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Kurz vorgestellt: Old Man's Journey
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In der heutigen Zeit gilt oft das Motto „größer und schwerer“. Gerade bei Puzzle-Adventures setzen viele Entwickler auf ein aufgeblähtes Gameplay und extra schwere Rätsel, nur um die Spielzeit künstlich in die Länge zu ziehen. Oft geschieht dies auf Kosten der Story, die dann hinten anstehen muss.
Das kleine spanische Entwicklerstudio Broken Rules bricht, ganz im Sinne ihres Namens, mit diesen Regeln und geht bei Old Man's Journey genau den entgegengesetzten Weg.

Minimalistisches Gameplay
Rätsel gibt es in dem 2D-Puzzle-Adventure natürlich dennoch einige, doch sind diese eben sehr einfach gestrickt und eher Mittel zum Zweck. Selbst wer bisher noch nie ein Spiel dieser Art gespielt hat, wird mit den Aufgaben keinerlei Schwierigkeiten haben. Im Grunde geht es nämlich immer nur darum, die Landschaft so zu verändern, dass man seine Reise fortführen kann. Zu diesem Zweck klickt man etwa auf Berge, die sich dann wie von Geisterhand erheben oder senken und so den weiteren Pfad freigeben. Auch sonst stellt einen das Spiel vor keine größeren Herausforderungen. Ansonsten muss man nämlich nur immer an den Bildschirmrand klicken, um voranzuschreiten.

Emotionale Geschichte
Dieses minimalistisch gehaltene Gameplay dürfte nicht allen gefallen, ist von den Entwicklern aber ganz bewusst gewählt worden. Im Vordergrund soll hier nämlich klar und deutlich die Geschichte stehen und die ist in der Tat herzzerreißend. Old Man's Journey erzählt die Geschichte eines namenlosen alten Herrn, der morgens einen Brief vom Postboten erhält. Der Inhalt des Briefes scheint ihn dermaßen aufzuwühlen, dass er umgehend seinen Rucksack schnappt und sich auf den Weg macht. Was ihn an dem Brief so aufgewühlt hat und wohin seine Reise geht, erfährt man als Spieler nicht. Während der insgesamt 15 Kapitel, die uns über grüne Wiesen, in ein kleines Küstenstädtchen, durch graue Berglandschaften und viele weitere wunderschön handgezeichnete Szenarien führt, erleben wir immer wieder Flashbacks. In denen bekommen wir besondere Momente des alten Mannes zu sehen, wie etwa den Zeitpunkt als er das erste Mal seine zukünftige Frau sah. Gerade durch diese Flashbacks entwickelt sich schnell eine dichte und berührende Atmosphäre, wegen der man ganz automatisch eine emotionale Verbundenheit mit dem Charakter aufbaut – und das alles ganz ohne irgendwelche bewegten Zwischensequenzen oder Sprache oder gar Text, sondern ausschließlich durch die Kraft der Bilder und der immer passenden Musikuntermalung.

Reise zu sich selbst
Was mich besonders fasziniert hat, ist, dass man während der rund 90-minütigen Wanderschaft, nicht nur das Leben des alten Herrn erlebt, sondern ganz unwillkürlich auch sein eigenes Leben reflektiert. Immer wieder trifft man auf Stellen, die man so (oder in einer etwas abgewandelten Form) auch selbst erlebt hat und fragt sich dann, wie man wohl selbst im hohen Alter auf eben jene Situation zurückblicken wird. Ist man mit seiner damaligen Entscheidung zufrieden oder wird man mit Groll daran zurückdenken? So ist das Spiel auch eine kleine Reise zu sich selbst, was ich persönlich in solch einer Form noch nie bei einem Spiel erlebt habe.


Fazit:
Spielerisch ist Old Man's Journey alles andere als aufregend, doch das möchte es auch gar nicht sein. Hier steht ganz klar die Story im Vordergrund und die ist ein tolles Erlebnis. Denn auch wenn es eigentlich nur um das Leben eines namenlosen alten Herrn geht, von dem man zunächst gar nichts weiß, entwickelt man nicht nur schnell Sympathien mit ihm, sondern reflektiert auch unwillkürlich selbst sein eigenes Leben und wie man wohl selbst im hohen Alter darüber denken würde.
Ich für meinen Teil hatte mit dem Spiel sehr viel Spaß und möchte die 90 Minuten, die ich mit dem alten Herrn verbracht habe, keinesfalls missen.
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Special vom: 25.03.2019
Autor dieses Specials: Stefan.Heppert
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