genutzt wird, ist diese Variante sehr interessant.

Fazit:
Bild unseres Mitarbeiters Stefan.Heppert
Quantensprünge macht Milestone mit MotoGP 20 sicherlich nicht. Die nochmals überarbeitete KI und die ausgebaute Karriere mit der Möglichkeit sein Bike weiterzuentwickeln sorgen aber dennoch zumindest für kleinere Verbesserungen und neue Impulse. Im Großen und Ganzen bleibt aber alles wie im vorherigen Jahr, was zum einen bedeutet, dass man sich wieder über eine realistisch anmutende Fahrphysik erfreuen darf, die aber auch dieses Jahr wieder nichts für Einsteiger ist. Denn trotz Fahrhilfen ist das Meistern der Motorräder eine echte Herausforderung, die einiges an Geduld und Nerven benötigt. Wenn man dann aber irgendwann die Bikes kontrollieren kann und sogar die ersten Erfolge einfährt, ist die Freude darüber dafür umso größer.
Wer eine anspruchsvolle Motorradsimulation sucht, sollte sich MotoGP 20 auf jeden Fall einmal anschauen. Fans der Königsklasse des Motorradrennsports kommen ohnehin nicht dran vorbei, sich das Spiel zu kaufen – denn so können sie zumindest virtuell die Saison endlich starten lassen.

MotoGP 20 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Autor der Besprechung:
Stefan.Heppert

Screenshots


















Wertungen Pluspunkte Minuspunkte
Wertung: 7.1875 Grafik: 7.00
Sound: 7.25
Steuerung: 7.25
Gameplay: 7.25
Wertung: 7.1875
  • Nochmals verbesserte KI
  • Motorräder lassen sich weiterentwickeln
  • Realistische Fahrphysik
  • Onlinemodus mit Rennleiterfunktion
  • Historischer Modus
  • Weiterentwicklung der Bikes etwas fummelig
  • Dröge Karriererepräsentation
  • Abseits der Strecke wenig los
  • Für Einsteiger sehr schwer

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Rezension vom: 10.05.2020
Kategorie: Sport
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